Klaviersaiten begradigen

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Timbre

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Hallo zusammen,

ich richte mich insbesondere an die Klavierbauer unter euch. Weiß jemand wo ich in Deutschland oder dem europäischen Ausland folgenden Artikel kaufen kann?


Es geht mir dabei nicht um den Röslau Klavierdraht, sondern um die Verpackung/Spule ("Coil with Brake").
Hintergrund: Ich möchte meinen Saitendraht gern für spezielle Einsatzzwecke begradigen. Die Saiten sollen als Resonanzsaiten für andere Musikinstrumente eingesetzt werden und müssen dafür gerade sein. Bislang habe ich das von einer Firma mit Drahtrichtemaschine machen lassen, was aber zugegebenermaßen mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist. Bin nun auf dieses Video gestoßen und die Frau nutzt dafür das oben genannte Teil.



Drähte aus Federstahl oder Edelstahl, die man bereits begradigt kaufen kann, haben leider nicht die gewünschten Klangeigenschaften im Vergleich zum Röslau Saitendraht.

Ich weiß die Anfrage ist etwas speziell, aber evtl. weiß einer der hier mitlesenden Klavierbauer wo ich solche Spulen herbekomme...

Danke vorab + viele Grüße
 

Hallo zusammen,

ich richte mich insbesondere an die Klavierbauer unter euch. Weiß jemand wo ich in Deutschland oder dem europäischen Ausland folgenden Artikel kaufen kann?


Es geht mir dabei nicht um den Röslau Klavierdraht, sondern um die Verpackung/Spule ("Coil with Brake").
Hintergrund: Ich möchte meinen Saitendraht gern für spezielle Einsatzzwecke begradigen. Die Saiten sollen als Resonanzsaiten für andere Musikinstrumente eingesetzt werden und müssen dafür gerade sein. Bislang habe ich das von einer Firma mit Drahtrichtemaschine machen lassen, was aber zugegebenermaßen mit Kanonen auf Spatzen geschossen ist. Bin nun auf dieses Video gestoßen und die Frau nutzt dafür das oben genannte Teil.



Drähte aus Federstahl oder Edelstahl, die man bereits begradigt kaufen kann, haben leider nicht die gewünschten Klangeigenschaften im Vergleich zum Röslau Saitendraht.

Ich weiß die Anfrage ist etwas speziell, aber evtl. weiß einer der hier mitlesenden Klavierbauer wo ich solche Spulen herbekomme...

Danke vorab + viele Grüße

Die Saite gerade strecken und einmal durchglühen - dann bleibt sie gerade. :rauchen:
 
Das dauert zwar eine ganze Weile, aber notfalls kann man den Draht auf die entsprechende Länge + 10cm schneiden, und ihn mit einem Gewicht unten dran aufhängen. Nach einer weile isser dann im Mittelstück (Zwischen Aufhängung und Gewicht) gerade.

Ich verstehe aber nicht so ganz, warum das sein muss ... auch Resonanzsiten brauchen Spannung, um resonieren zu können und das oben genannte Gewicht tut nichts anderes, als Spannung auf den Draht zu geben.
Das kann meist auch am Instrument passieren aber ich weiß natürlich nicht, um was für ein Instrument es sich hier handelt. Vielleicht geht das bei diesem gerade nicht.
 

So etwas selber zu bauen wäre ja auch kein Hexenwerk, wenn man Draht nicht kaufen will.
 
Das dauert zwar eine ganze Weile, aber notfalls kann man den Draht auf die entsprechende Länge + 10cm schneiden, und ihn mit einem Gewicht unten dran aufhängen. Nach einer weile isser dann im Mittelstück (Zwischen Aufhängung und Gewicht) gerade.

Ich verstehe aber nicht so ganz, warum das sein muss ... auch Resonanzsiten brauchen Spannung, um resonieren zu können und das oben genannte Gewicht tut nichts anderes, als Spannung auf den Draht zu geben.
Das kann meist auch am Instrument passieren aber ich weiß natürlich nicht, um was für ein Instrument es sich hier handelt. Vielleicht geht das bei diesem gerade nicht.
Das mit dem Spannen klappt in meinem Fall nicht. Es handelt sich um 1 mm Draht von Röslau, der bleibt leider krumm, was ja auch irgendwie für ihn spricht.

Es gibt verschiedene "Konzepte" für den Einsatz von Resonanzsaiten. Sie müssen nicht zwangsläufig gespannt bzw. beidseitig eingespannt sein. In meinem Fall sind die Saiten nur einseitig eingespannt und hängen am anderen Ende frei. Es ist schwer vorstellbar, aber solche Saiten können erhebliche Obertöne und Klangfarben erzeugen. Die Abstimmung erfolgt dann über Länge und Durchmesser. Folgendes Buch dazu kann ich empfehlen:


Warum bestellst du ihn nicht einfach beim verlinkten Händler?

Der Versand nach Deutschland kostet 35€ und der Draht, den ich nicht benötige weil ich ihn schon habe, kostet noch mal 30€.

So etwas selber zu bauen wäre ja auch kein Hexenwerk, wenn man Draht nicht kaufen will.

Ja, sicherlich. Aber hätte ja auch sein können dass es die Teile bei Piano Meyer für 10€ zu kaufen gibt.
 
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... für die Obertöne... Du machst schon abgefahrene Sachen! Chapeau!
 
Da muss ich mich @fisherman anschließen.
Das klingt abgefahren ... genau wie die Glasinstrumente.

Bei "Gewicht" dachte ich eher an 5Kg, als an 50g (das reicht gerade so bei Gitarrenseaiten aus Nylon). und mit "eine ganze Weile" waren Wochen oder Monate gemeint.

Aber nun verstehe ich auch, warum das perfekt gerade sein muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Bei "Gewicht" dachte ich eher an 5Kg, als an 50g
Selbst Klaviersaiten die Jahrzehnte gespannt waren, haben immer noch die ursprüngliche Biegung (vielleicht nicht mehr so stark) von der Rolle.
Gerade ist da nichts.
 
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  • #11
Das wusste ich nicht ... ich habe noch nie eine ausgebaute Klaviersaite gesehen. Immer nur im Instrument.
 
  • #12
Der Physiker in mir sagt, dass da etwas nicht stimmen kann. Damit eine Saite mit einer hörbaren Frequenz klingt, muss sie gespannt sein. Ich denke da zB an die Aliquotsaiten von Blüthner oder an eine Duplexskala.

Nicht eingespanntes Metall, das klingt, ist zB Triangel und Glocke, aber dafür ist eine Saite nicht geeignet.
 
  • #14
Der Physiker in mir sagt, dass da etwas nicht stimmen kann. Damit eine Saite mit einer hörbaren Frequenz klingt, muss sie gespannt sein. Ich denke da zB an die Aliquotsaiten von Blüthner oder an eine Duplexskala.

Nicht eingespanntes Metall, das klingt, ist zB Triangel und Glocke, aber dafür ist eine Saite nicht geeignet.

Im Clip hört sind die Obertöne hörbar und im Bild sieht man die Anordnung der Resonanzsaiten.
 

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  • #15
  • #16
Damit eine Saite mit einer hörbaren Frequenz klingt, muss sie gespannt sein.
Das gilt für Saiten, deren Grundfrequenz hörbar sein soll.
Dafür muss man sie eben auf eine Frequenz oberhalb von ca. 20hz bringen.

Allerdings eignet sich für den Abgriff von Obertönen auch Frequenzen unterhalb des menschlichen Hörbereichs. Eine Grundschwingung von 10hz hört niemand ... aber die Quinte aus entsprechendem Obertonspektrum (bei 30hz), oder die Oktav (bei 20 bzw. 40hz) kann man schon hören.

Einen Vergleich ohne Resonanzsaiten fände ich allerdings auch interessant.
 
  • #17
Leicht Off topic aber zum Thema Obertöne: Ich meine, mal gelesen zu haben, dass die Martinshörner an Krankenwagen gar nicht in der Lage seien, die Töne die man hört in dieser Lautstärke zu erzeugen. Der Trick ist, dass nur die Obertöne erzeugt werden und das menschliche Gehirn den Grundton selbst dazu addiert weil's fürs Gehirn die Obertöne alleine gar nicht "geben darf".
(Ich will den Faden hier aber nicht in eine andere Richtung ziehen );-)
 
  • #18
Der "Schimmer" / hohe Nachhall wird durch die Resonanzsaiten bzw. deren Interaktion mit dem restlichen Instrument erzeugt. Mit einem direkten Vergleichsvideo kann ich leider nicht dienen.
 
  • #19
Leicht Off topic aber zum Thema Obertöne: Ich meine, mal gelesen zu haben, dass die Martinshörner an Krankenwagen gar nicht in der Lage seien, die Töne die man hört in dieser Lautstärke zu erzeugen. Der Trick ist, dass nur die Obertöne erzeugt werden und das menschliche Gehirn den Grundton selbst dazu addiert weil's fürs Gehirn die Obertöne alleine gar nicht "geben darf".
Wahrscheinlich verwechselst du da etwas. Es gibt tatsächlich sogenannte Differenztöne. Wenn man z.B. einen 200 Hz und einen 300 Hz Ton erzeugt, dann ist auch ein 100 Hz Ton als Differenzton hörbar, obwohl der gar nicht erzeugt wurde. Aber so weit ich weiß, hat das nichts mit Martinhörnern zu tun.

Diesen Effekt gibt es auch beim Klavier. Die tiefste Taste hat 27,5 Hz. So tief schwingt ein Resonanzboden aber eigentlich gar nicht. D.h. der Grundton vom Subkontra A wird gar nicht vom Resonanzboden abgestrahlt. Trotzdem hört man es, weil die Teiltöne ja immer ein ganzzahliges Vielfaches des Grundtons sind. Also ist zwischen jedem Teilton und seinem nächsthöheren Teilton immer als Differenz der Grundton zu hören. Am Beispiel vom Subkontra A: Grundton 27,5 HZ, zweiter Teilton 55 Hz, dritter Teilton 82,5 Hz usw. Die Differenz ist immer 27,5 Hz (also Subkontra A, mit dem der Resonanzboden überfordert ist).
 

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