Auf der Suche nach *meinem* Instrument, Teil II

  • Ersteller Ersteller Coda
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  • #261
Der Median liegt derzeit aber bei knapp 3000€ (zumindest in Österreich). Der Durchschnitt wird durch einige wenige extrem hohe Gehälter nach oben verzerrt. Ich glaube auch, dass du die alten Preise zu hoch ansetzt.
In Österreich lag der Median in 2025 bei 55.678 €, in Deutschland bei 54.066 €. Aber diese ermittelten Werte täuschen natürlich über die tatsächlich vorhandene Kaufkraft für ein hochpreisiges Gut wie ein Klavier hinweg, da dies Bruttowerte sind. Man müsste also das Netto-Äquivalenzeinkommen heranziehen, das Medianeinkommen ist hier in der Diskussion nur sehr bedingt aussagekräftig.
 

  • #263
ausschließlich Vollzeitbeschäftigte
Das ist bei Themen rund um Arbeit, Lohn und Geld leider immer der Fall.

Wie viel Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten überhaupt noch in Vollzeit arbeiten ... keine Ahnung ... das wird in den meisten Artikeln nichtmal am Rande erwähnt.

Die Differenz zwischen arithmetischem Mittel und Median ist interessant ... aktuell liegt der Median gut 1000 EUR unterm Arithmetischen Mittel (Durchschnittswerte sind beide).
Da der Median gegenüber Ausreißern immun ist, das arithm. Mittel jedoch nicht, ließe sich daraus schließen, dass es doch ziemlich viele Ausreißer geben muss.
Ausreißer sind in disem Fall Menschen, deren Einkommen deutlich überm arithmetischen Mittel liegt. Einkommensmillionäre zum Beispiel.

Sähe man sowas in einer Statistik zu gekauften Schuhgrößen, dann würde das bedeuten, dass da einige grundsätzlich zu große Schuhe kaufen.
Zum Glück gibts beim Gehalt per Definition kein "zu groß" ... nur wenns zu klein ist, drückt der Schuh gewaltig.
 
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  • #264
Zumal in der jüngeren Generation gar nicht so selten auch Geld aus Erbschaften oder Schenkungen vorhanden ist
Das dürfte regional sehr unterschiedlich sein. Es muss ja erst mal ein Vermögen vorhanden sein, was man vererben/verschenken kann. Um es beim Namen zu nennen: In den alten Bundesländern ist so ein Fall sehr selten.
Ansonsten geht es uns heute relativ gut. Früher musste man für ein Auto / Brot / Klavier mehr Stunden arbeiten als heute. Manche Sachen lassen sich besser ansparen, manche schlechter (z.B. Immobilien). Insgesamt ist das Lebensniveau heute deutlich höher als vor 50 Jahren, auch bei der prekären Schicht.
Ein neuer/neuwertiger Flügel* war noch nie ein finanziell leichtes Unterfangen. Da ist es doch schön, dass es heute sowas wie Clavio gibt, wo man sich vor einer Entscheidung ausgiebig austauschen kann.
 
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  • #265
Um es beim Namen zu nennen: In den alten Bundesländern ist so ein Fall sehr selten.
Du meinst die neuen Bundesländer, Verschreiber. Im Osten Deutschlands ist ja auch der hier diskutierte Median deutlich geringer als in den westlichen Bundesländern.
 
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  • #266
Wie viel Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten überhaupt noch in Vollzeit arbeiten ... keine Ahnung ... das wird in den meisten Artikeln nichtmal am Rande erwähnt.
 
  • #267
Ja, der Median ist deutlich aussagekräftiger.
Und ausserdem das bedarfsgewichtete Haushaltsnettoeinkommen. Das und die Gruppierung gibt einen guten Indikator.
Siehe:
Da kann jeder für sich probieren.

Die nächste Frage ist, wie das verfügbare Geld genutzt wird und da geht etliches für Miete/Wohnen, Fixkosten und Lebenshaltung weg. Und dann bleibt ein kleiner Teil zur wirklichen "freien Verfügung".
Hier greift die Priorisierung. Was ist mir wichtig? Urlaub? Luxusgüter? Kultur? Vermögensaufbau? Musik? Klavier/Flügel*???

Je weiter man vom Median nach unten geht, umso weniger Spielraum ist.
Ich glaube (!): je weiter man nach unten geht, umso weniger Vermögen existiert. Und das schränkt den Spielraum weiter ein, auch psychologisch. Und verändert auch die Prioritäten.

Und trotzdem behaupte ich, daß hier im Forum das "nach oben" verschoben ist.
Aber die echte persönliche Situation jedes Einzelnen ist anders und muss bei einem Instrumentenkauf (Budget!) berücksichtigt werden.
 
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  • #268
Es hat sich vieles auch einfach verschoben: zB Unterhaltungselektronik vs. Lebensmittel, Baugrund vs. Mobilität.

Meine Eltern haben als Beispiel die 1.000 m2 Baugrund in 8 km Entfernung zur Landeshauptstadt mit zwei Monatsgehältern gekauft. Das macht auf die eigene Lebensspanne umgelegt einen sehr großer Unterschied bei der monatlichen finanziellen Belastung gegenüber heutigen Verhältnissen.

Es hat seinen Grund, warum wir unser neues Klavier erst vor wenigen Jahren gekauft haben. Davor gab es immer etwas Dringenderes und Geld gibt es bekanntlich nie genug.
 
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  • #269
In Österreich lag der Median in 2025 bei 55.678 €, in Deutschland bei 54.066 €. Aber diese ermittelten Werte täuschen natürlich über die tatsächlich vorhandene Kaufkraft für ein hochpreisiges Gut wie ein Klavier hinweg, da dies Bruttowerte sind. Man müsste also das Netto-Äquivalenzeinkommen heranziehen, das Medianeinkommen ist hier in der Diskussion nur sehr bedingt aussagekräftig.

So etwas Banales wie die Preisunterschiede bei Lebensmitteln zwischen Deutschland und Österreich darf man dann aber auch mit in die Betrachtung einfließen lassen. Das ist zumindest für diejenigen relevant, die nicht mal eben nach Freilassing oder Passau zum Einkaufen fahren:

 
  • #270
So etwas Banales wie die Preisunterschiede bei Lebensmitteln zwischen Deutschland und Österreich darf man dann aber auch mit in die Betrachtung einfließen lassen. Das ist zumindest für diejenigen relevant, die nicht mal eben nach Freilassing oder Passau zum Einkaufen fahren:

Das gibt es in vielfältigster Form zwischen allen europäischen Ländern und auch regional.
Warum kostet der Capuccino im Zentrum von München deutlich mehr als in Hintertupfingen?
Warum kostet der Sprit an der Autobahntankstelle mehr als 5km nebendran?
Usw...
Das ist halt ein Aspekt der persönlichen Umstände. Und es beeinflusst, wieviel von meinem verfügbaren Geld wirklich frei verfügbar ist.
 
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  • #271
Das ist halt ein Aspekt der persönlichen Umstände. Und es beeinflusst, wieviel von meinem verfügbaren Geld wirklich frei verfügbar ist.

Nein, das sind keine persönlichen Umstände, das ist die Alltagsrealität für 9 Millionen Österreicher, von denen nur ein Bruchteil a) in Grenznähe wohnt UND ein Auto hat. Der Rest muss mit diesem Plus von 25% einfach leben und in seine Haushaltskalkulation einfließen lassen.

Und der vermeintlich günstige Wohnraum, gerade im "roten" Wien: Es gibt praktisch keine unbefristeten Mietverträge mehr am freien Markt. Wer also einen nicht ganz kleinen Flügel* in der Wohnung hat, darf mit der Unsicherheit leben, in drei oder fünf Jahren wieder etwas neues zu suchen - und zwischen Einbehalten der alten und Zahlen der neuen Kaution ( wir haben vor 12 Jahren 7000 EUR hingelegt) mal eben einen Kredit aufzunehmen und einen teuren Transport für das Instrument einzukalkulieren.

Die Durchschnittszahlen bilden leider nicht die Realität für die überwältigende Mehrheit der Durchschnittsverdiener ab.
 
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  • #273
Und der vermeintlich günstige Wohnraum, gerade im "roten" Wien: Es gibt praktisch keine unbefristeten Mietverträge mehr am freien Markt.
Mag sein. Aber im Gegensatz zu München gibt es in Wien noch erschwingliches Wohneigentum. Nichts für Geringverdiener, klar. Aber man muss auch kein Spitzenverdiener oder Erbe sein, um sich das leisten zu können. Das relativiert die höheren Preise für Lebensmittel dann schon.
 
  • #274
Es muss ja erst mal ein Vermögen vorhanden sein, was man vererben/verschenken kann.
Ich meinte gar nicht unbedingt große Vermögen und entsprechende Erbschaften. Um seinen (Enkel-) Kindern ein Instrument zu sponsern, muss man kein Millionär sein.
 
  • #275
Du meinst die neuen Bundesländer, Verschreiber
Hehe, ja, Freud lässt grüßen. Als Ossi sind für mich die alten Bundesländer neuer. :-D
Und trotzdem behaupte ich, daß hier im Forum das "nach oben" verschoben ist.
Nehme ich anders wahr. Zähle mal die Themen "Digi bis 1000,- €". Auch, dass die Bude für einen Flügel* viel zu klein ist oder dass das Budget oft keinen regelmäßigen KU zulässt, liest man hier immer wieder.
 
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  • #276
Nehme ich anders wahr. Zähle mal die Themen "Digi bis 1000,- €". Auch, dass das Budget oft keinen regelmäßigen KU zulässt, liest man hier immer wieder
Ich setze die Anfragen zu Low-Budet-Klavier in Relation zur (schweigenden) Mehrheit der Forum-Mitglied-Flügel*-Besitzer... (nicht ganz ernst gemeint)
 
  • #277
Nein, das sind keine persönlichen Umstände, das ist die Alltagsrealität für 9 Millionen Österreicher, von denen nur ein Bruchteil a) in Grenznähe wohnt UND ein Auto hat. Der Rest muss mit diesem Plus von 25% einfach leben und in seine Haushaltskalkulation einfließen lassen.
Jein.
Auch diese Art von strukturellen und systematischen Unterschieden gibt es zwischen den Ländrrn in ganz Europa.
Steuern, Abgaben, Unterstützung, Förderung...
Und ja, die haben ganz konkrete Auswirkung auf mein persönliches Budget.
Aber meine persönliche Situation spielt auch eine Rolle. Wenn ich genug Geld habe, ist die Österreich-Abgabe problemlos verkraftbar.
Wir können nun drüber diskutieren, ob und welche davon gut/wünschenswert sind und welche nicht.
Eine radikale Option ist, woanders hinzuziehen. Aber das können und wollen viele/alle/wir/man auch nicht.

Jetzt sind wir auf einer sehr soziologischen, gesellschaftlichen Ebene angekommen.
 
  • #279
Ich habe mir mal erlaubt, einen neuen Thread für meine Instrumenten-Suche aufzumachen, da der andere Richtung Autos entglitten ist und auch recht lang war.

Jetzt ist er auch recht lang, über Autos wird allerdings diesmal nicht diskutiert. Welch ein Glück, dass @Coda inzwischen ihr Instrument gefunden hat.
;-) :puh:
 
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