Finger/Armhaltung blöd

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Hi ich habe ne kleine Frage.... Mein neuer Klavierlehrer kritisiert andauernd meine Haltung, ich spiel nur aus den Fingern und setz das Armgewicht zu selten ein. (kommt vllt vom cembalo oder Orgelspiel...).

Kennt ihr Lehrer gewisse Übungen dafür mehr mit den Armen zu spielen? Es sollten ja eigentlich gewisse Etudes oder Übungen existieren....

Viele Grüße!
 

Es wäre „eigentlich“ Aufgabe Deines Lehrers, Dir zu zeigen, mit welchen Übungen man die Bewegungsabläufe ergonomisch gestaltet. Auf der Website von @chiarina ( https://ulrike-danne-feldmann.de/klavierunterricht/) findest Du hierzu brauchbare Hinweise
 
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Ja stimmt mein Lehrer kümmert sich natürlich darum. Aber mich interessiert halt sehr wie man so generell damit umgeht.
 

Ja stimmt mein Lehrer kümmert sich natürlich darum. Aber mich interessiert halt sehr wie man so generell damit umgeht.
Wie bei jeder anderen Korrektur. Einfach machen.

Dazu braucht es keine speziellen Übungen, das geht mit jedem Ton und jedem Stück.
Das geht sogar beim Tippen auf einer Computertastatur. (Nur aus den Fingern vs. aus den Armen tippen)
 
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Aber mich interessiert halt sehr wie man so generell damit umgeht.
Generell kann ich dazu keine Tipps geben.

Ich versuchte, mich vom Fingerspiel zu lösen, indem ich Akkorde spielte, und dabei die Hand "fest" ließ.
Die Finger sollen sich dabei möglichst nicht bewegen (natürlich tun sie das trotzdem), und ich versuche die Energie für einen Anschlag aus dem Arm zu holen. Also hebe ich den Unterarm an (eigentlich wird der nur vom Oberarm mitgenommen), und lasse ihn dann wieder sinken ... die Hand betrachte ich in dem Moment, als wäre sie ein unbewegliches Stück Holz.
Die Ellenbogen gehen dabei leicht nach aussen und oben.

Nicht, dass ich am ende so spielen wollen würde. Es geht dabei erstmal nur darum, den Fingern das zu verbieten, was sie die ganze Zeit tun (Energie in die Tonerzeugung stecken), damit ich gezwungen bin, die Energie für einen Anschlag aus dem Arm zu holen ... und mit dem Armgewicht die Lautstärke zu kontrollieren.
Die meiste Konzentration ist dabei anfangs dafür draufgegangen, dass die Finger wirklich nicht zusätzliche Energie liefern ... wenn man gewohnt ist, aus den Fingern zu spielen, ist das nicht zu unterschätzen.

Beispiel: Alberti-Bässe (natürlich aus der Mondscheinsonate drittem Satz).
Anfangs waren das vier Einzelanschläge (Grundton - Quinte - Terz - Quinte), an denen das Handgelenk nur minimal beteiligt war (eigentlich haben dabei nur die Finger gearbeitet).
Später dann Grundton und Terz mit der Quinte als "Nachschlag" bzw. "Anhängsel" (Rotation des Handgelenks).
Heute ist das eine Bewegung aus dem Arm gepaart mit einer leichten Unterarm- bzw. Handgelenksrotation in doppelter Geschwindigkeit.

Der Effekt:
Früher war ich froh, wenn ich durch den Finalsatz von op. 27. 2 ein mal durchgekommen war, bevor meine Finger nicht mehr konnten. Diesen Satz an die ersten beiden anzuschließen, war vollkommmen utopisch.
Mittlerweile geht das ... wahrscheinlich auch, weil meine Finger dabei nicht mehr so ackern müssen. Natürlich spiele ich auch die beiden anderen Sätze mittlerweile mehr aus den Armen als aus den Fingern. Der Energiebedarf der Sonate ist dadurch insgesamt gesunken.
 
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Hi ich habe ne kleine Frage.... Mein neuer Klavierlehrer kritisiert andauernd meine Haltung, ich spiel nur aus den Fingern und setz das Armgewicht zu selten ein. (kommt vllt vom cembalo oder Orgelspiel...).

Kennt ihr Lehrer gewisse Übungen dafür mehr mit den Armen zu spielen? Es sollten ja eigentlich gewisse Etudes oder Übungen existieren....

Viele Grüße!
Du kannst kurz auf meinen Kanal in YouTube reinschauen. Das ist mein Lieblingsthema.
@Carla-Piano
 
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Die Choreographie finde ich gut, aber oft sind die Finger zu aktiv.
 
  • #11
Kennt ihr Lehrer gewisse Übungen dafür mehr mit den Armen zu spielen?

Nur noch mal als Anregung. Das "Umstellen" einer Bewegung fühlt sich für die meisten von uns immer drastisch an. Sehr heilsam ist da in der Regel ein Video ... womit sich die Umstellung und der Erfolg - abseits vom "Gefühl" - hervorragend dokumentieren lässt.

Grade wenn man Bewegungen analysiert, sollte man am Anfang mal genau zerlegen, wo man ist. Zumal die Bewegungsinitiative selten aus dem Körperteil kommt, das die Bewegung letztendlich ausführt.

Mit mehr Armgewicht kann also schon beginnen bei - sitze mal vorne, sitze mal hinten auf der Klavierbank.

Völlig anderes (Nicht-Klavier-)Genre, aber auch hier geht es um die Elemente die eine Bewegungsinitiative starten und wo sie dann ausgeführt wird.



Gruß
Martin
 
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  • #12
"Speed-Picking" ist ein schönes Beispiel dafür.

Schön ist, dass diese Bewegung leichter ist, wenn die Gitarre weit oben hängt ... man sie oft aber in Bands auszuführen hat, bei denen die Gitarre gefälligst irgendwo zwischen den Knien hängen muss.
Das erfordert neben der reinen Technik noch eine gesunde Portion Masochismus und es hilft, ein oder zwei Oran-Utans in der Ahnenreihe zu haben.
 
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  • #13
Mit mehr Armgewicht kann also schon beginnen bei - sitze mal vorne, sitze mal hinten auf der Klavierbank.
Seit ich eine Klavierbank besitze, kann ich das bestätigen. Es lohnt sich, mit der eigenen Sitzposition herumzutesten.
Der "höhenverstellbare Melkschemel" davor erlaubte leider nur eine einzige stabile Sitzposition.
 
  • #14
@DerOlf hast du Lust dass wir uns mal beizeiten übers Gitarrenspiel kurzschließen?

Ansonsten hab ich sehr viel aus den letzten Klavierstunden schon mitgenommen. Und der Faden hier hat mir auch sehr geholfen!

Nochmal dazu was ich falsch gemacht habe... Ich habe immer mit sehr flachen Fingern gespielt. Ich hatte viele Jahre sehr qualifizierten Unterricht. Aber ich hab das mit der Haltung irgendwie vergessen in meinem 5jährigen Selbststudium. Deswegen muss ich gerade einige Dinge korrigieren mit dem neuen Lehrer xD



Das ist echt ne mega frustrierende Sache, die mir nicht passiert wäre, wenn ich anstatt meiner langen Pause durchgehend guten Klavierunterricht bekommen hätte. Nur so als Hinweis für die Autodakten hier, was man alles falsch machen kann, ohne dass man das merkt.
 
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  • #15
@DerOlf hast du Lust dass wir uns mal beizeiten übers Gitarrenspiel kurzschließen?
Kurzschlüsse überlasse ich lieber den Elektrikern :lol:

Aber austauschen können wir uns gerne mal ... eigener Faden, oder PN?
 
  • #16
Das ist echt ne mega frustrierende Sache, die mir nicht passiert wäre, wenn ich anstatt meiner langen Pause durchgehend guten Klavierunterricht bekommen hätte. Nur so als Hinweis für die Autodakten hier, was man alles falsch machen kann, ohne dass man das merkt.
Wäre es möglich, das in dem entsprechenden Faden zu schreiben, der gerade mal wieder abschweift? Eine wichtige Info, bevor hier noch andere als @DerOlf meinen, es ginge dort nur um Werbung.
 
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  • #17
Häh? Das war nur eine Nebenbemerkung. Aber ich kann meine Erfahrungen gerne in dem entsprechenden Faden schreiben. Hatte ich glaub ich eh vor.
 
  • #18
Ein Test ist: kannst du den Arm überhaupt locker lassen?
Ich war ziemlich schockiert, festzustellen, dass eine Schülerin, der ich auch immer das Armgewicht „beibringen „ wollte, ihren Arm gar nicht loslassen konnte.
Dafür musste ich erstmal darum bitten, sie anfassen zu dürfen. Bei der Marionettenübung (ich bewege ihren Arm, den sie ganz schwer machen sollte) war es ihr nicht möglich, die Muskeln komplett loszulassen.
Heißt: sie weiß gar nicht, wie es sich anfühlt, den Arm zu gewichten, da sie immer festhält/anspannt.
Daraufhin habe ich ihr Alexandertechnik „verschrieben“ , jemand, der das mit ihr übt, das Loslassen.
Sie macht das jetzt, und ich denke, dass es ihr helfen wird, das was ich ihr zeigen will am Klavier, umzusetzen.
 
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