Klaviertechnik im Alltag

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von trialogo, 4. Dez. 2016.

  1. trialogo
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    trialogo

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    :idee:Achtung, mit einem Augenzwinkern zu lesen, dennoch:
    Ich bin dazu übergegangen, einige typische Klavierbewegungen auf Alltagsbewegugen zu übertragen z.B. seitlich einen Gegenstand vom Tisch nehmen die Armbewegung so vollführen, als ob ich bis dahin eine Tonleiter spiele oder einen Stift aufnehmen die Bewegung so gestalten, als ob ich gleich den Anfang von einem Chopin Stück spiele. Ich bewege also Finger, Handgelenke, Arme, Schultern auf eine Weise, als ob ich am Klavier sitze und kann so überall üben z.B. Geschmeidigkeit, Wahrnehmung, mentale Vorstellung, inneres Hören, Körperhaltung, Koordination etc und meine Beobachtung ist, dadurch, dass ich präsent bleibe in den Bewegungen fällt mir der Einstieg des Übens am Instrument leichter, außerdem macht es sehr viel Spaß kreativ zu werden und erheitert den Arbeitsalltag ungemein:-)Ist jemand mit ähnlichen Übeideen hier? Welche Möglichkeiten gibt es, ohne Instrument zu üben?
     
  2. rolf
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    rolf

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    Umgekehrt gibt es regalweise Literatur über natürliche Bewegungen, also "Alltagsbewegungen", die beim klavierspielen eingesetzt werden - nur 2 Beispiele: Kratzerts Handbuch, Werners Klavierdidaktik :-)
     
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  3. trialogo
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    .........hab ich beide, den Werner noch nicht ganz gelesen. Ja, beides Alltagsbewegungen/ Klavierbewegungen zu verbinden, auf diese Weise übe ich praktisch den ganzen Tag und das finde ich das Schöne daran.
     
  4. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Bin gerade am Grübeln, wie ich "Zigarette anzünden" und "Klavierspielen" bewegungstechnisch verbinden kann. :konfus:
    Zigarette ausdrücken mit Armgewicht geht schon mal.:super:
     
  5. rolf
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    @Peter wenn dich das überfordert, dann geh´ a-a machen: das abwischen und glissando ähneln einander :lol::lol::lol::drink:
     
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  6. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Whaaa!!!!!! Dir ist hoffentlich klar, an was ich beim nächsten Glissando nicht denken will, es aber muss. :angst::lol:
     
  7. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Und welche Literatur hat Lang Lang studiert, vor allem für seine Gesichts-Muskelbewegungen? So was muss gelernt werden, oder ist er doch ein Naturtalent ;-)
     
  8. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Der hat mutmaßlich einen Teil seiner Jugend im Tiergarten im Affenhaus verbracht.
     
  9. Marlene
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    Marlene

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    Hmmm, Rolf, liegst Du beim

    auf der Seite?

    :dizzy: :konfus::denken:;-)
     
  10. Marlene
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    Marlene

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    @rolf, das war eine Frage mit ernstem Hintergrund.
    ;-)

    Beim Glissando erfolgt die Bewegung in horizontaler Richtung und beim Abwischen in senkrechter (es sei denn man ist Muslim, dann könnte man bei deren WC-Hygiene eher an Deine Signatur denken).
    ;-)

    Habe ich in Sachen Ausführung eines Glissandos etwas missverstanden?
     
  11. rolf
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    @Marlene
    ...schön, dass du so offen über deine Interessen (wer wischt wie und in welcher Richtung nach dem a-a machen) öffentlich parlieren kannst ;-)

    ...schön, dass du dich religionsspezifisch im Hintern-abwisch-Verhalten auskennst :-D könntest du eine völkerpsychologische Vorlesung über das naturreligiöse und das buddhistische Abwischverhalten samt technischer Spezialitäten anfügen? Gewiß wird das Interesse rege sein!

    ... ... nicht ganz so schön ist dabei, dass die Götter dir offenbar versagt haben, Ironie zu erkennen...
    Daran kann ich nichts ändern; und ebensowenig kann ich was daran ändern, dass in diesem Faden einige dümmliche Bemerkungen das für sich genommen ebenso lehrreiche wie nützliche Thema in eine Art Smalltalk-blablubb heruntergezogen haben. Bon, soll es da bleiben.

    Du machst dir also tiefsinnige Gedanken über die Richtung des "wischens" - sicher weißt du, dass eine Hinterkerbe und eine Klaviatur nicht identisch sind :-D:drink::-D insofern ist deine Frage nach der Wischrichtung inklusive religiöser Implikationen irgendwie nicht so ganz eng dran am Thema... ;-) freilich kann man probieren, nach dem a-a machen ein Doppelgriffglissando a la Paganinietüde E-Dur in der Hinterkerbe zu praktizieren (und meinetwegen kann man dabei an Jesus, Manitou, Buddha, Mohammed, Zoroaster, Odin oder Spagettimonster denken) - ob sich das erfreulich anhört, ob es vor Publikum einen musikalischen Eindruck macht, das wird man halt ausprobieren müssen...

    ok - kannst du nachvollziehen, dass ich deinen "ernsten Hinter*)grund" nicht so ganz ernst nehmen kann? :-D:-D:-D
    ____________
    *) ...:-D:-D:-D:-D:-D:drink:
     
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  12. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    ...
     
  13. Marlene
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    Marlene

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    Ach ja?
    :-D

    Klar kann ich das! Ich habe ja ein Zwinker-Smiley angefügt.

    Tja, meins habe ich wohl nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht.

    Beitrag #5 stammt nicht von mir.
    ;-)
     
  14. trialogo
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    trialogo

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    Ähm also, mein Repertoire an Alltagsbewegungen umfasst mehr als Wischbewegungen:coolguy:Es geht mir um die Bewegungsvorstellung , die Einstellung und Koordination der Muskeln und Gelenke (in Gedanken habe ich dazu meist die Klaviatur, egal in welche Richtung) und das Präsentsein im Inneren möglichst oft am Tag auch wenn kein Instrument zur Verfügung steht. Zum Beispiel auch Wahrnehmen von wo aus wird eine Bewegung intiiert, welche Gelenke sind beteiligt, was macht der übrige Körper, gibt es unnötige Anspannung, wieviel Anspannung ist überhaupt nötig, um eine bestimmte Bewegung zu vollziehen, fällt mir ein Stück dazu ein..........es sind viele viele kleine Experimente im Alltag, nicht nur Wischen:zunge:
     
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  15. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    So ist es und das "Zigarette ausdrücken" war durchaus ernst gemeint. Das "Zigarette anzünden" nicht ganz so.
    Naja...
     
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  16. rolf
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    rolf

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    ist doch obsolet: die heutige EU-Zigarette geht wald-&zimmerbrandverhindernd von allein aus, keiner muss sie mehr ausdrücken ;-) und falls du noch Pubertätspickel hast: die soll man ja auch nicht ausdrücken, sondern dem Dermatologen oder Kosmetiker anvertrauen ;-) kurzum "ausdrücken" ist voll out, im Alltag wie am Klavier :drink:
     
  17. trialogo
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    .........man könnte die Zigarette auch mit einer staccato Bewegung austippen.
     
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  18. rolf
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    rolf

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    Gewiß!! Das ist, etwas guten Willen vorausgesetzt, sicherlich machbar. Insbesondere indianische Herkunft (man weiß ja: echte Indianer kennen keinen Schmerz) ist für diesem Fall eine günstige Voraussetzung :-D

    Andererseits - in Anlehnung an Heinrich Heines unvergeßliche Formulierung - könnte man die Zigarette auch mehr oder weniger diskret im Steiß verstauen; das zwischenzeitlich diskutierte Wischen könnte dadurch abwechslungsreicher werden :-D:-D:-D

    Aber retour zur Ernsthaftigkeit: das schöne an den gewohnten "Alltagsbewegungen" ist ja, dass sie nur selten schief gehen. Man greift zahllos oft nach einem gefüllten Trinkgefäß, führt dieses zum Mund und trinkt es (peu a peu) leer: nur sehr selten schmeißt man das volle Trinkgefäß um oder schüttet sich dessen Inhalt übers Dekolletee. Und man kann dabei vehement am diskutieren oder feiern sein, man muss nicht mal genau hinschauen oder tiefschürfend darüber nachdenken, was man nebenbei tun will: man greift nach dem Glas, parliert, schaut hierhin und dorthin - und besudelt sich nicht.
    Und dann die Frohbotschaft aus der Klavierpädagogik: hurra, beim klavierspielen werden viele natürliche Alltagsbewegungen eingesetzt, das ist doch supi, weil man die eigentlich schon drauf hat und kann ------ hähä aber der Teufel hat es so eingerichtet, dass sich gut 98% der Klavierenthusiasten völlig dämlich und ungelenk und plump und linkisch anstellen, wenn sie am Klavier Bewegungen ausführen sollen, die sie eigentlich längst können!!!

    Mag es auch wenig weihnachtlich sein: der unterstrichene Teilsatz ist wahr!

    Dabei müsste das nicht so sein: der Mensch hat gemeinhin ausreichend Verstand. Auf jeden Fall ist dieses durchschnittliche Verstandespotenzial inhaltlich nicht davon überfordert, eine angeborene Bewegung wie das Greifen genau anzuschauen und zu begreifen. Wenn ein klavierhobbybegeisterter Familienvater auf einem Fest feuchtfröhlich nach dem Bierhumpen greift, dann kriegt er das selbst beim 5. Bier noch problemlos hin (besudelt sich nicht und schmeisst den Humpen nicht um) und wenn er den Humpen fasst, dann wird er dabei ganz gewiß nicht das vordere Fingergelenk (durch blödes pressen) aufwärts verbiegen - aber derselbe macht zu 98% genau das am Klavier: statt völlig natürlich zu greifen, wird nach unten "gedrückt" und dabei das vordere Fingergelenl passiv aufwärts gebogen (einknickende Finger) - oder noch so ein Exempel: die Feier kann lang sein, es wird so mancher Humpen geleert (so ein gefüllter Bierkrug wiegt mehr als 500 Gramm!) - keiner hat am nächsten Morgen Muskelkater im Unterarm oder aua-aua in den Händen. Man hat eventuell einen Kater, aber keine überlasteten Hände. Klare Sache: man presst sich ja auch nicht die Griffel wund, wenn man sich etliche Biere gönnt. Kein Bierkrug hat Dellen vom zu festen zupacken! ...aber am Klavier... da wird unfreiwillig (oder aus Dämlichkeit) zumeist (wieder die erwähnten 98%) viel zu viel sinn- und nutzloser Kraftaufwand betrieben.

    Und das gemeine dabei ist:
    - die Leute sind nicht zu doof oder zu ungeschickt dafür
    - ein Großteil der nötigen Bewegungen ist bei jedem schon längst vorhanden
    Aber es wird halt einfach nicht gemacht - das kann nur am Teufel liegen, denn Verstand, Einsicht und Wille ist ja ausreichend vorhanden!...

    ...Fazit: die natürlichen Bewegungen oder Alltagsbewegungen sind ein sehr sehr ärgerliches Thema - für 98%.
    :drink:
     
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  19. trialogo
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    trialogo

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    ...oder eine unerschöpfliche Quelle täglichen Lernens:-)
     
  20. trialogo
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    trialogo

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    Ich denke, häufiger als Unterspannung und mangelnde Koordination durch zu viele Humpen eines Getränkes kommen beim Alltagsmenschen in sitzenden Berufen ohne ausreichende ausgleichende Bewegung Fehlspannungen und Verspannungen und hohe Spannungen in der Muskulatur vor, das führt nicht unbedingt zum Verschütten von Getränken, jedoch unter Umständen zu Schmerzen und fehlerhaftem Gebrauch des Körpers, auch am Klavier. Wieviel Kraft braucht es, um einen Stift zu nehmen, wieviel Gewicht setze ich ein, um eine Computertastatur zu bedienen, was koordiniere ich wie, um an meine Tasse Kaffee zu kommen, und reguliere ich die Gesamtspannung runter, denn es ist ja Pause oder strecke und überstrecke ich mich, da ich zum nächsten Termin will. Wo sitzt die Quelle das Ganzen, die Mitte und das Zenrum aller Kraft und Bewegung, und spüre ich das in meinem bewegungsarmen Alltag abgesehen von den sportiven Inseln noch? Der Arm bewegt sich aus dem Rumpf heraus und an diesem ganzen großen Apparat hängen die Finger dann dran usw..........diese Fragen beschäftigen mich im Selbstversuch (klar ich könnte auch alles nachlesen, zur Physiotherapie gehen, mehr Sport machen........interessanter ist es für mich jedoch in Alltagsexperimenten und Selbsterfahrung):bye:
     
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