... bin ich oder bist du zum klavierspiel gezwungen worden?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von altermann, 19. Aug. 2019.

  1. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Ich wollte, hätte auch gedurft, aber das Geld hat für ein Klavier nicht gereicht.
    Also gab es nur ein Schifferklavier. Immerhin.

    Gauf
     
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  2. Klavirus
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    Klavirus

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    Bei meiner Sttiefschwiegercousine hing immer eines im Flur an der Wand neben der Klotüre. Ich dachte, das heißt deswegen so.
    Gauf! ...oder so.
     
  3. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Ein Schifferklavier heißt Schifferklavier, weil man beim Spielen Schiffen kann, also hing es politisch korrekt dort, oder so.

    Herje, ich bin schräg drauf heute morgen. :blöd:
     
  4. Klavirus
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    Klavirus

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    Oder umgedreht...
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  5. maxe
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    maxe

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    die frage wird jetzt sehr bedeutsam als ständiger begleiter immer und überall zu stellen sein;-)


    oh doch, es entspannt wirklich,

    nicht mehr diese sinnarme umschalttaste nutzen zu müssen, nach deiner @altermann einladung und deinem geschätzten vorbild :-)

    Aus bitterer Furcht vor scheltenden An- und Ein-griffen,:angst::angst: unterwerfe ich mich aber, gezwungenermaßen ;-) der Klein- UND Gross-Schreibung, bevor hier jemand noch hyperventiliert:girl::drink:


    Klavierspiel war ein Wunsch, der bei mir schon im Kindergarten entstand, da unsere aus der Sowjetunion stammende
    Kita-Gruppenführerin jeden Morgen mit uns am Klavier und Schifferklavier ausgiebig sang und tanzte.

    Außerdem bewunderte ich als kleiner Steppke sehr den geheimnisvollen Mann an der Orgel....

    Nun kurzum, Zwang gab es nicht.

    Aber man mußte leider oft Spielkameraden vertrösten, da die nachmittägliche Zeit knapp war, denn die reine Wege-zeit zum Unterricht war (in eine Richtung) , wenn alles pünktlich kam , ca. 1 1/4 h und dass an 2 Tagen pro Woche und dann noch Chor, Kapelle und Theorie....

    Das sehe ich auch heute noch sehr problematisch, dass intensive Hobbies Kinder doch sehr von ihren privaten Kameraden "ab/aus-grenzen" .
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Aug. 2019
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  6. Klavirus
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    Klavirus

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    Ihr hattet 'ne Orgel im Kindergarten?

    :konfus:



    Hätte auch gereicht.
     
  7. maxe
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    maxe

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    Muss ich denn alles haarklein, tipp für tapp ausformulieren, natürlich,

    "Orgelmann gucken,
    wenn in Kirche,
    du @Klavirus jetzt besser verstehen"
    oder so:017:
    ;-)
     
  8. Muck
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    Muck

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    Kenn ich

    Kenn ich auch. Zum wöchentlichen Kirchgang wurde ich nämlich gezwungen. Hab mich immer in die Nähe der Orgel verzogen und ein Pläuschchen mit dem Organisten gehalten. Mit ein bisschen Glück auch Orgel getestet, Dorf halt:lol:.
    Das hat zur Folge, dass ich sämtliche Kirchenlieder kenn, beim Vater unser aber Probleme bekomme;-).

    Es hat übrigens 18 Jahre gedauert, bis ich jemanden kennengelernt hab (also außer KL), der auch diese Affinität zum Klavierspielen hatte. Eigentlich ziemlich traurig.
     
  9. Evaaa
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    Evaaa

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    War bei mir auch so. Hab dann auch zwei Jahre Kirchenorgel-Unterricht erhalten als Jugendliche und durfte in der Kirche gegenüber täglich üben. “Dorf halt“! :-)
     
  10. Alcarinque
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    Alcarinque

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    Kein Zwang in irgendeiner Weise. Allerdings auch kein Klavier in Reichweite und in der Schulzeit nicht wirklich motiviert noch mehr zum Lernen zu haben.
    Von Klavier und Orgel (das wöchentliche Kirchgangstrauma habe ich allerdings) aber immer irgendwie fasziniert gewesen, zwar auch von anderen Instrumenten, aber beim Klavier hatte ich das Gefühl das mir das passen würde...
    Viele Jahre später will ich das damals Verpasste nun aufholen. Mal schauen ...
     
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  11. Edeltraud
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    Edeltraud

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    "Mögen hätte ich schon wollen, aber dürften habe ich mich nicht getraut." (Karl Valentin)

    Es gab kein Klavier, und weder das Geld noch den Platz dazu. Insofern musste ich meine Neigungen auf anderen Instrumenten ausleben.
     
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  12. espresso
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    espresso

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    Exakt so war es bei mir. Das gleichaltrige Nachbarmädchen hatte ein Keyboard (vielleicht war es auch eher eine Bontempiorgel. Das weiß ich heute nicht wirklich) Ich habe immer drauf geschielt wenn ich bei ihr war und sie hat mir stolz gezeigt, was sie wieder neues gelernt hat. Zu Hause habe ich vorsichtig davon erzählt, dass das Nachbarmädchen Klavier lernt. Meine Mutter hat das lachend abgetan mit den Worten dass sei nichts, ein Spielzeug und der Lehrer ein arbeitsloser Handwerker der nix könne. Ich hab mich nicht getraut zu fragen ob ich es denn richtig lernen dürfe.

    Kurze Zeit später hat meine Mutter beschlossen, dass mein Bruder Blockflöte lernen müsse. Sie, die kein Instrument spielt, hat mit ihm geübt. Das war so schrecklich mit anzusehen, dass ich froh war kein Instrument lernen zu müssen.

    Heute bezahle ich meinen Unterricht selber und bin, was meine Übepensum und meine Fortschritte angeht, nur mir verantwortlich.
    :026::herz:
     
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  13. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Dazu habe ich eine Variante. Zum Klavierspielen gezwungen wurde ich zwar nicht. Unsere Mutter hatte uns durch Vormachen und Ermunterungen so manipuliert, dass ich und meine Geschwister es selber wollten oder wenigstens zu wollen glaubten (derlei Manipulation nennt man, glaube ich, Pädagogik).

    Gezwungen aber wurde ich, das Orgelspiel zu erlernen. Denn als ich elf war, begab es sich, dass unser Dorfschulmeister und Orgelschläger, ein wahrer Lehrer Lämpel seiner Zunft, in Pension ging und sein Nachfolger zum ungläubigen Erstaunen der Gemeinde mit dem alten Wummerkasten (übrigens von Joh. Georg Vogtherr, dem letzten Vertreter der Thüringer Orgelbautradition in Franken) nichts anfangen konnte. Da beschloss der Kirchenvorstand: Wir nehmen halt den, die paar Choräle wird er schon zusammenbringen, und mit dem Pedal konnte der Lehrer schließlich auch nix anfangen.

    Ich war so stinksauer, wie man mit elf Jahren nur sein kann, aber ... bei näherer Betrachtung schien diese Wendung in meinem Leben durchaus nicht ohne Charme. Als Sohn des Pfarrers musste ich nämlich allsonntags den Hauptgottesdienst und die nachmittägliche "Christenlehre" im sog. Pfarrerskäfig absitzen. Wer das Layout einer evangelischen Kanzelaltarkirche kennt, weiß, was ich meine: man sitzt quasi neben dem Altar im Sperrsitz im Angesicht der Gemeinde und wird von allen alten Weibern angeglotzt und auf regelwidrige Regungen gescannt. Dem auf die völlig uneinsehbare Orgelempore zu entkommen, versöhnte mich damit, dass ich mich in Zukunft unter der Fuchtel eines schrulligen KMD statt mit Mozart mit den Sechs kleinen Präludien und Fugen, Buxtehude und anderen Autoren wie dem grottenfaden, wie damals fand, J. P. Sweelink zu befassen hatte. Und 30 DM Jahres(!)salär, zahlbar zum 1. Advent, gab es noch dazu (ja, pauschal für alle Gottesdienste und Kasualien des Kirchenjahres). Hinter der Tür zum Blasebalg hatte ich immer ein Buch versteckt, in dem ich während der Predigt las. So verdanke ich der musikalischen Unbildung eines Zwergschullehrers auch noch die Grundlagen meiner bescheidenen literarischen Bildung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Aug. 2019
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  14. Klein wild Vögelein
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    Klein wild Vögelein

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    Herrlich!!!!:lol:
     
  15. Muck
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    Muck

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    Was lustiges zum Thema Musik und Kirche: hab am Wochenende im Auto die Krönungsmesse laufen und das Credo mitgesungen. Kommentar meines Sohnes: "Mozart konnte aber gut Latein..."
     
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  16. Dreiklang
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    Dreiklang

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    Dem kann ich mich nur anschliessen! @Ambros_Langleb - Du hast manchmal schon eine herrlich-amüsante Art, zu schreiben! ; -)
     
  17. Shaman1905
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    Shaman1905

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    Ich schließe mich auch an ...

    Ich hätte gerne als Kind Klavier gelernt, aber wir hatten weder Platz noch Geld.
     
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  18. samea
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    samea

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    Ich bin erstaunt wie viele von euch mein Schicksal teilen.
     
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  19. Muck
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    Muck

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    Das finde ich auch sehr traurig. Um so bewundernswerter ist es, diesen Wunsch nicht aufzugeben und als Erwachsener (neben Beruf und Familie) die Mühe auf sich zu nehmen, Klavierspielen zu lernen!!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Aug. 2019
  20. Shaman1905
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    Shaman1905

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    Ich kann es nur für mich sagen: ich fand es schade, aber nicht traurig. Es war eben so und vielen Familien ging es in den 60ern und 70ern nicht anders. Ich hatte trotz sehr kleiner Wohnung (bis ich elf war auf 44 qm inkl. Balkon zu Viert) eine schöne Kindheit und habe nichts vermißt. Vielleicht lag es daran, daß unsere Eltern uns zu dieser Zeit glaubhaft vermitteln konnten, was ging und was eben nicht. Und von alle Wünsche möglichst sofort erfüllen war Jung und Alt in dieser Zeit sowieso weit entfernt.