Monsieur_Barso
- Registriert
- 14.06.2020
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Liebe Clavio-Gemeinde,
zu meinem Anliegen gibt es bereits den einen oder anderen Beitrag, aber jede Situation ist dann doch individuell. So auch die meinige.
Ich möchte einen meiner Lebensträume erfüllen und mir ein akustisches Klavier anschaffen. Es stimmen nun die finanziellen und prinzipiell jetzt auch die wohnlichen Verhältnisse. Dazu später mehr.
Zunächst noch kurz ein wenig zu meinem persönlichen Hintergrund, zwecks besserer Einordnung.
Klavier spiele ich seit knapp zehn Jahren, mit anhaltender Begeisterung. Angefangen mit einem Clavinova, dann aufgerüstet auf ein Avantgrand Hybridpiano. Meine damalige und schlecht isolierte Dachgeschosswohnung hat einfach nichts Akustisches hergegeben. Und selbst mit dem Hybrid hatte ich aufgrund der Körperschallübertragung und schlechten Trittschallisolierung meiner Wohnung immer wieder Probleme mit dem Nachbarn unter mir (gibt da auch einen eigenen Thread zu).
Voriges Jahr habe ich endlich eine neue und in so vielen Punkten bessere Wohnung gefunden, in der ich nun seit einem Jahr wohne und mich richtig wohl fühle. Und in dieser möchte ich mir endlich den Traum vom eigenen akustischen Klavier erfüllen. Allerdings gibt es da ein, zwei kleine Haken, bei denen mich Eure Meinung interessieren würde.
Die Wohnung zählt zu einem modernen Mehrfamilienhaus aus dem Jahre 2001. Ich wohne in der 1. Etage, habe also Nachbarn über und unter mir. Die Wärme-Isolierung ist wirklich top: im Winter habe ich ohne Heizung teilweise immer noch 19 Grad und die ersten Sommertage waren auch noch angenehm kühl – im Gegensatz zu meiner Dachgeschosswohnung. Luftschallübertragungen gibt es auch so gut wie keine, sprich ich höre in der Regel nie irgendwelche Gespräche oder Ähnliches. Das Einzige, was mich tatsächlich etwas schockiert hat und gerade in den ersten Tagen leichte Schweißausbrüche verursachte, ist die Trittschallisolierung. Ich war wirklich der festen Annahme, dass diese bei einem Haus (Beton und Stahlbetonbauweise) aus dem Jahre 2001 auf einem super Level sein müsste. Stimmt leider nicht so ganz.
Wenn der Nachbar über mir, der offensichtlich zusätzlich Hackenläufer ist, durch die Wohnung läuft, höre ich das leider sehr deutlich. Zwar kein Vergleich zu meiner Dachgeschosswohnung (da hat man wirklich die Nachbarn husten und jedes Türschlagen gehört), aber doch erschreckend laut und dröhnend.
Mein Avantgrand steht in meiner neuen Wohnung auf einem Teppich und einer Korkmatte. Meine Befürchtung war natürlich anfangs die, dass mein Nachbar unter mir mich genauso hört bzw. meinen Körperschall vom Hypridspielen. Habe da mal ganz vorsichtig nachgefragt, aber er scheint diesbezüglich nichts wahrzunehmen. Oder es ist für ihn nicht so schlimm. Auch kamen noch keine Beschwerden, wenn ich mal ohne Kopfhörer spiele. Allerdings hörte der Nachbar unter mir meinen Luftbefeuchter, wenn dieser auf höchster Stufe arbeitet und direkt auf dem Parkett steht. Bzw. war es wohl vielmehr das Brummen. Ich habe Gott sei Dank eine Lösung gefunden.
So, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern: ich habe Angst, dass ein akustisches Klavier auf Dauer doch zu laut und für die Nachbarn störend sein könnte.
Mein Vermieter ist ein großes Unternehmen. In meinem Mietvertrag steht, dass Hausmusik nur in Zimmerlautstärke erlaubt bist. Hab mich da auch schon ein wenig in die Materie eingelesen und unterschiedliche Gerichtsurteile entdeckt.
Die Frage ist, wie ich bezüglich der Nachbarn am besten vorgehen sollte? Beide Nachbarn sind so weit ganz nett (der untere ist auch Fan desselben Fußballclubs) und man kann mit Ihnen reden bzw. über WhatsApp schreiben. Kann aber überhaupt nicht einschätzen, wie die auf das Thema akustisches Klavier reagieren würden.
Allerdings war ich bis jetzt auch immer sehr kulant, wenn der Nachbar über mir abends um 23 Uhr noch heftigst seine Möbel verrückte oder der Nachbar unter mir im Sommer mal auf seiner Geburtstagsparty seine Musik bis 3 Uhr nachts sehr wahrnehmbar laufen ließ.
Eine Bekannte von mir, die mit ihrem Klavier bereits dreimal umgezogen ist, ist da sehr rabiat und kompromisslos unterwegs. Ihrer Meinung nach habe sie ein Recht auf Klavierspielen und deswegen habe sie noch nie irgendwas mit ihren Nachbarn abgesprochen. Das ist mir aber zu radikal, weil ich keine schlechte Stimmung im Haus haben möchte, schon gar nicht bei meinem Vermieter.
Ich will aber auch nicht zu demütig sein und die Nachbarn um Erlaubnis bitten, denn das Recht auf Hausmusik habe ich ja. Ich bin also auf der Suche nach dem goldenen Mittelweg.
Das Klavier würde bei mir im Schlafzimmer stehen, die beiden Nachbarn haben aufgrund der Bauweise dort auch ihr Schlafzimmer. Der Nachbar über mir eventuell auch ein kleines Büro fürs HomeOffice. Höre den oft vormittags dort herumlaufen, wenn ich Urlaub habe oder krank bin.
Klar ist für mich, dass ich eh die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten, abends bis maximal 20:00 Uhr und pro Tag nicht länger als eine Stunde akustisch spielen werde, um die Akzeptanz nicht überzustrapazieren.
Ich hatte mir schon überlegt, dass ich vor dem potentiellen Klavierkauf mit beiden Nachbarn in Ruhe spreche, Ihnen von meinem Vorhaben erzähle und sie nach Zeiten frage, wo das für sie unangenehm oder störend wäre. Oder ist das schon zu unterwürfig?
Ich möchte auf der einen Seite das Thema vorsichtig und respektvoll angehen, auf der anderen Seite aber diesen Lebenstraum erfüllen, mir mein Recht auf Klavierspielen nicht nehmen lassen und auch mit gutem Gewissen spielen können.
Und bevor jemand auf eine ganz andere Idee kommt:
Ein erneuter Umzug kommt für mich erst mal nicht in Frage. Ich fühle mich dort sehr wohl und Kraft für eine erneute Tortur ist nicht vorhanden.
Ich bedanke mich erst mal für Eure Aufmerksamkeit und freue mich auf Rückmeldungen, eigene Erfahrungen, Tipps, etc.
zu meinem Anliegen gibt es bereits den einen oder anderen Beitrag, aber jede Situation ist dann doch individuell. So auch die meinige.
Ich möchte einen meiner Lebensträume erfüllen und mir ein akustisches Klavier anschaffen. Es stimmen nun die finanziellen und prinzipiell jetzt auch die wohnlichen Verhältnisse. Dazu später mehr.
Zunächst noch kurz ein wenig zu meinem persönlichen Hintergrund, zwecks besserer Einordnung.
Klavier spiele ich seit knapp zehn Jahren, mit anhaltender Begeisterung. Angefangen mit einem Clavinova, dann aufgerüstet auf ein Avantgrand Hybridpiano. Meine damalige und schlecht isolierte Dachgeschosswohnung hat einfach nichts Akustisches hergegeben. Und selbst mit dem Hybrid hatte ich aufgrund der Körperschallübertragung und schlechten Trittschallisolierung meiner Wohnung immer wieder Probleme mit dem Nachbarn unter mir (gibt da auch einen eigenen Thread zu).
Voriges Jahr habe ich endlich eine neue und in so vielen Punkten bessere Wohnung gefunden, in der ich nun seit einem Jahr wohne und mich richtig wohl fühle. Und in dieser möchte ich mir endlich den Traum vom eigenen akustischen Klavier erfüllen. Allerdings gibt es da ein, zwei kleine Haken, bei denen mich Eure Meinung interessieren würde.
Die Wohnung zählt zu einem modernen Mehrfamilienhaus aus dem Jahre 2001. Ich wohne in der 1. Etage, habe also Nachbarn über und unter mir. Die Wärme-Isolierung ist wirklich top: im Winter habe ich ohne Heizung teilweise immer noch 19 Grad und die ersten Sommertage waren auch noch angenehm kühl – im Gegensatz zu meiner Dachgeschosswohnung. Luftschallübertragungen gibt es auch so gut wie keine, sprich ich höre in der Regel nie irgendwelche Gespräche oder Ähnliches. Das Einzige, was mich tatsächlich etwas schockiert hat und gerade in den ersten Tagen leichte Schweißausbrüche verursachte, ist die Trittschallisolierung. Ich war wirklich der festen Annahme, dass diese bei einem Haus (Beton und Stahlbetonbauweise) aus dem Jahre 2001 auf einem super Level sein müsste. Stimmt leider nicht so ganz.
Wenn der Nachbar über mir, der offensichtlich zusätzlich Hackenläufer ist, durch die Wohnung läuft, höre ich das leider sehr deutlich. Zwar kein Vergleich zu meiner Dachgeschosswohnung (da hat man wirklich die Nachbarn husten und jedes Türschlagen gehört), aber doch erschreckend laut und dröhnend.
Mein Avantgrand steht in meiner neuen Wohnung auf einem Teppich und einer Korkmatte. Meine Befürchtung war natürlich anfangs die, dass mein Nachbar unter mir mich genauso hört bzw. meinen Körperschall vom Hypridspielen. Habe da mal ganz vorsichtig nachgefragt, aber er scheint diesbezüglich nichts wahrzunehmen. Oder es ist für ihn nicht so schlimm. Auch kamen noch keine Beschwerden, wenn ich mal ohne Kopfhörer spiele. Allerdings hörte der Nachbar unter mir meinen Luftbefeuchter, wenn dieser auf höchster Stufe arbeitet und direkt auf dem Parkett steht. Bzw. war es wohl vielmehr das Brummen. Ich habe Gott sei Dank eine Lösung gefunden.
So, und jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern: ich habe Angst, dass ein akustisches Klavier auf Dauer doch zu laut und für die Nachbarn störend sein könnte.
Mein Vermieter ist ein großes Unternehmen. In meinem Mietvertrag steht, dass Hausmusik nur in Zimmerlautstärke erlaubt bist. Hab mich da auch schon ein wenig in die Materie eingelesen und unterschiedliche Gerichtsurteile entdeckt.
Die Frage ist, wie ich bezüglich der Nachbarn am besten vorgehen sollte? Beide Nachbarn sind so weit ganz nett (der untere ist auch Fan desselben Fußballclubs) und man kann mit Ihnen reden bzw. über WhatsApp schreiben. Kann aber überhaupt nicht einschätzen, wie die auf das Thema akustisches Klavier reagieren würden.
Allerdings war ich bis jetzt auch immer sehr kulant, wenn der Nachbar über mir abends um 23 Uhr noch heftigst seine Möbel verrückte oder der Nachbar unter mir im Sommer mal auf seiner Geburtstagsparty seine Musik bis 3 Uhr nachts sehr wahrnehmbar laufen ließ.
Eine Bekannte von mir, die mit ihrem Klavier bereits dreimal umgezogen ist, ist da sehr rabiat und kompromisslos unterwegs. Ihrer Meinung nach habe sie ein Recht auf Klavierspielen und deswegen habe sie noch nie irgendwas mit ihren Nachbarn abgesprochen. Das ist mir aber zu radikal, weil ich keine schlechte Stimmung im Haus haben möchte, schon gar nicht bei meinem Vermieter.
Ich will aber auch nicht zu demütig sein und die Nachbarn um Erlaubnis bitten, denn das Recht auf Hausmusik habe ich ja. Ich bin also auf der Suche nach dem goldenen Mittelweg.
Das Klavier würde bei mir im Schlafzimmer stehen, die beiden Nachbarn haben aufgrund der Bauweise dort auch ihr Schlafzimmer. Der Nachbar über mir eventuell auch ein kleines Büro fürs HomeOffice. Höre den oft vormittags dort herumlaufen, wenn ich Urlaub habe oder krank bin.
Klar ist für mich, dass ich eh die gesetzlichen Ruhezeiten einhalten, abends bis maximal 20:00 Uhr und pro Tag nicht länger als eine Stunde akustisch spielen werde, um die Akzeptanz nicht überzustrapazieren.
Ich hatte mir schon überlegt, dass ich vor dem potentiellen Klavierkauf mit beiden Nachbarn in Ruhe spreche, Ihnen von meinem Vorhaben erzähle und sie nach Zeiten frage, wo das für sie unangenehm oder störend wäre. Oder ist das schon zu unterwürfig?
Ich möchte auf der einen Seite das Thema vorsichtig und respektvoll angehen, auf der anderen Seite aber diesen Lebenstraum erfüllen, mir mein Recht auf Klavierspielen nicht nehmen lassen und auch mit gutem Gewissen spielen können.
Und bevor jemand auf eine ganz andere Idee kommt:
Ein erneuter Umzug kommt für mich erst mal nicht in Frage. Ich fühle mich dort sehr wohl und Kraft für eine erneute Tortur ist nicht vorhanden.
Ich bedanke mich erst mal für Eure Aufmerksamkeit und freue mich auf Rückmeldungen, eigene Erfahrungen, Tipps, etc.
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