Das Hexlein

Dieses Thema im Forum "Vorstellungsrunde" wurde erstellt von babajaga, 9. Mai 2006.

  1. babajaga
    Offline

    babajaga

    Beiträge:
    155
    und keiner traut sich weiter zu schreiben. dabei kann man und frau hier doch mal über sich reden!!! :-D

    also - 30, weiblich, blond, nicht ledig und einen vogel hab ich auch.. 8)

    wollte ursprünglich blockflöte lernen, aber da haben meine eltern wohl das große grausen gekriegt und mich besser zum klavierunterricht geschickt. 12 jahre lang bin ich regelmäßig zu meinen über 80jährigen, sehr lieben und sehr geduldigen lehrer marschiert. wenn mein vater nicht so hinterher gewesen wäre, hätte ich es sicher zwischendrin einschlafen lassen. inzwischen bin ich ihm unheimlich dankbar dafür, denn jetzt ist es mir selber ein bedürfnis. da ist manchmal soviel musik in meinem kopf, die brauch irgendein ventil!

    nach dem abi habe ich 10 jahre in einer folkband das akkordeon gespielt (klezmer, balkan und französisch), da hat das klavierspiel etwas gelitten. aber ich glaube das war auch sehr wichtig, denn erstens kann ich jetzt akkorde blind greifen ohne lange suchen zu müssen und zweitens spiele ich viel freier und klebe nicht mehr nur an den noten. und ich habe keine angst mehr vor publikum...

    zur zeit spiele ich fast nur schubert und chopin. ich mag musik, die fließt, wo die finger richtig laufen können. die eher wie improvisiert klingt und nicht so festen strukturen gehorcht wie z.b. sonaten. so wie das ges-dur impromtu von schubert, wo die melodie über der begleitung schwebt... oder die nocturnes von chopin - auch wenn meine linke hand da noch etwas üben muss...
    ansonsten - grieg, dvorak, brahms, bach, michael nyman, phillip glass.... und irgendwann meistere ich auch noch das köln concert von keith jarrett!!!
    aber wer mir partout nicht mehr auf die tasten kommt, ist mozart! keine chance....

    und ausser der musik - ein mann, der lieber schönberg, henze und kancheli hört; ein bisschen mathe; eine vorliebe für sibirien und andere rucksackreisen; ein anspruchsvoller gaumen und ein groooßes bücherregal.....

    und jetzt ihr - erzählt mal was :!: :!: :!:
     
  2. Alex Schmahl
    Offline

    Alex Schmahl Guest

    Und was ist mit Mussorgski, Hexlein :wink: ?!
     
  3. babajaga
    Offline

    babajaga

    Beiträge:
    155
    der ist mir eigentlich oft zu wuchtig. ich hab nix gegen ihn, höre ihn gern ab und zu, aber wenn ich selber spiele, suche ich nicht danach.....

    warum, vermisst du ihn??? oder hätte ich mit meinem profil erstmal alle russen aufzählen sollen? :-D
    schöööne musik, kann man nicht anders sagen. trotzdem gibts irgendwie ein unterschied zwischen dem, was frau gerne hört und dem was sie selber spielen will (mal unabhängig von eventl. technischer überforderung..).
    sonst würden hier noch bruckner, schostakowitsch, rachmaninow, arvo pärt, faure und elgar auftauchen. und all die anderen, die leider nicht für klavier geschrieben haben...
    bis auf mozart natürlich, der bleibt draussen.
     
  4. babajaga
    Offline

    babajaga

    Beiträge:
    155
    aaahhh, kurzes grübeln und dann googeln ergab dann auch die erklärung deiner frage.
    ich kannte zu meiner schande nur promenade, schloss und das tor von kiew. na aber dann, das ist doch mal ein projekt... und wozu gibts bibliotheken.... :)

    und für alle anderen:

    Modest Mussorgski - Bilder einer Ausstellung:

    Das Werk vermittelt den Eindruck eines Rundgangs durch eine Ausstellung von Werken Hartmanns. Am Anfang steht die "Promenade", die zwischen den nachfolgenden Stücken leicht verändert wiederkehrt. Mussorgski selbst sprach davon, dass die "Promenade" ihn darstelle, wie er zwischen den Ausstellungsstücken umherwandere, um sie zu betrachten.

    "Gnomus" ist das erste Bild: Ein Zwerg, der linkisch auf missgestalteten Beinen herumhüpft. Die Musik deutet wilde Sprünge an, innerhalb derer kurz pausiert wird, auch der düster anmutende Mittelteil des Stücks wird von eruptiven Musikmotiven des "Gnomus" unterbrochen.

    "Das alte Schloss" wird von Stassov ausgeschmückt mit dem Zusatz: "Vor dem ein singender Troubadour steht". Es handelt sich um eine ruhige, von einer gleichförmigen Begleitung getragenen Romanze.

    "Die Tuilerien" geben das nachmittägliche Bild des berühmten Parks in Paris wieder: Tobende Kinder, die von ihren Gouvernanten eindringlich, aber vergeblich ermahnt werden. Die salbungsvollen Worte der Erzieherinnen werden von fröhlichen Einwürfen der nicht zu bändigenden Kinder unterbrochen.

    "Bydlo" ist ein schwerer, polnischer Ochsenkarren. Schwerfällig und breit kommt er daher und bildet eine akustische Darstellung der monoton rollenden Räder.

    "Das Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen" zeichnet das Bild von federleichten, quicklebendigen Küken, die vergnügt herumtrippeln und picken.

    "Samuel Goldenberg und Schmuyle" sind zwei Juden: Der eine reich und behäbig, der andere arm und abgerissen. Das Motiv zu "Samuel Goldenberg" ist dementsprechend breit und gewichtig, Goldenberg "spricht" mit dröhnendem Bass. Ganz anders "Schmuyle": Er zeichnet sich durch ein nervtötendes Jammern und Gezeter aus. Am Ende des Stücks werden beide Motive zusammengeführt, die linke Hand spielt Goldenberg, die rechte Schmuyle.

    "Der Marktplatz von Limoges" ist ein Abbild alltäglichen Markttreibens: Lebhaftes Gewirr, schreiende Verkäufer, streitende Marktfrauen.

    "Catacombae" und "cum mortuis in lingua mortua" stellen den Gang durch die Paris Katakomben dar. Sie spiegeln eine düstere Stimmung, die angesichts der aufgeschichteten Knochen und Totenschädeln in den Katakomben von Paris leicht aufkommen kann.

    "Die Hütte der Baba Yaga": Baba Yaga ist eine russische Hexe, ihre Hütte steht auf Hühnerkrallen, sie selbst reitet nicht etwa auf einem Besen, sondern auf einem Mörser (Werkzeug), den sie mit dem Stößel antreibt. Den Hexenritt bildet Mussorgski in diesem Stück nach.

    "Das große Tor von Kiew"' ist ein Stadttor mit Glockenturm und einer kleinen Kirche im Innern. Mussorgski verarbeitet in seinem letzten Bild das Motiv der '"Promenade"' und gibt dem Werk einen kirchenmusikalischen Charakter. Gegen Ende wird mit schweren Oktavbewegungen in der linken Hand Glockenschläge angedeutet.''

    (http://www.lexikonia.de/153237_bilder_einer_ausstellung.htm)
     
  5. Alex Schmahl
    Offline

    Alex Schmahl Guest

    Schön, dass Du zu Dir selbst gefunden hast ;).
     
  6. Wu Wei
    Offline

    Wu Wei

    Beiträge:
    2.429
    Sag mir doch mal, warum du immer wieder den Mozart anmäkelst. Mag ihn auch nicht so recht. (Bis auf's Requiem, das mir nun gleich wieder besonders gut gefällt.) Habe aber auch zu wenig Ahnung. Irgendwie ist mir alles zu klimprig und frohsinnig.

    Wu Wei
     
  7. Elio
    Offline

    Elio

    Beiträge:
    642
    Also Wu Wei,

    dann hör Dir doch mal die a-Moll Sonate KV 310 an.
    Ich glaube neben seiner c-Moll die einzige im düsteren Tongeschlecht.
    Die find ich nicht ganz so klimprig.
    Ich fand Mozart zu Beginn auch nicht so sehr interessant, mittlerweile immer mehr. Das Dumme ist nur, damit die Stücke richtig wirken muss man ein verdammt guter Pianist sein :)

    Elio
     
  8. Wu Wei
    Offline

    Wu Wei

    Beiträge:
    2.429
    Na ok, danke für den Tip. Den Klavier-Bach habe ich seltsamerweise auch erst sehr spät für mich entdeckt und bin ihm nun ganz verfallen.

    Wu Wei
     
  9. Elio
    Offline

    Elio

    Beiträge:
    642
    Auf Bach bin ich erst gekommen, als ich Andras Schiff 3 Stunden live und bei absoluter Stille zuhören durfte bei dem Wohltemperierten Klavier 1 und 2 :)
    Mozart spielt er auch sehr schön :) Achja, und Schubert auch.
     
  10. babajaga
    Offline

    babajaga

    Beiträge:
    155
    ha, du wirst lachen elio, so gings mir vor kurzem mit den goldberg variationen!! :-D

    dass es die gibt, wusste ich schon länger, aber variationen haben mich nie sehr interessiert und bach klang mit geige oder cello einfach besser.
    und dann war hier im forum immer wieder von der interpretation durch glen gould die rede. nur dass es die grad nicht gab in unserer bibliothek, also hab ich den schiff mitgenommen. so nach dem motte, guck mer mal... aber was für eine erleuchtung!!! :-D
    (hoffentlich gehts meinen nachbarn ähnlich, denn die dinger sind verflixt kompliziert.. :twisted: :twisted: )

    mit der glen gould einspielung kann ich nun wieder gar nix anfangen. das ist eher wieder genau der (klimper-)bach, der mir nicht gefällt..

    spielst du die variationen??
     
  11. Elio
    Offline

    Elio

    Beiträge:
    642
    Nein, leider sind sie für mich zu schwer, vielleicht würde ich einzelne hinbekommen, aber ich wage mich da noch nicht dran.
    Ich kenne zu meiner Schande nur die Einspielung von Schiff, aber von der bin ich schonmal hin und weg :)
    Aber die Gould Einspielung hören steht auf jeden Fall irgendwann an !
    Elio
     
  12. babajaga
    Offline

    babajaga

    Beiträge:
    155
    na dann halt mich mal auf dem laufenden... :-D

    aber zum selber spielen such ich mir auch erstmal die raus, die machbar sind und seh' dann weiter. als aufführung ist es schon schöner, sie alle zu hören, aber für mich selber im stillen kämmerlein tun's auch erstmal Aria,1,13,21 und vorallem die 25. an der könnte ich mich momentan nicht satthören - inkl. der tiefen verneigung vor dem meister nach jedem mal.... die ist einfach überirdisch schön...... :wink:
    die beschreibung von schiff im booklet fand ich spannend dazu. der tod und danach das jenseits, die neue hoffnung...