Feurich - ein Klavier für die Tonne oder als Bastel-/Studienobjekt?

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Freunde von mir haben ein Feurich-Klavier bei sich stehen. Es stand schon im Haus, in das sie vor Kurzem eingezogen sind. Da sie selbst nicht Klavier spielen und der Vorbesitzer es auch nicht mehr haben will, möchten sie es loswerden. Bei einem ersten Besuch war mir der Markenname (für Finnland eher ungewöhnlich) und das Gehäuse aufgefallen, dass ich in dieser Form vorher noch nirgendwo gesehen habe. Es ist oben am Deckel abgerundet. Vor ein paar Tagen habe ich es mir dann genauer angesehen und war dann schon sehr enttäuscht, wie schlecht diese Klavier über die Jahrzehnte gehalten wurde.

Die Seriennummer 50640 gibt als Baujahr 1944 an. Es hat 85 Tasten, zwei Pedale und vermutlich schon Plastikbeläge auf den Tasten. Elfenbein konnte ich da bei bestem Willen nicht erkennen. Die Klaviatur lässt sich leichtgängig spielen, aber das Klavier ist sehr verstimmt. Ein Dämpfer müsste gerichtet werden. Die Hämmer sind anscheinend mal abgezogen worden, das Erscheinungsbild ist aber so uneben, das es für mich unfachmännisch aussieht. Die obersten zwei Hämmer sind mit Pflastern (?) abgeklebt worden, so dass die Töne auch nicht richtig erklingen. An vielen Stellen kann man erkennen, dass Flüssigkeiten durch die Deckelscharnierritzen eingedrungen sind. Auch ganz unten am Boden und auf Tasten im Innenbereich sind grössere und kleinere Flecken zu erkennen. Staub und Spinnenweben kommen noch dazu. Auch äusserlich ist es Instrument sehr ramponiert. Der Resonanzboden sah eigentlich noch ok aus. Risse konnte ich da keine erkennen.

Ich hatte mal die Überlegung, mir ein Klavier als Bastel- oder Studienobjekt in einen Lagerraum zu stellen, und dachte nun, dass man bei einem Feurich eigentlich nicht so viel falsch machen könnte. Aber jetzt glaube ich eher, dass sogar dieses Klavier dafür nicht so gut geeignet ist. Was würdet ihr machen, stehen lassen oder mitnehmen?

Kosten tut es natürlich nichts. :)

Wie macht man das im Entsorgungsfall? Erst ein gemeinsames Happening mit Demontage, um für die Metallteile noch ein paar Euro zu bekommen? Das Holz könnte man gleich im Wohnzimmer im Kamin verwerten. Gibt es irgendwas von der Mechanik, dass man später mal auf Ersatzteile für alte Klaviere brauchen könnte? Oder einfach auf den Hänger und zur Müllhalde? Keine Ahnung, ob man das einfach so als ganzes Objekt abladen darf. Da müsste ich mich auch erst erkundigen.

Falls jemand an diesem Feurich interessiert sein sollte, stelle ich gerne den Kontak her.

Gruss, Hellas
 

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Vergiß es! Baujahr 1944: Da gab es in Deutschland Wichtigeres zu tun als qualitativ gute Klaviere zu bauen. Das fängt wahrscheinlich schon bei der Materialauswahl an …
 
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Für das Metall bekäme man evtl. 30 Euro oder so? Keine Ahnung. Aber die Demontage ist schon aufwändig. Könntest du natürlich als Lernmöglichkeit sehen. Eine Überholung ist definitiv nicht zu empfehlen. Am besten wirklich auf den Hänger und ab zur Müllkippe.
 
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Hier noch eine Klangprobe des Klaviers. Witzig, dass Youtube keine Urheberrechtsverletzung entdeckt hat, obwohl ich ein Stück von Sibelius spiele. Wäre interessant zu wissen, ob es an meinem Spiel oder an der Verstimmung des Klaviers liegt. ;-)
 
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Wikipedia schreibt: "Im Zweiten Weltkrieg musste wieder auf die Produktion „kriegswichtiger“ Dinge – Verpackungskisten für optische Geräte und Flakscheinwerfer – übergegangen werden. 1943 wurde das Fabrikgebäude zerbombt, die Fertigungsanlagen, sämtliche geschichtlich für das Unternehmen relevanten Ausstellungsstücke, sonstigen Unterlagen und Modelle für die Konstruktionen waren verloren. Vorübergehend konnte die Fabrikation in der Harmoniumfabrik Theodor Mannborg fortgeführt werden." Zu Mannborg wiederum heißt es allerdings, die hätten während des Krieges Möbel produziert. Ich glaube trotz der Seriennummer, Du hast da ein Vorkriegsinstrument - auch die Optik des Gehäuses spricht für die frühen 1930er.

Schade, dass so ein Stück irgendwann den Weg alles irdischen geht, aber es ist wohl soweit.
 
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Ließe sich schon wieder her richten.

Ist halt mit Arbeit verbunden - augenscheinlich sieht es nach einen Generalüberholkandidaten aus.

Man müßt vor Ort natürlich schauen, wie die Gußplatte und der Stimmstock beieinand ist - möglicherweise ist es noch ohne größeren Aufwand an der akustischen Anlage noch gut stimmbar?

Die Mechanik macht mir optisch ein ziemlich desolaten Eindruck - aber vielleicht braucht sie auch nur mal neue Hammerköpfe + Filze und ne umfangreiche Reinigung?

Die Gehäuseoptik ist jjetzt natürlich auch nicht so berauschend, allein schon vom Stil her - andererseits könnt man sich da seiner künstlerischen Kreativität widmen und irgendwas "abgefahrenes" draus machen.
 
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Vergiß es! Baujahr 1944: Da gab es in Deutschland Wichtigeres zu tun als qualitativ gute Klaviere zu bauen. Das fängt wahrscheinlich schon bei der Materialauswahl an …

Es gab sicherlich zu er Zeit "wichtigere Dinge" als hochwertige Klaviere.

Viele Pianoforte Werke, mußten auf Waffenproduktion umstellen, die bauten dann gar keine Instrumente mehr.

Jene die ihre Produktion an Klavieren und Flügel* aufrecht erhalten konnten, blieben auch ihren Qualitätsmerkmalen treu - bei Materialmangel wurde halt weniger gebaut.
 
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