Bechstein 7 - kaufen oder nicht?

  • #21
Priorität nicht, aber Schönheit darf sein.
Ich freue mich immer, das mein Instrument auch gut aussieht. Genaugenommen motiviert mich das sogar ab und an zum Spielen, wie ein schöner Füller einen manchmal zum Schreiben animiert :-)
Wer neu kauft, darf sich gegen Aufpreis das ausgewählte Instrument frei nach Geschmack und Budget veredeln lassen. Gerade früher, als Instrumentenbauer meistens auch eine Möbelschreinerei beinhalteten, waren den Vorstellungen da keine Grenzen gesetzt. Die Frage bleibt, ob Klaviere überhaupt schön sind oder uns nur gefallen, weil wir sie so gut kennen und damit unsere Leidenschaft verbinden. An sich dürfte so ein schwarz glänzender Kasten auf der Gefälligkeitsskala nicht oberhalb einer Waschmaschine stehen.

Man kann seinen Flügel* auch wie Frank Lloyd Wright in der Wand einbauen lassen, um daraus ein Pianino zu machen.

Wer gebraucht kauft und aus Vorhandenem wählen muss, definiert Kriterien und Prioritäten. Schönheit ist willkommen, dafür Funktionalität zu opfern wäre aber eigenartig. "Must have" oder "Nice to have". Die Sehgewohnheiten ändern sich auch, wenn das Instrument erstmal daheim steht.
 

  • #23
Vielen herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen! Ich freue mich, dass doch so viele Lust hatten, an dem kleinen Experiment mit der Aufnahme (sozusagen der Blindverkostung) teilzunehmen. Ich löse erstmal auf: Tatsächlich ist das Bechstein 7 gleich das erste Instrument (:super:ElRealisto), als zweites kommt das Bechstein 12N (etwas „dämpferig“, aber schön, finde ich auch, Wiedereinsteigerin38), das dritte ist der Blüthner* (ja, tatsächlich ein Flügel; hatte ich nicht dazugeschrieben, tut mir leid, stach aber offenbar doch heraus), das letzte dann also das Grotrian-Steinweg (die liegen Dir offenbar immer noch, Retterspitz 😉).

Es freut mich, dass der Blüthner* so viele positive Reaktionen bekommen hat; zum Einen, weil ich eine gewisse Affinität zur Marke habe (im Unterricht spiele ich auch auf einem Blüthner*), zum Anderen, weil es ja auch ein sehr altes Instrument ist. Ich habe eben eine Schwäche für Instrumente mit Geschichte – es gibt doch auch zahlreiche leidenschaftliche Fans von z.B. alten Bechstein-Flügeln …

Dann habe ich doch das Bedürfnis, noch einmal klarzustellen, dass die Optik natürlich auch für mich nicht Priorität hat – sonst hätte ich das Bechstein 7 ja schon längst kaufen können (aber sie ist mir eben auch nicht völlig egal).

Mich deshalb gleich der mangelnden Musikalität zu bezichtigen, hasenbein, ohne mich näher zu kennen, finde ich doch ziemlich verwegen ….

Vielleicht tue ich mich aber auch deshalb schwer mit den Klavieren, weil ich, wie SternimMeer schon richtig vermutete, eigentlich lieber einen Flügel hätte. Insofern ist jedes Klavier vom Grunde her ohnehin ein Kompromiss, und vielleicht stellt sich auch deshalb das viel gerühmte Bauchgefühl nicht ein. (Andererseits beginnen ja auch andere Beziehungen im Leben nicht immer mit Liebe auf den ersten Blick, und können doch richtig sein, oder?) 😉

Am nächsten dran an diesem (spontanen) Bauchgefühl war ich beim ersten Bechstein 12N, dass ich vor ca. 6 Wochen angespielt habe. Leider hat mir der Verkäufer erst in dem Moment, als ich gewissermaßen Luft holte, um zu verkünden, dass ich es haben will, mitgeteilt, dass es schon reserviert ist. Und tja, wie es eben so geht, der andere Kunde hat es dann ein paar Tage später gekauft. Das 12N in der Aufnahme scheint mir nicht ganz so schön wie das besagte erste zu klingen, aber vielleicht ist das auch nur die Enttäuschung über das entgangene Schätzchen ...

Und warum löst der Blüthner das Bauchgefühl nicht aus? Neben der Größe vermutlich deshalb, weil ich Bedenken habe, einen Flügel in meine Berliner Altbauwohnung mit zahlreichen Parteien drumherum zu stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Nachbarn doch recht viel von meinen Bemühungen mitbekommen würden. Leider habe ich keinen Vergleich, weil bei uns im (Vorder-) Haus wohl niemand ein Instrument spielt bzw. in den letzten Jahren gespielt hat. Meine Nachbarn sind wirklich nicht von der besonders empfindlichen Sorte – aber einen regelmäßig an einem solchen Instrument übenden Nachbarn kennen sie eben auch noch nicht.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Flügeln in Mehrparteien-Mietshäusern? (Ein Silent-System für einen Flügel kann ich mir eigentlich nicht leisten, und gerade bei den älteren Instrumenten – z.B. dem Blüthner – lässt es sich u.U. ja auch gar nicht einbauen.)

Es spricht also einerseit Einiges für einen Klavier-Vernunftkauf. Andererseits könnte ich nächste Woche einen generalüberholten Blüthner Modell 11 (Stutzflügel) anspielen ... und einen kurzen Seiler gibt es gerade auch im Angebot ... seufz.
 
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  • #24
Kaufe Dir unbedingt einen Flügel - und wenn es nur ein Stutzflügel ist. Er ist vom Spielgefühl besser als ein Klavier - und: Ein klavier ist doch auch nicht leiser. Meine Frau ist eine begnadete Pianistin. Bei ihr klingt auch das Üben gut. Für mich habe ich eine andere Lösung gefunden. Zum ersten Üben habe ich mir ein gebrauchtes Digitalpiano zugelegt - das kostet eigentlich gar nichts mehr und ich kann üben wann ich will, auch Nachts. Erst wenn ich ein Stück halbwegs kann, setze ich mich an unseren Flügel. Wenn ein Stück gut klingt, beschwert sich auch keiner.
 
  • #25
Ja wenn du Platz für einen Flügel hast ...
:-) das ist natürlich eine ideale Ausgangslage.
 
  • #26
Ich freue mich, dass doch so viele Lust hatten, an dem kleinen Experiment mit der Aufnahme (sozusagen der Blindverkostung) teilzunehmen.
Haha, da habe ich max. einen halben Punkt bekommen 😅 Aber offensichtlich gefällt mir der Bechstein-Klang. Als ich die Wahl hatte, habe ich jedoch Yamaha Bechstein vorgezogen…
 
  • #27
Wenn du ohnehin ein akustisches Instrument kaufst, würde ich definitiv Richtung Flügel schauen. Flügel sind nicht immer gleich viel lauter. In meinem Falle (mächtiges altes Klavier gegen einen kleinen neuen Flügel) war es übrigens so, dass die freundlichen Berliner Nachbarn meinten, der neue klänge definitiv besser.
Wenn du dir ständig einen Kopf wegen der Nachbarn machst (siehe anderen Faden), würde ich mir ein Silent-Instrument in Betracht ziehen.
Insgesamt würde ich einfach noch viel mehr Herumprobieren, du wohnst doch in Berlin, da gibt es ja sehr viele Klavierbauer mit alten und Läden mit neuen Instrumenten. Macht ja auch Spaß.
 
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  • #28
Flügel sind nicht lauter, sondern klingen angenehmer. Daa "Upright Piano" wurde aus Platzgründen erfunden, nicht wegen zu lauter Flügel.

Ich würde keinesfalls einen Flügel unter 180cm kaufen, das ist einfach nicht nötig. Es gibt genügend 180er auf dem Markt und wenn Du einen 160er stellen kannst, dann auch einen 180er. Der Klang ist deutlich angenehmer ab 180cm.

Wenn Dir Blüthner und das 12N gefallen, magst Du offensichtlich den Klang mit vielen Obertönen. Das sind dann in der Tat zwei besondere Vertreter dieser Kategorie. Mein Blüthner X macht mir täglich große Freude, ich kann das also gut nachvollziehen.
 
  • #29
In diesen Tonbeispielen gefällt mir insbesonders das zweite (Bechstein 12N) und auch noch das dritte (Blüthner) Instrument gut. Das erste (Bechstein 7) würde ich für Geld nicht haben wollen.

Es gibt — für meine Ohren — durchaus auch sehr ausgewogen-klangschöne Pianinos sowie ziemlich bescheidene Flügel. Zur Spielweise kann ich mangels eigenem Können nichts sagen, was ich nicht von anderen wiedergäbe. Auf jeden Fall muss das Instrument mit seiner Klangfarbe doch auch ein wenig zur bevorzugt gespielten Musik und dem Aufstellungsort passen, finde ich.

Mit dem umrissenen Budget wird es vermutlich bei spürbaren Kompromissen bleiben.
 
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  • #31
Hallo Judith,

vielen Dank für Deine beiden angenehmen Beiträge. Deine (visuelle) Vorliebe für alte Instrumente kann ich nachvollziehen. Ich selbst spiele auf einem alten Jugendstil- Zimmermann um 1900. Allerdings kostet so eine Vollrestauration auch um die 10.000 bis 12.000 €. War es aber auf jeden Fall wert. Es zieht mich einfach immer wieder an das Instrument.

Da Liebe auf den zweiten Blick für Dich eine realistische Option ist, wäre auch der Mietkauf eines Instruments, bei welchem Du hin und her gerissen bist, eine Möglichkeit. Wenn es doch nicht passt, hast Du halt nur die Miete bezahlt, jedoch auf einem akustischen Instrument gespielt, und wenn die große Liebe daraus wird, wird die Miete auf den Kaufpreis angerechnet. Ein Instrument auf diese Weise zu erwerben, wird ohnehin im Forum häufig empfohlen. Zum einen ist nie sicher, ob das Klavier im eigenen Raum auch klingt wie beim Händler, zum anderen, kann man so risikolos testen, wie die Nachbarn reagieren.

Viel Freude mit der Musik

ElRealisto
 
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  • #33
Mich würde interessieren, wie sie die Unterschiede zwischen den beiden Flügeln beschreiben. Haben Sie ein Lieblingsinstrument?
 
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