Bass-Riffs/-Vamps stabil unter Impro weiterspielen. Sinnvolle Übe-Strategien?!

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Liebe Freunde von Ostinato-Bass, Riffs und Vamps,

ich habe tatsächlich einen Gitarristen und einen Drummer gefunden, die mit mir auf Orgel-Trio machen möchten.

Da bin ich jetzt naturgemäß auch für den Bass zuständig. Walking-Bass kriege ich einigermaßen hin, dass mache ich seit Jahrzehnten immer mal wieder auf den Tasten. Das Ergebnis sind natürlich keine Ray-Brown-Linien, aber da habe ich eine Basis.

Problematisch sind synkopierte (funkige) Riffs und Vamps. Zu einem feststehenden Head/Thema/Melodie kann ich mir das zusammenpuzzeln und es üben/trainieren bis es im Schlaf sitzt, das geht.

Wenn ich aber dann ein Solo spiele, zerbröselt leider die Stabilität der Bass-Stimme schnell. Ich spiele dann links schon weiter, und es ist rhythmisch nicht total daneben, weicht aber doch hörbar vom Thema ab, was dem Prinzip von Ostinato/Riff/Vamp zuwider läuft.

Es wird mit der Zeit schon besser je regelmäßiger ich es "trainiere" (täglich bzw. idealerweise zusätzlich morgens vor der Arbeit noch ein paar kurze Runden), das bringt schon was, es ist aber noch sehr viel Luft nach oben.

Meistens sind die Bassfiguren ja technisch simpel und nicht länger als 2 Takte, also überschaubar, und sie lassen sich schön in Schleife spielen. Ich kann sehr gut Übungen in stumpfer Regelmäßigkeit in den Alltag integrieren (beim Zähneputzen, Fahrradfahren, in Pausen bei der Arbeit...) aber mein Zeitbudget an den Tasten ist begrenzt.

Hat da jemand "Trainingsmethoden", Tricks oder ähnliches zu empfehlen ???

Vielen Dank!

TJ
 

1) Rechts nur so viel spielen, dass links keine Fehler macht. Links also absolut priorisieren, auch wenn das möglicherweise erstmal bedeutet, dass das, was die rechte Hand macht, sehr simpel ist und erstmal nicht das, was Dir eigentlich vorschwebt. Dann langsam "kommen lassen", aber immer unter weiterhin absoluter Priorisierung der linken Hand. Dies ist erstmal die zentrale Übung.

2) Sekundärer Aspekt, aber auch sehr wichtig:
Rechts nicht rhythmisch "unabhängig" von links spielen, sondern entweder die Töne der rechten Hand rhythmisch dort hinsetzen, wo auch Töne der linken Hand sind (das können auch nur die betonten "Haupttöne" des Bassriffs sein), oder immer in Lücken spielen. Bei "Chameleon" funktioniert beispielsweise sehr gut, rechts immer eine auftaktige Phrase zu spielen, wenn links die Achtelnoten hat, und in der ersten Takthälfte mit dem Sechzehntel-Offbeat Pause zu machen. Das ist dann koordinatorisch recht einfach.
 
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Vielen Dank!

Also ganz klein anfangen...

Zu starten wie unter 1) empfohlen liegt ja irgendwie auf der Hand. Ich stelle mir dann meistens schnell selbst ein Bein, weil ich rechts zu früh zu viel machen will und/oder in unkoordiniertes Genudel abdrifte.

Immer wieder unerbittlich den Möchtegern-Oscar zurückpfeifen !!!
 
Also ganz klein anfangen...
Bei dem anfangen, was ostinat sein soll, denn dafür muss es "durchpanzern".

Wirklich erstmal auf die Linke konzentrieren und mit der Rechten eventuell nur vereinzelte Akzente setzen.
Das machst du dann erstmal, bis die Linke stabil rund läuft und die Rechte sich verselbstständigen kann (wenn die gewohnt ist, zu improvisieren, dann wird sie das beinahe von selbst auch tun, wenn die Basis erstmal steht ... zumindest geht mir das meist so).

Das kann auch erstmal "Gedudel" sein ... ich habe in meinem Leben auch schon viele Solos gedudelt ... und noch mehr gedudelte Solos gehört.
"Gedudel" ist manchmal auch eine wichtige Vorstufe. Das kann helfen, sich im Themen- und Skalenmaterial zu orientieren ... und sich dann vielleicht sogar darin zuhause zu fühlen.

Ich "dudele" im Proberaum manchmal einfach nur so vor mich hin (bisschen Finger bewegen) ... und manchmal sagt dann einer "boah ... was war das? ... spiel das noch mal!" ... und ich muss fast immer sagen "woher soll ich das denn wissen? Ich hab nur ein bisschen die Finger bewegt".
Was ich für "Gedudel" halte, findet ein anderer manchmal total toll.
 
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... aber bitte nicht mechanisch verstehen ... auch "durchpanzern" muss musikalisch bleiben.
 
Interessantes Thema, trainiere ich auch regelmässig.
Hier zwei Beispiele aus der Jazz Welt:




Den Brand kriege ich einigermassen hin, beim Jarrett muss ich die Segel streichen.
 
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