Fleiß, Talent und Disziplin

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Kann man das nicht bei Amazon kaufen, so tütchenweise?
Ich könnte ein paar Tüten gebrauchen...
Wer einen Tipp hat, bitte melden
sonnige Grüße - H
 
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Ein Teil der Lösung ist: Motivation

Besser, wenn sie intrinsisch ist, statt extrinsisch.

Und es hilft, den Prozess zu lieben, und nicht nur das Ergebnis zu wollen.
 
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Woran haperts, einfach anzufangen?
 

Es wollen musst du schon selbst :-) ... Wir können dir nur davon berichten wie toll es ist, es getan zu haben.

Wichtig aus meiner Sicht ist es, sich den Weg in realistische Zwischenziele aufzuteilen. Dann braucht man auch kein Fernglas, um das Ziel zu sehen. Ein wenig wie Laufen! Im Stehen kommt man nicht ans Ziel, ist aber erst mal der erste Schritt getan, kann man die Bewegungsdynamik mitnehmen und jeder weitere Schritt wird viel, viel leichter.

Gruß
Martin
 
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Wenn man nicht fleißig und diszipliniert an etwas arbeitet, dann ist es einem einfach nicht wichtig genug. Peng, aus. Das ist die simple Tatsache, ganz ohne Vorwurf.
 
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Ich stelle immer wieder fest, dass zu einer Begabung (z.B. motorisch, strukturell, auditiv, hohe Auffassungsgabe etc.) auch sehr wesentlich der Wunsch gehört, sie zu nutzen. Ich erlebe immer wieder Studenten (oder auch Amateure), bei denen ich offensichtlich Potential sehe und ihnen das teilweise auch direkt sage - aber sie üben zu wenig, falsch, hören nicht genau genug zu, setzen meine Hinweise nicht um, lassen sich nichts sagen usw. usw. Teilweise finde ich das wirklich schade und es tut fast weh, das zu beobachten. Aber das Gegenteil - viel Fleiß, aber wenig Ergebnis - ist natürlich auch nicht toll. Wirklich übel ist (teilweises) Talent + Fleiß, aber das Unvermögen, wirklich zu reflektieren, und darum auf der Stelle zu treten. Aber irgendwann ist auch der geduldigste Lehrer am Ende mit seinem Latein. Tja, aus leckeren Zutaten hat sich auch noch nicht von selbst ein gutes Essen zusammengesetzt.

Wenn das Problem immer und überall besteht, könnte man versuchen herauszufinden, ob es körperliche Ursachen hat. Aber da kenne ich mich nicht aus. Krassester Fall, den ich kenne: Ein als faul geltender, aber passionierter Instrumentallehrer, der nach erfolgreicher OP plötzlich zu ungeahntem Engagement aufgeschwungen ist. Er hatte vorher offensichtlich einfach keine Kraft dafür.

Übrigens finde ich es gleichzeitig völlig legitim, ein Talent ungenutzt zu lassen. Jeder kann mit seinem Leben tun und lassen, was er will. Mancher hat auch einfach so viele Interessen und Begabungen, dass es unmöglich ist, sie alle auszubauen. Das ist einerseits toll, andererseits auch manchmal belastend, weil man sich entscheiden muss.
 
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Übrigens finde ich es gleichzeitig völlig legitim, ein Talent ungenutzt zu lassen. Jeder kann mit seinem Leben tun und lassen, was er will. Mancher hat auch einfach so viele Interessen und Begabungen, dass es unmöglich ist, sie alle auszubauen. Das ist einerseits toll, andererseits auch manchmal belastend, weil man sich entscheiden muss.
Das gilt m.E. nur für Erwachsene. Begabten Kindern in der Schule rate ich immer zu Instrumentalunterricht, und wenn sie das ablehnen, sage ich: „Das ist so, als würdest du 1000,- € bekommen und in den nächsten Mülleimer werfen.“
 
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so viele Antworten. Dafür vielen Dank. Bin eigentlich gar nicht so verzweifelt, ich setz mich ans Klavier, spiele was und es klingt wie Musik (finde ich). Nur bei klassischen Stücken immer ein Fitzelchen 100 mal wiederholen, das liegt mir einfach nicht... Nervt, wenn es nach vielen Wiederholungen immer wieder an der gleichen Stelle hakt. Und das sind ja superleichte Stückchen, die ich da probiere.
 
Nur bei klassischen Stücken immer ein Fitzelchen 100 mal wiederholen, das liegt mir einfach nicht... Nervt, wenn es nach vielen Wiederholungen immer wieder an der gleichen Stelle hakt.
Nur durch's Wiederholen kann es auch nicht besser werden.
 
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  • #10
Nervt, wenn es nach vielen Wiederholungen immer wieder an der gleichen Stelle hakt.
Das bedeutet, Du übst schlicht falsch bzw. unintelligent.

Man muss immer so üben, dass das, was man spielt, stets richtig ist. Das kann bedeuten, dass man es also langsamer spielen muss (insbesondere out-of-tempo), oder nur einen kleinen Ausschnitt, oder vereinfacht. Aber man kann es IMMER so einrichten, dass man alle Töne richtig spielt. Tut man das nicht, obwohl man weiß, dass das die richtige Methode ist, ist man selber schuld.
 
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  • #11
Ich spiele schon sehr langsam finde ich aber vielleicht noch nicht langsam genug. Werde das mal intelligenter machen
 
  • #12
Hast du denn Klavierunterricht? Genau für solche Unterstützung ist er ja da.
 
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  • #13
Ich spiele schon sehr langsam finde ich aber vielleicht noch nicht langsam genug. Werde das mal intelligenter machen
Beantworte mal bitte folgende Frage: Woran erkennst Du, dass Du hinreichend langsam (= nicht zu schnell) spielst?
 
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  • #17
Wenn ich Fehler mache, ist es vermutlich noch zu schnell
Daraus, dass Du "vermutlich" schreibst, kann man entnehmen, dass Du das, was ich geschrieben habe, entweder nicht verstanden hast oder es nicht glaubst.

Da liegt die simple Wurzel des Problems.

Alkoholiker mit Delir in der Klinik: "Tja, vermutlich trinke ich ein bisschen viel, was?" -> Sonnenklar, dass dieser Alkoholiker noch nicht so weit ist, vom Saufen loszukommen.

Man muss aber auch sagen, dass sehr wahrscheinlich zusätzlich bei Dir noch völlig mangelhafte Technik dazukommt, also viel zu verkrampftes Spiel primär aus den Fingern. Das führt auch zu einer deutlich erhöhten Fehlerquote.
 
  • #18
Wenn ich Fehler mache, ist es vermutlich noch zu schnell
Ja, natürlich... (!) runter mit der Spielgeschwindigkeit... nur über ein (langsames) fehlerfreies und musikalisches (und natürlich auch unverkrampftes) Spiel kommt man zu einem fehlerfreien schnelleren und schließlich zum Zieltempo...

... langsamer werden... und wenn's am Ende Schneckentempo is... dann ist DAS eben dasjenige, auf das Du aufsetzen musst.

Und das muss einem auch nicht peinlich sein... und seine Ungeduld muss man eben auch ein wenig im Zaum halten...

Und das sagt jemand, der heftigere Sachen spielt als wirklich die allermeisten hier....

;-)
 
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  • #19
"Fleiß, Talent und Disziplin tütchenweise kaufen"

@hamburguinho Am liebsten gleich das ganze Komplettpaket, oder? ;-)

Die gute Nachricht: man braucht es gar nicht kaufen ... ist wohl alles schon in Dir selbst vorhanden. Man muss es nur entdecken und wachkitzeln.
 
  • #20
Wenn Profis gefragt werden, wie sie ein technisch anspruchsvolles Stück üben, dann kommt oft "langsam" als Antwort ... und meist werden dabei sämtliche Vokale noch extra gestreckt, damit klar wird, dass dieses "langsam" eben nicht einfach "langsam" bedeutet, sondern eben "laaaangsaaaahm" ... oder "noch langsamer, als du gerade im kopf hast".

Die Problematik kennt aber jeder.
langsam klingt es nicht vorzeigbar, und je langsamer man spielt, desto weniger Menschen erkennen das Stück.
Und man möchte es natürlich lieber so spielen, wie die Leute das kennen, und gerade Anfänger unterschätzen die Arbeit, die da hinein gegangen ist, bevor es so klingen konnte.

Üben "mit angezogener Handbremse" fühlt sich zwar manchmal etwas doof an, ist aber eigentlich das einzige, was einem dem Ziel (in Tempo und ohne Fehler zu spielen) näher bringen kann.

Aber es lohnt.
Manchmal spielt man es dann doch schnell (ich will jetzt nicht üben sondern einfach spielen) und bemerkt dabei, dass das irgendwie deutlich besser funktioniert, als beim letzten mal, als man das versucht hat.
Genau das kann einem die Motivation verschaffen, langsam zu üben ... weil man ja merkt, was das bringen kann.
 

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