Dass die RKS am Anfang nur den Violinschlüssel verwendet, hat einen sehr simplen "volkspädagogischen" Grund.
Welchen Notenschlüssel bekommt man als erstes vorgesetzt, wenn man in der Grundschule oder in der musikalischen Früherziehung sitzt? ... genau, den G- bzw. Violinschlüssel.
Unter dem stehen auch sämtliche Melodien in den kirchlichen Gesangsbüchern und moderneren Songbooks.
Blockflöten in C oder B werden ebenfalls im G-Schlüssel notiert (in meinen vielen Musikkursen war ich oft der einzige, der nie Blockflöte gespielt hatte).
Wenn der Laie eine Melodie erblickt, so steht diese meist im Violinschlüssel. Erwartet nicht, dass viele mitsingen, wenn ihr ihnen eine Melodie im C-Schlüssel aufgeschrieben habt ... das werden fast nur die packen, die die Melodie (er)kennen (oder C-Schlüssel lesen können).
In Folge ist der Violinschlüssel der Schlüssel, den die meisten Menschen in ihrem bisherigen Leben wahrscheinlich schon mal gesehen haben.
Der Gedanke dahinter ist schon logisch ... am Klavier braucht man aber nunmal zwei Notenschlüssel, und sich da erstmal auf einen zu konzentrieren (wie es de RKS tut) verstärkt den ohnhin oft schon vorhandenen Vorsprung der Lesefähigkeiten in diesem Schlüssel.
Gleichzeitig kommt ein Schüler, der den Violinschlüssel bereits lesen kann, auf diese Weise sehr schnell zu dem, worum es beim Instrumentalspiel eigentlich geht, ohne vorher noch einen neuen Notenschlüssel lernen zu müssen.
Eigentlich muss man ja nur wissen, wie die Schlüssel funktionieren ... wo ist die Orientierungsmarke und was markiert sie?