Klingt das wirklich so schlecht oder ist das mein subjektiver Eindruck?

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annibee

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Ich habe eine Frage, bei der ich nicht weiß, ob es mein subjektives Hörempfinden ist (ich trage ein Cochlea-Implantat und höre somit halb „elektrisch“), mein ungeschultes Ohr oder ob es wirklich nicht schön klingt. Für mich klingt das nicht irgendwie spannungsvoll, sondern unschön. Was sagen die Fortgeschrittenen oder Guthörenden dazu?

Das ist ein Ausschnitt aus einer Übung in „Alfreds Klavierschule“ (mit der ich gut zurecht komme). Krankheitsbedingt kann ich im Moment meinen Klavierlehrer nicht fragen, werde aber das natürlich noch nachholen.

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In Takt 3 müssen es in der linken Hand f und a sein statt e und g. Vermutlich ein Druckfehler.
 

In Takt 3 müssen es in der linken Hand f und a sein statt e und g. Vermutlich ein Druckfehler.
Nimmst du mich auf den Arm? :denken:Ich stolpere akustisch über die lange Folge von h-f-g in der linken Hand.
 
Nimmst du mich auf den Arm? :denken:Ich stolpere akustisch über die lange Folge von h-f-g in der linken Hand.
Warum so aggressiv? Du hast ja nicht geschrieben, worum es dir konkret ging.

Die Stelle ist tatsächlich sehr eintönig. Ein g zwischendurch statt des ständigen h im Bass würde Abhilfe schaffen.
 
Das war nicht aggressiv gemeint, sondern eine echte Frage.
 
In Takt 3 müssen es in der linken Hand f und a sein statt e und g. Vermutlich ein Druckfehler.
Würde ich nicht sagen. Neben den Parallelen wäre auch der subdominantische Quartsextakkord an dieser Stelle sehr unschön.
 
Würde ich nicht sagen. Neben den Parallelen wäre auch der subdominantische Quartsextakkord an dieser Stelle sehr unschön.
Es kommt halt häufig vor und ist an der Stelle eher wahrscheinlich als die gedruckte Fassung.

Eine ganz ähnliche Situation gibt es z.B. in der Klavierbearbeitung durch Richard Krentzlin (der ja einen guten Ruf genießt) einer Mozartarie. Wss sagst du hierzu?

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  • #10
Wss sagst du hierzu?
Zum einen entstehen hier nicht so hässliche Parallelen, zum anderen ist das hier ein klassischer Wechsel-Quartsextakkord, der deshalb nicht wie ein Fremdkörper wirkt.

Davon abgesehen muss man sich hier gar nicht auf Krentzlin berufen - denn schon Mozart hat diesen Wechsel-Quartsextakkord exakt so geschrieben:

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  • #12
Vielen Dank für eure Antworten. Kann vielleicht noch jemand in einfachen Worten kurz sagen, warum die linke Hand nicht gut klingt? Bei den Fachbegriffen bin ich trotz Recherche nicht schlau geworden.
 
  • #13
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  • #14
Naja, ist ja so manches durchaus Richtige hier geschrieben worden, aber das Entscheidende nicht, das man als erfahrener KL gut kennt:

Schüler spielen ein Stück zu langsam (halt so Ton für Ton) und häufig auch dann ohne Pedal, wenn es eigentlich angesagt wäre, und hören dadurch die momentanen Zusammenklänge quasi isoliert, was dann in ihren Ohren irgendwie schräg, unpassend, unzusammenhängend klingt.

Lösung: Zunächst entweder dem Schüler das Stück im richtigen Tempo vorspielen oder ihm eine Aufnahme zukommen lassen. Dann ihn fragen, ob das so komisch klingt. Er wird natürlich verneinen. Also ist seine Ansicht, da klinge irgendwas merkwürdig, schon mal widerlegt.
Anschließend mit ihm durchnehmen, dass diese Ton-für-Ton-Spielerei sowieso schlecht ist und man immer in sinnvollen Tongruppen (Motive, Phrasen...) spielen muss, die man gleich in hinreichendem Tempo spielt. Dies am konkreten Stück mit ihm durchexerzieren, so dass er es auf diese Weise auch zu Hause machen kann. Aufnahme mitgeben oder zuschicken, damit er immer wieder hören kann, wie es am Ende klingen soll.

Außerdem kann man bei der Gelegenheit auch so Themen wie Auflösung von Dissonanzen und Vorhalte an praktischen Beispielen und kleinen Improvisationen durchnehmen, so dass klar wird, dass Dissonanz nicht "schräg" und abzulehnen ist, sondern Musik erst schön macht (die schönsten klassischen Werke sind dies insbesondere durch die enthaltenen Dissonanzen!).

Schönberg schreibt übrigens in seiner "Harmonielehre" u.a. über kurzzeitige Zusammenklänge bei Mozart, die überraschend abgefahren sind und isoliert gar keinen Sinn machen - im Zusammenhang des gespielten Stückes jedoch überhaupt nicht weiter auffallen.
 
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  • #15
Danke @hasenbein

Ich habe das, was zu sehen ist, einige Male durchgespielt, und je nach dem, was man da für einen Akkord anhängt, klingt es mal so und mal so ... leider ist im nächsten Takt dann die linke Hand nicht zu sehen (sonst hätte ich ja nicht herumprobiert).
 
  • #16
Hier ist das gesamte Stück. Es gefällt mir nicht. Ich ziehe weiter.

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  • #17
Naja, ist ja so manches durchaus Richtige hier geschrieben worden, aber das Entscheidende nicht, das man als erfahrener KL gut kennt:

Schüler spielen ein Stück zu langsam (halt so Ton für Ton) und häufig auch dann ohne Pedal, wenn es eigentlich angesagt wäre, und hören dadurch die momentanen Zusammenklänge quasi isoliert, was dann in ihren Ohren irgendwie schräg, unpassend, unzusammenhängend klingt.

Lösung: Zunächst entweder dem Schüler das Stück im richtigen Tempo vorspielen oder ihm eine Aufnahme zukommen lassen. Dann ihn fragen, ob das so komisch klingt. Er wird natürlich verneinen. Also ist seine Ansicht, da klinge irgendwas merkwürdig, schon mal widerlegt.
Anschließend mit ihm durchnehmen, dass diese Ton-für-Ton-Spielerei sowieso schlecht ist und man immer in sinnvollen Tongruppen (Motive, Phrasen...) spielen muss, die man gleich in hinreichendem Tempo spielt. Dies am konkreten Stück mit ihm durchexerzieren, so dass er es auf diese Weise auch zu Hause machen kann. Aufnahme mitgeben oder zuschicken, damit er immer wieder hören kann, wie es am Ende klingen […]
Auf der beiliegenden CD (die aber auch nicht auf einem echten Klavier entstanden sein dürfte, sondern am PC) klingt es in der Tat besser. Vielleicht spiele ich tatsächlich zu lahm oder ausdruckslos.
 
  • #18
Ist halt ein Kack-Arrangement. Geschrieben in der klaren Absicht, dass es links nur 2 Akkorde geben soll, und das überdies noch ohne dass die Lage wechselt, damit der aaaarme Schüler nicht voll in Stress kommt.
Dabei müssen zumindest F-Dur und/oder d-moll noch vorkommen, damit nicht endlos G7/H gespielt wird...
Das ganze Heft kannste wegwerfen.
 
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  • #19
Zwei Akkorde wären eigentlich sogar für Punkrock zu wenig ... In der Klassik begegnet einem sowas manchmal ... aber dann ist es meist kunstvoll auskomponiert, wodurch es nicht so auffällt.

Stressfrei ist diese Bearbeitung offensichtlich auch nicht, wie man hier sieht ... der Schüler spielts, und fragt sich direkt, warum das so bescheiden klingt und ob das eventuell an ihm liegt. Hier ist es aber eher der Vereinfachung (ad absurdum) zu verdanken.
Auf mich wirkt das trotz der extrem simplen Melodieführung einfach lieblos hingerotzt. 2 Akkorde können OK sein ... aber nur 2 Wechsel im ganzen Stück (einmal hin, einmal zurück) sind definitiv zu wenig.

Da doch lieber den "Stress" durch einen dritten oder vierten Akkord und mehr Wechsel ... das stresst nämlich nur am Anfang.
 
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