Das Buschner

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von kpoun, 14. Juli 2019.

  1. kpoun
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    kpoun

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    Guten Abend,

    ich möchte euch heute um allgemeine Informationen zu einem Klavier bitten.

    Ich habe vor 20 Jahren ein Klavier gekauft.

    Es trägt den Namen „Buschner Plauen i.V.“. Es ist 132cm hoch und die Gussplatte trägt das Datum 11.12.1929.

    Es stand lange Zeit in meinem Jugendzimmer, bis ich mich schließlich entscheiden musste, es in unser Haus zu holen. Da mein Herz an dem Instrument hängt, habe ich es zuvor restaurieren lassen.

    Das Klavier wurde komplett in Hochglanz lackiert. Die gesamte Mechanik wurde überarbeitet, es wurde neu besaitet, Holzarbeiten durchgeführt, Stegdoppel erneuert, die Elfenbein-Klaviatur überarbeitet, usw. Es steht da wie neu, und lässt sich auch so spielen. Lediglich die Hammerköpfe wurden nicht erneuert, da diese in einem wunderbaren Zustand sind. Sie wurden lediglich abgezogen und intoniert.

    Das Buschner klingt ganz toll und wirkt sehr hochwertig. Ich habe schon mehrfach gehört, dass es sich vor den großen Namen nicht verstecken muss.

    Mich würde interessieren, ob jemand von euch Informationen zu dem Namen Buschner aus Plauen i.V. hat. Kennt jemand die Klaviere? Die Geschichte des Klavierbauers?

    Ich habe so gut wie nichts im Internet dazu gefunden. Es ist sehr schade, da das Klavier sehr hochwertig verarbeitet ist. Ich habe lediglich erfahren können, dass Buschner wohl nur 3 bis 4 Jahre Klaviere gebaut hat, und dieses wohl eines seiner letzten war, bevor er seine Arbeit unter seinem Namen beendeten musste. Er hatte wohl versucht mit den ganz großen zu konkurrieren und hat es leider nicht geschafft.

    Viele Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2019
  2. Barratt
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    Schönes Stück. :001:


    Wenn Du damit zufrieden bist, es schön klingt und Du es für Dich behalten willst, warum interessiert Dich sein Marktwert? :konfus:

    Solche Schätzchen sind so viel wert, wie jemand dafür zu bezahlen bereit ist. Und das ist auf jeden Fall weniger, als es DIR wert ist. Dein Herz hängt doch an dem Instrument, und Du hast es toll restaurieren lassen. Was kümmert Dich die Summe, die jemand dafür locker machen würde?
     
  3. kpoun
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    kpoun

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    Da hast du natürlich recht, dass mir niemand das zahlen würde, was es mir Wert ist. Es war ne Schnapsidee danach zu fragen. Ich finde es schade, dass vergleichbare Instrumente namhafter Hersteller mit Sicherheit das doppelte oder dreifache am Markt wert sind.
     
  4. Barratt
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    :022: Ist nun mal so. Trag es mit Würde und habe einfach Freude daran.

    Wen interessiert der Marktwert von etwas, was man absolut nicht hergeben will?


    Mein nicknamegebendes Instrument verursacht auch reihum Nasenrümpfen bei der bloßen Namensnennung. Wenn die Leute sich dann selbst dran setzen, mögen sie es trotzdem sofort. Ein graues Entlein halt. :016:

    Ein von unserem Klavierbauer Michael kurz vor seinem tragischen Tod perfekt eingestelltes graues Entlein, muss man der Ehrlichkeit halber hinzufügen. Mein Steinwaytechniker war überaus angetan davon, wie gleichmäßig es eingestellt ist und wie ungewöhnlich gut für ein Klavier es repetiert.
     
  5. cwtoons
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    cwtoons

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    Das kann ich gut verstehen. Klar will man nach Möglichkeit wissen, was das Teil wert sein könnte.

    Auch wenn man etwas gar nicht verkaufen will, Wert drückt sich nun mal auch in Geld aus.

    CW
     
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  6. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Vielleicht will es ja die Hausratversicherung wissen?
     
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  7. Barratt
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    :idee: Dann hast Du daheim sicher nur Steinways rumstehen.
     
  8. kpoun
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    kpoun

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    Soweit habe ich noch garnicht gedacht. Ich habe natürlich eine Rechnung über die Restauration, aber diese drückt ja kaum den Wert des Instruments aus.
     
  9. altermann
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    altermann

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    Schlage auf den Rechnungsbetrag max. 500 Euro drauf. Dann hast du den Wert deines Klavier. Liege ich mit meiner Meinung falsch, oder so?

    Gauf! :017:
     
  10. Dieter
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    Dieter

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    1923 gab es in Thalheim/Erzgebirge die Pianofortefabrik "Kreyßig & Buschner". Buschner schied 1924 aus dieser aus und gründete in Plauen zunächst 1926 eine Pianohandlung, 1928 dann seine Pianofabrik, die vermutlich nur wenige Jahre bestand. Der Klavierbauer Richard Buschner ist noch 1950 in Plauen zu finden.
     
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  11. kpoun
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    kpoun

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    Vielen Dank!
     
  12. altermann
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    altermann

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    Willst du uns verraten, wie hoch der Rechnungsbetrag war?

    :017:
     
  13. Klavirus
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    Klavirus

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    Glaube schon, denn hineingesteckte Arbeitsstunden können vielleicht den Wert erhöhen, im Sinne davon, dass es überhaupt etwas wert ist. Aber wieviel davon dann in den wirklichen Wert hineinfließt? Gibt es einheitliche Stundenlöhne, arbeitet jeder Klavierbauer gleich schnell...?

    Gauf!
     
  14. kpoun
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    kpoun

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    Wird hier auch die Meinung vertreten, dass lediglich Instrumente auf denen Steinway, Bechstein, Ibach oder ähnliches steht einen Wert hat?

    Wenn ich mir manche Instrumente großer Namen anschaue die teilweise 20.000 Euro und mehr kosten, frage ich mich „warum?“. Teilweise überzeugt hier weder Klang noch Verarbeitung.

    Ich habe nicht vor das Klavier zu verkaufen. Und ich weiß auch, dass ich nie das Geld dafür bekäme, was es mir Wert ist, aber ich halte solche Äußerungen, dass das Klavier keinen Wert hat als sehr fragwürdig. Da kommt man sich ja vor wie beim unseriösen Autohändler im Hinterhof.
     
  15. trm
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    trm

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    Dein Klavier hat - wenn überhaupt - einen niedrigen "Verkaufswert", weil es eben am Markt keine Nachfrage nach dieser Marke gibt.
     
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  16. kpoun
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    kpoun

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    Das bestätigt mich nur wieder, dass viele lieber ein minderwertiges Produkt kaufen auf dem ein Name steht, oder mittlerweile noch viel schlimmer: es werden schrecklich seelenlos klingende Instrumente von geringer Haltbarkeit unter einem Namen verkauft der irgendwie mit Steinway oder anderen zu haben soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Musiker tatsächlich will?!

    Es geht hierbei ja nicht um mein Klavier, sondern darum, dass es viele kleinere Marken gibt die besser verarbeitet sind und besser klingen.
     
  17. Gymnopedie
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    Gymnopedie

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    Wir hatten zuhause ein Klavier Marke unbekannt, Optik grosser schwarzer Kasten, das hatten wir, weil niemand mehr drauf spielte, für symbolische 20 DM in Süssigkeiten verkauft. Wenn es noch da wäre, würde ich heute wieder drauf spielen, denn es hatte einen schönen Klang. Mein jetziges gebrauchtes Klavier ist völlig uncool in Nussbaum im Chippendale Stil und deshalb beim Wiederverkauf auch kein Renner. Mir ist das wurscht, weil es toll klingt und sich super spielen lässt. Freu dich an deinem schönen Klavier, JETZT. Das ist das, was zählt.:-)
     
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  18. Barratt
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    Blödsinn. Es geht um den Marktwert, oder?
     
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  19. Bernhard Hiller
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    Bernhard Hiller

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    Es gibt hier andere Fäden, in denen Leute z.B. aufgefordert werden, Klaviere zu kaufen statt Marken. Scheint ganz zu deinen Vorstellungen zu passen.
    Aber beim Marktwert geht es eben darum, was andere zu zahlen bereit sind - und die Masse steht auf wohl bekannte Namen.
     
  20. altermann
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    altermann

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    Noch einmal möchte ich dich bitten, die Kosten für die Restauration zu benennen. Bilder möchte ich auch gerne sehen.
    Nur so kommst du für mich persönlich am Trollverdacht vorbei.

    Gauf! :017: