Klingt das wirklich so schlecht oder ist das mein subjektiver Eindruck?

  • Ersteller Ersteller annibee
  • Erstellt am Erstellt am

  • #61
Ich verstehe nie, warum so ein Geschiss ums Notenlernen gemacht wird. Als wäre das das Schwierigste und Wichtigste beim Musizieren.
Das Wichtigste ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil. Es geht ja schließlich um Musik und nicht um das Bild davon. Aber das Schwierigste? Vielleicht. Ich jedenfalls tue mich ziemlich schwer damit. Natürlich kann ich Noten lesen. Aber ich konnte noch nie vom Blatt spielen. Außer vielleicht super simple Sachen, sofern ich sie vorher gehört habe und weiß, wie sie klingen sollen. Ich muss sie jedes Mal regelrecht rausklamüsern. Und vielleicht gibt es ja auch so etwas wie Noten Legastheniker? Keine Ahnung, könnte ich mir aber vorstellen. Oder zumindest eine Lese-Rechtschreibschwäche in Bezug auf Noten.
 

  • #62
Ich hab als Kind ganz viel klassische Musik gehört, bei vielen Werken dazu die Partitur mitgelesen.
Dann war ich ganz schnell mit allen Schlüsseln vertraut. Bratschenschlüssel? Tenorschlüssel? Ist doch egal!
Als ich mit elf endlich Klavier spielen durfte, war sowas nur noch banal.
Ich finde die Symmetriefrage völlig irrelevant, es wechseln ja auch die Schlüssel in beiden Systemen, dann kommen auch noch Oktavierungen hinzu.
Und manchmal kreuzen sich die Hände. Na und?

Grüße
Manfred
 
  • #63
Ich finde die Symmetriefrage völlig irrelevant
Das ist sie schon deshalb, weil sie ja reiner Zufall ist und nie in irgendeiner Form beabsichtigt war. Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein war der Violinschlüssel zumindest im deutschsprachigen Raum eher die Ausnahme als die Regel, wenn man Musik für Tasteninstrumente notierte. Erstaunlich, dass die Schüler der Zeit das Lesen ohne Symmetriekrücke hinbekommen haben.

Ich halte es nicht für einen Fehler, wenn die Russische Klavierschule zunächst nur einen Schlüssel einführt. Der Vorteil der sich daraus ergebenden Lage ist tatsächlich, dass die Melodien von Kindern gesungen werden können. Und das zu tun (idealerweise als Solfège), ist für die Entwicklung der Musikalität äußerst sinnvoll.
 
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  • #64
Erstaunlich, dass die Schüler der Zeit das Lesen ohne Symmetriekrücke hinbekommen haben.
Brauchten die ja auch nicht. Die haben Bass- und Sopranschlüssel einfach ohne Zwischenlinie zusammengepappt.
Aber "Symmetrie" haben wir doch eh schon ausgeschlossen. Wobei... die Cs sind halt symmetrisch angeordnet. Vielleicht gar keine schlechte Orientierung, wenn man schon so früh mit großen Sprüngen konfrontiert wird, wie in der Russischen. Jetzt weiß ich auch, warum die als Kinder schon Vodka saufen.
 
  • #65
Ich persönlich habe Baß- und Violinschlüssel als ein in sich logisches geschlossenes Notensystem kennengelernt mit dem c1 als Symmetrie-Achse. Das hat nicht wehgetan und mir psychisch nicht geschadet.
Aber falsch ist es trotzdem. Die C sind zwar symmetrisch, aber auch nur deshalb, weil das System periodisch ist und das c in der Mitte liegt. Der Violinschlüssel ist die Fortsetzung(! nicht Spiegelung) des Bassschlüssels nach oben.
 
  • #66
Symmetrie der Notenschrift ist natürlich gemeint. Lies meinen Text nochmal genau und versuche einfach mal, ihn zu verstehen. Dann erklärt es sich.

Nein, erklärt sich nicht.

Wenn man etwas verstanden hat, kann man es auch erklären.
 
  • #67
Dass die RKS am Anfang nur den Violinschlüssel verwendet, hat einen sehr simplen "volkspädagogischen" Grund.

Welchen Notenschlüssel bekommt man als erstes vorgesetzt, wenn man in der Grundschule oder in der musikalischen Früherziehung sitzt? ... genau, den G- bzw. Violinschlüssel.
Unter dem stehen auch sämtliche Melodien in den kirchlichen Gesangsbüchern und moderneren Songbooks.
Blockflöten in C oder B werden ebenfalls im G-Schlüssel notiert (in meinen vielen Musikkursen war ich oft der einzige, der nie Blockflöte gespielt hatte).
Wenn der Laie eine Melodie erblickt, so steht diese meist im Violinschlüssel. Erwartet nicht, dass viele mitsingen, wenn ihr ihnen eine Melodie im C-Schlüssel aufgeschrieben habt ... das werden fast nur die packen, die die Melodie (er)kennen (oder C-Schlüssel lesen können).

In Folge ist der Violinschlüssel der Schlüssel, den die meisten Menschen in ihrem bisherigen Leben wahrscheinlich schon mal gesehen haben.

Der Gedanke dahinter ist schon logisch ... am Klavier braucht man aber nunmal zwei Notenschlüssel, und sich da erstmal auf einen zu konzentrieren (wie es de RKS tut) verstärkt den ohnhin oft schon vorhandenen Vorsprung der Lesefähigkeiten in diesem Schlüssel.
Gleichzeitig kommt ein Schüler, der den Violinschlüssel bereits lesen kann, auf diese Weise sehr schnell zu dem, worum es beim Instrumentalspiel eigentlich geht, ohne vorher noch einen neuen Notenschlüssel lernen zu müssen.

Eigentlich muss man ja nur wissen, wie die Schlüssel funktionieren ... wo ist die Orientierungsmarke und was markiert sie?
 
  • #68
Dass die RKS am Anfang nur den Violinschlüssel verwendet, hat einen sehr simplen "volkspädagogischen" Grund.
Nein. Zielgruppe der RKS sind ja ursprünglich nicht Erwachsene, sondern Kinder im Vorschulalter. Die hatten in der Regel noch keinen näheren Kontakt zu irgendwelchem Notenmaterial.
 
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  • #69
Erwartet nicht, dass viele mitsingen, wenn ihr ihnen eine Melodie im C-Schlüssel aufgeschrieben habt
Naja..., die Meisten, nein die Allermeisten können mit Noten ohne Instrument nicht viel anfangen. Man sieht, daß es rauf oder runter geht, aber das sieht man auch im C-Schlüssel. Die Gemeinde kennt die Lieder meist auswendig. Die meisten Leute in Laienchören haben die Noten, weil da der Text drunter steht. :schweigen::musik:
 
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