Bechstein 7 - kaufen oder nicht?

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Judith Susanne

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Hallo in die Runde,
ich bin neu hier im Forum und wollte Euch um Rat und Erfahrungen bitten bezüglich des Instrumentenerwerbs.
Ich suche schon eine Weile, bin von meinem spielerischen Können aber noch ganz am Anfang. Allerdings demotiviert mich das heimische E-Piano (auch wenn es ein gutes ist) zusehends, außerdem ist es geliehen und ich möchte es nicht mehr so viel länger nutzen.
Ich könnte nun ein in weiten Teilen überholtes Bechstein Modell 7 von 1922 zu einem vernünftigen Preis erstehen (um die 7.000 EUR, je nachdem, ob ich noch einen Moderator eingebaut haben möchte), hätte daneben aber auch einen Blüthner* Modell 6 von 1923 (wahrscheinlich zu groß für meine Wohnung), ein Bechstein 12 N und ein Grotrian-Steinweg 122 (jeweils 80er Jahre) beim selben Händler zur Auswahl.
Das Bechstein 7 ist sicherlich das außergewöhnlichste Modell der Auswahl. Es hat u.a. neue Saiten und Hammerköpfe bekommen. Der Händler/Klavierbauer hat es für mich extra noch einmal etwas „weicher“ intoniert, ich finde aber immer noch, dass es etwas „hart/scheppernd“ klingt - ich höre tatsächlich nur einen minimalen Unterschied zu vorher, aber eben immer noch einen deutlichen Unterschied zu den anderen drei Instrumenten, die klingen alle etwas weicher/runder für mich, und zwar auch, wenn ich mir die Aufnahme anhöre, die ich von seinem Spiel gemacht habe (er hat für mich auf allen vier Instrumenten das gleiche Stück vorgespielt, das war allerdings vor der „Korrektur“). Das Unangenehme im Klang höre ich beim Bechstein 7 übrigens stärker auf Aufnahmen als wenn ich selber daran sitze und spiele ...
Es fällt mir schwer, nein zum Bechstein 7 zu sagen, weil es so besonders ist und weil ich denke, dass man so ein Instrument nicht so oft angeboten bekommt (in meiner Umgebung ist es im Moment das einzige Exemplar). Andererseits soll das Instrument ja auch zu einem passen. Ich habe das Gefühl, am Grotrian-Steinweg oder Bechstein 12 N bin ich etwas freier (ich möchte mich auch selbst zu Gesang begleiten); das Bechstein 7 und auch der Blüthner* jagen mir wohl auch etwas Respekt ein; außerdem ist der Anschlag beim Bechstein 7 deutlich anders als bei den anderen drei (die unterscheiden sich da kaum).
Ein Pfeiffer-Klavier, welches sehr schön klingt, gäbe es auch noch, das ist optisch aber ein wahrlich schwerer Brocken …

Deshalb würde mich z.B. auch interessieren, wie sehr sich denn der Klang des Instrumentes noch verändern kann durch regelmäßiges Spielen? Bechstein-Instrumente sind ja eigentlich gerade nicht für scheppernden Klang bekannt … und „Klavierbaumeister“ hatte in einem anderen Thread mal geschrieben, dass sich der Klang so richtig erst nach ein paar Wochen spielen entwickelt. Das hat ja wohl (zumindest auch) mit den neuen Hammerköpfen zu tun, richtig? Sollte ich bei dem Bechstein also erst einmal zuschlagen und sehen, wie es sich und wie ich mich entwickle? Zumindest bei einem Händler sollte ich es doch immer wieder in Anzahlung geben können, wenn ich doch irgendwann etwas anderes möchte, oder?
Preislich liegt das Bechstein 7 am höchsten, die anderen würden aber auch alle zwischen 5.000 und 7.000 EUR kosten, die finanziellen Aspekte sind da also nicht so entscheidend.
Ich kann mich leider von ästhetischen Aspekten immer nicht ganz frei machen; wären das Grotrian-Steinweg oder das Pfeiffer optisch etwas attraktiver, würde ich mich leichter tun, mich dafür zu entscheiden – 5.000 bis 7.000 EUR sind jetzt auch nicht gerade wenig Geld für mich, und da hätte ich schon gerne, dass es mir auch optisch etwas Freude macht.
Vielleicht mögt Ihr mir mit ein bisschen Input helfen? Ich wäre gespannt auf Eure Gedanken, Anregungen, Fragen …

Viele Grüße

Judith

P.S. Ich versuche mal, die oben erwähnte Aufnahme hier als Audiodatei anzuhängen. Ich würde ja gerne die genaue Reihenfolge der Instrumente erstmal nicht verraten; es würde mich sehr interessieren, ob ihr das Gleiche hört wie ich. Falls Euch das zu "kindisch" ist, gebt bitte Bescheid!
 

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Ein sehr altes Klavier mit (lt. Recherche) spezieller Mechanik, das dir klanglich nicht wirklich zusagt zu einem doch nennenswerten Preis. — Warum willst du es denn unbedingt haben, aus Ehrfurcht vor der Marke?

Ich fürchte, dieser Makel wird dich verfolgen und dir den Kauf verleiden.
 
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Hä, es klingt hart/scheppernd, aber Dir fällt es schwer, nein zu sagen? Weil die anderen Klaviere nicht so schön aussehen? Facepalm.

Du bist offenbar kein sehr musikalischer Mensch, denn sonst wäre selbstverständlich für Dich Klang das absolute Kriterium Nummer 1, dann dicht dahinter Spielgefühl der Tastatur und abgeschlagen auf dem 3. Platz als Kriterium, das im Bedarfsfall auch völlig unbedeutend wird, Aussehen.
 
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Aus eigener Erfahrung: Kauf das Pfeiffer.

Mir als Anfänger ist das Spielgefühl eher wichtiger als der Klang. An den Klang kann ich mich gewöhnen. Aber meine spielerischen Fähigkeiten geben es nicht her, mich an eine unausgewogene Mechanik anzupassen. Wobei es beim Klang dann auch Grenzen gibt, die nicht überschreitbar sind.
 
Ich würde ja gerne die genaue Reihenfolge der Instrumente erstmal nicht verraten; es würde mich sehr interessieren, ob ihr das Gleiche hört wie ich.
Grundsätzlich würde ich sagen, kaufe eines der beiden jüngeren. Bei den Aufnahmen (allerdings am Handy ohne Kopfhörer gehört) scheppert mir Nr. 3. Am neutralsten, für alles geeignet, finde ich Nr. 4, sehr schön, aber „dämpferig“, Nr. 2. Absolute Laienmeinung. Bin dann gespannt auf die Auflösung.

Hab‘s nochmal mit Kopfhörer gehört und würde folgendes tippen: 1 Grotrian oder Bechstein, 2 Blüthner* Flügel*, 3 Bechstein alt, 4 Bechstein oder Grotrian. Per Kopfhörer würde ich wohl zwischen 1 und 2 schwanken…
 
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Fein, ein Ratespiel, 4 klingt nach neuen Saiten und Hämmern.
 
Warum will man ein hundert Jahre altes Klavier kaufen das einem nicht gefällt ?
Was soll das Besondere daran sein ?
 
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Hallo Judith,
irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das Bechstein Modell 7 scheppert, wenn es richtig restauriert ist. Sind die Stimmwirbel denn auch erneuert worden? Da solltest Du mal nachfragen. Gerade wenn Du dazu singen möchtest, ist die Stimmhaltung entscheidend.
Was mich stutzig macht ist der Preis. Für ein voll restauriertes Modell 7 ist er eigentlich zu günstig.
Und noch eins: Im Zweifel würde ich mich immer für das höhere Klavier entscheiden. Es entwickelt mehr Klangvolumen.
 
Das Klavier ab 2:45 min klingt nach meiner Meinung am Besten.
Kommst Du aus Berlin? Dann kenne ich vermutlich das Angebot.
 
  • #10
Also das erste scheint mir das scheppernde Bechstein Model 7 zu sein. Das würde ich auf keinen Fall kaufen. Darüber hinaus stimme ich Horsti zu. Nummer drei klingt am schönsten. Singend, rein, warm und weich. Höre es nun zu vierten Mal, weils so schön ist... Nummer zwei und vier klingen im Prinzip auch schön, aber es fehlt im Vergleich zu Nummer drei die klangliche Klarheit.
 
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  • #11
Was mich stutzig macht ist der Preis. Für ein voll restauriertes Modell 7 ist er eigentlich zu günstig.

Ein 100 Jahre altes Bechstein kostet im Einkauf genau 0 € … da kann man für € 7.000 schon einiges reinreparieren …
 
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  • #12
Es ist schwer möglich, ein Instrument nur anhand einer kurzen Aufnahme zu beurteilen. Nummer 4 würde ich als eines der Klaviere aus den 1980er Jahren einschätzen.
 
  • #13
Welches ist denn die Nummer 3?
Die Vollständige Renovierung eines solchen Klaviers kostet immer 10.000 bis 12.000 €. Ein Klavierbaumeister hat natürlich günstigere Selbstkosten, trotzdem schließe ich aus dem Preis, dass keine Komplettrestaurierung erfolgt ist.
 
  • #15
Aus eigener Erfahrung: Das Instrument muss Dir vorbehaltlos gefallen. Das Problem dabei: Das Verhalten der Mechanik lässt sich durch Regulierung optimieren und der Klang ändert sich durch den Aufstellort signifikant. Er wird aber nicht durch das Spielen schöner, sondern durch Optimierung der Umgebung und Intonation. Unter den von Dir genannten Bedingungen würde ich aber nicht zum Bechstein greifen, sondern irgendwie den Flügeltraum verwirklichen. Wenn die Finanzen nicht ganz so knapp sind, gibt es da auch nicht nur 2-3 Modelle zur Auswahl.

Ich würde auch tippen, dass Nr. 2 der Flügel* ist.

Die Option eines Grotrian Steinweg 122 finde ich auch sehr attraktiv, ohne das Instrument gesehen zu haben. Die Optik hat für einen Musiker keine Priorität. Was nützt Dir ein hübsches Instrument, mit dem Du nicht ordentlich musizieren kannst?
 
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  • #16
Aus eigener Erfahrung: Das Instrument muss Dir vorbehaltlos gefallen. Das Problem dabei: Das Verhalten der Mechanik lässt sich durch Regulierung optimieren und der Klang ändert sich durch den Aufstellort signifikant.

Ein schlechter Klang bleibt schlecht egal wo das steht .
 
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  • #17
Die Optik hat für einen Musiker keine Priorität. Was nützt Dir ein hübsches Instrument, mit dem Du nicht ordentlich musizieren kannst?
Priorität nicht, aber Schönheit darf sein.
Ich freue mich immer, das mein Instrument auch gut aussieht. Genaugenommen motiviert mich das sogar ab und an zum Spielen, wie ein schöner Füller einen manchmal zum Schreiben animiert :-)
 
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  • #20
Bekommen wir noch eine Auflösung?
;-)

Ich habe nun mal nachgesehen, wie ein Modell 7 von 1922 aussieht. Sehr außergewöhnlich empfinde ich das nicht, aber die Geschmäcker sind verschieden. Ich persönlich finde ein Grotrian 122 z.B. in Nuss satiniert mit Konsolen mindestens ebenso ansprechend.

Am Ende zählt aber der Klang und mein Gefühl ist, du solltest noch weitersuchen. So richtig scheint dich ja keines der vier Instrumente zu überzeugen. (Ich fand Nr. 4 sehr schön, meine Kopfhörer sind aber nur mäßig).
Grotrian Steinweg war bei meiner eigenen Suche klar unter den Favoriten (wie auch Pfeiffer und C.Bechstein), am Ende ist es aber ein August Förster geworden (alles gebraucht wohlgemerkt, budgetbedingt).

Du hast ja ausreichend Budget, um ein Instrument zu finden, dass deinen Ansprüchen an Klang und Optik genügen wird.

Zu deiner Frage nach der Inzahlungnahme: damit wirst du nach meinen Erfahrungen immer einen großen Verlust machen, außer der Händler bietet an, das Instrument beim Upgraden zurücknehmen.
 
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