Klaviersuche die Xte

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13.01.2025
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Hallo in die Runde,

da ich hier seit Jahren immer wieder gerne die eingestellten Erfahrungsberichte lese, dachte ich mir ich schreibe auch mal ein paar Zeilen zu meiner Klaviersuche.

Randbedingungen
  • Raumgröße: ca. 20 m²;
  • Am liebsten Silent ab Werk;
  • Ein E-Piano ist vorhanden, dadurch ist ein Klavier ohne Stummschaltung grundlegend eine Option;
  • Ich spiele ungern mit Kopfhörern, möchte aber auch nicht tausende Euro ausgeben, um mich am Ende dann doch nicht zu trauen frei zu spielen. Recht haben und Recht bekommen ist so eine Sache im Nachbarschaftszwist;
  • Langfristig soll es ein Flügel werden, der gegenwärtig aufgrund der Wohnverhältnisse jedoch nicht realisierbar ist (Wohnraum ist für eine junge Familie gegenwärtig knapp, eng und teuer). Da es also durchaus ein Übergangsklavier werden kann, spielt entweder ein günstiger Einkauf oder aber ein angemessener Wiederverkaufswert eine wesentliche Rolle.
Erwähnenswerte Eindrücke

Um ein gutes Gefühl für den Markt zu bekommen schaue ich mir grundlegend immer alles an, was beim jeweiligen Händler so herumsteht.
  • Sauter 122 (Baujahr 1987er, ca. 6.000 €): Gefiel mir klanglich und vom Spielgefühl von den Gebrauchtklavieren am besten. Ich habe gelesen, dass viele Sauter-Klaviere aus dieser Zeit eine Art Doppelrepititionsmechanik eingebaut hatten. Ob dies auch bei diesem der Fall war kann ich nicht sagen, würde bei konkretisierendem Kaufinteresse allerdings noch einmal nachhaken. Ein gewisser Wiederverkaufswert wäre aus meiner Sicht sicherlich gegeben. Leider kein Silent.
  • Samick 115 (Baujahr 2018, ca. 3000 €): Erstaunlich gut. Klar, das Tastengefühl war sehr „modern“ (=Kunststoff), aber davon ab ist das ein solides, gut spielbares Instrument. Wenn ich überlege, dass mein Digitalpiano vor 15 Jahren 1000 € weniger gekostet hat, bekommt man hier schon eine Menge Klavier für das Geld. Für mich durchaus eine Option: Günstiger Einkaufspreis, bei welchem der Wiederverkaufswert beinahe egal ist – leider kein Silent.
  • Wolkenhauer (Baujahr 1940er, ca. 9.000 €): Wunderschönes Klavier, komplett restauriert und generalüberholt. Für meine Frau der klare Favorit, ich selbst sehe allerdings schon einige Abstriche in Sachen Spielgefühl und Wiederverkaufswert. Es wurde viel gemacht, u. a. wurde etwas im Resonanzboden geklebt. Ich muss gestehen, dass ich mich hier selbst mit Hinzuziehen eines Gutachtens nicht so ganz herantraue. Dagegen spricht sicherlich auch der kaum vorhandene Wiederverkaufswert.
  • Steinway* & Sons (diverse, ca. 10-30.000 €): Bei dieser Marke bin ich immer mit einer sehr hohen Erwartungshaltung herangegangen, wirklich überzeugt hat mich allerdings Keines. Viele waren durchaus schön, aber wenn man das in Relation zu den aufgerufenen Preisen sieht, muss ich für mich sagen: ne, sorry.
  • Bösendorfer 120, 130 (diverse, ca. 20-60-000 €): Das einzige Klavier, bei dem ich eine Ausnahme bei meinen Vorsätzen hinsichtlich des künftigen Flügelkaufs machen würde. Irgendetwas macht es richtig, allerdings passt es nicht die gegenwärtige Lebenssituation und wäre damit nicht die vernünftigste Entscheidung. Es würde sicherlich auch noch 2-3 Mal umziehen und das tue ich dem guten Stück nicht an - daher vielleicht mal im höheren Alter.
  • Petrof (neu und gebraucht, ca. 7-14.000 €): Ich stand vor 2 Jahren kurz vor dem Kauf eines 122er Modells. Seitdem stehe ich der Marke sehr positiv gegenüber und suche nach genau diesem Gefühl, welches sich allerdings nicht wieder einzustellen vermag. Das Spielgefühl neuerer Modelle ist für mich häufig nicht wertig.
  • Yamaha* U1, U3 (neu, ca. 10-16.000 €): Top Klaviere, haben mir super gefallen. Dafür, dass es in der Klavierwelt eine Art Golf-Äquivalent sein soll, zahlt man mittlerweile einen durchaus spürbaren Aufschlag für die Marke. Interessanterweise haben mir gebrauchte Modelle aus der Zeit um 1970-90 so gar nicht gefallen.
  • Yamaha* YUS1,3,5 (neu, ca. 16-22.000 €): Für mich der klare Gefühlssieger und ein absolutes Premiumprodukt, das sind wirklich tolle Klaviere. Wenn ich wüsste es soll bei mir langfristig kein Flügel* werden und es bleibt beim Klavier, wäre das wohl meine Entscheidung.
  • Kawai K200, 300, 500 Aures 2 (neu, ca. 7-13000 €): Für mich der König in Sachen Preis/Leistung. Man bekommt eine Menge Klavier mit einem tollen Klang und Spielbarkeit für den wohl besten Preis am Markt. Das K300 ist für mich der Sweet-Spot, beim 500er hätte ich bedenken, dass es für den Raum zu klanggewaltig ist.
  • Kawai Master Series: Kawai bemüht sich hier, sicherlich in Anlehnung an die YUS-Reihe von Yamaha, ebenfalls um eine Premium-Serie. Seit 2026 gibt es die ersten anspielbereiten Modelle, jedoch habe ich hier noch keines finden können. Ich hätte es gern mal probiert, würde mich aber wahrscheinlich ohnehin für ein anderes Modell entschieden.

Deutsche Hersteller
Ich hatte mich hier ursprünglich lang und breit über meine Eindrücke mit den deutschen Herstellern ausgelassen, muss aufgrund der hier gegebenen Zeichenbegrenzung allerdings deutlich kürzen - Glück gehabt liebe Hersteller. Insbesondere Bechstein ist für mich ein Paradebeispiel für eine nicht konsequent durchdachte und schlecht umgesetzte Customer-Journey.
  • Bechstein Concert 8 (neu, ca. 48.000 €): Bei aller Kritik, das Spitzenmodell ist schon etwas Besonderes. Trotz der Größe erstaunlich zurückhaltend und angenehm. Tolles Spielgefühl, wunderbarer Klang. In Sachen Preis/Leistung gab es bei meiner Suche allerdings Klaviere, die mich ähnlich begeistern konnten. Zu nennen wäre mindestens die Yamaha* YUS-Serie und da muss ich dann für mich leider sagen, dass das dann preislich nicht zu rechtfertigen ist.
  • Bechstein A 114 Vario (Baujahr 2021, 22.000 €): Dies ist das Modell, was mir vor Ort am besten gefallen hat. Trotz der geringen Größe ein erstaunlich voluminöser Klang. Es wird offenbar in Anlehnung an den Neupreis (28.000 €) verkauft, im nachgereichten Angebot reduziert sich allerdings die branchenübliche Garantiezeit für Klavier und Elektronik aufgrund des gebrauchten Zustandes deutlich – das ist für mich sehr irritierend. Ich finde es auch ziemlich viel Geld für das kleinste Modell in der geringsten Stufe der „Bechstein“-Reihe, ich meine auch betitelt als „Einstieg in die Premiumklasse“. Damit man auch immer wieder daran erinnert wird, "nur" Academy gekauft zu haben, ist der Herstellerschriftzug silber und nicht golden. Auch mit „Investment-Zertifikat“ sehe ich bei eventuellem Wiederverkauf erst einmal große Schwierigkeiten 1. einen geeigneten Käufer zu finden und 2. einen dem Kaufpreis angemessenen Wiederverkaufswert zu erzielen. Verkaufswillige Bechsteinbesitzer auf E-Bay scheinen wie die Marke selbst mit Ihren Vorstellungen ein wenig realitätsfremd zu sein.
  • Hoffmann 122 V2 (neu, ca. 12-14.000 €): Allgemein haben mich Zimmermann und Hoffmann nicht abgeholt. Spannend fand ich, dass sich die Hoffmann-Klaviere für mich 1:1 wie Petrof-Klaviere gespielt und angefühlt haben. Die Modelle inszenieren sich mindestens preislich als direkter Konkurrent zu Yamaha und Kawai, allerdings verliert man diesen Vergleich aus meiner Sicht deutlich.
Neben Bechstein habe ich noch die aktuellsten Schimmel und Sauter Modelle Made in Germany angespielt. Hier fängt es grundlegend tief im Bereich der 20.000€ an. Das sind sicherlich tolle Klaviere, aber ich war erschrocken, was im Vergleich zur Konkurrenz innerhalb dieser Preisklasse geboten wird. Bei aller Liebe zum deutschen Handwerk, aber hier wird offenbar ausschließlich eine elitäre Käuferschicht angesprochen, die mit aktuell gegebenen Einkommensverhältnissen und Lebensrealitäten nicht mehr viel am Hut hat. Wir sind beides Akademiker in guten Arbeitsverhältnissen - ob das Gebotene sowie die Reputation am Ende so viel besser ist als bei der Konkurrenz muss letztlich jeder für sich selbst beantworten - ich fühle mich da allerdings nicht abgeholt und unterstelle eine eher düstere Zukunft.

Fazit

Soweit die Eindrücke meiner bislang spannenden Suche. Wichtig ist mir ein Klavier zu finden, welches am besten zu meiner aktuellen Lebenssituation passt. Sicherlich handelt es sich bei den nachfolgend genannten "Überlebenden" um Klaviere innerhalb komplett unterschiedlicher Qualitäts- und Preisklassen, was den objektiven Vergleich mindestens erschwert, dennoch möchte ich hier für mich abwägen:
  • Sauter 122, Samick 115: Verhältnismäßig günstig im Einkauf, klanglich überzeugend und mir wäre hier auch egal, was die Kids damit für Schabernack treiben. Ich weiß jedoch nicht, ob ich ohne Silent-Funktion glücklich werde. Hätte ich nicht so viele Bedenken mit der Nachbarschaftssituation würde ich das Sauter 122 kaufen.
  • Kawai K-300: Erscheint mir gegenwärtig die vernünftigste Entscheidung zu sein und ist für mich klarer Preis/Leistungs-Sieger. Klang und Spielgefühl sind top, bei Bedarf auch leise ohne Kopfhörer spielbar, bester Markt für den privaten Wiederverkauf und ich breche auch nicht sofort in Tränen aus, sollten die Kids mal einen Kratzer zu verantworten haben. Das Aures2-System war für mich insgesamt sehr stimmig, jedoch nervt mich die Notwendigkeit der App. Yamaha macht das für mich etwas besser, allerdings ist mir das nicht den Aufpreis von mindestens 5.000 Euro wert.
  • YUS-1: Wäre die Premiumvariante. Aufgrund des eher geringen preislichen Unterschiedes stelle ich für mich das YUS1 über das U1. Es verbleiben Restzweifel hinsichtlich des Investitionsvolumens (im Vergleich zum K300 fast doppelt so viel) i. V. m. dem Wiederverkaufswert – ab einer gewissen Preisgrenze kauft man lieber bei einem Händler als privat. Wenn ich dieses Modell nehme, kaufe ich auch wahrscheinlich keinen Flügel mehr. Insgesamt bin ich gegenwärtig allerdings noch nicht überzeugt genug, als das ich sage: Komm, das machen wir!
Ich lasse die Eindrücke derzeit erst einmal etwas sacken, die finale Kaufentscheidung wird dann im Juli/August getroffen.
 
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Sehr detaillierte Analyse, die sich mit meiner Wahrnehmung in sehr weiten Bereichen deckt.

Was mich ein wenig irritiert ist die Bandbreite, die du bereit bist zu akzeptieren. Klar spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle, und gute Sachen teuer zu kaufen ist keine Kunst, aber irgendwie hat doch jeder einen gewissen Anspruch, unter dem es nicht "klickt". — Ein K-300 gegen ein YUS-1/3/5 abzuwägen ist für mich irgendwie arg verwegen.

Klar will man sein Geld nicht wegwerfen, aber Freude sollte man trotzdem jeden Tag am gekauften Instrument haben, insbesondere wenn die Musik ein Hobby ist. — Stehen die Kinder mehr im Fokus und sind diese recht ungestüm, dann ist vielleicht das Samick als Zwischenlösung nicht ganz verkehrt.

C. Bechstein und Steinway strapazieren meinem Gefühl nach sehr den Glanz der Marke, vielleicht gilt das auch für Bösendorfer. Der hohe Vertriebsaufwand will wieder verdient werden; gut auf ihre Art sind sie ohne Zweifel. Das ist nicht unähnlich wie bei Mercedes und Volkswagen … die Fahrzeuge bieten auch bei VW viel, nur der "Glamour" ist halt nicht so sehr dabei.

Meine Gattin hat eine "Allergie" gegen die Acryltasten und nicht zuletzt daher wurde es ein YUS5. Auch nach nun schon ein paar Jahren ist immer es noch immer der "Glücksspender" meiner Frau und ein in meinen Ohren prächtiges Instrument mit relativ angemessenem "Premium-Aufschlag". Und genau deinen Überlegungen zum Wiederverkaufswert und der Zukunftsperspektive folgend als TransAcoustic 3 gekauft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kleiner Tipp bei Zeichenbegrenzung: Man darf auch zwei Beiträge abschicken :005:
 
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Wenn ich dieses Modell nehme, kaufe ich auch wahrscheinlich keinen Flügel mehr.
Da würde ich dagegen wetten ;-)

Und weil/wenn bis dahin noch ein paar Jahre/Jahrzehnte ins Land gehen, würde ich mich fragen, wieso ich mich in dieser nicht zu kleinen Zeitspanne mit weniger als dem Optimum zufrieden geben soll. Zumal eine gewisse Preisstabilität beim wiederverlkauf gewährleistet wäre...

Stehen die Kinder mehr im Fokus und sind diese recht ungestüm
... dann wäre das nicht der falscheste Grund, Grenzen aufzuzeigen.
 
Ich kann das alles nachvollziehen. In einem Nachbarthread von lukas1128 wurden die Kawai Instrumente ja ähnlich verortet.
Wo Austro-Diesel die Autoanalogie bemüht: Ein Golf kann durchaus Freude bereiten und eine vernünftige Wahl sein, und ein luxuriöse Sportlimousine für den doppelten oder dreifachen Preis kann einen aber auch reizen. Man könnte sich eben beide Optionen gut vorstellen.
Wenn man auf einen Flügel schielt, ist es verständlich eher eine vernünftige Wahl als Übergangsinstrument zu treffen, um einerseits "Pulver" trocken zu halten und andererseits die finanziellen "Reibungsverluste" bei dem Übergangsinstrument geringer zu halten.
Das wird spannnend. :D
 
Danke für euer Feedback

@Austro-Diesel
Der Einwand zur Bandbreite ist berechtigt. Hier muss ich vlt etwas ausholen: Aufgrund maximal engstirniger Nachbarschaft habe ich mich zuletzt so organisiert, dass ich etwa 2x pro Woche an Klavieren und Flügeln von anderen, sehr hilfsbereiten Menschen in der Umgebung üben darf. Klar ist das irgendwie auch doof, aber daraus sind über die Zeit auch gute Beziehungen und Freundschaften entstanden. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Dabei spiele ich regelmäßig an verschiedenen Instrumenten unterschiedlicher Qualität und habe dadurch ein bisschen die Allüren verloren. Mein Klavierlehrer ist da auch Recht pragmatisch unterwegs und meint man muss letztlich auf allem spielen können, so sehe ich das inzwischen auch. Wenn mein Klavier daheim letztlich besser ist als alles, was ich außerhalb spielen werde, bin ich mir auch nicht sicher, wie sinnvoll das ist. Witzig finde ich, dass viele Studenten und Profis daheim häufig auf qualitativ eher durchschnittlichen Instrumenten spielen, die in den meisten Recherchen hier nicht mal in Erwägung gezogen werden. Da scheint auch niemand ein Concert 8 oder Ähnliches zu besitzen - die spielen dann wohl lieber den Steinway auf der Arbeit.

Das mit den Acryltasten fühle ich genauso und ist leider recht lästig. Beim YUS ist erst ab dem 5er eine bessere Beschichtung drauf, oder? Bei der K-Serie gibt es diese ab dem 500er - das werde ich für mich noch einmal austesten.

Der erwähnte qualitativen Unterschied von Kawai ggü der Premium-Konkurrenz ist zwar gegeben, aber wovon sprechen wir hier. Mein Eindruck war der, dass die asiatischen Hersteller in Sachen Klang und Spielgefühl hier offenbar sehr stark ggü. den deutschen Herstellern aufgeholt haben. Den Unterschied zwischen einem neuen Sauter Made in Germany und einem Kawai KX00 hätte ich blind traurigerweise nicht zwingend benennen können. Bei den alten Gebrauchten gehe ich noch mit, da gewinnen für mich regelmäßig die deutschen Marken, bei den Neuklavieren ist das allerdings nicht mehr zwingend der Fall. Ob das nun Bergfichte mit Sternenstaub oder eine 0815 Fichte im Resonanzboden ist, ist für mich zunächst nachrangig, solange es mich klanglich überzeugt.

Interessant wäre für mich auch der direkte Vergleich U1/K300, allerdings sind die Klaviergeschäfte hier vor Ort i. d. R. nur auf eine der Marken spezialisiert. Im Fernduell wäre mir der Unterschied bislang nicht den beinahe doppelten Preis wert.

@fisherman
Mit den Kindern ist es so eine Sache. Sie meinen ja nichts böse, allerdings "vereinnahmen" sie aktuell gerne noch jegliches Mobiliar. Die laufen durch die Gegend und meinen dann: das hier ist genau der richtige Platz für mein Spielzeug ;) die Vitrinen haben sie bereits zu respektieren gelernt, das wird beim Klavier sicher auch so werden.

@Tastenenthusiast_Chris
Der Pulververgleich trifft es aus meiner Sicht genau den Punkt.

Noch ist nichts entschieden, den Gedankenanstoß zur Wertigkeit eines täglichen Glücksspenders nehme ich dennoch mit ;)
 
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den Gedankenanstoß zur Wertigkeit eines täglichen Glücksspenders nehme ich dennoch mit
DAS ist auch der entscheidende Punkt: Solange Du Dich am Klavier erfreust und nicht haderst, kannst Du im Prinzip alles kaufen!
 
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"Langfristig soll es ein Flügel werden"..., dann würde ich den Mietkauf eines Pianinos in Betracht ziehen.
 
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  • Bechstein A 114 Vario (Baujahr 2021, 22.000 €): Dies ist das Modell, was mir vor Ort am besten gefallen hat. Trotz der geringen Größe ein erstaunlich voluminöser Klang. Es wird offenbar in Anlehnung an den Neupreis (28.000 €) verkauft, im nachgereichten Angebot reduziert sich allerdings die branchenübliche Garantiezeit für Klavier und Elektronik aufgrund des gebrauchten Zustandes deutlich – das ist für mich sehr irritierend. Ich finde es auch ziemlich viel Geld für das kleinste Modell in der geringsten Stufe der „Bechstein“-Reihe, ich meine auch betitelt als „Einstieg in die Premiumklasse“. Damit man auch immer wieder daran erinnert wird, "nur" Academy gekauft zu haben, ist der Herstellerschriftzug silber und nicht golden. Auch mit „Investment-Zertifikat“ sehe ich bei eventuellem Wiederverkauf erst einmal große Schwierigkeiten 1. einen geeigneten Käufer zu finden und 2. einen dem Kaufpreis angemessenen Wiederverkaufswert zu erzielen. Verkaufswillige Bechsteinbesitzer auf E-Bay scheinen wie die Marke selbst mit Ihren Vorstellungen ein wenig realitätsfremd zu sein.
Alter Verwalter! Ein Bechstein A124 (das ich von Sound und Spielbarkeit sehr gut fand) kostete um 2010 herum neu 11000 Euro. Und jetzt wollen die für ein 114er 28000 Tacken haben?
Wahnsinn!
 
  • #10
Alter Verwalter! Ein Bechstein A124 (das ich von Sound und Spielbarkeit sehr gut fand) kostete um 2010 herum neu 11000 Euro. Und jetzt wollen die für ein 114er 28000 Tacken haben?
Wahnsinn!
Ja, es ist unfassbar... . Ich hab noch 2017 ein Förster 125G neu für "nur" ca. 15000 Euro kaufen können. Und jetzt kostet das ... ca. 25000 Euro:angst:...
 
  • #11
Ich finde das beeindruckend, wie du an die Sache herangehst, dein absolut rationaler Zugang ist mir als impulsiven Menschen bei Kaufentscheidungen eher fremd …

Dein pragmatischer Zugang ist jener eines Erwerbsmusikers, nicht eines Enthusiasten. Ist bei meinen Fotografen-Kollegen ähnlich, die wissen manchmal gar nicht womit und warum sie ausgerechnet mit einem bestimmten System arbeiten.

Und dein Klavierlehrer ist grundsätzlich im Recht wenn er meint, dass man auf allem, was Tasten habe, spielen können müsse. Ist beim Reiten auch so, man muss mit vielen Tieren lernen, um ein guter Reiter zu werden.


Den besseren Tastenbelag gibt es meines Wissens nur an den höherwertigen Instrumenten — oder auf historischen in Form von Elfenbein. Bei Yamahas Pianinos sind das nur zwei, das YUS5 und das SU7. Interessanterweise findet meine Gattin den Tastenbelag der preiswerten Digitalpianos Roland FP-90X und RD-2000EX auch ganz angenehm.


Unser YUS5 ist schon recht laut, wenn man es "voll spielt". In einer durchschnittlichen Mietwohnung mit schwierigen Nachbarn kann das wirklich ein großes Problem sein, wenn man mehr spielt. Sein Recht einfach durchzusetzen, das kann sich rächen.

Hast du dir schon ein genaueres Bild der Silent-Systeme gemacht? Auch wenn du die Kopfhörer nicht magst, da gibt es Unterschiede in Klangerlebnis, Spielbarkeit und Tragekomfort, und am Ende bleibt nicht viel übrig was man haben will. Unsere beiden Töchter, die bei ihren inzwischen seltenen Besuchen gerne "unbeobachtet" am Klavier spielen, finden den Klang des binauralen Yamaha-Systems ausgesprochen gut, meine Frau ist auch dieser Meinung, auch wenn sie es wenig nutzt.

Das "leise Spielen" mit Monitoren bzw. Stereoanlage oder diesen Resonanzbodensystemen ist zwar möglich, bleibt aber natürlich weit hinter dem Erlebnis in der "richtigen" Lautstärke zurück. Ohne Krach gibt's halt keine Dynamik, keine Explosivität, es klingt immer irgendwie schlapp. — Fürs Üben muss das aber nicht relevant sein und bei manchen Musikstücken oder anderen Klängen wie E-Piano ist diese Sanftheit sogar recht passend.


Die Idee mit dem Mietkauf ist vielleicht auch nicht verkehrt.

Auch wir haben das YUS5 TA3 eine zeitlang gemietet, bevor wir den Kauf fixiert haben. Ohne jemals zuvor ein akustisches Instrument im Haus gehabt zu haben war uns so eine Investition in eine "Immobilie" zu heikel, wir waren zu unsicher, das Klavierspiel meiner Gattin noch zu "ungelenk", um wirklich qualifizierte Eindrücke zu gewinnen. Hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst, die Finger sind für den Heimbedarf passabel "entrostet" und das — etwas vage — Bauchgefühl zu Klang und Klanggewalt des Instruments im Wohnzimmer hat sich als recht passend herausgestellt.

Für den Fall, dass du in einigen Jahren das Klavier gegen einen Flügel eingetauscht haben willst, wird dir dieses jeder Klavierhändler gerne anrechnen, wenn es ein gutes und gepflegtes Instrument mit Silent-System ist. Sicher gibt es einen Abschlag, aber man lebt nur einmal.
 
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  • #12
@Marlene
Danke für den Input. Darüber habe ich tatsächlich auch bereits nachgedacht und wollte es bei der der Vertragsgestaltung thematisieren - quasi ein Angebot fur Direkt- und ein Angebot für Mietkauf geben lassen.

So wie ich es verstanden habe wird üblicherweise ein Jahr der Miete rückwirkend angerechnet. Das muss ich dann in Abhängigkeit der angebotenen Konditionen durchrechnen, inwiefern das sinnig ist.

@hasenbein
Wow, also für 11k +- neu würde ich es nehmen heutzutage :blöd: Privatverkäufer auf E-Bay setzen aus diesen Baujahren nicht selten ihren Einkaufspreis an. Ich behaupte allerdings die bleiben drauf sitzen.

@Austro-Diesel
Danke für deine Beiträge :) Sobald es Richtung Silent geht, bleibt ja im Wesentlichen leider nur Yamaha und Kawai übrig. Das Vario-System von Bechstein ist inzwischen i. O., verliert aus meiner Sicht allerdings den direkten Vergleich zur direkten Konkurrenz. Zwischen Kawai und Yamaha gibt es Unterschiede in der Messung - soweit ich es verstanden habe, misst Kawai die Hammerbewegung, Yamaha die Tastenbewegung - das hat dann jeweils Vor- und Nachteile. Auch zwischen Aures 2 und TA3 gibt es Unterschiede in der Anwendung und Platzierung der Transducer. Ich habe darüber gelesen, bin allerdings sicherlich der Falsche, um das hier zusammenzufassen.

Zum Klang selbst der Silentsysteme - ich kann hier nur für mich sprechen, allerdings hat sich da für mich klanglich nicht viel gegenüber meinem ehemaligen Yamaha-Digi getan. Letzteres überzeugt mich noch heute, kann allerdings auch eine Art gewöhningseffekt sein. Vario/Adsilent/Korg finde ich klanglich persönlich sogar weit schlechter.

Bzgl. nachträglichem Einbau versichern mir die Klavierbauer vor Ort regelmäßig, dass auch bei Nachrüstung kein Unterschied bei fachmännischer Ausführung zu befürchten sei. Ich gebe allerdings zu nicht so ganz überzeugt zu sein - bei den Instrumenten, bei denen es eingebaut war, war der Unterschied in der Silentspielweise jeweils deutlicher zu spüren, als bei Yamaha/Kawai/Bechstein ;) Wenn Silent, dann für mich bitte ab Werk.

Zum Wiederverkauf - bisschen Verlust ist in Ordnung für mich, na klar.

Wie eingangs erwähnt - ohne Nachbarn würde ich aktuell wohl das Sauter 122 kaufen. Hier gibt es einen Laden, der hat wirklich viele tolle, aufbereitete Instrumente - da gefällt mir echt viel und die Preise sind fair. Ich denke für mein Seelen- und Nachbarschaftsheil sowie für den ggf. relevanten Wiederverkauf ist es jedoch vernünftig mit einem Silent-System ins Rennen zu gehen. Ich nerve letztlich ja nicht nur mit dem Klavier, sondern hier rennen eben halt auch noch kleine Menschlein herum - unbezähmbar und wild :-D

Es entscheidet sich demnach höchstwahrscheinlich zwischen Yamaha und Kawai - quasi wie bei allen anderen Suchen auch ;) sind aber auch tolle Klaviere, ohne Zweifel und sie vereinen einfach alles, was man sich so als Familie im Mietverhältnus wünscht. Das ich mit Aures/TA3 auf Kopfhörer verzichten und einfach leise stellen könnte, überzeugt mich auch.
 
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  • #13
Mich würde ja interessieren:

Ich kann mir vorstellen, dass viele vor einer ähnlichen Entscheidung standen - Kawai X00/Yamaha U/YUS/Hoffmann/Gebraucht mit Silent/whatever. Das sind doch sicherlich Klaviere, die viele zu Hause herumstehen haben.

Wie habt ihr euch entschieden, was hat den Ausschlag gegeben und vor allem: seid ihr glücklich damit geworden?
 
  • #14
Mich würde ja interessieren:

Ich kann mir vorstellen, dass viele vor einer ähnlichen Entscheidung standen - Kawai X00/Yamaha U/YUS/Hoffmann/Gebraucht mit Silent/whatever. Das sind doch sicherlich Klaviere, die viele zu Hause herumstehen haben.

Wie habt ihr euch entschieden, was hat den Ausschlag gegeben und vor allem: seid ihr glücklich damit geworden?
Ich bin immer noch sehr zufrieden mit meinem U1 SH2. In der Wohnung mit Nachbarn rundum erfüllt es bestens seinen Zweck. Hier (anklicken) nachzulesen.
 
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  • #15

Ende gut, alles gut. Happy wife, happy life …
 
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  • #16
Mich würde ja interessieren:

Ich kann mir vorstellen, dass viele vor einer ähnlichen Entscheidung standen - Kawai X00/Yamaha U/YUS/Hoffmann/Gebraucht mit Silent/whatever. Das sind doch sicherlich Klaviere, die viele zu Hause herumstehen haben.

Wie habt ihr euch entschieden, was hat den Ausschlag gegeben und vor allem: seid ihr glücklich damit geworden?
Ich hatte mich für das Kawai K300 ATX4 entschieden und bin sehr glücklich damit.
Auch das Silent nutze ich regelmäßig da die Zeit zum üben überwiegend Abends wegen der Kinder ansteht.
 
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  • #17
Kawai Master Series: Kawai bemüht sich hier, sicherlich in Anlehnung an die YUS-Reihe von Yamaha, ebenfalls um eine Premium-Serie. Seit 2026 gibt es die ersten anspielbereiten Modelle, jedoch habe ich hier noch keines finden können. Ich hätte es gern mal probiert, würde mich aber wahrscheinlich ohnehin für ein anderes Modell entschieden.
Mach das mal wenn möglich, sind tolle Instrumente. Ich habe Anfang des Jahres nach dem Kauf eines K-400 mit Aures2 nochmal ein kleines "Upgrade" auf das MS-134 gemacht. :001: Hier ein relativ neues Video zu der Master Series:

Kawai K-300: Erscheint mir gegenwärtig die vernünftigste Entscheidung zu sein und ist für mich klarer Preis/Leistungs-Sieger. Klang und Spielgefühl sind top, bei Bedarf auch leise ohne Kopfhörer spielbar, bester Markt für den privaten Wiederverkauf und ich breche auch nicht sofort in Tränen aus, sollten die Kids mal einen Kratzer zu verantworten haben. Das Aures2-System war für mich insgesamt sehr stimmig, jedoch nervt mich die Notwendigkeit der App. Yamaha macht das für mich etwas besser, allerdings ist mir das nicht den Aufpreis von mindestens 5.000 Euro wert.
Schau dir unbedingt auch das K-400 an, das bietet Kawai seit kurzer Zeit auch in Deutschland an. ATX4 oder Aures2 gibt es beides auf Nachfrage. Selbe Höhe wie das K-300 aber "Made in Japan" und mit Notenablage ähnlich wie bei einem Flügel. Review:
 
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