Klavierkauf - wie bringe ich es den Nachbarn am besten bei?

  • Ersteller Ersteller Monsieur_Barso
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  • #21
Ich möchte noch ergänzen, dass die subjektive Wahrnehmung von Geräuschen bzw. Lärm auch etwas damit zu tun hat, von wem der Lärm ausgeht. Wir Musiker sind doch wahrscheinlich alle sensible Hörer und brauchen auch unsere Ruhe- und Entspannungsphasen (zumindest ist das bei mir so). In dieser Zeit singende Vögel zu hören trägt zur Entspannung bei, während eine Schlagbohrmaschine es eher nicht tut. Wenn man aber den Menschen an der Schlagbohrmaschine kennt und sein Anliegen versteht, ist man toleranter, weil man mit dem Lärm keine demütigende Rücksichtslosigkeit assoziiert.

Man kann also den Nachbarn auch mal fragen, ob er ein Lieblingslied hat - das spielt man dann zur Eröffnung der Spielphasen. Könnte ein Signal sein, das die Sympathie erhöht.
 
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  • #22
Ein Streit mit Nachbarn ist nicht zu unterschätzen. Aber heutzutage sollte ein Klavier in einer Mietwohnung doch kein Problem mehr sein. Wenn es kein Digitalpiano sein soll, was ich verstehe, gibt es doch mittlerweile gute Silent-Systeme zu Nachrüsten. Beim Lautspielen dann einfach Stücke auswählen, die auch dem Nachbarn gefallen.
 
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  • #24
Man kann also den Nachbarn auch mal fragen, ob er ein Lieblingslied hat - das spielt man dann zur Eröffnung der Spielphasen. Könnte ein Signal sein, das die Sympathie erhöht.
Da muss ich direkt an den alten Gag von Dr. Ring Ding (deutsche Reggae Legende) denken:

„Meine Nachbarn hören jeden Tag laute Ska Musik. Egal, ob sie wollen oder nicht.“ 😁
 
  • #25
Ein Streit mit Nachbarn ist nicht zu unterschätzen. Aber heutzutage sollte ein Klavier in einer Mietwohnung doch kein Problem mehr sein. Wenn es kein Digitalpiano sein soll, was ich verstehe, gibt es doch mittlerweile gute Silent-Systeme zu Nachrüsten. Beim Lautspielen dann einfach Stücke auswählen, die auch dem Nachbarn gefallen.
Fürs leise spielen würde ich weiterhin das Avantgrand benutzen, zum Üben übrigens auch.

Das akustische Klavier würde nur zum Spielen fertiger Stücke dienen. Hoffentlich auch noch mal ein Punkt, der Nachbarn milder stimmt.
 
  • #27
Ich habe auch lange Zeit damit gehadert, ein akustisches Klavier zu kaufen - primär wegen der Nachbarn. Wir leben im Erdgeschoss und haben über uns und neben uns eine Partei. Eigentlich ideal, leider ist die Wohnung sehr hellhörig und wir hatten auch schon mal die Polizei da, weil ich mit einem Freund nach 22:00 noch Musik gehört habe - es war kurz nach dem umzug, es standen wenig Möbel in der Wohnung und wir waren uns der Hellhörigkeit nicht bewusst (in meiner alten Wohnung war das nie ein problem, auch bis spät in die Nacht nicht). Die netten Beamtinnen sind dann ungläubig in eine todstille Wohnungsiedlung gefahren und nach einer halben Minuten Klärung wieder auf die Wache zurück. Ich war zugegeben etwas aus den Wolken gefallen - Ob bei solchen Leuten ein akkustisches Klavier möglich ist...?

Seit einem eindringlich mahnenden Gespräch, man möge doch bitte keine Einsatzkräfte für so einen Quatsch missbrauchen (man hätte ja schnell klingeln können und wir hätten uns das mal angehört bzw. die Musik abgestellt - das thema wäre in wenigen minuten erledigt gewesen), hatten wir jedoch ein paar Jahre keine Probleme mehr. Es waren zu dem Zeitpunkt recht frisch gebackene Eltern, ich schätze, dass die einfach überfordert waren. Und deswegen habe ich die Gelegenheit letztes Jahr beim Schopf gepackt und ein schönes Klavier gekauft.

Und das war musikalisch gesehen die beste Entscheidung! Die Unterschiede sind immer noch dermaßen groß dass ich schon nach kurzer Zeit nicht mehr zurück aufs Digi/Stage wollte - lieber eine halbe Stunde auf dem Klavier mit richtiger Mechanik, echtem Klang und tollem Spielgefühl, als mehrere Stunden auf dem Plastikklavier. Für monotones Üben schwieriger Stelle nehme ich meist den Moderator - ein Kompromis für meine eigenen Ohren, denn auch diese Stellen sollten (erst recht) an einem guten Instrument geübt werden.

Was die Nachbarn betrifft: ich habe nach Lieferung bei den betreffenden Parteien geklingelt und meine Telefonnummer hinterlassen mit der Aussage: "ich habe ein akustisches Klavier, ihr werdet es hören, gebt mir Bescheid wenn es Probleme gibt". Dann habe ich mich noch nach den Bettgehzeiten der Kinder informiert und gesagt, ich versuche darauf zu achten. Außerdem schaue ich penibel auf die Ruhezeiten, dann kann uns keiner was - insgesamt bewegen sich nun die Spielzeiten bei mir zwischen 10:00 und 20:00, mit Mittagsruhe zwischen 12-15:00. Bisher hat sich keiner beschwert und ich bin dankbar dafür.

Lass dich also nicht unterkriegen - mach deine Rechte zur Not klar, aber sei Kompromisbereit. Eventuell lässt sich auch mit akkustikschaumstoff und ein paar Gummimatten der Klang zum Nachbarn hin dämpfen, wenn es gar nicht anders geht.
 
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  • #28
Die nächste Zeit auf dem Hybrid sehr laut spielen und abwarten welche Reaktionen von den Nachbarn kommen.
Dann fällt die Entscheidung leichter .
 
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  • #29
Da muss ich direkt an den alten Gag von Dr. Ring Ding (deutsche Reggae Legende) denken:

„Meine Nachbarn hören jeden Tag laute Ska Musik. Egal, ob sie wollen oder nicht.“ 😁
War wohl wirklich nur ein Gag. Bis vor 2 Jahren war Dr. Ring Ding mein direkter Nachbar. Der ist akustisch wirklich stubenrein.
 
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  • #30
Die nächste Zeit auf dem Hybrid sehr laut spielen und abwarten welche Reaktionen von den Nachbarn kommen.
Dann fällt die Entscheidung leichter .
Hatte ich auch schon so ähnlich überlegt, aber ich zögere noch etwas. Wohl mit der Befürchtung, dass ich dadurch meinen Traum nicht platzen sehen wil, bei negativen Reaktionen.
 
  • #31
War wohl wirklich nur ein Gag. Bis vor 2 Jahren war Dr. Ring Ding mein direkter Nachbar. Der ist akustisch wirklich stubenrein.
Ach witzig.
Aber das habe ich mir schon gedacht.

So wie ich noch nie eine Taube hab zum Scheißen nach Dortmund fliegen sehen, weil es in Münster zu langweilig ist. 😁
 
  • #32
Noch mal eine Frage zum Instrument selber bzw. dessen Lautstärke:

Ich war bereits bei einigen Händlern, um Klaviere anzuspielen. Meine Frage, ob ein größeres Klavier auch automatisch lauter wäre als ein kleineres, wurde meist ähnlich beantwortet. Es hieß, die Lautstärkeunterschiede seien nur marginal. Ein größerer Korpus würde vielmehr den Bass, die Dynamik und den Klang an sich verbessern.

Da würde mich die Fachexpertise der hier mitlesenden Klavierbauer sehr interessieren. Die letztgenannten Argumente kann ich ja durchaus nachvollziehen. Aber ist es wirklich so, dass der Lautstärkeunterschied zwischen einem Klavier mit 100 cm Höhe und einem mit 130 cm wirklich nur minimal ist?

Oder ist es eher so, dass Händler tendenziell versuchen, das größere, weil teurere Instrument zu verkaufen?
 
  • #33
Es kann sogar sein, dass ein kleines Klavier lauter ist als ein großes.
 
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  • #35
Aber ist es wirklich so, dass der Lautstärkeunterschied zwischen einem Klavier mit 100 cm Höhe und einem mit 130 cm wirklich nur minimal ist?

Oder ist es eher so, dass Händler tendenziell versuchen, das größere, weil teurere Instrument zu verkaufen?
Das kannst Du doch selber feststellen ob ein Klavier lauter ist .
 
  • #36
Ich hatte damals im Studentenwohnheim ein mittelgroßes Hellas-Klavier stehen; Beschwerden gab es nie, wobei Studierende zumindest damals auch sehr tolerant waren. Das Haus war jedenfalls nicht besonders gedämmt, weder mit Trittschallkram noch sonstwie. Danach zog ich in ein Mehrfamilienhaus und hatte das Klavier an der Innenwand stehen, dahinter eine dünne Matratze. Auf dem Boden nix weiter als der in der Wohnung befindliche Teppichboden. Man hörte es wohl auch irgendwo im Haus, aber Klagen gab es nie. Nur einmal fragte eine Nachbarin, ob ich nicht mehr spielen könne, sie könne dabei so gut entspannen.

Ob und wie störend das Instrument empfunden wird, ist wirklich schwierig vorherzusagen. Auch, ob es die von Dir befürchteten negativen Reaktionen geben wird.
Wohl mit der Befürchtung, dass ich dadurch meinen Traum nicht platzen sehen wil, bei negativen Reaktionen.
Als Alternative zum Test mit höherer Lautstärke des vorhandenen Instruments bleibt Dir, wenn Du nicht kaufen und wieder verkaufen willst, entweder ein Instrument zur Miete (mit möglichst kurzer Mindestmietdauer) oder Du gibt ein bisserl Geld aus für Transport und Stimmung und fragst, ob Du beim Klavierhändler Deines Vertrauens ein Instrument mal leihweise haben kannst (das Du dann entweder behältst oder zurückgibst - keine Ahnung, ob Händler sowas mitmachen.)
 
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  • #37
Ich hatte damals im Studentenwohnheim ein mittelgroßes Hellas-Klavier stehen; Beschwerden gab es nie, wobei Studierende zumindest damals auch sehr tolerant waren. Das Haus war jedenfalls nicht besonders gedämmt, weder mit Trittschallkram noch sonstwie. Danach zog ich in ein Mehrfamilienhaus und hatte das Klavier an der Innenwand stehen, dahinter eine dünne Matratze. Auf dem Boden nix weiter als der in der Wohnung befindliche Teppichboden. Man hörte es wohl auch irgendwo im Haus, aber Klagen gab es nie. Nur einmal fragte eine Nachbarin, ob ich nicht mehr spielen könne, sie könne dabei so gut entspannen.

Ob und wie störend das Instrument empfunden wird, ist wirklich schwierig vorherzusagen. Auch, ob es die von Dir befürchteten negativen Reaktionen geben wird.

Als Alternative zum Test mit höherer Lautstärke des vorhandenen Instruments bleibt Dir, wenn Du nicht kaufen und wieder verkaufen willst, entweder ein Instrument zur Miete (mit möglichst kurzer Mindestmietdauer) oder Du gibt ein bisserl Geld aus für Transport und Stimmung und fragst, ob Du beim Klavierhändler Deines Vertrauens ein Instrument mal leihweise haben kannst (das Du dann entweder behältst oder zurückgibst - keine Ahnung, ob Händler sowas mitmachen.)
Danke für die Erfahrungen und Tipps.

Ich denke, mit einem guten Gebrauchten werde ich sehr gut leben können. Die haben mich bislang vom Preis-Leistungs-Verhältnis mehr überzeugt als die fabrikneuen.
Da wäre der finanzielle Verlust nicht ganz so groß beim Wiederverkauf.

Ich bin allerdings erst mal vorsichtig optimistisch, was meine Nachbarn betrifft. Der Test mit der hohen Lautstärke beim Hybridpiano wäre auch deswegen etwas verzerrt, weil dieses bei mir im Wohnzimmer in der Nähe zum Balkon (bzw. zur Mini-Loggia) steht und tagsüber wahrscheinlich anders "nerven" würde, als ein lautes Klavier im Schlafzimmer, wo man sich in der Regel tagsüber eher weniger aufhält. Wie gesagt, die Wohnungen sind alle baugleich.
 
  • #39
Prinzipiell ja. Mir ging es eher um die Physik hinter den Aussagen.
Ich GLSAUBE nicht, dass ein kleines Klavier IM PHYSIKALISCHEN Sinn lauter sein wird, sehr wohl aber in der subjektivebn Wahrnehmung (wg. größerer Inharmonizität)
 
  • #40
Danke für die Erfahrungen und Tipps.

Ich denke, mit einem guten Gebrauchten werde ich sehr gut leben können. Die haben mich bislang vom Preis-Leistungs-Verhältnis mehr überzeugt als die fabrikneuen.
Da wäre der finanzielle Verlust nicht ganz so groß beim Wiederverkauf.

Ich bin allerdings erst mal vorsichtig optimistisch, was meine Nachbarn betrifft. Der Test mit der hohen Lautstärke beim Hybridpiano wäre auch deswegen etwas verzerrt, weil dieses bei mir im Wohnzimmer in der Nähe zum Balkon (bzw. zur Mini-Loggia) steht und tagsüber wahrscheinlich anders "nerven" würde, als ein lautes Klavier im Schlafzimmer, wo man sich in der Regel tagsüber eher weniger aufhält. Wie gesagt, die Wohnungen sind alle baugleich.

Dann würde ich erst das Hybrid ins Schlafzimmer stellen und dort testen.
Einfach, billig praktisch gut alle Fragen klären sich dann von selbst .
 
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