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Hallo zusammen,
im "Steinway World-Wide Technical Reference Guideline Kapitel 2" wird die komplette Regulierungsprozedur für S&S-Flügel* beschrieben.
Bzgl. der Hebegliedjustagen habe ich dazu folgende Fragen an die Klavierbauer (und falls diesbezügliche Fragen kommen: nein, ich habe nicht vor, diese Justagen selbst zu machen, aber ich werde dabei sein, wenn es der Klavierbauer bei mir vor Ort macht, und will da im Bilde sein):
1) Justage der Stoßzunge in Bezug auf die Oberkante des Repetierschenkels:
Mein Klavierbauer erklärte mir, dass er die Stoßzunge so justiert, dass sie ganz minimal unter der Oberkante des Repetierschenkels bleibt. Das ist auch so als "Step 1: initial adjustment" im oben verlinkten Kapitel auf Seite 5 beschrieben; mehr hatte der KIavierbauer diesbzgl. dann auch nicht getan.
Aber im S&S-Guide geht es weiter mit:
"Step 2. Final adjustment—Final adjustments are made so that when the fly’s tender is depressed and released, the fly returns to its correct position. To eliminate any lost motion, feel for a slight drag as the fly passes under the knuckle. This should cause the hammer to“wink.” The factory calls this procedure “rolling the flies.”
Erläuterung: mit "Fly" ist die Stoßzunge gemeint, mit "fly's tender" der Auslösehebel an der Stoßzunge.
Wenn ich an meiner Mechanik den Auslösehebel herunterdrücke und wieder loslasse, bewegen sich manche Hammerköpfe ganz leicht, ca. 1mm nach oben und wieder zurück. Aber eben nicht alle Hammerköpfe - manche bleiben einfach liegen.
Meine Frage: sollte man also die Repetierschenkelhöhe so nachjustieren, dass sich alle Hammerköpfe minimal nach oben bewegen, wenn man den Auslösehebel drückt und loslässt?
2) Justage der Federkraftstärke der Hebegliedfeder (Herz-Feder):
Im verlinkten Kapitel ist das auf Seite 14/15 beschrieben. Dort steht u.a.:
"Check spring strength—Strike the key with an ordinary blow, allowing the hammer to catch on the backcheck. As the key is slowly released, the hammer should rise away from the backchecks toward the string, until the balancier is stopped by the drop screw."
und dann weiter:
"NOTE: The strength of the repetition spring should be adjusted so that each hammer rises steadily to the point where its motion can be noticed by feel in the key. The motion should be steady and quick, but not snappy. Generally, the speed at which the hammer rises is set slower in the bass and progressively faster in the treble. This will accommodate for the different masses of individual hammers."
Hier weiß ich gar nicht, ob mein Klavierbauer dies damals gecheckt und justiert hat, jedenfalls gibt es da auch merkbare Unterschiede in der Renner-Mechanik zwischen benachbarten Tasten, wie schnell oder langsam sich der Hammer nach oben bewegt, wenn die Taste nach einem mittelstarken Anschlag eine Winzigkeit wieder vom Tastenboden nach oben bewegt wird.
Diese Justage stelle ich mir schwierig vor. Meine Frage an die Klavierbauer ist, ob es da nicht eine messtechnische Möglichkeit gibt - irgendeine Handwaage, mit der man die Federkraft justieren kann? Anstatt "iterativ" vorzugehen und ggfs. mehrfach bei den Hebegliedern die Feder einseitig aushaken zu müssen, um sie nach oben oder unten zu biegen?
3) Zusatzfrage bzgl. Federdrahtstärke: Bei "Jörg Gedan:Das Spielwerk von Pianos und Flügeln" heißt es:
"Wegen des unterschiedlichen Hammergewichts verwendet man Federdraht in drei bis vier verschiedenen Durchmessern, die einzelnen Hebeglieder besitzen also verschiedene starke Federn, deswegen darf man sie bei der Montage nicht untereinander vertauschen; bei den meisten Mechaniken tragen sie eine aufgedruckte Numerierung."
Ich habe aber bei Online-Shops bisher nirgendwo gelesen, dass es die Herzfedern in unterschiedlicher Federstärke gibt. Man kann die Hebeglieder auch einzeln kaufen mit Feder - wenn die Federn aber unterschiedliche Stärke haben, dann müsste es auch entsprechend unterschiedliche Varianten zu kaufen geben, was ich bisher nicht gesehen habe?
Die Frage ist für mich deshalb relevant, weil ich meine Original S&S-Hebeglieder und Hammerköpfe aufbewahrt hatte, jetzt die Hammerköpfe bei Abel komplett aufarbeiten lasse und den Flügel* mit den Originalteilen wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen lassen möchte. Und bei den Hebegliedern, die der Klavierbauer damals (bevor ich stattdessen eine neue Renner-Mechanik einbauen ließ) zwar ordentlich verpackt, aber nicht beschriftet hatte (habe keine Nummern darauf gefunden) fehlt die Zuordnung, ob es sich um Hebeglieder im Bass oder Diskant handelt. Wenn die Federn unterschiedliche Stärke hätten, wäre das ja sehr relevant!?
im "Steinway World-Wide Technical Reference Guideline Kapitel 2" wird die komplette Regulierungsprozedur für S&S-Flügel* beschrieben.
Bzgl. der Hebegliedjustagen habe ich dazu folgende Fragen an die Klavierbauer (und falls diesbezügliche Fragen kommen: nein, ich habe nicht vor, diese Justagen selbst zu machen, aber ich werde dabei sein, wenn es der Klavierbauer bei mir vor Ort macht, und will da im Bilde sein):
1) Justage der Stoßzunge in Bezug auf die Oberkante des Repetierschenkels:
Mein Klavierbauer erklärte mir, dass er die Stoßzunge so justiert, dass sie ganz minimal unter der Oberkante des Repetierschenkels bleibt. Das ist auch so als "Step 1: initial adjustment" im oben verlinkten Kapitel auf Seite 5 beschrieben; mehr hatte der KIavierbauer diesbzgl. dann auch nicht getan.
Aber im S&S-Guide geht es weiter mit:
"Step 2. Final adjustment—Final adjustments are made so that when the fly’s tender is depressed and released, the fly returns to its correct position. To eliminate any lost motion, feel for a slight drag as the fly passes under the knuckle. This should cause the hammer to“wink.” The factory calls this procedure “rolling the flies.”
Erläuterung: mit "Fly" ist die Stoßzunge gemeint, mit "fly's tender" der Auslösehebel an der Stoßzunge.
Wenn ich an meiner Mechanik den Auslösehebel herunterdrücke und wieder loslasse, bewegen sich manche Hammerköpfe ganz leicht, ca. 1mm nach oben und wieder zurück. Aber eben nicht alle Hammerköpfe - manche bleiben einfach liegen.
Meine Frage: sollte man also die Repetierschenkelhöhe so nachjustieren, dass sich alle Hammerköpfe minimal nach oben bewegen, wenn man den Auslösehebel drückt und loslässt?
2) Justage der Federkraftstärke der Hebegliedfeder (Herz-Feder):
Im verlinkten Kapitel ist das auf Seite 14/15 beschrieben. Dort steht u.a.:
"Check spring strength—Strike the key with an ordinary blow, allowing the hammer to catch on the backcheck. As the key is slowly released, the hammer should rise away from the backchecks toward the string, until the balancier is stopped by the drop screw."
und dann weiter:
"NOTE: The strength of the repetition spring should be adjusted so that each hammer rises steadily to the point where its motion can be noticed by feel in the key. The motion should be steady and quick, but not snappy. Generally, the speed at which the hammer rises is set slower in the bass and progressively faster in the treble. This will accommodate for the different masses of individual hammers."
Hier weiß ich gar nicht, ob mein Klavierbauer dies damals gecheckt und justiert hat, jedenfalls gibt es da auch merkbare Unterschiede in der Renner-Mechanik zwischen benachbarten Tasten, wie schnell oder langsam sich der Hammer nach oben bewegt, wenn die Taste nach einem mittelstarken Anschlag eine Winzigkeit wieder vom Tastenboden nach oben bewegt wird.
Diese Justage stelle ich mir schwierig vor. Meine Frage an die Klavierbauer ist, ob es da nicht eine messtechnische Möglichkeit gibt - irgendeine Handwaage, mit der man die Federkraft justieren kann? Anstatt "iterativ" vorzugehen und ggfs. mehrfach bei den Hebegliedern die Feder einseitig aushaken zu müssen, um sie nach oben oder unten zu biegen?
3) Zusatzfrage bzgl. Federdrahtstärke: Bei "Jörg Gedan:Das Spielwerk von Pianos und Flügeln" heißt es:
"Wegen des unterschiedlichen Hammergewichts verwendet man Federdraht in drei bis vier verschiedenen Durchmessern, die einzelnen Hebeglieder besitzen also verschiedene starke Federn, deswegen darf man sie bei der Montage nicht untereinander vertauschen; bei den meisten Mechaniken tragen sie eine aufgedruckte Numerierung."
Ich habe aber bei Online-Shops bisher nirgendwo gelesen, dass es die Herzfedern in unterschiedlicher Federstärke gibt. Man kann die Hebeglieder auch einzeln kaufen mit Feder - wenn die Federn aber unterschiedliche Stärke haben, dann müsste es auch entsprechend unterschiedliche Varianten zu kaufen geben, was ich bisher nicht gesehen habe?
Die Frage ist für mich deshalb relevant, weil ich meine Original S&S-Hebeglieder und Hammerköpfe aufbewahrt hatte, jetzt die Hammerköpfe bei Abel komplett aufarbeiten lasse und den Flügel* mit den Originalteilen wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen lassen möchte. Und bei den Hebegliedern, die der Klavierbauer damals (bevor ich stattdessen eine neue Renner-Mechanik einbauen ließ) zwar ordentlich verpackt, aber nicht beschriftet hatte (habe keine Nummern darauf gefunden) fehlt die Zuordnung, ob es sich um Hebeglieder im Bass oder Diskant handelt. Wenn die Federn unterschiedliche Stärke hätten, wäre das ja sehr relevant!?
Zuletzt bearbeitet:
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