Klangschönes Klavierspiel bei Anfängern

  • Ersteller Ersteller Katt
  • Erstellt am Erstellt am

  • #21
darf man fragen, warum du dir da so sicher bist?
Naja, es schreit halt alles danach. Allein das erste Video: Da wird sich entschieden, Klavier zu lernen. In real wird ein riesiger Aufwand betrieben, um bereits den Kauf eines Digis und das Auspacken dessen zu filmen. In einem ansonsten nackten Zimmer, welches eher zum Videodrehen (Beleuchtung, Kaminfeuer im Hintergrund...wer bitte stellt sich im Alltag dort einen Fernseher hin) als zum Klavierspielen eingerichtet ist. Und dann dieses "die ersten Töne", als ob sie vor dem Dreh nicht schon ausprobiert hätte....
Für die ersten Töne sind bestimmt 10-15 Stunden Arbeit für das Video draufgegangen.
 

  • #22
Hallo @Saxofonistin, darf man fragen, warum du dir da so sicher bist?
Hi Katt

Die aktuellen Aufnahmen würde ich evtl. glauben… den Kuhlau nach zwei Jahren so spielen - mit Talent, Fleiß und gutem Unterricht, warum nicht.

In den Einspielungen nach einem halben oder ganzen Jahr sehe und höre ich aber Dinge, die nach so kurzer Zeit kaum da sein können (schon gar nicht, wenn jemand nur 1-2 Stunden täglich auf nem Digi übt und in dieser Zeit auch noch Theorie, Gehörbildung und Blattlesen lernt)

Zum Vergleich: Ich habe in den 90er Jahren Musik studiert. Man konnte das damals auch ohne Vorkenntnisse am Klavier machen und ich habe, wie einige meiner Kommilitonen auch, im Studium angefangen Klavier zu lernen. Wir haben alle viel geübt, weil wir wussten, dass wir nach drei Jahren die Nebenfach Abschlussprüfung spielen müssen (da gab es unter den Späteinsteigern ansehnliche Durchfallquoten…); wir hatten natürlich gute musikalische Vorkenntnisse und als Holzbläser oder Streicher ist man ja auch feinmotorisch geübt - trotzdem hat man allen von uns lange angemerkt, dass wir am Klavier „fremdeln“, mit der Koordination und der Klangbalance kämpfen und uns nicht sicher genug an der Tastatur zurechtfinden, um die Bewegungen frei und schwungvoll werden zu lassen.
Und ein Totalanfänger steckt da Musikstudenten locker in die Tasche?

Zum Schluss hab ich mir dann das erste Video angeschaut…
Da erwähnt Sie laufend, dass sie üüüüüberhaupt keine Ahnung von Klavier hat und ganz bestimmt noch nie, niemals never überhaupt, ein Klavier angefasst hat - und dann steht das Ding da ausgepackt und Sie spielt, nachdem sie ein paar einzelne Töne angeschlagen hat, eine Tonleiter. Mit korrektem Fingersatz. Und schön geschauspielertem Zögern beim Daumenuntersatz. Mhmhm… klar. Alles nur Talent; da findet man ne Tonleiter samt Fingersatz ganz intuitiv beim ersten Versuch, ganz sicher…
 
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  • #23
Danke für deine Antwort! Ich glaube (müsste die Stelle raussuchen), dass sie schon ein paar Monate vorher angefangen hatte, sich mit Theorie zu beschäftigen, also "nur" praktisch ganz neu war. Sie übt auch nicht ausschließlich auf dem Digi, in den Videos sieht man ja die Flügel*. Aber das nur nebenbei, schlussendlich kann jeder glauben, was er für richtig hält.
uns lange angemerkt, dass wir am Klavier „fremdeln“, mit der Koordination und der Klangbalance kämpfen und uns nicht sicher genug an der Tastatur zurechtfinden, um die Bewegungen frei und schwungvoll werden zu lassen.
Und deswegen bin ich von ihrem Spiel ja auch so angetan! Denn selbst, wenn das jemand nur vormachen würde, ist dieser 'musikalische', fließende Zustand doch etwas erstrebenswertes. Ich weigere mich zu glauben, dass man das prinzipiell nicht erlernen könnte. (Dass es nicht oft vorkommt, stimmt aber wahrscheinlich - meistens sieht man ja auch eher z.B. fingerzentriertes Spiel)
 
  • #24
schlussendlich kann jeder glauben, was er für richtig hält.
Das stimmt:-)
Allerdings hatte ich mit „glauben“ schon immer ein Problem…
Und wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es meistens einfach nicht wahr.

In 30 Jahren Unterrichtstätigkeit hatte ich genau einen Erwachsenen Anfänger ohne Vorkenntnisse, der ein verblüffend gutes Rhythmus- und Formgefühl hatte (und das entpuppte sich zeitnah als „ach ja, ich mache seit 15 Jahren Stepptanz…“)

Wenn nun also eine 26jährige Anfängerin „ohne jede Vorkenntnisse“ nach kürzester Zeit Videos ins Netz stellt, in denen man sowohl Fähigkeiten im Bereich Rhythmik/Metrik/Timing/Agogik erkennt, die andere (wenn überhaupt) sehr viel langsamer erlernen; und darüber hinaus eine immense motorische Begabung fürs Klavierspiel zu haben scheint; und genau diese Person bereits den Klavierkauf publikumswirksam inszeniert… wie „glaubhaft“ erscheint denn das?
 
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