Euer peinlichstes Klaviererlebnis

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Anonymous, 2. Apr. 2006.

  1. Anonymous
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    Anonymous

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    Hallo, wollte mal hören, was euch so alles peinliches beim Klavierspiel passiert ist...
    So besonders bei Vorspielen, wos drauf ankommt und so.

    Ich fang einfach mal an:
    Das war schon etwas her, ganz am Anfang, da hab ich mit meiner Freundin ein Stück für Bratsche und Klavier gespielt und meine Freundin hat die Noten falsch herum hingestellt und ich hab mit dem Vorspiel angefangen und die hat einfach nicht durchgeblickt. und dann hab ich das Vorspiel einfach noch einmal gespielt und die hat immer noch nicht angefangen. und dann ahb ich aufgehört und sie blöd angeschaut und die dann so... "Ups, meine Noten sind verkehrt..." und hat se umgedreht und wir ham nochmal von vorne gespielt. Das war nur nicht so peinlich, weil ich da vielleicht 7 oder 8 war und mich das überhaupt nicht gejuckt hat ;-D
     
  2. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich habe mal, mit 12 oder 13 Jahren glaube ich, die Schule geschwänzt. Anruf: bin krank.... Blöd wie ich war trieb ich mich mit meiner Freundin direkt in der Nähe der Musikschule herum. Die Leiterin unseres Kammerorchesters kam vorbei (sie kannte meine Unterrichtszeiten) und stellte mich natürlich sofort zur Rede. Ich lief nur rot an und brachte kein Wort heraus. :oops:
    Noch peinlicher: Genau diese Leiterin des Kammerorchesters (das bestand aus 8 Schülern/Schülerinnen) holte sich, wenn etwas auf Dauer nicht lief, einen Schüler oder eine Schülerin in´s Sprechzimmer. Jeder Schüler ist irgendwie weinend rausgegangen. Ich dachte immer nur "das gibt´s doch garnet". Dann hat es mich auch erwischt und nach 20 Minuten Gespräch hatte auch ich Pipi in den Augen. Man hat quasi über sein eigenes Umvermögen geheult, ohne auf die Lehrerin sauer zu sein. Gegenüber den anderen war das mehr als peinlich. Ich weiß bis heute nicht, wie die das immer hinbekommen hat. War wohl eine Meisterin der Psychatrie. :lol: Auf jeden Fall war nach einem solchen Gespräch das Orchester der wichtigste Lebensinhalt und dann lief auch wieder alles.
     
  3. Anonymous
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    Anonymous

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    Mir ist mal beim Spielen in einer Hotelbar der Sessel zusammengebrochen. Hab dann einige Takte von unten weitergespielt.
    Naja, Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Ab dem Zeitpunkt war dann tolle Stimmung....
     
  4. Anonymous
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    Anonymous

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    Mein peinlichstes Klavier-Erlebnis fand bei einem von ca. 200 Leuten besuchten Klavierabend in einer schönen Jugendstilvilla in Wiesbaden statt. Ich bestritt diesen Klavierabend mit noch zwei anderen „Pianisten“ (man kann mich nicht wirklich als Pianisten bezeichnen) und ich hatte den Abend mit dem 1. Satz der Mondscheinsonate zu eröffnen. Dieser „leichte“ Anfang sollte mir die notwendige Ruhe für das weitere Programm geben, dass aus einigen Children´s Songs von Chick Corea und einer Mozart Fantasie bestand.

    Folgendes passierte: Etwa 10 Takte vor Schluss der Mondscheinsonate hatte ich einen Blackout und ich kam völlig raus. Nach ca. 5 Sekunden hilflosen Rumgeklimpere schaffte ich wieder den Einstieg und spielte erleichtert den Schlussakkord. Ich drehte mich zum Publikum und….niemand klatschte…NIEMAND!!! :oops: Nicht einmal ein Anstands- oder Verlegenheitsklatschen. Nach den längsten 10 Sekunden meines Lebens zeigte schließlich irgendjemand Erbarmen und fing an, zaghaft zu applaudieren, woraufhin auch der Rest des Publikums zu klatschen begann. Bis dahin war die Stille jedoch ohrenbetäubend gewesen. Ich trollte mich und war froh, als ich endlich keinen mitleidigen Blick mehr auf mir spürte.

    Was war passiert:

    Wie gesagt, sah das Programm vor, dass ich den Abend mit der Mondscheinsonate eröffnen sollte. Danach wären die nächsten Pianisten aufgetreten und schließlich wieder ich. Was ich nicht wusste war: Mein damaliger Klavierlehrer war vor meinem Auftritt in den Saal gegangen und hatte das Publikum gebeten, zwischen den Stücken nicht zu klatschen. Er meinte damit die Children´s Songs, die jeweils nur ca. eine Minute lang waren. Seine Ansage bezog sich also auf meinen zweiten Auftritt, nicht jedoch auf die Aufwärmrunde. Das Publikum hatte dies jedoch nicht richtig verstanden und klatschte demnach auch nach meinem ersten Stück nicht, was ich ja völlig in den Sand gesetzt hatte. Da ich das nicht wusste, bezog ich das auf meinen missratenen Auftritt und nicht auf die Befolgung der Anweisung meines Klavierlehrers. Die Schmach war perfekt. Auch wenn der Rest des Abends noch sehr gut lief, habe ich mich wohl bis heute von dieser Klatsche nicht erholt. :wink: Peinlich, peinlich…:oops:
     
  5. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    @ Bernd: Höhö, das ist ja echt lustig. :lol: Ab jetzt: Immer Videokamera aufstellen. :lol:
    @ Jam: Oh Mann, kein Applaus ist wohl der Alptraum schlechthin.
     
  6. Hartmut
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    Hartmut

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    Ich komme gerade von Alfred Brendel, und da ist mir wieder mal aufgefallen: viele Leute finden es gar nicht peinlich, noch vor der ersten Zugabe aufzustehen und heim zu gehen. Versteht das einer von euch :cry: :?:

    Ich überlege mir jedes mal, wie das wohl von oben aus gesehen ankommt...
     
  7. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Was soll daran peinlich sein? Es gefällt oder gefällt nicht. Von oben schaut man dann besser auf die Anzahl der Leute, die sitzenbleiben und auf eine Zugabe hoffen.
    Ich war mal bei einem Konzert von Genesis. Nach 40 Minuten gab´s eine regelrechte Abwanderungswelle.
     
  8. Hartmut
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    Hartmut

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    naja, vielleicht bin ich da auch ein wenig zu sensibel...
    meine Interpretation war (da das eben hier bei jedem Konzert der Fall ist), dass es von einigen lediglich als gesellschaftliches Ereignis gesehen wird, und man geht, um die nächste U- Bahn zu erreichen. Das musikalische Ereignis ist dann nebensächlich, und das empfinde ich als mangelnde Wertschätzung für den Künstler...

    Ich selbst bin noch nie irgendwo aufgetreten, sonst könnte ich wahrscheinlich eine Menge eigene Peinlichkeiten hier erzählen :wink:
     
  9. Elio
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    Elio

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    Hallo Hartmut,

    Du hast recht, ich finde das auch nicht gut, wenn soviele Leute gehen, ich befürchte dann immer, dass deswegen keine Zugabe gegeben wird...

    Bei mir ist es manchmal so, dass ich schnell das Konzerthaus verlassen muss um überhaupt noch nach Hause zu kommen (mit öffentlichen Verkehrsmitteln). Das ist mir dann sogar peinlich :)

    Viele (ältere) Zuhörer sind vielleicht auch müde?

    Ein weiterer Grund ist, dass viele Zuschauer nicht mit dem Massenstrom den Saal verlassen wollen um sich Gedränge zu ersparen. Also auch auf Kosten einer evtl verpassten Zugabe...

    Gruß,
    Elio
     
  10. Frau Bach
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    Frau Bach

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    Ich habe auch eine "klasse" Peinlichkeit aus dem Jahr 2005 parat ...

    Aus dem Takt gekommen ...

    Für ein Klavierkonzert habe ich zusammen mit einer profilierten Dozentin ein vierhändiges Stück einstudiert. Ich hatte den zweiten Part übernommen und der zweite Part bestand im mittleren Teil quasi nur aus abwechselnden C-Dur und G-Dur Akkorden in der rechten und linken Hand, die in einem schnellen Wechsel gespielt wurden ...

    Schon im Vorfeld hatte ich Probleme, dieses Stück perfekt zu spielen und wollte damit gar nicht erst auftreten, weil ich ein sehr ungutes Gefühl in der Magengegend hatte, was dieses Stück betraf. Doch so kurz vor dem Auftritt absagen, konnte und wollte ich dann auch nicht mehr ...

    Zu Beginn des Konzerts sollten wir beide überraschend als erste vorspielen - noch vor der eigentlichen Begrüßungsrede der Gäste durch den Gastgeber - doch davon wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nämlich auch noch nichts (jaja, die liebe Planung). Das war eine Tatsache gewesen, die mich schon komplett aus der Bahn geworfen hatte.

    Wir beide fingen halt mit dem Vorspiel an und die erste Seite konnten wir problemlos und mit Bravour spielen, bis wir zu dem mittleren Teil angelangten ...

    Wie das Pech es eben wollte, ist mir genau das passiert: nachdem ich die ersten abwechselnden Akkorde in dem rasanten Tempo gespielt hatte, bin ich aus dem Takt raus gekommen und fand keinen erneuten Einstieg ... - und meine Begleitung spielte einfach weiter. :shock:

    Erst als sie ein paar Takte später bemerkte, das ich mich zwischenzeitlich nicht mehr einklinken konnte, hat sie auch mit dem Spielen aufgehört ...Es entstand eine peinliche und vor allem viel zu lange Pause, bis wir uns geeinigt hatten (an dieser Stelle hatten wir eine geflüsterte Diskussion geführt), an welcher Stelle wir ansetzen und ab dort weiter spielen konnten.

    Dieses "aus dem Takt kommen" ist mir während dem mittleren Teil noch sagenhafte zweimal passiert ... :oops:

    Bis zu dem Schlusslauf hatten wir uns wieder gefangen. Doch in dem Schlusslauf hatte ich mich ganz schön in den Tönen vergriffen. Ich war zu dem Zeitpunkt eigentlich nur noch ein reines Nervenbündel gewesen ... Mein Lauf musste sich somit ziemlich dissonant angehört haben ... was er eigentlich gar nicht sollte ...

    Immerhin ... den grandiosen Schlusstakt hatten wir wieder perfekt gespielt ... Und haben dafür einen sehr höflichen, netten Applaus erhalten :oops: :roll: :lol:

    @Bernd: *lach* Was für ein Erlebnis ... :lol:
     
  11. Karl
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    Karl

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    Vor ca 12 Jahren spielte ich bei einem Wettbewerb (Sommer & war hochgradig allergisch auf Pollen bevor ich ein Jahr später hypersensibilisiert wurde...) Chopins heroische Polonaise. Im Mittelteil (Oktavläufe in der linken Hand) hat sich ein Nieser angekündigt, welcher mit einer Urgewalt, nicht kontrollierbar, rausschoss und die Klaviatur stellenweise in eine Rutschbahn verwandelte. Sorgte natürlich für Gelächter im Publikum... ich habe noch versucht die Oktavläufe weiterzuspielen um dann mit einem Taschentuch, welches mir gereicht wurde, die Stelle zu säubern... war nicht ganz so erfolgreich!
    Ich durfte zum Glück das Stück wiederholen!
     
  12. Windir
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    Windir

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    hehe, armer karl ^^
     
  13. Lini
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    Lini

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    :lol: da ja hier auch von den früh abtretenden leuten in konzerten geredet wurde, fällt mir auch was peinliches dazu ein ....

    ich war mal mit einer freundin zum ersten mal bei einem klavierkonzert in einer philarmonie und am ende wurde natürlich kräftig geklatscht usw...
    jedenfalls wussten wir nicht wie so der übliche ablauf war und dachten das wäre es für den abend, warteten also nich bis alle zuende geklatscht hatten damit wir nicht noch eine stunde auf den nächsten zug warten mussten,also standen wir auf und gingen... grad als wir den saal verlassen wollte, also an der türe standen, setzte sich der pianist und fing wieder an zu spielen...
    das war dann echt blöd, weil wir nicht wussten ob wir uns wieder setzen sollten oder jetzt da wir schonmal alle leute beim rausgehen gestört hatten gehen sollten...
    jedenfalls gingen wir trotzdem und verpassten auch noch den zug :lol:
    keine zugabe und trotzdem ne stunde in der dunklen kälte warten :lol:
     
  14. bückyblüthnerfan
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    bückyblüthnerfan

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    wenn man auf einer gut beleuchteten bühne steht/spielt sieht man das gar ´nicht...
     
  15. Mary
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    also das mit dem niesen ist mir auch schon passiert ;) bei sinding - frühlingsrauschen. und ich hatte auch ne pollen allergie :?

    aber einmal musste ich kurzfristig einen unterstufenchor begleiten, da der eigentliche pianist sich den arm gebrochen hat. nun gut, das stück hatte 10 seiten und somit konnte ich es auf die schnelle nicht auswendig lernen und es hatte viele wiederholungen. der typ der mir umgeblättert hat, hatte gar keine ahnung was über haupt wiederholungszeichen sind, und hat mir dann beim umblättern die noten zur seite gelegt, nu das dumme war das, dass gerade eine wiederholungsstelle war die 3 seiten davor wieder angefangen hat, und demnach hatte ich aufeinmal keine noten mehr vor mir und konnte nicht weiterspielen, und der chor hat eifrig weitergesungen und neben drann haben ich und mein "umblätterer" hektisch die noten gesucht, die auch noch durcheinander waren...letzten endes hab ich nur noch die letzten 2 seiten mitspielen können, da der chor ja immer weiter gesungen hat, musste ich ihn erstmal wieder finden :? :?
     
  16. Eva
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    Ich glaube nicht, dass es mangelnde Wertschätzung ist wenn man eher geht, weil man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Ich wohnte auch mal auf einem Dorf und musste mit dem Zug in die nächste große Stadt fahren. Konzerte fangen meist spät an und der letzte Zug fuhr 23.00 Uhr. Da geht man lieber etwas eher und verzichtet traurig auf eine Zugabe als bis 4.00 Uhr morgens auf den nächsten Zug zu warten.
     
  17. stephen
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    Jaja, die Öffis... Unsere erste Wohnung lag zwar nicht sooo weit vom Schuß, aber 19:30 fuhr der letzte Bus. Ein Grund, umzuziehen! Mittlerweile wohnen wir in der "großen" Stadt, so daß wir mit dem Tandem zum Konzert fahren können (und es gibt dort sogar Fahrradständer!!!). Hat nebenbei den Vorteil, daß auch ein Gläschen Wein noch drin ist... solange das Licht geht, muß hier kein Radler pusten :-)
    Zum eigentlichen Thema: Die Peinlichkeiten sind mir bisher noch erspart geblieben. Aber meinen ersten gebrochenen Knochen hatte ich auch erst mit 19. Spätentwickler halt :(
     
  18. Eva
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    Eva

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    Mein peinlichstes Erlebnis war wohl, als ich mal bei einem Musikschulkonzert bei offenem Fenster gespielt habe und ein Windstoß mein Notenblatt fast weggeweht hat. Ich hörte auf zu spielen und hielt es fest. Natürlich kam dann gleich meine Lehrerin und wollte die Noten festklammern, aber die Klammer fiel herunter. Sie sagte mir, dass ich weiterspielen solle und stand die ganze Zeit über den Flügel gebeugt und hielt meine Notenblätter fest. Hinterher fand ich es eigentlich ganz witzig, so wie viele Zuhörer auch. Aber während ich da am Flügel saß...
     
  19. stephen
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    stephen

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    Sinding, Frühlings-Blätter-Rauschen :?: :lol:
     
  20. Mary
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    Mary

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    jezz weiß ich warum ich immer auswendig spielen MUSS :cry: :lol: