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Akkordakrobat
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Hallo in die Runde,
da ich hier seit Jahren immer wieder gerne die eingestellten Erfahrungsberichte lese, dachte ich mir ich schreibe auch mal ein paar Zeilen zu meiner Klaviersuche.
Randbedingungen
Um ein gutes Gefühl für den Markt zu bekommen schaue ich mir grundlegend immer alles an, was beim jeweiligen Händler so herumsteht.
Deutsche Hersteller
Ich hatte mich hier ursprünglich lang und breit über meine Eindrücke mit den deutschen Herstellern ausgelassen, muss aufgrund der hier gegebenen Zeichenbegrenzung allerdings deutlich kürzen - Glück gehabt liebe Hersteller. Insbesondere Bechstein ist für mich ein Paradebeispiel für eine nicht konsequent durchdachte und schlecht umgesetzte Customer-Journey.
Fazit
Soweit die Eindrücke meiner bislang spannenden Suche. Wichtig ist mir ein Klavier zu finden, welches am besten zu meiner aktuellen Lebenssituation passt. Sicherlich handelt es sich bei den nachfolgend genannten "Überlebenden" um Klaviere innerhalb komplett unterschiedlicher Qualitäts- und Preisklassen, was den objektiven Vergleich mindestens erschwert, dennoch möchte ich hier für mich abwägen:
da ich hier seit Jahren immer wieder gerne die eingestellten Erfahrungsberichte lese, dachte ich mir ich schreibe auch mal ein paar Zeilen zu meiner Klaviersuche.
Randbedingungen
- Raumgröße: ca. 20 m²;
- Am liebsten Silent ab Werk;
- Ein E-Piano ist vorhanden, dadurch ist ein Klavier ohne Stummschaltung grundlegend eine Option;
- Ich spiele ungern mit Kopfhörern, möchte aber auch nicht tausende Euro ausgeben, um mich am Ende dann doch nicht zu trauen frei zu spielen. Recht haben und Recht bekommen ist so eine Sache im Nachbarschaftszwist;
- Langfristig soll es ein Flügel werden, der gegenwärtig aufgrund der Wohnverhältnisse jedoch nicht realisierbar ist (Wohnraum ist für eine junge Familie gegenwärtig knapp, eng und teuer). Da es also durchaus ein Übergangsklavier werden kann, spielt entweder ein günstiger Einkauf oder aber ein angemessener Wiederverkaufswert eine wesentliche Rolle.
Um ein gutes Gefühl für den Markt zu bekommen schaue ich mir grundlegend immer alles an, was beim jeweiligen Händler so herumsteht.
- Sauter 122 (Baujahr 1987er, ca. 6.000 €): Gefiel mir klanglich und vom Spielgefühl von den Gebrauchtklavieren am besten. Ich habe gelesen, dass viele Sauter-Klaviere aus dieser Zeit eine Art Doppelrepititionsmechanik eingebaut hatten. Ob dies auch bei diesem der Fall war kann ich nicht sagen, würde bei konkretisierendem Kaufinteresse allerdings noch einmal nachhaken. Ein gewisser Wiederverkaufswert wäre aus meiner Sicht sicherlich gegeben. Leider kein Silent.
- Samick 115 (Baujahr 2018, ca. 3000 €): Erstaunlich gut. Klar, das Tastengefühl war sehr „modern“ (=Kunststoff), aber davon ab ist das ein solides, gut spielbares Instrument. Wenn ich überlege, dass mein Digitalpiano vor 15 Jahren 1000 € weniger gekostet hat, bekommt man hier schon eine Menge Klavier für das Geld. Für mich durchaus eine Option: Günstiger Einkaufspreis, bei welchem der Wiederverkaufswert beinahe egal ist – leider kein Silent.
- Wolkenhauer (Baujahr 1940er, ca. 9.000 €): Wunderschönes Klavier, komplett restauriert und generalüberholt. Für meine Frau der klare Favorit, ich selbst sehe allerdings schon einige Abstriche in Sachen Spielgefühl und Wiederverkaufswert. Es wurde viel gemacht, u. a. wurde etwas im Resonanzboden geklebt. Ich muss gestehen, dass ich mich hier selbst mit Hinzuziehen eines Gutachtens nicht so ganz herantraue. Dagegen spricht sicherlich auch der kaum vorhandene Wiederverkaufswert.
- Steinway* & Sons (diverse, ca. 10-30.000 €): Bei dieser Marke bin ich immer mit einer sehr hohen Erwartungshaltung herangegangen, wirklich überzeugt hat mich allerdings Keines. Viele waren durchaus schön, aber wenn man das in Relation zu den aufgerufenen Preisen sieht, muss ich für mich sagen: ne, sorry.
- Bösendorfer 120, 130 (diverse, ca. 20-60-000 €): Das einzige Klavier, bei dem ich eine Ausnahme bei meinen Vorsätzen hinsichtlich des künftigen Flügelkaufs machen würde. Irgendetwas macht es richtig, allerdings passt es nicht die gegenwärtige Lebenssituation und wäre damit nicht die vernünftigste Entscheidung. Es würde sicherlich auch noch 2-3 Mal umziehen und das tue ich dem guten Stück nicht an - daher vielleicht mal im höheren Alter.
- Petrof (neu und gebraucht, ca. 7-14.000 €): Ich stand vor 2 Jahren kurz vor dem Kauf eines 122er Modells. Seitdem stehe ich der Marke sehr positiv gegenüber und suche nach genau diesem Gefühl, welches sich allerdings nicht wieder einzustellen vermag. Das Spielgefühl neuerer Modelle ist für mich häufig nicht wertig.
- Yamaha* U1, U3 (neu, ca. 10-16.000 €): Top Klaviere, haben mir super gefallen. Dafür, dass es in der Klavierwelt eine Art Golf-Äquivalent sein soll, zahlt man mittlerweile einen durchaus spürbaren Aufschlag für die Marke. Interessanterweise haben mir gebrauchte Modelle aus der Zeit um 1970-90 so gar nicht gefallen.
- Yamaha* YUS1,3,5 (neu, ca. 16-22.000 €): Für mich der klare Gefühlssieger und ein absolutes Premiumprodukt, das sind wirklich tolle Klaviere. Wenn ich wüsste es soll bei mir langfristig kein Flügel* werden und es bleibt beim Klavier, wäre das wohl meine Entscheidung.
- Kawai K200, 300, 500 Aures 2 (neu, ca. 7-13000 €): Für mich der König in Sachen Preis/Leistung. Man bekommt eine Menge Klavier mit einem tollen Klang und Spielbarkeit für den wohl besten Preis am Markt. Das K300 ist für mich der Sweet-Spot, beim 500er hätte ich bedenken, dass es für den Raum zu klanggewaltig ist.
- Kawai Master Series: Kawai bemüht sich hier, sicherlich in Anlehnung an die YUS-Reihe von Yamaha, ebenfalls um eine Premium-Serie. Seit 2026 gibt es die ersten anspielbereiten Modelle, jedoch habe ich hier noch keines finden können. Ich hätte es gern mal probiert, würde mich aber wahrscheinlich ohnehin für ein anderes Modell entschieden.
Deutsche Hersteller
Ich hatte mich hier ursprünglich lang und breit über meine Eindrücke mit den deutschen Herstellern ausgelassen, muss aufgrund der hier gegebenen Zeichenbegrenzung allerdings deutlich kürzen - Glück gehabt liebe Hersteller. Insbesondere Bechstein ist für mich ein Paradebeispiel für eine nicht konsequent durchdachte und schlecht umgesetzte Customer-Journey.
- Bechstein Concert 8 (neu, ca. 48.000 €): Bei aller Kritik, das Spitzenmodell ist schon etwas Besonderes. Trotz der Größe erstaunlich zurückhaltend und angenehm. Tolles Spielgefühl, wunderbarer Klang. In Sachen Preis/Leistung gab es bei meiner Suche allerdings Klaviere, die mich ähnlich begeistern konnten. Zu nennen wäre mindestens die Yamaha* YUS-Serie und da muss ich dann für mich leider sagen, dass das dann preislich nicht zu rechtfertigen ist.
- Bechstein A 114 Vario (Baujahr 2021, 22.000 €): Dies ist das Modell, was mir vor Ort am besten gefallen hat. Trotz der geringen Größe ein erstaunlich voluminöser Klang. Es wird offenbar in Anlehnung an den Neupreis (28.000 €) verkauft, im nachgereichten Angebot reduziert sich allerdings die branchenübliche Garantiezeit für Klavier und Elektronik aufgrund des gebrauchten Zustandes deutlich – das ist für mich sehr irritierend. Ich finde es auch ziemlich viel Geld für das kleinste Modell in der geringsten Stufe der „Bechstein“-Reihe, ich meine auch betitelt als „Einstieg in die Premiumklasse“. Damit man auch immer wieder daran erinnert wird, "nur" Academy gekauft zu haben, ist der Herstellerschriftzug silber und nicht golden. Auch mit „Investment-Zertifikat“ sehe ich bei eventuellem Wiederverkauf erst einmal große Schwierigkeiten 1. einen geeigneten Käufer zu finden und 2. einen dem Kaufpreis angemessenen Wiederverkaufswert zu erzielen. Verkaufswillige Bechsteinbesitzer auf E-Bay scheinen wie die Marke selbst mit Ihren Vorstellungen ein wenig realitätsfremd zu sein.
- Hoffmann 122 V2 (neu, ca. 12-14.000 €): Allgemein haben mich Zimmermann und Hoffmann nicht abgeholt. Spannend fand ich, dass sich die Hoffmann-Klaviere für mich 1:1 wie Petrof-Klaviere gespielt und angefühlt haben. Die Modelle inszenieren sich mindestens preislich als direkter Konkurrent zu Yamaha und Kawai, allerdings verliert man diesen Vergleich aus meiner Sicht deutlich.
Fazit
Soweit die Eindrücke meiner bislang spannenden Suche. Wichtig ist mir ein Klavier zu finden, welches am besten zu meiner aktuellen Lebenssituation passt. Sicherlich handelt es sich bei den nachfolgend genannten "Überlebenden" um Klaviere innerhalb komplett unterschiedlicher Qualitäts- und Preisklassen, was den objektiven Vergleich mindestens erschwert, dennoch möchte ich hier für mich abwägen:
- Sauter 122, Samick 115: Verhältnismäßig günstig im Einkauf, klanglich überzeugend und mir wäre hier auch egal, was die Kids damit für Schabernack treiben. Ich weiß jedoch nicht, ob ich ohne Silent-Funktion glücklich werde. Hätte ich nicht so viele Bedenken mit der Nachbarschaftssituation würde ich das Sauter 122 kaufen.
- Kawai K-300: Erscheint mir gegenwärtig die vernünftigste Entscheidung zu sein und ist für mich klarer Preis/Leistungs-Sieger. Klang und Spielgefühl sind top, bei Bedarf auch leise ohne Kopfhörer spielbar, bester Markt für den privaten Wiederverkauf und ich breche auch nicht sofort in Tränen aus, sollten die Kids mal einen Kratzer zu verantworten haben. Das Aures2-System war für mich insgesamt sehr stimmig, jedoch nervt mich die Notwendigkeit der App. Yamaha macht das für mich etwas besser, allerdings ist mir das nicht den Aufpreis von mindestens 5.000 Euro wert.
- YUS-1: Wäre die Premiumvariante. Aufgrund des eher geringen preislichen Unterschiedes stelle ich für mich das YUS1 über das U1. Es verbleiben Restzweifel hinsichtlich des Investitionsvolumens (im Vergleich zum K300 fast doppelt so viel) i. V. m. dem Wiederverkaufswert – ab einer gewissen Preisgrenze kauft man lieber bei einem Händler als privat. Wenn ich dieses Modell nehme, kaufe ich auch wahrscheinlich keinen Flügel mehr. Insgesamt bin ich gegenwärtig allerdings noch nicht überzeugt genug, als das ich sage: Komm, das machen wir!
*) Affiliate/Werbung

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Privatverkäufer auf E-Bay setzen aus diesen Baujahren nicht selten ihren Einkaufspreis an. Ich behaupte allerdings die bleiben drauf sitzen.
