Kriege Klavier nicht auf

J

jtf

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
5
Reaktionen
0
Hallo. Kriege mein Klavier Sassenhoff 2127 nicht auf. Das Brett, das unter diesem Link
http://www.ersatzmusikgruppe.de/instrumente/klavier/
auf dem 2. Bild schwarz eingefärbt ist, bewegt sich gar nicht:-(

Kann mir jemand einen Tipp geben wie ich das rauskriege? Leicht hämmern und am Lack in den Fugen kratzen hat nichts geholfen oder war zu vorsichtig, so dass keine Wirkung eintrat.

Weiß sonst jemand etwas über das Klavier? Soll 100 Jahre alt sein.

Danke
 
Tastenscherge

Tastenscherge

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
3.172
Reaktionen
2.223
Das sieht so aus, als wenn man das einfach nach oben rausziehen kann. Evtl. irgendeinen Riegel oder Haken übersehen?

Das Klavier ist ein Geradsaiter und somit steinalt. Sollte es sich um ein W. Sassenhoff, Bremen handeln, stammt es jedenfalls von vor 1860.
 
J

jtf

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
5
Reaktionen
0
Riegel oder Haken habe ich glaube ich nicht übersehen und alles, was (mit erwachsener Hand) erreichbar ist abgetastet bzw. ausgeleuchtet.
Letzte Möglichkeit sehe ich nur darin die Hämmermechanik hinter dem Brett nach oben rauszuheben, sofern das geht. Da sind zumindest rechts und links zwei Verriegelungen hinter dem Brett, durch deren Lösung die Hämmer wohl abnehmbar sind. Vielleicht findet sich dann ein entsprechender Riegel für das Brett.
Kann das sein, dass man so ein Klavier von oben "ausnehmen" muss?
 
J

jtf

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
5
Reaktionen
0
Tja ... Was ich bisher an Videos und anderen Klavieren gesehen habe wird allgemein wohl ein Klavier oben aufgeklappt und dann ein Brett, was von oben bis zur Tatstatur geht, herausgeholt. Dann hätte ich Zugriff auf Stimmwirbel und Hämmer.
Das Brett was ich jetzt erst oben rausbekommen habe eröffnet gerade mal den freien Blick auf die Wirbel. Wenn ich also nur stimmen wollte wäre es vielleicht gar nicht dumm, nur dieses obere Brett herauszunehmen. Ich will aber tiefer!
Ich dachte, zu der Zeit gabs noch nur Oberdämpfer?
Mit dem Oberdämpfer hatte ich auch gedacht, dass die mit der Jahrtausendwende nach und nach ersetzt worden wären, auch wenn es wohl viele Klaviere gibt die danach trotzdem nach dem alten Prinzip gebaut wurden.

Ich wohne in Bremen und werde mal mit einem Ausdruck durch die Klaviergeschäfte tingeln - vielleicht finde ich ja einen "Nachfahren" von Sassenhoff der mir einen Tipp geben kann.
 
J

jtf

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
5
Reaktionen
0
Kaiser Wilhelm I. noch lebte, Der Phonautograph erfunden wird und die Fotografie ihre langsamen, ersten Fortschritte macht, lässt mich vor Ehrfurcht erstarren. :shock::shock:
Hm, ich denke bei Wilhelm eher an Krieg und Sozialistengesetze. Wer sich damals ein Klavier leisten konnte hat darauf bestimmt eher nationalistische Töne angeschlagen, deren Klang dann direkt bis zum 1. und 2. Weltkrieg durchhallte.
Von daher: Gut dass das Klavier so verstimmt ist und zukünftig friedlichere Töne anschlagen soll!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
fisherman

fisherman

Dabei seit
Dez. 2007
Beiträge
21.104
Reaktionen
9.209
Könnte das an einer unsauberen Nachlackierung liegen? Auch Möbelpolituren (früher mal sehr beliebt) können in den Spalt einlaufen und dort über die Jahre verkleben. Oder ist das Brett Bestandteil einer größeren "Einheit", die komplett demontiert werden muss? (incl. Klappenaufhängung?)
 
J

jtf

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
5
Reaktionen
0
ist das Brett Bestandteil einer größeren "Einheit", die komplett demontiert werden muss? (incl. Klappenaufhängung?)
Mit dem Spachtel komme ich einige Milimeter rund um das Brett, so dass es wohl nicht zu einer größeren Einheit gehört.
Aber ich befürchte das Klavier hat einen Schlag abgekriegt. Risse sind zwar nicht erkennbar und bis auf die Stimmung und etwa 5 nicht oder schlecht funktionierenden Tasten klingts ganz gut, aber hinter dem Brett ist der Abstand zwischen Brett und Aufhängung der Hämmer links geringer als rechts. Daher hat sich mindestens das Brett wahrscheinlich verzogen.
Dann kann ichs gleich beerdigen? Bzw. muss mich entscheiden, ob ich darauf spielen will (dann ist das Aussehen egal und ich könnte das Brett aussägen) oder es als Möbelstück lasse und möglichst wenig dran kratze.
 
D

Die3

Dabei seit
Dez. 2009
Beiträge
124
Reaktionen
0
Ich wohne in Bremen und werde mal mit einem Ausdruck durch die Klaviergeschäfte tingeln - vielleicht finde ich ja einen "Nachfahren" von Sassenhoff der mir einen Tipp geben kann.
Hallo,

da du aus Bremen kommst, kann ich dir Thein-Klaviere in Bremen empfehlen.
Joseph Thein ist Klavierbauer und kann dir bestimmt weiterhelfen.
Er restauriert auch alte Klaviere,...von daher würde ich einfach mal anrufen und nachfragen, evtl. kann er dir schon etwas genaueres zu deinem Klavier sagen.

Gruß
Die3
 
PianoCandle

PianoCandle

Dabei seit
Dez. 2009
Beiträge
1.327
Reaktionen
26
Hallo jtf,
dein Klavier ist nach der Bauweise des Gehäuses ähnlich wie Erard-Klaviere aus dieser Zeit. Bei denen gibt es auch eine ähnliche Vorderwand. Die lässt sich nach oben herausziehen. Wenn das bei deinem Klavier nicht geht, dann liegt das mit größter Wahrscheinlichkeit daran, dass die Schiebeverbindung klemmt. Verleimung ist fast völlig auszuschließen, weil unter dieser Wand ja die Tastenklappe nebst Zubehör sitzt, die man gar nicht herausbekommt, solange deine Klemmwand noch drin ist.
Mein Tipp: Ruckel so lange an der Wand, bis sie sich millimeterweise nach oben zu bewegen anfängt. Geduld, Geduld.

Übrigens: Auch Erard-Klaviere von damals hatten Unterdämpfung. Tatsache ist, dass die Unterdämpfung sich um 1930 bislang endgültig durchgesetzt hat. Ob sie aber insgesamt jünger ist als die Oberdämpfung... vielleicht weiß das ja jemand genau. Ich glaub das eher nicht. Denn die Oberdämpf-Technik ist um einiges aufwändiger als die Unterdämpfung.

Gruß
Martin
PianoCandle
 
 

Top Bottom