Dieses Schuljahr habe ich in der Musikschule eine neue Klavierlehrerin bekommen und habe ab Dezember 2025 meine Reise mit den Händel-Variationen begonnen. In dieser ganzen Zeit habe ich die Güte meiner Übeweise kritisch auf den Prüfstand gestellt und mein Verhältnis zum Thema Klavierunterricht in gewisser Weise auch verändert. Ich kann sagen, dass es ein Jahr voller innerem Reichtum war, aber auch ein Jahr der Umbrüche.
Eigentlich brauche ich die Stücke für Oktober, ich darf sie in einem Gymnasium vorspielen und habe immer das Problem, hier in der Musikschule längere Programme nicht vorspielen zu können, immer passt es nicht rein und ich brauche so "schlechte Auftritte", weil ich ziemlich mit Auftrittsangst zu kämpfen habe, die ich gerne überwinden würde.
Meine Anmeldung zum Klavierzimmer war dann sehr spontan, am letzten Anmeldetag um 19:00 Uhr am Abend. An dem Tag dachte ich mir "Na komm, die organisieren da so eine schöne Veranstaltung und Du hast doch Stücke, die noch reifen müssen, also mach mit, stell Dich nicht so an!"
In Köln war ich im Hotel sehr aufgeregt und habe allerlei unternommen, um mich irgendwie zu beruhigen. Lustigerweise hatte ich mein Klapprad dabei und am Donnerstag habe ich den ganzen Nachmittag eine Fahrradtour durch die Stadt unternommen, bei bestem Wetter und heiterer Betriebsamkeit in der Stadt. Das war sehr gut für mich.
Ich habe erst Freitagabend gespielt und mich davor dort nicht blicken lassen. Ich war sehr nervös und zog mich um in ein neu gekauftes Sommerkleid, das ich ausprobieren wollte. Der psychologische Effekt war überraschend für mich, vorher in alltäglicher Sportkleidung auf dem Klapprad, dann plötzlich wie verwandelt in einen Schmetterling.
Die Kirche kannte ich schon und ich mag den Ort und seinen Klang tatsächlich sehr.
Plötzlich war ich ganz ruhig innerlich.
Bezüglich des Auftritts habe ich einen gewissen Filmriss, ich weiß noch, dass ich irgendwie sehr locker war und "nach vorne" gespielt habe, die (zahlreichen) Fehler haben mich nicht gestört. Ich könnte fast sagen, die Musik sei mir passiert und ich war gar nicht dort .... :):):) Nunja, das stimmt natürlich so nicht, aber es war eine ungewöhnliche Erfahrung für mich.
Es ist schön, danach Lob bekommen zu haben und diesen "Motivationspreis", ich freue mich sehr, die Bösendorfer-Manufaktur besichtigen zu können und es ist eine Ehre für mich, diese unglaublichen Instrumente in der Herstellung zu sehen.
Am Klavierzimmer schätze ich, dass die Veranstaltung alles in allem ziemlich inklusiv ist. Gerade diesen Preis bekommt nicht unbedingt ein fortgeschrittener Spieler, sondern durchaus Menschen, die gute Fortschritte gemacht haben, obwohl sie spät begonnen haben. Das gefällt mir! Man darf auch wiederkommen, um neues Repertoire auszuprobieren, sozusagen außer Konkurrenz.
Am Sonntag sah die Sache für mich ganz anders aus, ich musste als Letzte spielen, Schock! Ich war ziemlich verspannt und stand total neben mir, die Fuge 30 % schlechter als im Wettbewerb, es war mir sehr peinlich ....
Somit ist das Programm noch nicht "stabil" und daran werde ich jetzt weiter arbeiten bis Oktober.
Hellas und ich waren uns sofort sympathisch und ich bin sehr froh, dass wir uns getroffen haben im echten Leben! Wir haben gewisse Gemeinsamkeiten und haben am Abend noch schön zusammen gegessen im Lokal. Hellas, bis bald!
Man kann den Veranstaltern nur danken, dass sie so einen Treffpunkt bieten für Menschen, deren Musikausübung in der heutigen Zeit sonst keine Rolle spielen würde. Da ist viel Idealismus dabei auch wenn Frau Markovina durchaus Kurse gibt, für die sie sicherlich auch Teilnehmer braucht, aber das finde ich sehr verständlich. Gerade als erwachsene Schülerin in der Musikschule ist es nicht so ganz einfach, Repertoire vorspielreif zu bekommen, denn wer soll da zuhören, wenn man seine unvollkommenen Schritte tut?
Aber Musik machen ist eine große Erfüllung und jeder Schritt ist es wert, gegangen zu werden.