Begegnungsstelle aller gläubigen Christen

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Henry, 6. Mai 2019.

  1. maxe
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    Wir könnten einfach mit Verweis auf Benedicts akademische Meriten das "Erkenntnisverfahren" abkürzen, denn er war im zarten Alter von 31 Jahren einer der allerjüngsten
    (C4) Ordinarien die es je an deutschen Universitäten gab:

    • 16. April 1927 geboren in Marktl am Inn
    • 1946-1951 Studium der Philosophie und Theologie in Freising und München
    • 29. Juni 1951 Priesterweihe
    • 11. Juli 1953 Promotion zum Dr. theol.
    • 21. Februar 1957 Habilitation in München
    • 1. Januar 1958 a.o. Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Phil.-Theol. Hochschule Freising
    • 1. April 1959 Ernennung o. Professor für Fundamentaltheologie an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Bonn
    • 1962-1965 Berater des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings beim Zweiten Vatikanischen Konzil
    • ab Sommersemester 1963 Professor für Dogmatik an der Universität Münster
    • 1966 Ruf an den Lehrstuhl für Systematische Theologie der Universität Tübingen
    • 1969 Ruf an die Universität Regensburg
    https://ratzinger-papst-benedikt-stiftung.de/schriften.html

    http://www.institut-papst-benedikt.de/joseph-ratzinger-gesammelteschriften-jrgs.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Mai 2019
  2. pianochris66
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    pianochris66

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    Wenn dem so wäre, warum hast Du Deinen Beitrag dann mit den Worten "Warum wohl?" beendet? Aber komm, ist gut, es tritt genau das ein, was beim Thema zu erwarten war:022:.
     
  3. dilettant
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    dilettant

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    Nee Du. Das kann ich jetzt nicht so stehenlassen.

    Die Antwort auf die rhetorische Frage "Warum wohl" lautet: Weil Muslime eine andere Auffassung von Ethik (bzw. von Menschenrechten) haben. "Anders" ist nicht wertend. Es ging doch überhaupt nicht um Muslime, sondern um eine anschauliche Begründung, warum ich hinsichtlich der Existenz einer universellen Ethik meine Zweifel habe.

    Diesmal bin ich sauer betreffs Deiner Unterstellung.
    :-((
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Mai 2019
  4. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Man könnte auch unfroh reagieren, wenn man sieht, wie das Nichtverstehen des Jargons einer fremden Disziplin zu derlei anmaßenden Rundumschlägen führt. Man muss Ratzingers Ansichten nicht teilen (ich z.B. fand sein Christus-Buch recht ernüchternd), aber im Zusammenhang mit seinen Publikationen von "substanzlosem Geschreibsel" zu sprechen, zeigt entweder, das der Äußerer nie eine Zeile von ihm gelesen oder nie eine Zeile von ihm verstanden hat. Schade, dass die Diskussion hier schon wieder von Leuten an den Prellnbock gefahren wird, die zwar zur Sache offenkundig nicht viel zu sagen haben, das aber mit umso größerer Lautstärke tun zu müssen glauben.
     
  5. rolf
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    rolf

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    konstatieren, dass diese sich einzig in der katholischen Theologievariante befinden, ein Fach, dessen Wissenschaftlichkeit ein wenig anders als bei den gewohnten Wissenschaften ist, denn sein zentraler Gegenstand befindet sich im Reich des Glaubens... kurzum: zahlreiche theologische Doktorhüte machen aus keinem Papst einen Einstein oder Heisenberg ;-)
     
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  6. FünfTon
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    FünfTon

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    Das ist ja schon guter Ausgangsstoff für einen Kalter-Krieg-Thriller. :super:

    Was ja auch völlig logisch ist: Immer wenn irgendwo Kommunismus ausbricht, kommen ganz viele Christen in den Himmel (oder mit Glück nur ins Gefängnis). Das muß die kommunistische Nächstenliebe sein...:denken:
     
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  7. pianochris66
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    pianochris66

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    OK. Es geht also nicht um Muslime. Deshalb schreibst Du ja auch, dass Muslime übrigens nicht der Charta beigetreten sind. Warum wohl?
    Dass Du sauer bist, damit muss ich jetzt wohl leben:-).
     
  8. maxe
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    Der "wahrheitsrelativierende" Schrei nicht weniger sogenannter aufgeklärter, der reinen Wissenschaftlichkeit verpflichteter Gelehrter nach nahezu doktrinärer Wissenschaftsfundierung ist zeitgeistiger Ausdruck von allgegenwärtiger Daseinsangst die im Modus des vergötzten Rationalismus sich selbst beschwichtigen muss, da sie Rettung und Trost leider nur aus eigener offensichtlich unzureichender Kraft (Mängelwesen Mensch) sich vorzustellen vermag.

    Das Sein ist größer denn alles menschenmögliche Wissen.
     
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  9. schmickus
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    schmickus

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    Nun ja, ich weiß nicht, wie erfolgreich Herr Ratzinger die Philosophie betrieben hat. Ich stelle aber fest, dass er sich gar flugs in einem Fach ausgebreitet hat, in dem das Hantieren mit Worthülsen gepflegt und goutiert wird.
    Der Vorwurf der Substanzlosigkeit bezieht sich übrigens auf den von maxe zitierten Text.
     
  10. Ambros_Langleb
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    Ambros_Langleb

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    Schön abgeschrieben. Könntest Du das bitte mal in deine eigenen, möglichst einfach gehaltenen Worte fassen? Und dann die Frage beantworten, was das zur Befestigung deiner Behauptung beiträgt, antike Philosophie sei ein "ahnungsvolles Hinleiten" zur christlichen Ethik? Vielleicht hättest Du Lust, ein wenig konkreter zu werden, und das am Beispiel der Nikomachischen Ethik zu erläutern?
     
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  11. Häretiker
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    Häretiker

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    Och, Mann, jetzt zieh den Thread doch nicht auf die Sachebene runter ... :-)

    Grüße
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  12. dilettant
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    dilettant

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    Also, ich kann Euch im theologischen Diskurs leider nicht so recht folgen.

    Aber mich würden Meinungen dazu interessieren, ob es eine universelle Ethik geben kann, oder ob Ethik nicht immer in einem kulturellen Kontext steht und verschiedene Gesellschaften deshalb zu abweichenden, aber in sich schlüssigen Ethikvorstellungen kommen können.

    Der Bezug zum Fadenthema besteht darin, dass meine Frage letztlich eine Verallgemeinerung der Frage ist, ob es eine speziell christliche Ethik gibt bzw. ob der Glaube hilft, sich einer universellen Ethik anzunähern.

    Ich hoffe, die Fragen sind nicht zu blöd. Mir kommen sie angesichts des Beitrags #110.

    Ergänzend würden mich interessieren, ob die bereits genannte "Golden Regel" (den Begriff kannte ich noch nicht, die Regel selbst natürlich schon), die sich offenbar doch in allen Kulturen irgendwie wiederfindet, als Beweis für die Existenz einer universellen Ethik dienen kann, oder ob Ethik eben doch mehr umfasst als nur die Frage, wie ich mit meinem Gegenüber umgehen soll. Stichwort Gesinnungsethik vs. Verantwortungsethik.
     
  13. Häretiker
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    Häretiker

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    Wenn ich mir alleine die Diskussionen und Regeln anschaue, wer mit wem unter welchen Umständen sexuelle Handlungen vollziehen darf, dann würde ich sagen: Nein.

    Grüße
    Häretiker
     
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  14. FünfTon
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    FünfTon

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    Die Frage ist schon, wie man "gut" & "böse" oder "richtig" & "falsch" frei von Grundlagen überhaupt sinnvoll unterscheidet. Nur anhand des Kriteriums "nützlich"? Aber da ist doch immer die Frage, wem es letztlich nützt.
     
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  15. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Ach iwo, stinknormaler DDR-Alltag. Nix Besonderes.
    Die Rede war von wahren Christen, Kommunisten.... als Antwort auf Dilettants "Universalethik" und Barrats Frage nach religiösen Begrifflichkeiten.
    Warum wird die Kernaussage eigentlich absichtlich ignoriert (zu übersehen war sie nicht)?
     
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  16. Häretiker
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    Häretiker

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    Eben, das ist das Problem. Man definiert, welche Eigenschaften der "wahre XYZ" hat. Wenn einer das nicht erfüllt, dann ist er halt kein "wahrer XYZ".
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kein_wahrer_Schotte

    Man definiert also ein unantastbares Ideal. Reale Abweichungen kann es dann nicht gegeben, per definitionem.

    Grüße
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  17. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Natürlich! Das haben alle Anschauungen gemeinsam, auch die "Goldene Regel".
    Kein Mensch ist ideal, entspricht nicht jede Sekunde seines Lebens der "Universalethik" und so gibt es auch nicht DEN wahren xyz. Christen würden sagen: "Wir sind alle Sünder".
    Religionen (ich zähle den Kommunismus mal dazu) sind für mich "nur" Richtlinien, wie man sich dem Ideal nähern könnte. Umgesetzt hat das bisher noch niemand, aber manche Menschen waren/sind nah dran.
     
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  18. Häretiker
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    Häretiker

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    Da habe ich mich vielleicht misverständlich ausgedrückt. :-)

    Mit "wahres XYZ" betreibt man ggf. Kritikimmunisierung. Alles schlechte ist dann halt kein "wahres XYZ". Wenn man abschließend zwei krtikimmunisierte Systeme vergleicht, ist die Frage, wieviel man da gewonnen hat an Erkenntnis.

    Grüße
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  19. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Das ist doch genau das was ich als Kind (für mich) begriffen habe: Alles das Gleiche. Das ist meine Erkenntnis.
     
  20. dilettant
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    dilettant

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    In Bezug auf Nächstenliebe (im Kommunismus als Solidariät bekannt) kann man sicherlich beidem (Christentum und Kommunismus, ja eigentlich allen Religionen) weitgehende Übereinstimmung zubilligen. Goldene Regel eben.

    Mit dem Christentum kann ich mich ganz gut arrangieren. Die christliche Religion umfasst ja sehr sinnvolle Regeln für das operative Handeln des Gläubigen. Das ganze Brimborium mit Gott und Jesus betrachte ich als nützliches Modell, um im Tagesgeschäft zwischen richtigem und falschem Handeln zu unterscheiden. Selbst, wenn ich nicht glaube, kann ich dieses Modell als Entscheidungsgrundlage heranziehen. Strategisch ist das Christentum nach meiner Erfahrung eher blass. Es beschränkt sich darauf, Unrecht wortreich zu beklagen, verweigert sich aber in der Regel einer Analyse der Ursachen. So meine Erfahrungen aus den evangelischen Predigten. Es hilft so zwar nicht bei der Problemlösung, richtet aber wenigstens keinen Schaden an. (Von dieser Einschätzung nehme ich die politischen Aktivitäten von Bedford-Strohm & Co. allerdings ausdrücklich aus.)

    Wer wie Peters Vater behauptet, Kommunismus sei auch nur eine Religion, es sei dasselbe, so hat er m. E. nur die operative Komponente im Blick. Hier predigt der Kommunismus ebenso die Nächstenliebe ("Solidarität", "Gerechtigkeit"). Das ist aber eine arg verkürzte Sicht. Denn der Kommunismus enthält ja einen Bauplan nicht nur für das unmittelbare Zusammenleben, sondern auch für die Wirtschaftsordnung und die Organisation von Staaten. Diese strategische Komponente unterscheidet ihn in seiner Wirkung ganz erheblich vom Christentum. Ob man an eine Welt glaubt, in der von allem genug da ist, alle nach ihren Fähigkeiten in die Gemeinschaft einzahlen und alle nach Bedürftigkeit versorgt werden, und darauf aktiv hinarbeitet, ist schon was anderes, als auf die Erlösung durch den Herrn zu warten.

    Jetzt wertend, subjektiv aus meiner Sicht: Das Schadenspotential des Kommunismus ist bei weitem größer. Deswegen kann ich mich damit heute nicht mehr arrangieren.