Das Haus "Fichtenley" um die Flügel herum

Dieses Thema im Forum "Sonstige Musikthemen" wurde erstellt von Marlene, 1. Nov. 2017.

  1. Marlene
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    Marlene

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    Wen meinst Du mit „Lieferant“? Stommel-Haus? Der Bauleiter wird tatsächlich von Stommel-Haus bezahlt, denn er ist deren Mitarbeiter. Insofern wird er sich hüten, Pfusch am Bau durchgehen zu lassen.
     
  2. Marlene
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    Marlene

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    Und so etwas macht jemand, der einen guten Ruf zu verlieren hat?
     
  3. Bernhard Hiller
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    Bernhard Hiller

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  4. Marlene
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    Marlene

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    Das hoffe ich.

    Beruhigend ist zumindest, dass die Garantie 30 Jahre beträgt auf die Grundkonstruktion, Außenwände, tragendes Holzrahmenwerk, Schwellen, Pfetten, Pfosten und der tragenden Decken- und Dachbalken.

    Das Thema Hausbau ist für mich absolutes Neuland und daher bin ich für Tipps dankbar. Aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie das gehen soll mit einem unabhängigen Bauberater. Sollte er während der drei Tage, in denen das Haus aufgebaut wird, vor Ort sein und allen auf die Finger schauen?
     
  5. sail67
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    sail67

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    @Marlene
    Es geht nicht nur um die 3 Tage des Aufbaus. Es fängt beim Fundament an, bei der Armierung, etc. Es geht hauptsächlich darum, ob die Ausführung so ist wie in den Plänen vorgeschrieben und die Qualität dem Stand der Technik entspricht. Es geht um Dichtungsmaterial, ist es sauber verlegt, oder ob die Ausführung der Leistungsbeschreibung entspricht.

    Folgeschäden entstehen fast immer durch fehlerhafte Ausführung und nicht durch fehlerhafte Pläne oder Verträge.

    Stummel wird Subunternehmer einsetzen und einem Bauleiter von Stommel würde ich extern auf die Finger schauen lassen.

    My 50cent, der auch ein Fertighaus hat bauen lassen und dankbar war den VPB gehabt zu haben.

    Teste Stommel, in dem du ankündigst einen VPB Bauüberwachung einsetzen zu wollen. Sind sie offen und begrüßen das, dann ist das eine gute Ausgangsposition. Wollen sie es dir ausreden, sind skeptisch....dann erahne wo der Hase lang läuft....
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Nov. 2017
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  6. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    So in etwa. Das ist Alltag im Baugewerbe. In der Regel wird ein Bauleiter immer vom Bauherrn oder dem planenden Architekturbüro gestellt; selten von der ausführenden Firma. Der Bauleiter wählt auch meist die Ausführenden aus, wobei er sich auf seine Erfahrungen beruft. Beim Fertighaus ist Planer und Ausführender (idealerweise) das gleiche (oftmals aber auch Subunternehmer aus der Wühlkiste) , so dass der Bauleiter vom Bauherrn gestellt werden sollte.

    Allerdings, und das macht das Bauen so schwer, gibt es Bauleiter und Bauleiter, Architekten und Architekten, Handwerker und Handwerker....
    Ich kenne sehr gute Bauleiter** aber auch ahnungslose Vollpfosten, die nur am Schreibtisch arbeiten, sich am Bau nie blicken lassen und wenn doch dann dermaßen verpeilt sind, dass sie eine Aufsicht durch den Handwerker brauchen statt umgekehrt.
    Als Bauherr ist es schwer, weil man selbst nicht in der Materie steckt und wenig Leute kennt. Abhilfe: Rede mit anderen Bauherren in der Umgebung und suche nach Empfehlungen. Mach Dich mit dem Gedanken vertraut, dass gute Leute nicht auf Dich zukommen, lange Wartezeiten haben und ganz sicher keine Subis für Fertighaushersteller sind.

    Wenn Du z.B. ein Stommelhaus* willst dann rede nicht mit Stommel sondern mit dessen Kundschaft in Deiner Umgebung.

    * Btw. Fertighaus: Habe mal ein Fertighausbau miterlebt: 3 Tage, war das Ding fast fertig, sah alles solide aus inkl. Elektrik, Dachdeckung... Aber die popelige Schornsteineinfassung hat noch mal mehr als drei Wochen gedauert, weil die einfach keinen Dachdecker hatten. Solche Dinger werden weniger von Handwerkern sondern mehr von Monteuren hochgezogen; ähnlich wie Ikea. Das kann im Prinzip jeder aber wehe, ein Teil ist falsch nummeriert oder passt nicht....

    ** Auf dem Bau wird IMMER gepfuscht (auch ich mache das ständig). Ein guter Bauleiter erkennt, ob es sich um "guten" oder schlechten Pfusch handelt und ist auch selbst in der Lage, schnell und unkompliziert zu improvisieren. Du erkennst gute Leute daran, wie sie arbeiten, wenn nichts klappt (und auf dem Bau klappt immer nichts :-D ).
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Nov. 2017
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  7. Marlene
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    Marlene

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    Ich habe in meinem Leben zu viel erlebt, um mich überhaupt in der Nähe von Naivität zu befinden. Aber Deinen Eindruck kann ich – aufgrund meiner vorhergehenden Worte – gut nachvollziehen. In dieser Angelegenheit bin ich wieder einem meiner berühmt-berüchtigten Denkfehler zum Opfer gefallen. Und meine Gedanken haben sich zu sehr mit dem Grundstück, den dortigen Gegebenheiten und einer anderen – für mein weiteres Leben ebenfalls sehr wichtigen - Angelegenheit beschäftigt. Das hat mich betriebsblind gemacht für dieses wichtige von Euch angesprochene Thema.

    Ich danke Euch fürs Aufwecken.
     
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  8. Barratt
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    Das sollte sie auch, und im Fall von "Stommel" ist immerhin damit zu rechnen, dass es die Firma noch einige Jährchen gibt. ;-)

    Bei uns im Dorf erzählte man mir (wiederholt - scheint offenbar Gesprächsthema gewesen zu sein), dass beim Bau unseres Fertighauses beim Unterbau ein Fehler gemacht wurde, weswegen die bis zur Entdeckung des Fehlers ausgeführten Arbeiten wieder abgerissen (und die Trümmer entsorgt) werden mussten. Das hat zu Verzögerungen geführt, die im Zeitplan des Bauträgers natürlich nicht einkalkuliert waren - mit den entsprechenden Weiterungen.

    Selbstverständlich muss der Bauträger dafür aufkommen (falls es jemand rechtzeitig bemerkt), aber überleg mal, was es für einen Huddel bedeuten würde, falls ein pfuschiges Fundament erst auffiele, wenn die Hütte bereits steht und man vielleicht schon drin wohnt. Dann nützt einem die 30jährige Garantie zunächst mal nicht sooo viel. :teufel:

    Das Neckische daran ist natürlich, dass die Fundamentarbeiten nicht vom Verkäufer des Fertighauses selbst gemacht, sondern an Fachfirmen untervergeben werden. Da ist schon mindestens ein zweiter Player mit im Spiel. ;-) Logo guckt dem der Bauträger auf die Finger, aber mal ehrlich, wer guckt so aufmerksam wie der Bauherr selbst (bzw. sein fachkundiger Beauftragter).
     
  9. nispi
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    nispi

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    Auf jeden Fall ist eine unabhängige Bauaufsicht sehr zu empfehlen.
    Ich habe erlebt wie sich der Bauleiter (der Hausbaufirma) und der unabhängige Bausachverständige auf unserer Baustelle angeschrien haben. Der unabhängige Bausachverständige hat gewonnen, zu unserem Besten :-).

    Vielleicht sogar schon im Vorfeld jemand Unabhängigen, wir hatten jemanden der den Vertrag angeguckt hat und uns alles erklärt hat und auch mit Erfahrung und Sachverstand Ergänzungen empfohlen hat.
    Beispiel: wer kümmert sich um die Strassenabsperrung? Muss der Bauherr das organisieren und extra bezahlen, oder macht das die Firma? Wir hätten als unerfahrene Bauherren niemals im Vorfeld an sowas gedacht.
     
  10. Barratt
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    Barratt Lernend

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    Das ist es ja. Die allermeisten Privatleute bauen nur einmal im Leben. Es liegt sozusagen in der Natur des privaten Bauherrn, mehr oder weniger völlig unerfahren zu sein.


    @Marlene
    Mir fiel gerade noch etwas ein, was Du ansprechen könntest, und zwar die Basisarbeiten für ein Blitzschutzsystem. Dabei handelt es sich um eine metallische Stabkonstruktion, die in Zusammenwirkenn mit den oberirdischen Installationen das Haus in einen "Faradayschen Käfig" verwandelt.

    In vielen Bundesländern ist das mittlerweile Pflicht, aber ich weiß nicht, ob es überall so ist. Normalerweise lässt sich so etwas auch problemlos im Nachhinein installieren, aber dafür muss das Erdreich aufgegraben werden. Da bei "Deinem" Grundstück der Untergrund felsig ist (und somit nicht "mal eben schnell" ringsherum aufgegraben werden kann), wäre es sinnvoll, das zuvor abzuklären.:-)
     
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  11. dilettant
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    dilettant

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    Ach es geht ums Wohnklima. Da bin ich allerdings ganz bei Dir. Ich bin vor einigen Jahren von einem ausgebauten Dachgeschoss (also Trockenbau) in ein mittlerweile 120 Jahre altes Haus umgezogen, in welchem einige (leider nicht alle) Außenwände als 40er Ziegelwände ausgeführt sind. Die Unterschiede im Wohnklima sind erheblich (und zwar positiv). Temperaturschwankungen wie auch Schwankungen der Luftfeuchtigkeit werden ausgeglichen. Am deutlichstem merkbar ist das im Sommer, wo in Hitzeperioden die Innentemperatur sich eine ganze Weile unter 25 Grad hält. Aber auch in der Übergangszeit, indem die Raumtemperatur nämlich auch ohne Heizung nicht mit Sonnenuntergang sofort absackt.

    Allerdings hatte @Marlene erzählt, dass ihr bei 18 Grad in dem Holzhaus nicht kalt war. Ich würde erwarten, dass ein Holzhaus zumindest hinsichtlich rLF auch schon ganz angenehm ist.
     
  12. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Eben, und das macht einen (guten!) Bauleiter/Gutachter/whatever so wichtig. Der hat halt die Erfahrung die man selber hätte, wenn man 100 Häuser gebaut hätte.

    Es gibt halt auch Holzhäuser und Holzhäuser. Eines habe ich mal gedeckt, da dachte ich, das bricht jeden Moment zusammen, wenn ich da noch ein Dach drauf setze. Das war so ein typischer wie von @joeach angesprochener "Barackenbau", totaler Leichtbau, Sparrenbreite von 1,5 cm!!! (Sparren ist das was man auch Dachbalken nennt), oben und unten Leisten verklebt, damit man da überhaupt was drauf nageln kann. Wände ähnlich aufgebaut.
    Mir wäre das nix aber dem Kunden hat´s halt gefallen.
     
  13. tilo
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    tilo

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    Da bin ich zu wenig informiert.

    Apropo Bauleiter. Der war bei mir leider vom Bauträger. Das war nicht gut. Am Schluss hatte ich wegen Mängel einen Gutachter der IHK vor Ort, der mir allerdings Schadenersatz zusprach.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Nov. 2017
  14. Marlene
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    Marlene

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    Nächste Woche werde ich den VPB-Bauherrenberater des Regionalbüros Köln aufsuchen, der sich auch mit Holzbau auskennt.

    Seine Qualifikationen und Spezialkenntnisse finde ich recht beeindruckend.

    Etwa 100 km weniger hätte aber der in Koblenz ansässige Bauberater zur Baustelle zu fahren.

    Ich denke, dass es mehr Sinn macht, einen mit dem Baustoff Holz vertrauten Sachverständigen (also den aus Köln) zu beauftragen, auch wenn seine Rechnung durch die Fahrkosten deutlich höher ausfallen wird. Außerdem scheint er sich besser mit biologischem Bauen auszukennen. Was meint Ihr?
     
  15. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ehrliche Meinung (rein persönlich, kann auch falsch liegen):
    Das sind Berater aus der Wühlkiste. Die "Qualifikationen und Spezialkenntnisse" von dem Stewen entsprechen Mindeststandard, über die jeder Bauingenieur verfügt. Da ist also gar nix "speziell" oder gar beeindruckend. Seine Referenzen sind überschaubar (es gibt eine!, über die schlechten Bewertungen kann man nur spekulieren, da die natürlich nicht veröffentlicht werden). Immerhin: Er hat mal Maurer gelernt.
    Das Leistungsspektrum des Seufferle liest sich schon besser, allerdings beschränken sich die meisten seiner Referenzen auf seine Seminare (die scheinen gut zu sein). Er wird mehr der Theoretiker als Pragmatiker vor Ort sein.

    Da Problem: Auf solchen Internetseiten steht immer nicht drin, mit was sich die Leute sich nicht auskennen. Das zu wissen wäre viel wichtiger.
     
  16. Marlene
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    Marlene

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    Wühlkiste....
    :dizzy: :konfus:

    Beeindruckend finde ich seine Kenntnisse im Vergleich zu anderen. Die Dame aus der südlichen Nachbarstadt z.B. hat – meiner laienhaften Meinung nach – erheblich weniger zu bieten. Sie würde Deiner Meinung nach unterhalb des Mindeststandards rangieren.
     
  17. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Wie gesagt, ich kann auch daneben liegen und kann auch schlecht einschätzen, wie der VPB mit Gutachtern aufgestellt ist. Für Berlin gibt es z.B. gerade mal ein einziges Büro. Als Referenz tauchen alle Jahre mal ein paar Dankesworte auf. Davon kann kein Gutachter leben. Ist mir alles suspekt.
    Der Stewen z.B. hält Vorträge, ist Vorstandsmitglied des Vereins, hat ein Architekturbüro (gleiche Anschrift wie VPB-Regionalbüro).... tanzt auf vielen Hochzeiten.
    Ich will niemanden schlecht machen, kann auch ein sehr fähiger Mann sein. Aber sein Internetauftritt gibt für mich keinen Anlass da irgendwie beeindruckt zu sein. Kannst ja mal von dem Erstgespräch berichten.
     
  18. dilettant
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    dilettant

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    Boah, bin ich froh, dass ich das hinter mir habe und es halbwegs glimpflich ausging. Ich hatte eine ETW in einem noch zu sanierenden Altbau gekauft. Das Bauprojekt hat sich 4 Jahre hingezogen, zwischenzeitlich wurde die Bauträgerfirma verkauft, der Verkauf rückabgewickelt, neu verkauft. Über die Bauzeit saßen wir insgesamt vier mal beim Notar um den Vertrag anzupassen. Als wir vor Ablauf der Gewährleistung noch mal Mängel nachbessern lassen wollten, war die Firma erloschen ...

    Das Projekt wurde letztlich von einem 2-Mann-Entwicklerteam durchgezogen mit drei "Wir können alles"-Handwerkern aus Polen für die meisten Arbeiten (entkernen, mauern, putzen, Fenster einbauen) und einer ganzen Reihe weiterer Firmen aus Polen oder aus dem Umland. Die Entwickler haben einen Bauleiter gestellt, der war durchaus eine Hilfe und hat zwischen den Handwerkern und uns als Käufern vermittelt. Teilweise arbeiteten sie mit den eingesetzten Firmen schon länger zusammen, teilweise nicht.

    Thema Bauleiter: Der Bauleiter war uns eine große Hilfe, obwohl er vom Bauträger gestellt wurde. Er vermittelt zwischen den Auftraggebern (Bauträger/Bauherren) und den Handwerkern. Der Bauträger will Dich ja nicht (zwingend) über's Ohr hauen - Baumängel werden von zum großen Teil von pfuschenden Handwerkern verzapft, die zur Abnahme über alle Berge sind. Haften tut der Bauträger. Innerhalb gewisser Grenzen ist der Bauträger auf Deiner Seite, und damit auch der Bauleiter!

    Gerade wenn Du von einer Fertighausfirma kaufst, würde ich davon ausgehen, dass der Bauleiter Erfahrung hat und den Haustyp kennt und dass die Fertighausfirma einen Ruf zu pflegen hat. Ein gesunders Misstrauen ist sicher angebracht, aber die Chance, dass Du selbst wirklich einen besseren Bauleiter findest, ist ja auch nicht so groß. Außerdem kann es natürlich das Verhältnis zum Bauträger beschädigen, wenn Du auf einem eigenen Bauleiter bestehst.

    Köstlich!

    Wir hatten zusätzlich einen Sachverständigen, mit dem wir mehrmals Begehungen durchgeführt haben und der uns bei der Abnahme begleitet hat. Das gibt eine gewisses Sicherheit und zwingt jedenfalls den Bauträger, Dich ernster zu nehmen. Allerdings kochen die Sachverständigen auch nur mit Wasser. Er wird sich kaum Zeit nehmen, sich in Dein Projekt reinzudenken. Der schneit halt mal vorbeit, schwätzt klug und vielleicht fällt ihm was auf. Dafür kostet er extra Geld ...

    Wie Peter schon sagte - vielleicht verlässt Du Dich bei der Entscheidung für einen Sachverständigen eher auf Deine Menschenkenntnis als auf formale Qualifikationen. Wenn die Liste von Qualifikation zu lang ist, kann man mit gewisser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Du einen Dampfplauderer vor Dir hast.

    @Marlene: Hast Du denn den Fertighausbauer mal nach einer Referenz gefragt. Also ob sie Kontakt herstellen können zu einem Kunden in Deiner Region, dessen Haus fertig ist?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Nov. 2017
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  19. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Genau, ein guter tut das. Ein guter Bauleiter arbeitet im Interesse ALLER Beteiligten.
    Ein schlechter nur im Interesse des Bauunternehmers oder nur im Interesse des Bauherrn*. Die schlimmsten jedoch arbeiten im eigenen Interesse. Schon gehabt und gemeinsam mit der Kundin (sie hatte ihn beauftragt) vom Hof gejagt.

    Da gibt es auch solche und solche. Kenne sehr gute Problemlöser. Auffallen tut IMMER was. Das muss. Der kommt ja nicht vorbei und berechnet dann "nichts gefunden".
    Anekdote dazu (@dilettant 50 m von Dir): Größeres Projekt, Abnahmetermin. Kundschaft lässt extra aus Schweden einen Dachverständigen (ha, freudscher Verschreibfehler, lasse ich stehen :-D) einfliegen. Der findet nichts, lässt überall das Dach aufdecken, (er)findet endlich was und schreibt seine DIN A4-Seite voll (3 Tage (sinnlose) Nacharbeit). Beim Kaffee danach (Kundschaft weg) gibt er uns den Tipp: "Leute, wenn ihr so gut arbeitet und wisst dass ein Gutachter kommt, dann baut doch offensichtliche Mängel ein, die man gleich sieht und die schnell behoben sind. Ist für mich einfacher, für Euch einfacher und die Kundschaft spart Geld". Zur Mängelabnahme ne Woche später (Kundschaft war nicht anwesend) ist er nicht mal aus dem Auto gestiegen.
    Seit dem vergesse ich da und dort einfach mal was, was der Gutacher dann bemängeln kann und ich in 2 Stunden abgearbeitet habe.

    *Richtig lustig wenn Gutachten gegen Gutachten gestellt wird. Das macht dann niemandem mehr Spaß.
     
  20. dilettant
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    dilettant

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    Ja, aber ich schrieb von Reindenken. Heißt für mich, das Projekt anschauen. Er müsste ja idealerweise zunächst die ganze Konstruktion verstehen, also z. B. wie ist der Wandaufbau geplant, wo ist die Dampfsperre, wie liegt der Taupunkt, kann da Feuchtigkeit in der Wand entstehen, wie sind die Anschlüsse der Innenwände gelöst - gibt es da Kältbrücken, an denen nachher innen Nässe entsteht, usw. usf. Und erst dann sollte er auf die Baustelle kommen und schauen, ob das korrekt umgesetzt ist. Er müsste jetzt eigentlich auch festlegen, bei welchem Baufortschritt er jeweils kommen muss, weil bestimmte Dinge ja später nicht mehr sichtbar sind (leider, deswegen wird ja gepfuscht). Dachziegel zur Abnahme noch mal aufnehmen wie bei Dir ist schon frech, da hätte er doch lieber während der Arbeiten kommen können.

    Natürlich fallen ihm auch Dinge auf, die einfach falsch sind, unabhängig davon, was geplant war. Aber das sind Zufallstreffer oder eben die Sollbruchstellen, die der Handwerker einbaut. Eine systematische Fehlervermeidung wäre extrem aufwändig, das wird kein Sachverständiger machen und das will auch kein Bauherr bezahlen. Irgendwie muss man sich schon auch ein bisschen auf den Bauträger verlassen, anders gehts nicht.

    @Marlene: Jetzt keine Angst kriegen. In jedem Bauprojekt geht jede Menge schief. Missverständnisse, Pfusch, Unwissenheit, you name it. Trotzdem werden eigentlich alle Projekte irgendwie fertig und in aller Regel sind die Leute hinterher auch zufrieden, irgendwie kriegt man es halt trotzdem immer noch hin. Aber eine 100%-Garantie gibt es nicht.

    Deshalb finde ich ja die Idee mit dem Sachverständigen gut, hatte aber eher empfohlen, den Menschen zu bewerten statt irgendeiner nicht nachprüfbaren Liste von Qualifikationen. Erfahrung und Bemühen sind wichtig. Formale Qualifikationen hingegen ... also Häuser werden seit ein paar Tausend Jahren gebaut, natürlich gibt es neue Technologien, gerade auch bzgl. Dämmung, aber am Ende ist das keine Raketenwissenschaft. Zum Thema Dämmung/Feuchtigkeit/Taupunkt reicht eigentllich 10. Klasse Schulphysik, um das zu verstehen. Die Frage ist doch eher, ob der Sachverständige sich die Mühe macht, überhaupt drüber nachzudenken. Daran scheitert es normalerweise.
     
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