Ich unterrichte lieber Erwachsene!

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rockpianist

rockpianist

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Hallo, liebe "Kollegen",
habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich habe zwar drei eigene Kinder und mag Kinder. Aber im Klavierunterricht sind Kinder oft etwas überspitzt formuliert: Zappelig, frech und unmotiviert.

Erwachsene dagegen Aufmerksam, diszipliniert und hochmotiviert. Außerdem lernen Erwachsene schneller Noten und haben die Übungstechniken nach Chang schneller drauf.

Ich habe inzwischen die Konsequenzen für mich persönlich gezogen und da ich es mir leisten kann, nehme ich fast nur noch Erwachsene neu in den Unterricht auf!
Gruß rockpianist
 
Sesam

Sesam

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Hallo lieber Rockpianist!

Hallo, liebe "Kollegen",
habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich habe zwar drei eigene Kinder und mag Kinder. Aber im Klavierunterricht sind Kinder oft etwas überspitzt formuliert: Zappelig, frech und unmotiviert.

Erwachsene dagegen Aufmerksam, diszipliniert und hochmotiviert. Außerdem lernen Erwachsene schneller Noten und haben die Übungstechniken nach Chang schneller drauf.

Ich habe inzwischen die Konsequenzen für mich persönlich gezogen und da ich es mir leisten kann, nehme ich fast nur noch Erwachsene neu in den Unterricht auf!
Gruß rockpianist
Ja klar, die Entscheidung steht dir frei. Muss jeder machen, wie er denkt. Schade finde ich es aber schon, dass du da offenbar besonders schlechte Erfahrung mit klavierspielenden Kindern gemacht hast. Andererseits, wenn du mir -gehen wir mal davon aus, ich sei erwachsen- mit den Übungstechniken nach Chang kommen würdest, dann würde ich auch zappelig werden und wahrscheinlich sehr deutlich :mad: Will aber fair bleiben und einräumen, dass ich ja gar nicht weiss, was genau du da mit den Leuten übst :floet:

LG, Sesam
 
mos

mos

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Hm, ich finde deine Einstellung ein bisschen schade. Wenn jeder Lehrer so denken würde, dann könnte kein Kind ein Instrument lernen.

Natürlich geht ein Erwachsener anders an die Sache ran, aber man kann Unterricht für Kinder auch packend und interessant machen. Du darfst die Zwei, was die Lernfortschritte und Motivation angeht, nicht vergleichen.

Es gibt bei Kinder bestimmt auch welche, die absolut bei der Sache sind und darauf brennen, neue Dinge zu lernen. Sie alle über einen Kamm zu scheren, finde ich nicht ganz fair.

Ich habe selber Kinder und sehe natürlich auch, dass sie meistens nicht gerne üben und auch nicht unbedingt ganz so intensiv bei der Sache sind. Sie lernen aber trotzdem Dinge, aber halt in ihrer Geschwindigkeit. Solange ein Kind gerne und freiwillig zum Unterricht geht, sollte man ihm auch die Chance geben, ein Instrument zu erlernen.

Meiner Meinung nach, sollte der Unterricht idividuell auf den Schüler (egal ob Kind oder Erwachsen) abgestimmt sein. Jeder hat andere Vorlieben und alle nur nach der Chang Methode zu unterrichten, wäre auch nicht mein Ding. Menschen sind verschieden und brauchen auch unterschiedliche Herausforderungen und Ansatzweisen.
 
8Finger&2Daumen

8Finger&2Daumen

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...am liebsten wenn sie schlafen

Hallo rockpianist,

ich bin zwar keine "Kollegin", möchte aber trotzdem antworten. Ich mag Kinder sehr gern, vor allem wenn sie schlafen. :D Die Frage, ob jemand lieber Kinder oder Erwachsene unterrichtet, ist doch völlig legitim und glücklicherweise ist es ja jedem selbständigen Lehrer freigestellt (sofern er/sie nicht auf jeden Schüler angewiesen ist), zu unterrichten wen er oder sie will. Mit ziemlicher Sicherheit gibt es auch Lehrer, die lieber Kinder unterrichten als Erwachsene, aber ich vermute, die meisten lieben die gesunde Mischung, von jedem etwas.

Was genau ist eigentlich die Chang-Methode, in kurzen Stichpunkten? Ich habe mal im Online-Chang gelesen, aber diese endlosen Wiederholungen und das viele Gerede, ehe es zum Kern kommt, lässt mich vor diesem monumentalen Werk eher zurückschrecken. Es ist sehr mühsam für mich, das Wesentliche aus dieser Publikation herauszufiltern. Kann man das Nennenswerte zusammenfassen?

Beste Grüße,
8f2d
 
J

J. Gedan

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Es ist jedem unbenommen zu unterrichten, wen und wie er will, wenn er sich's denn aussuchen kann. Zwar stellt sich mir die Frage, warum man der Weltöffentlichkeit ungefragt mitteilen muß, wen oder wen nicht man unterrichtet, aber wenn ein "Rockpianist" mitteilt, daß er keine Kinder unterrichtet, so finde ich das nicht nur in Ordnung, sondern finde es außerordentlich begrüßenswert, daß ein Rockpianist keine Kinder unterrichtet ...
__________
Jörg Gedan
http://www.pian-e-forte.de
 
rolf

rolf

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Zwar stellt sich mir die Frage, warum man der Weltöffentlichkeit ungefragt mitteilen muß, wen oder wen nicht man unterrichtet, aber wenn ein "Rockpianist" mitteilt, daß er keine Kinder unterrichtet, so finde ich das nicht nur in Ordnung, sondern finde es außerordentlich begrüßenswert, daß ein Rockpianist keine Kinder unterrichtet ...
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Jörg Gedan
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...
:) :) :)

allerbestens amüsierte Grüße, Rolf
 
G

gubu

Guest
Nun seid mal nicht so abgehoben:D:rolleyes:. Die Frage lautete doch, ob Ihr auch solche Erfahrungen gemacht habt!!
 
Stuemperle

Stuemperle

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sondern finde es außerordentlich begrüßenswert, daß ein Rockpianist keine Kinder unterrichtet ...
Mir hätt's gefallen, mich in meiner Jugend mit der Musik zu beschäftigen, die mich bewegt. Stattdessen wurde mir, in Arroganz gegenüber zeitgenössischer Musik ("Negermusik"), die klassische "E-Musik" als einzig wahres Kulturgut so verleidet, dass mir ihr Genuß heute noch gelegentlich deswegen (wegen der erlebten Arroganz) schwerfällt.
 
rolf

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das erinnert mich an eine Szene aus dem Roman "Tadellöser & Wolff" von Kempowski, übrigens ein lesenswertes Buch (Papa Tadellöser mag es in den Wiederaufbaujahren nicht, dass am Flügel Jazz - "Negermusik" - von seinen Buben gespielt wird)

ob es auch den umgekehrten Fall gibt: der Nachwuchs einer 68er family kriegt daheim von Vati und Mutti seinen Klavierchopin miesgemacht (a la "spiel nicht diese überhebliche bürgerliche Etepetete-Sachen") und wird mit Rockarrangements so sehr getrimmt, dass ihm später das anhören von Woodstock, Beatles, Jimmy Hendrix arg verleidet ist? :)

...das wäre auch mal eine Umfrage wert...

mir selber ist egal, wie alt der/diejenige ist, der/die in meinen Unterricht kommt (nur stubenrein sollte schon funktionieren) :)

Gruß von Rolf, dem die Negermusik von Gershwin so sehr gefällt, dass er gerne Gershwin und Bernstein spielt (jaja, is ja kein echter Jazz - aber verdammt gute Musik isses trotzdem) :)
 
F

Fred

Guest
das erinnert mich an eine Szene aus dem Roman "Tadellöser & Wolff" von Kempowski, übrigens ein lesenswertes Buch (Papa Tadellöser mag es in den Wiederaufbaujahren nicht, dass am Flügel Jazz - "Negermusik" - von seinen Buben gespielt wird)

ob es auch den umgekehrten Fall gibt: der Nachwuchs einer 68er family kriegt daheim von Vati und Mutti seinen Klavierchopin miesgemacht (a la "spiel nicht diese überhebliche bürgerliche Etepetete-Sachen") und wird mit Rockarrangements so sehr getrimmt, dass ihm später das anhören von Woodstock, Beatles, Jimmy Hendrix arg verleidet ist?

...das wäre auch mal eine Umfrage wert...

mir selber ist egal, wie alt der/diejenige ist, der/die in meinen Unterricht kommt (nur stubenrein sollte schon funktionieren)

Gruß von Rolf, dem die Negermusik von Gershwin so sehr gefällt, dass er gerne Gershwin und Bernstein spielt (jaja, is ja kein echter Jazz - aber verdammt gute Musik isses trotzdem) :)
Rolf, auch wenn ich Deine fachliche Kompetenz sehr schätze und zu würdigen weiß, hier eine kleine Rüge meinerseits.
Das Wort "Neger", laut Wikipedia in rechtsextremen und rassistischen Kreisen unverändert Bestandteil des Vokabulars, gehört so ganz ohne Anführungszeichen bestimmt nicht hier in dieses Board. Sorry :(
Jazz ist schließlich ein Nordamerikanisches Kulturgut und dementsprechend auch zu würdigen. Ob es gefällt oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Übrigens, der von Dir erwähnte umgekehrten Fall ist mir in meiner Unterrichtslaufbahn noch nicht vorgekommen, was natürlich nicht heißt, dass es ihn doch gibt.

Mir wurde die klassische Musik durch den starrsinnigen Lehrkörper von Konservatorium und Hochschule damals verdorben. Ich finde nun zwar Stück für Stück wieder Bezug zu dieser Art Musik, bin aber äußerst vorsichtig dabei, wohlweislich meine eigenen Wege gehend, da sich die auf diesem Gebiet Frequentierenden seit damals wohl kaum geändert haben. ;)

Den Anfangspost des Threadstellers habe ich eigentlich auch eher als Frage, denn als Postulat aufgefasst. Ich meine es steht wirklich jedem frei sich seine Klientel auszusuchen. Es ist sogar zu begrüßen, denn wenn ein Lehrer Schüler annimmt, nur damit die Kasse stimmt, stimmt's dann im Unterricht mit Sicherheit nicht!
 

K

koelnklavier

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das erinnert mich an eine Szene aus dem Roman "Tadellöser & Wolff" von Kempowski, übrigens ein lesenswertes Buch (Papa Tadellöser mag es in den Wiederaufbaujahren nicht, dass am Flügel Jazz - "Negermusik" - von seinen Buben gespielt wird)
Das Wort "Neger", laut Wikipedia in rechtsextremen und rassistischen Kreisen unverändert Bestandteil des Vokabulars, gehört so ganz ohne Anführungszeichen bestimmt nicht hier in dieses Board.
Sorry Fred,

Rolf hat das Wort eindeutig als Zitat aus dem Roman entnommen, so daß Du also nun Walter Kempowski als Rassisten beschimpfen mußt (er ist letztes Jahr gestorben, war aber zeitlebens schlimmere und gehässigere Vorwürfe gewöhnt). Kempowski wiederum beschreibt das Denken der Kriegsgeneration, die in der Tat in solchen Kategorien dachte. Wenn wir dieses (zugegebenermaßen verquere) Denken einfach nur negieren, die Begriffe mit einem Tabu belegen, werden wir unsere Geschichte und das Verhalten unserer Großeltern und Eltern nie begreifen.

PS: Womit auch dieses Thema wieder in der allgemeinen Beliebigkeit versandet wäre ... :D - Recht geschieht ihm! :floet:
 
rolf

rolf

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Mir wurde die klassische Musik durch den starrsinnigen Lehrkörper von Konservatorium und Hochschule damals verdorben. Ich finde nun zwar Stück für Stück wieder Bezug zu dieser Art Musik, bin aber äußerst vorsichtig dabei, wohlweislich meine eigenen Wege gehend, da sich die auf diesem Gebiet Frequentierenden seit damals wohl kaum geändert haben. ;)
QUOTE]

Hallo Fred,

dass Du vorsichtig doch noch nach aller Unbill Zugang zum "ernsten Repertoire der E-Musik" findest, ist doch erfreulich.

prinzipiell aber würde ich anders denken: wenn Dir irgendwer etwas kaputt macht, dann ist doch das kaputt gemachte deswegen nicht schlecht gewesen!

ob Dein letzter Teilsatz (den Du als Kausalsatz formulierst...) es verdient, in dieser verallgemeinerten Form einfach so stehen bleiben zu dürfen?... da müsste mich ja vor meinen Schülern, meinen Studenten und meinem Publikum grausen... .... ..... :)

Was die political correctness betrifft, hat kölnklavier Dich aufgeklärt - mit einer Prise Humor füge ich dem bei, dass Alfred Brendel wirklich kein Rassist ist, obwohl es von ihm ein witziges Gedichtle mit der Pointe "Beethoven war ein Neger" gibt.

retour zum Unterricht: stubenrein sollte sein, wer zu mir kommt, da bleibe ich starrsinnig; ansonsten ist mir Alter und Hautfarbe egal, was Hochschulkurse betrifft gibt es allerdings regulierte Zugangsbedingungen (nebenbei sitze ich da neben vielen Asiaten/innen und momentan einer "Farbigen", die exzellent deutsch spricht weil es ihre Muttersprache ist, und wir machen immer Scherze mit "Kolonialhintergrund", sinngemäß "also diese Passage ist noch sehr wild, da ziehe ich mir jetzt den Tropenhelm auf und zivilisiere das mal") - oh, die Zugangsbedingungen sind übrigens fachlicher Natur :)

mit politisch korrektem Gruß (auch noch am Muttertag) :)
Rolf
 
H

Hacon

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Ähm, übrigens: " Neger" ( bzw. " Niger") ist nichts anderes als der lateinische Ausdruck für " Schwarzer". Dass dieser Begriff von den Nazis in ein Schimpfwort verwandelt wurde, sollte nicht dazu führen, die eigentliche Bedeutung zu vergessen.

Nichts anderes ist mit der Swastika und dem Pentagramm geschehen. Was das erstere angeht, so sollte es aus Respekt vor den Toten des Holocaust tatsächlich nicht mehr verwendet werden. Bei letzterem kann man Schüler, die meinen, cool dabei zu sein, dieses Zeichen im Religions-Unterricht auf die Rückseite einer Bibel zu malen, nur belächeln, wissen sie doch nicht, dass es in Wirklichkeit nicht das bedeutet, für was sie es halten.

Zurück zum Wort " Neger": Tatsächlich sollte es nicht einfach so in Internet-Foren auftauchen, aber ich finde es auch nicht in Ordnung, Leute älterer Generation deswegen zu rügen, da diese wahrscheinlich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes im Kopf haben.
Dann dürfte man schließlich Europäer auch nicht mehr als " Weiße" bezeichnen. Nun gut, aber alles, was sich die Nazis unter den Nagel gerissen haben, wird eben verbannt. Das setzt sich ja sogar bis in Kunstwerke fort, die bereits vor der NS-Zeit entstanden sind...
 
klaviermacher

klaviermacher

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Ich möcht auch was sagen zu "Negermusik":p

Mein Vater (geb.1910) konnte mit der Musik, die mich als Jugendlicher interessiert hat aber schon gar nichts anfangen. Sobald auf meinem Kassettenrecorder irgend etwas mit Schlagzeug und Bluesskalen zu hören war, für das ich mich begeistern konnte, löste das bei ihm emotionale Schmerzen, die ihn scheints peinigten, aus. Darauf geriet er in Zorn darüber und alle Klischees, mit denen er gefüttert wurde, brachen hervor. Was ich dann einstecken musste, war: "Das ist keine Musik sondern nur Lärm" oder "So a grausliche Negermusik" - dreh das ab. "Wie kannst Du Dir das anhören" "Solche Gammler" , "furchtbar" , "Lauter Schmarrn" , "Die solln zurück in den Urwald, wo sie hergekommen sind":rolleyes:

Erst viel später verstand ich, was der Grund dafür das sein kann. Zuerst dieser schlimmste Krieg aller Zeiten, das ganze Leid drumherum, Hunger und Zerstörung wohin man blickte. Und dann, nachdem mit letzter Kraft ein neuer Anlauf zum Aufbau unternommen wurde, und man sich irgendwie aufgerappelt hat, werden auch die inneren Werte, die diesen Krieg überhaupt erst möglich gemacht haben, verraten von den eigenen Kindern. Was bleibt einem von so einem Leben? War denn alles falsch? Ist alles ein Irrtum gewesen? Keine schöne Vorstellung, damit zurechtkommen zu müssen...

Jedenfalls wurde mir der Begriff "Negermusik" oder "Neger" im Wortschatz sehr vertraut, und ich finde nichts dabei Neger zu sagen, da ich sie ja in Schutz genommen habe, die Neger - ich hab sie bewundert. Das ist wie ein Ehrentitel! Für mich hat der Begriff niemals mit dem amerikanischen Rassenkonflikt zu tun gehabt. Natürlich - Begriffe ändern sich im Laufe der Zeit und irgendwann, wenn das so weitergeht, wird jemand sagen: "...sagen Sie ja nicht Politiker zu mir, ich bin Gesellschaftskoordinator":D

LG
Klaviermacher
 
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DoctorGradus

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Bei allen Zweifeln die man an "Political Correctness" haben kann, die Betrachtung der lateinischen Wurzel des Wortes reicht nicht um die Ächtung des Begriffes zu entkräften.

Neben einer Sachebene schwingt bei einem Wort immer auch eine Konnotation mit, eine Mitbedeutung oder Assoziationen (Vergleich Schulz von Thuns Kommunikationsmodell: http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell )

Die deutsche und englische Sprachgemeinschaft hat relativ klar definiert, dass Neger eine negative Konnotation hat, dass das früher anders war, ändert nichts daran. Sprache ändert sich.

Die, die an solchen Begriffen festhalten müssen sich Fragen, wie das auf ihr Gegenüber wirkt. Die besten Intentionen sind eben nichtig, wenn der Adressat von einem normalen Sprachgebrauch ausgeht. Die Selbstdefinition eines allgemein bekannten Begriffes kann man eben nicht als Kommunikationsgrundlage benutzen.

Aus dem Kontext ist wohl einigermaßen klar, dass niemand hier rassistisches äußern will. In sofern würde ich sagen zurück zum Thema.

Ich finde es in Ordnung wenn er nur Erwachsene unterrichten will. Erspart den Kindern einen missmutigen Klavierlehrer.
 
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Hacon

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Hallo DoctorGradus,
ich gebe dir ja vollkommen recht. Ich finde auch, dass dieses Wort nicht in ein öffentliches Forum gehört, aber bei bestimmten Mitgliedern kann man schon davon ausgehen, dass sie das Wort nicht negativ meinen. Siehe Rolf und Klaviermacher.

Aber stellt euch mal vor, .marcus. würde sich plötzlich ein Pentagramm als Benutzer-Bild nehmen. Sofort gäbe es einen Aufschrei. Dabei wäre dies aus religiösen Gründen sein gutes Recht. Es wird ja auch niemand was sagen, wenn ich mir jetzt ein Jesus-Kreuz als Bild nehme ( OK, ist natürlich in nem Klavierforum auch nicht des Wahre:mrgreen:)

Ihr wundert euch wahrscheinlich, warum ich hier grad so hartnäckig bin. Liegt einfach nur daran, dass mir in letzter Zeit immer wieder auffällt, wie bestimmte Dinge, die lange Zeit eine positive Bedeutung hatten, eine Negative bekommen. Aber zumindest sollte die Positive nicht in Vergessenheit geraten.
 
K

koelnklavier

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Darf ich mir jetzt noch Monteverdis "Marienvesper" anhören: "Nigra sum, sed formosa"? Oder werde ich dann vor den Ausschuss geladen?
 
rolf

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Darf ich mir jetzt noch Monteverdis "Marienvesper" anhören: "Nigra sum, sed formosa"? Oder werde ich dann vor den Ausschuss geladen?
... :)
lieber kölnklavier, diesen "blasierten" gebildeten und bösebösevonobenherab-Scherz hättest Du dir verkneifen müssen, denn nun wirst Du zusammen mit der Trierer "Porta nigra" in die Luft gesprengt
:)

ich konnte mir das jetzt einfach nicht entgehen lassen, Du wirst mir darum nicht gram sein, und Trier wird Trier bleiben

amüsierte Grüße, Rolf
 
D

DoctorGradus

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jetzt wirds polemisch.

ich habe geschrieben dass ich niemanden hier irgendetwie bezichtige, verurteile oder so. Ich wollte lediglich erörtern, dass Wörter einer Sprache eine Konnotation haben, das man damit rechnen muss, dass die Leute auch auf diese Konnotationen achten. Aufhänger für mich war auch, dass ich in letzter Zeit immer wieder bemerke wie Leute versuchen Worte umzudeuten, sodass es einfach schwer fällt ihre Äußerungen genau zu verstehen.

Ich habe mich auf den deutschen und englischen zeitgenössischen Sprachraum beschränkt, über Lateinische Liedtexte bzw. das Hohelied keinerlei Aussage getroffen.
 
 

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