... bin ich oder bist du zum klavierspiel gezwungen worden?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von altermann, 19. Aug. 2019.

  1. Klimperline
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    Klimperline

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    Wollen hätte ich schon gewollt, aber dürfen habe ich nicht gedurft!

    Geld und Platz wären vorhanden gewesen, der Wille meiner Mutter, mir eine Klavier und Unterricht zu erlauben, war allerdings ganz und gar nicht gegeben. Als meine Eltern mein Betteln und Gejammer irgendwann nicht mehr ertragen konnten, gab es eines Weihnachten ganz großzügig eine Bontempi-Orgel mit Luftgebläse, ca. 2,5-3 Oktaven und für die linke Hand ein paar Akkordknöpfen. Dazu ein paar Notenhefte und die Anweisung, den Lautstärkeregler nicht überzustrapazieren.

    Wie habe ich den Klang dieses Dinges gehasst, sonderlich oft habe ich nicht darauf gespielt, habe aber immerhin das Notenlesen damit gelernt, was mir heute hilfreich ist.

    Die Bettelei sind sie allerdings auch nicht losgeworden, denn ich wollte ein Musikinstrument haben, kein Spielzeug. Leider waren meine Eltern in dieser Hinsicht hart im Nehmen.
    Das Argument meines Vater zu diesem Zeitpunkt: "Mach lieber eine Sache richtig als vieles nur halb". Er war damals der Vorsitzende des Sportvereines, in dem ich neben der Schule bis zu 30 Stunden in der Woche trainiert hatte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Aug. 2019
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  2. Evaaa
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    Evaaa

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    Oft ist es eben auch wirklich Zufall. Mein Vater war u.a. auch ehrenamtlicher Chor- und Kirchenchorleiter und insgesamt musikbegeistert. Die Begeisterung wollte er auch an seine Kinder weitergeben. Ich schätze, das ist ihm weitestgehend gelungen. :-)
     
  3. Marlene
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    Marlene

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    Manchmal?
    :konfus: ;-)


    Ich wurde nicht gezwungen, ich wollte es im Alter von etwa zehn Jahren lernen, aber ich durfte nicht.

    Gründe für die Verweigerung meiner Eltern:
    • “Das Klavier ist ein schwarzes Folterinstrument, gerade gut genug um mit der Axt rein zu schlagen und Brandholz draus zu machen!“.
    • Fehlendes Geld: Hausbau und Aufbau eines kleinen "Warenhauses" hatten Vorrang.
    • Die Schwester meines Vaters hat diesen in jungen Jahren mit Klaviermusik genervt. Ob sie freiwillig gespielt hat oder gezwungen wurde ist nicht überliefert.
    • Meine Mutter wurde zum Klavier spielen gezwungen, es gehörte sich damals so.
    Meine Eltern haben mich derart „gründlich“ glauben lassen, Klaviermusik sei die Ausgeburt der Hölle, dass ich bis Juni 2011 Klaviermusik gehasst habe ohne wirklich zu wissen, wie sie klingt. Klaviermusik wurde - falls sie mal im Radio lief - sofort abgewürgt.
     
  4. Klimperline
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    Klimperline

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    So erging es meiner Mutter in ihrem Berufsmusiker-Elternhaus auch. Sie wurde zum Klavierspielen gezwungen, auch Violine und Blockflöte mussten beherrscht werden. Seit dem Tag ihres Auszuges hatte sie außer der Blockflöte kein Musikinstrument mehr angerührt und wahrscheinlich hängt damit auch ihre Weigerung zusammen, wieder ein Klavier ins Haus zu holen.

    Zum Sport wurde ich übrigens nicht gezwungen, mir hat er Spaß gemacht und auch die Sportart, die viel mit Musik und schrittweisem Erarbeiten von immer schwieriger werdenen Techniken zu tun hat, habe ich mir selbst ausgesucht. Nur mein überehrgeiziger Vater konnte nerven, zumal er anfangs gegen den Leistungssport war und erst dann ins Gegenteil umschwenkte, als sich erste Erfolge zeigten.
     
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  5. Klavirus
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    Klavirus

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    Lauter verhinderte Tastengenies hier....

    Gauf!
     
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  6. Gernot
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    Gernot

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    Ich wurde nicht gezwungen. Nach der damals obligatorischen Blockflöte habe ich ein paar Jahre beim örtlichen Musikkapellmeister Akkordeon gelernt und das ganz gerne gemacht. Kann mich nicht erinnern, dass man mich zum Üben zwingen musste. Mein Zwillingsburder hatte dagegen eine sehr kurze Karriere als Posaunist. Irgendwann wurde mir aber die Schneewalzer-Literatur zu fad. Zum Klavier bin ich gekommen, weil ich total fasziniert war von den WERSI-Orgeln (kann sich noch wer an die erinnern, die konnten alle möglichen Instrumente "nachmachen" ;-) ) und so was unbedingt wollte. Nach einem Gespräch mit meinem Lateinlehrer, der selbst Organist war und auch komponiert hat, war dann der Plan: erstmal Klavier. Dankenswerterweise habe ich auch eines bekommen (und was auch immer damals auf meinem Sparbuch war für den Kauf beigesteuert). Wer weiß, ob es ohne die Erfahrung mit dem Akkordeon so gelaufen wäre. Ich war da glaube ich 14, also in einem Alter, in dem andere schon wieder aufhören.
     
  7. altermann
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    altermann

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    Wurde @Stilblüte, geboren in einer Musikerfamilie, ans Klavier geschoben?
    Vielleicht antwortet sie, wenn sich im Forum die Gemüter beruhigt haben.
    Oder so, oder so ähnlich.

    Gauf! :017:
     
  8. brennbaer
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    brennbaer

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    aber selbstverfreilich!
    Wie könnte man den Lambert Franzl an den Steuerelementen seines „Raumschiff-Cockpits" je vergessen...
     
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  9. Klavirus
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    Klavirus

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    @altermann :
    Gauf! Wer zum Klavier gezwungen wurde, den gibt es hier nicht.
    Gauf!
     
  10. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    @altermann Ich wurde sanft motiviert, aber nie gezwungen und hab sehr lange sehr wenig geübt. Manchmal wünschte ich mir, meine Eltern hätten etwas mehr Druck ausgeübt. Aber nur manchmal. Dann fällt mir nämlich wieder ein, was ich statt des Übens gemacht habe, und dass mir das heute beim Musizieren und auch sonst im Leben sicher genauso viel oder sogar mehr nützt, als das Üben es getan hätte.
     
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  11. Lacrimosa
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    Lacrimosa

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    Ich habe mich als Kind lange dazu verpflichtet gefühlt, mich irgendwie musikalisch zu engagieren, weil ich aus einer musikalischen Familie komme. Bis auf Chorsingen hatte ich aber eigentlich nicht wirklich Interesse dran, und meine Mutter sagt immer, sie dachte schon, ich wäre komplett unmusikalisch :lol:

    Ich weiss nicht mehr, warum ich gesagt habe, dass ich mit Klavier anfangen will. Ob ich es wirklich wollte oder ob ich eben dachte "das muss sein". Der Deal war, dass ich nach einem Jahr ein E-Piano bekomme (vorher gab es nur ein kleines Keyboard). Ich habe das erste Jahr durchgehalten, aber ziemlich schnell danach die Freude verloren. Es folgten ein paar Jahre Streitereien, weil ich aufhören wollte und zu faul war zum Üben... Es gab sogar einen Kalender, wo ich eintragen musste, von wann bis wann ich geübt habe und ich sollte min. eine halbe Stunde üben - ich fand das damals schrecklich und war Meister im Ausreden finden. Dabei ist eine halbe Stunde immer viel zu schnell vorbei, wenn ich mich heute ans Klavier setze...

    Irgendwann nach ungefähr 4 Jahren habe ich mich dann endlich durchgesetzt und durfte aufhören, da war bei mir die Freude gross. Allerdings wurde mir seitdem der Klavierunterricht nie mehr bezahlt, und ich habe grosses Glück gehabt mit meiner Lehrerin, als ich am Gymnasium wieder mit Klavier angefangen habe (auch da noch nicht wirklich freiwillig, eine halbe Lektion Instrumentalunterricht war nämlich obligatorisch). Meine Lehrerin hat mich aber immer eine ganze Stunde statt nur die von der Schule bezahlte halbe unterrichtet, und im letzten Semester, als der obligatorische Unterricht zu Ende war, durfte ich auch noch weiter zu ihr kommen, obwohl ich nur ungefähr einen Viertel der Stunden bezahlt habe... Das war nicht selbstverständlich und ich habe es sehr geschätzt. Und grosses Glück gehabt, dass die plötzlich aufgeflammte Leidenschaft fürs Klavier auf diese Weise nicht aus Kostengründen verhindert worden ist, wie bei so vielen hier...
     
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  12. Barratt
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    Zum Musizieren gezwungen? Never. Das gehörte einfach dazu. Ich habe keine Ahnung, wie ich damals noch vor der Einschulung in dieses Kinder-Blockflötenensemble hineingerutscht bin. Es geschah einfach. :006:

    Irgendein Instrument hat in meiner Familie sowieso jeder gespielt und auch fleißig gesungen, wenn auch (bis auf eine Person) ohne "künstlerischen Ehrgeiz". :022: Mit der Violine konnte ich mich nicht anfreunden, mit der Gitarre auch nicht, das Akkordeon war bleischwer. Mein Papi und ich haben dann zusammen Orgelunterricht genommen. Dazu wurde eine Orgel der Firma GEM angeschafft (gibt es heute glaube ich nicht mehr, die Firma) mit vielen Registern. Sehr spannend. Nach wenigen Jahren überzeugte meine Orgellehrerin sowohl mich als auch meine Eltern, dass es ja eigentlich das Klavier sei, welches... etc.

    Das Wunschklavier (Barratt & Robinson) durfte ich selbst aussuchen, musste es aber von meinem Ersparten bezahlen, um Eigeninteresse unter Beweis zu stellen. Da gingen meine sämtlichen Ersparnisse drauf, aber es reichte nicht. Die Großeltern haben auch noch zugeschossen, und von den Eltern kam auch noch was (denn alles was angeschafft wurde, war ja nicht nur für mich, sondern auch für meinen jüngeren Bruder, der sich später als erheblich talentierter und förderwilliger erwies als icke :004:).

    Hey, wennde Deine kompletten Ersparnisse in ein Instrument investiert hast, mussde nicht mehr genötigt werden, es zu beüben = auch Pädagogik.

    Die elektrische Orgel wurde irgendwann von meiner Mutter weiterverkauft. Das Klavier GsD nicht. Es fand einige Jahrzehnte später wieder zu mir, und Micha machte es zu dem, was es heute ist. :herz:
     
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  13. Dreiklang
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    Oder wenn man sonstwie einen größeren Batzen Geld in sein Instrument gesteckt hat.

    Ist momentan wohl der Hauptgrund, warum ich jetzt wieder öfters übe, und das Instrument nicht wieder verstauben lassen möchte.
     
  14. Klavirus
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    Klavirus

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    Hätteste deine Kohle in was Vernünftiges gesteckt, könntest du es ja verkaufen. So hast du im Falle des Falles nur Elektroschrott.... :009:
    Sorry, bisschen böse, aber wahr.
     
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  15. Dreiklang
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    Dreiklang Temporär gesperrt

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    Ach, wenn Du irgendwas neu kaufst, hast Du im Fall des Falles immer ein bisschen die A-Karte.

    Hab' hier grad kein gescheites Internet... sonst könnte man mal nach den Gebrauchtpreisen für's V-Piano schauen. Aber: verkloppen will ich das 'eh nicht. Das bleibt hier.
    Und mit dem Fadenthema hat das alles eh nichts zu tun :schweigen:
     
  16. pianochris66
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    pianochris66

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    Ich bin quasi unbewusst von meiner älteren Schwester und meinem Onkel gezwungen worden:-).
    Meine ältere Schwester, die ich wirklich über alles liebe, hatte schon 3 Jahre Unterricht und ich fand es einfach nur grausam, was sie da an den Tasten fabrizierte und dachte mir, dass ich das besser kann. Wie ein Klavier klingen konnte wusste ich durch meinen Onkel, der noch heute mit 81 Jahren auf Zuruf jeden Jazz-Standard und alten Schlager herrlich spielt und drüber improvisiert. Da wollte ich auch hin. Das habe ich zwar bis heute nicht geschafft, bin aber auf ewig dankbar, dass meine Eltern mir die Grundlagen für mein heutiges Hobby ermöglicht haben. Meine Schwester hat übrigens ein halbes Jahr nach meinem ersten Unterricht aufgehört, sie hatte einfach überhaupt kein Interesse und hat sich seitdem auch nie mehr an ein Klavier gesetzt, was ich sehr schade finde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Aug. 2019
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  17. Rheinkultur
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    Erste Kata-Strophe:



    LG von Rheinkultur
     
  18. Moderato
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    Moderato

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    Meine Eltern habe mich mit ca 14 oder 15 ohne zu fragen bei einem KL angemeldet. Ich hatte bis dahin nichts mit Musik am Hut und hätte lieber mehr Fussball gespielt. Aber das Erbstück meiner Mutter dieser schwarze Kasten sollte nicht ungenutzt im Kinderzimmer stehen. Ich hatte nie Interesse für das Ding gezeigt.
    Nach den ersten Klavierstunden war ich dem Klavier verfallen und interessierte mich plötzlich für Musik, die ich bis dahin durch erzwungenes Singen in der Schule eher hasste. Gesungen habe ich seitdem freiwillig nie mehr. Aber ich wurde eifriger Konzertbesucher und habe viele der alten großen Pianisten gehört.
    Ich erhebe nicht den Anspruch "Musik zu machen", ich möchte nur Klavierspielen. Das ist schwer genug.
     
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  19. Marlene
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    Das ist ein wirklich schönes Thema, @altermann.
    :kuscheln: :-)
     
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  20. Monique.
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    Monique.

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    Meine Eltern hatten damals kein Geld für so was . Ich wollte damals so gerne Ballett machen . Aber auch das war zu teuer . Erst als ich im Erwachsenen Alter mal eine alte Bontempi Orgel geschenkt bekam ,ist bei mir der Wunsch gekommen Musik zu machen ,. Daraufhin hat meine Mama mir ein Geyer Klavier gekauft .Da war ich ca. 30 Jahre alt. Nach 1 Jahr starb mein KL . Und damit war für mich das Klavierspielen auch vorbei. Erst als meine Enkelin auf dem Geyer rumklimperte und ich ihr Unterricht geben liess , kam der Wunsch Musik zu machen auch wieder . Da war ich aber schon eine Oma. Wir haben zuerst beide Unterricht gehabt , bis meine Enkelin nicht mehr wollte. , hab ich es aber beibehalten .Bis heute . Das sind jetzt schon ca . 8 Jahre ,an dem ich mich an meinem. ,inzwischen neuem Klavier ,erfreuen darf . Und das werde ich so lange machen , bis meine Gehirnzellen den Geist aufgeben .
    Somit sind aber meine Fähigkeiten virtuos spielen zu können doch sehr eingeschränkt ,als wenn ich mit 4 oder 5 Jahren angefangen hätte . Aber Spaß macht es mir trotzdem Und das wird auch so bleiben
     
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