Digitalpiano kaufen. Bitte um Hilfe!

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Guten Tag,

ich wende mich an euch mit einer Frage, die ihr bereits oft gehört habt. Vor einer Ewigkeit habe ich Klavier gespielt und möchte wieder vom Null anfangen. Jetzt suche ich Orientierung für den Kauf eines E-Pianos. Mit solchen Instrumenten kenne ich mich gar nicht aus. Voraussetzungen:

  • 88 Tasten.
  • Hammertechnik und Anschlagdynamik. Ich nehme an, dass alle E-Instrumente mit Hammermechanik dynamische Nuancierungen ermöglichen. Ist das richtig?
  • Normale Tastenbreite.
  • So wenig Schnick-Schnack wie möglich, ich suche nur einen Ersatz für ein akustisches Klavier, das Instrument muss nichts mehr können als ein echtes Klavier.
  • So einfache Bedienung wie möglich, keine komplizierte Technik.
  • Tragbar und leicht. Ich habe extrem wenig Platz und das Instrument muss leider in einem Schrank gelagert werden, wenn es nicht gespielt wird.
  • Sehr günstig. Leider ist mein Budget wirklich sehr mager (unter 300 €). Ein gebrauchtes Instrument käme auch in Frage.
Meine Fragen:

  • Was würdet ihr mir empfehlen?
  • Was meint ihr vom Casio* CDP 100?
  • Was sollte ich beim Kauf eines gebrauchten Instruments berücksichtigen?
Für jeden Ratschlag bedanke ich mich herzlich im Voraus. Schöne Grüße!
 

Casio* CDP 110 gibt's im Netz ab 200 Euro, dazu eine kleine Pianoteq Lizenz fürs iPhone /iPad wenn vorhanden, Das passt ins Budget, funktioniert, hat aber mit einem echten Klavier natürlich eher wenig zu tun...
 
Beim Kauf darauf achten, ob die Tasten gleichmäßigen Widerstand haben und die entstehenden bei den Tönen keiner zu leise oder zu laut ist. Ob das Klappern erträglich ist. Ob sie Tasten zu viel seitliches Spiel haben.
Nachteil der neueren Casio* mit dem schlanken Design: vor allem die schwarzen Tasten lassen sich innen nur schwer spielen, weil Klaviaturgeometrie/Spielbarkeit der Optik geopfert worden sind.
 
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Vielen Dank für die Hinweise! Was meint ihr vom Kawai* ES-60? Der Preis ist gut, die Marke bekannt, aber leider habe ich keine Ahnung, ob das Klavier wirklich empfehlenswert ist.
 
Roland* Fp 10 gebraucht.

Bei e Pianos musst du aufpassen, bei den meisten wird der Tastenweg nach hinten so schwer, dass du dir das Drücken angewöhnst.

Ich spiele (zusätzlich zu akustisch) ein fp30 was leider auch gebraucht über deinem Budget liegt aber FP 10 ist mit Kopfhörer eine gute Alternative.

Ich hatte damals ein Budget von 600€ und habe nur nach der haptik der Tastatur ausgewählt.
 
@virtualcai hab überlesen dass du das mit der Schwere der Tasten schon erwähnt hast.

Ich denke das ist der relevanteste Punkt.
 
Vielen Dank für die Hinweise! Was meint ihr vom Kawai ES-60? Der Preis ist gut, die Marke bekannt, aber leider habe ich keine Ahnung, ob das Klavier wirklich empfehlenswert ist.
Das hat zumindest einen ordentlichen eingebauten Klavierklang. Ist dann aber über deinem Budget, insbesondere da ein stabiler Ständer und ein ordentliches fusspedal Pflicht ist für ein einigermaßen angemessenes Spielgefühl. Das es 60 ist eher leicht gewichtet, das kann Spaß machen, aber eigentlich ist ein FP10 realistischer.
 
Nachteil der neueren Casio mit dem schlanken Design: vor allem die schwarzen Tasten lassen sich innen nur schwer spielen, weil Klaviaturgeometrie/Spielbarkeit der Optik geopfert worden sind.
Das ist richtig, aber für einen Anfänger, Wiedereinstieg, oder Gelegenheitsspieler nicht wirklich dramatisch. Mein Casio spielt sich im Zusammenhang mit Pianoteq grandios, ist aber auch die höchste Ausbaustufe der Casio Klaviatur. Ich war mit dem CDP 110 damals nicht unzufrieden für die Preislage.
Und sie Verarbeitung ist bei Casio echt besser als bei den günstigen Kawai oder Roland! (Spatien, Tasten Finish, Gehäuse)
 
Nimm eines von Yamaha, Kawai, Casio oder Roland ... da kannst Du nichts falsch machen und den ultimativen Geheimtipp gibt es eh nicht.
 
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  • #10
für einen Anfänger, Wiedereinstieg, oder Gelegenheitsspieler nicht wirklich dramatisch.
Was meinst du mit "nicht wirklich dramatisch"? Nicht auf dem Level eines Wohnungsbrandes, klar. Aber meiner Meinung nach trotzdem durchaus relevant. Spielgefühl ist wichtig, auch für Anfänger.
 
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  • #11
Was meinst du mit "nicht wirklich dramatisch"? Nicht auf dem Level eines Wohnungsbrandes, klar. Aber meiner Meinung nach trotzdem durchaus relevant. Spielgefühl ist wichtig, auch für Anfänger.
Der Casio-Besitzer ist überzeugt das sich sein Piano besser anfühlt und der Roland-Besitzer ebenfalls - wer hat dann recht?
 
  • #12
Ich finde eure Hinweise sehr nützlich. Es ist mir klar, dass ein Digitalpiano nur eine Kompromisslösung ist, wenn man leider gezwungen ist, auf ein akustisches Klavier zu verzichten. Die engen Grenzen meines Budgets sind auch nicht vorteilhaft und vor allem meine totale Ignoranz in Bezug auf elektronische Instrumente. Deshalb sind eure Hinweise für mich sehr hilfreich. Vielen herzlichen Dank!

Ich hätte an euch noch eine Frage. Warum gibt es anscheinend kein Digitalpiano, das nur die Funktionen eines akustischen Klaviers hat? Warum haben alle so viele Klänge, Rhythmen, Bluetooth, Apps und Gott weiß was für Dinge, die man nicht braucht, um Klavier zu spielen? Ich verstehe, dass manche Menschen sich diese Ergänzungen wünschen, aber warum gibt es keine günstigere alternative ohne so viel Schnick-Schnack?
 
  • #13
Ich verstehe, dass manche Menschen sich diese Ergänzungen wünschen, aber warum gibt es keine günstigere alternative ohne so viel Schnick-Schnack?
Weil die Hersteller glauben, es mit Schnick-Schnack besser verkaufen zu können. Die wirklich spannende Frage ist doch: woher stammt diese Annahme? Die großen Hersteller werden wohl Marktforschung betrieben haben. Lag die so weit daneben? Oder wollen potentielle Käufer wirklich das ganze Gedöns?
 
  • #14
aber warum gibt es keine günstigere alternative ohne so viel Schnick-Schnack?
Ohne Schnickschnack wäre es auch nicht günstiger. Die Klänge, Apps usw. sind entwickelt; die Chips programmiert.
Ein Digitalpiano mit genau nur einem Klaviersound käme vermutlich sogar teurer, weil man das erst wieder umprogrammieren müsste.
Also sehe den Schnickschnack nicht als Verteuerung, sondern als kostenlose Zugabe. Aus Herstellersicht ist es auch logisch, dass man ein Minimum an Funktionen mit einprogrammiert, um auf dem Markt bestehen zu können. Früher war es nur Midi und 4-8 Sounds, heute gehört eben auch USB, BT, App usw. zum Standard, genauso wie eine Kamera zum Smartphone.
 
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  • #15
Was meinst du mit "nicht wirklich dramatisch"? Nicht auf dem Level eines Wohnungsbrandes, klar. Aber meiner Meinung nach trotzdem durchaus relevant. Spielgefühl ist wichtig, auch für Anfänger.
Natürlich, aber dieses "Casio Problem" wird meines Erachtens über dramatisiert. Ich habe mein PX S5000 damals gekauft, da im direkten Vergleich zwischen NV6 , Ca701 und dem Casio für MICH das Casio näher am NV6 war als das ca701 vom Spielgefühl! Insofern hat @Klavierbauermeister mit seiner Liste ja gesagt, das es am Ende da auch den persönlichen Geschmack und den Geldbeutel ankommt... (Und Casio eindeutig mit im Spiel ist)
 
  • #16
, aber warum gibt es keine günstigere alternative ohne so viel Schnick-Schnack?
Bei Kawai sind die Einstiegsgeräte sehr reduziert und die App dazu empfinde ich gar nicht als Schnickschnack sondern als ziemlich komfortabel und hilfreich... So spart man als Kostenreduzierung Display und Bedienelemente und bedient das Gerät am Handy...ohne Zusatzkosten
 
  • #17
Ich hätte an euch noch eine Frage. Warum gibt es anscheinend kein Digitalpiano, das nur die Funktionen eines akustischen Klaviers hat? Warum haben alle so viele Klänge, Rhythmen, Bluetooth, Apps und Gott weiß was für Dinge, die man nicht braucht, um Klavier zu spielen? Ich verstehe, dass manche Menschen sich diese Ergänzungen wünschen, aber warum gibt es keine günstigere alternative ohne so viel Schnick-Schnack?
Yamaha z.B. kann nicht für jeden Wunsch in jeder Preisklasse ein anderes Modell anbieten, das kostet am Ende deutlich mehr als ein Modell das fast alles drin hat was sich jemand wünscht.
 
  • #19
Finde ich nicht, Schubert D 899 (op 90) Nr.3 ist für mich zum Beispiel auf den aktuellen Privia PX schlicht unspielbar.
ich glaube das beim TE ( von Null anfangen zum Budget 300 Euro) so ein Repertoire wohl nicht ganz akut anliegt... Um in solchen Tonarten klangschön zu arbeiten sind aber vermutlich die meisten gefalteten Digitalpiano Tastaturen eher semi...

Ich bleibe dabei, Casio ist im Budget Bereich auf Augenhöhe mit den andern Playern, hochgradig transportabel und von der Verarbeitung meist sogar besser.

Und mit steigenden spielerischem Level wird natürlich der Wunsch nach was Besserem aufkommen ( und sich Budgetvorstellungen anpassen 😉)
 
  • #20
Warum gibt es anscheinend kein Digitalpiano, das nur die Funktionen eines akustischen Klaviers hat?
Genau diese Frage hat mich auch lange beschäftigt.

Am Ende habe ich ein gebrauchtes Kawai gekauft.
Ich nutze nur einen der zwei Klaviersounds und nur eine Dynamikstufe.
Ich brauche allerdings keine Kirchenorgel, die nur Tutti kann, kein Hapsichord, welches nichtmal im Ansatz nach Spinett oder Cembalo klingt, keine Streicher, bei denen es nur eine einzige Hüllkurve gibt, und keinen Chor der nur "Aah" kann.
Das einzige, was hin und wieder mal zum "Spielen" ausgewählt wird, sind das Vibraphon und das E-Piano (Schweineorgel).

Ein Instrument, bei dem die Entwicklungskosten primär in einige Klavierklänge und die Haptik geflossen sind, wäre mir tatsächlich mehr Geld wert, als eines, bei dem der Klaviersound eben nur ein Feature zwischen enorm viel Schnickschnack ist.

Allerdings hat man es als Digi-Hersteller aktuell auch nicht leicht ... Emulationen sind mittlerweile ziemlich gut geworden, und wer wirklich "seinen Sound" haben will, der setzt aktuell wohl eher auf Lösungen wie "gutes 88er Masterkeyboard + Pianoteq o. Ä.".
Da muss man der Kundschaft schon einiges bieten, um dagegen anstinken zu können.
 
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