FLP Erfahrungen

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Nussi

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Hi zusammen,

Ich mache demnächst meine D2 Prüfung der freiwilligen Leistungsprüfungen (FLP) der bayerischen Musikschulen. Gibt es sonst noch User, die einer der Prüfungen gemacht haben? Wenn ja, wie fandet ihr sie, welche Stücke habt ihr vorgespielt, wie war das Blattspiel für euch? Gibt es jemanden, der D3 gemacht hat?

Mein derzeitiges "Programm" sieht dabei so aus
  • c-Moll Invention, J.S. Bach
  • "Leid ohne Ende" aus den "Albumblätter" Op. 124 von R. Schumann
  • Freiwilliges Stück: "Pagodes" aus den "Estampes" von C. Debussy
Gruß
Nussi

____

Zum Hintergrund, weil ich bisher sehr wenig dazu gefunden hab: man kann (nur in Bayern?) eine Leitungskontrolle in einem Instrument abschließen (https://www.musikschulen-bayern.de/lehrkraefte/motivation/freiwillige-leistungspruefungen-flp/), womit man die bronzene (D1), silberne (D2) bzw. goldene (D3) Stimmgabel erwerben kann. Die Musikschulen bieten in der Regel Vorbereitungskurse an.

Dabei bestehen die Prüfungen aus einem Theorieteil inkl. Gehörbildung und einem praktischen Teil (Tonleiter, Blattspiel, Pflichtstücke und freiwillige Stücke). In dem link oben kann man (sehr transparent) die Inhalte einsehen. Die D3 attestiert einem dabei durchaus ein respektables Niveau.
 
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Ach spannend, diese Prüfungen gibt es tatsächlich offiziell?😅

Ich habe als Kind/Jugendliche die Prüfungen mit der Flöte bis D3 abgelegt. Wir sind dazu vom Verein aus immer extra nach Niedersachsen zu mehrtägigen Lehrgängen gefahren.

Die Prüfungen setzten sich so zusammen wie beschrieben. Es ging dort dann auch noch weiter mit C1-3, da ging es dann mehr ums Dirigieren als Spielen.

Habe tatsächlich auch Anstecknadeln dafür bekommen:chr01:
 
Ich kenne das nur für die Orgel mit D und C Prüfung für Hobbymuskker und dann A und B als Studium… Wusste gar nicht das es das auch für Klavier gibt…
 

Ich kenne das nur für die Orgel mit D und C Prüfung für Hobbymuskker und dann A und B als Studium… Wusste gar nicht das es das auch für Klavier gibt…
Ja, das haben die Blasmusik Verbände zum Vorbild genommen. Auf D Ebene gibt es Instrumentalprüfungen, die C Ebene startet mit dem Registerführer-Lehrgang und endet im Idealfall mit der staatlichen Anerkennung zum „Blasorchester Dirigenten im Laienmusizieren“.

Die Intention hinter den Instrumentalprüfungen war ursprünglich mal, den Kindern im Musikverein auch mal was „handfestes“ zukommen zu lassen, nachdem die Kinder im Sportverein ja alle naslang mit Urkunden, Abzeichen und Medaillen nach Hause kommen.

Die Prüfungen wurden gut angenommen und wurden schnell auch zum Einteilungs-Kriterium der vereinsinternen Orchesterhierarchie (vom Schüler- ins Jugendorchester mit D1, weiter ins symphonische Blasorchester mit D2 bei uns zB)
Auch für Projekte (Auswahlorchester, Ferienprobenwochen…) wird der gewünschte Ausbildungsstand gemäß den D Prüfungen angegeben.

Der Musikschulverband hat das System vor etwa 20 (?) Jahren dann kopiert und für alle Nicht-Blasinstrumente erweitert (wobei ich die Prüfungsordnung im Vergleich unnötig kompliziert finde).

Zum Fachbereich Klavier kann ich wenig beitragen; ich war 20 Jahre Ausbilder und Prüfer für D und C Lehrgänge für Saxophon, Klarinette und Theorie/Gehörbildung;-)
 
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Was muss man da im D- Bereich können?
Ohne Gewähr (bin aus familiären Gründen nicht mehr dabei):

D1 Dur-Tonleitern schreiben, einfache Taktarten kennen, Noten und Pausenwerte im Lückentext ergänzen, enharmonische Verwechslung,
einfachstes kurzes Melodiediktat (tonal, viel Stufengang), Rhythmusdiktat Halbe/Viertel/Achtel, Intervalle erkennen/bilden, Durdreiklänge bilden; alle Aufgaben im Schlüssel des eigenen Instruments

D2 Molltonleiter und Molldreiklänge dazu, Intervalle erweitert (übermäßig/vermindert), Intervalle bis zur Oktave hören, Rhythmusdiktat auch im 6/8 und mit Sechszehnteln, Dreiklänge auch übermäßig/vermindert bilden, einfachste Fragen zur Musikgeschichte,…, alle Aufgaben wechselnd im Violin- und Baßschlüssel

D3 Dreiklänge hören, Vierklänge bilden bzw. benennen können, Rhythmusdiktat auch mit Triolen, Synkopen etc, Doppelkreuz und Doppel-b kennen/entsprechende Tonleitern notieren können, schriftliches Transponieren, …

Der Schwerpunkt verschiebt sich aufsteigend von Lernen zum Hören, D1 besteht man auch wenn man nix hört, bei D3 bringt der Gehörbildungsteil die Hälfte der Gesamtpunktzahl

Die Aufgaben sollten online zu finden sein sowohl über die Blasmusikverbände als auch den Musikschulverband
 
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Interessant, dass das gar nicht so bekannt ist! Ich hab in den ersten zwei Musikschulen aber auch nichts davon gehört. Erst jetzt nach dem Wechsel wurde da gleich kräftig die Werbetrommel gerührt.

Ein Arbeitskollege spielt Trompete und für seine Ensembles wird z.T. D2/Silber gefordert, um überhaupt mitspielen zu dürfen.

Die Gehörbildung finde ich insofern knackig, dass das mlt relativ wenig Vorbereitungszeit passiert - jetzt bei D2 z.B. werden Intervalle im Oktavraum absteigend und aufsteigend abgefragt. Zumindest ich stelle mir es ohne Vorübung/Vorwissen, also mit reinem "1x die Woche Instrumentalunterricht", schwer vor, das sicher zu beherrschen. Glz krankt die Theorie aus meiner Sicht etwas daran, dass Konzepte wie Tonleiter und Intervalle ohne Harmonielehre eingeführt werden (kommt erst in D3).

Was das Spielerische angeht, hier als Auszug was bei D3 gefordert wird (mit zusätzlich Blattspiel der D2 Literatur, also z.B. Bach Inventionen, alles im Henle 3-5 Bereich):

Screenshot_20260412_103749_Chrome.webp

@Phoenixx war das für Flöte ähnlich happig?
 
Ich erinnere mich leider nur noch sehr dunkel daran, weil es schon lange her ist. Welche Stücke ich gespielt habe, weiß ich gar nicht mehr:022:

Mir kommen die Klavier-Stücke schon ziemlich happig vor. Aber ich habe auch erst seit einem halben Jahr Unterricht, da sind die für mich im Moment gefühlt unerreichbar. Auf der Flöte hatte ich schon einige Jahre Erfahrung, als ich die Prüfungen abgelegt habe. Ich kann mich nur noch grob dran erinnern, dass ich für D3 schon einiges tun musste, was lernen und üben anging.
 
Was habe ich davon, wenn ich im Klavierbereich nun die D 3 Prüfung absolviert habe? Ein schönes Urkündchen?
Sinnvoller erscheint mir ein Unterricht, bei dem auch ich als Schüler mitentscheiden kann, was ich spielen möchte.
(Falls es die Pflichtstücke mal sein sollten, dann kann ich es ja immer noch entscheiden).

Ganz andere Frage: wem spielt man das vor? Gibt es eine unparteiische Jury?
 
  • #10
Ein schönes Urkündchen?
Die Motivation es zu erhalten. Ein Ziel. Es ist oft gut ein Ziel zu haben, man kann es sich selber setzen oder eben z.B. die D3 nehmen.

Mein Ziel beim Radfahren ist es z.B. eine Kneipe auf einem Berg zu erreichen, um dort ein Bier zu trinken. Das motiviert mich aufs Rad zu steigen und das Ziel zu erreichen.
 
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  • #11
Was habe ich davon, wenn ich im Klavierbereich nun die D 3 Prüfung absolviert habe? Ein schönes Urkündchen?
Sinnvoller erscheint mir ein Unterricht, bei dem auch ich als Schüler mitentscheiden kann, was ich spielen möchte.
(Falls es die Pflichtstücke mal sein sollten, dann kann ich es ja immer noch entscheiden).

Ganz andere Frage: wem spielt man das vor? Gibt es eine unparteiische Jury?
Man kann sich selbst auf die Schulter klopfen :super:
Gleichzeitig ist gerade D3 durchaus ein Leistungsnachweis. Bei mir in der Musikschule kann man dann z.B. emit Studienvorbereitungskursen weitermachen.

Die Jury hängt auch wiederum vom Niveau ab, D1 sind drei Lehrer aus der eigenen Musikschule, bei D2 kommt ein externer Instrumentallehrer zur eigenen Musikschule und bei D3 spielt man in einer fremden Schule
 
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  • #12
Mein Ziel beim Radfahren ist es z.B. eine Kneipe auf einem Berg zu erreichen, um dort ein Bier zu trinken.
...obwohl man das Bier ja auch im Tal trinken kann. Danach schlägt man sich den Gedanken an eine bergauf-Fahrt eh aus dem Kopf...
 
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  • #13
Ein schönes Urkündchen?
Naja ... das Urkündchen öffnet offensichtlich Türen, wenn es vom entsprechenden Gatekeeper als Minimalanforderung gesetzt wurde.

Dein Können wird erst garnicht geprüft, wenn du das geforderte "schöne Urkündchen" nicht vorzeigen kannst.
Sieh es als "Schlüssel" ... ohne kommste halt nicht ins Haus.
 

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