Alte Bücher mit Katzenstreu „entmüffeln“: Eure Erfahrungen?

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von brennbaer, 12. Feb. 2020.

  1. brennbaer
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    brennbaer

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    Hallo,
    im Laufe der Zeit haben sich doch mehr alte Bücher (vornehmlich Lehrbücher und Noten) angesammelt, als ich es mir hätte träumen lassen. Wenn ich was Interessantes für nen klein(st)en Taler entdecke, wandert es fast schon zwangsläufig in meinem Fundus. Jäger und Sammler und so....

    Jetzt bleibt es leider nicht aus, dass sich im Arbeits-/ Musik-/Gästezimmer, in dem die Bücher deponiert werden, recht deutlich der typische „alte Bücher-Muff“ breitgemacht hat.
    Was auf Dauer doch recht nervig ist.
    Meine bessere Hälfte ist mittlerweile auch schon recht „not amused“.

    Im Netz habe ich u.A. diesen Tipp entdeckt
    Da wollt ich mal fragen, ob das zufällig von Euch schon mal jemand ausprobiert hat und wie Eure Erfahrungen damit sind.

    Interessieren würde mich auch, wie es, falls überhaupt, bei etwas dickeren Büchern funktioniert, also ob das Katzenstreu bis tief zu Seiten in der Mitte wirkt.

    Danke schon mal
     
  2. hasenbein
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    hasenbein

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    Wichtig: Nur UNBENUTZTES Katzenstreu verwenden!
     
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  3. brennbaer
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    brennbaer

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    Wirklich?
    Jetzt hätt ich das Streu doch tatsächlich mit meinem „Spargel-Mittelstrahl“ angereichert.
    :super:
     
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  4. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Nimm alternativ Waschpulver*. Damit geht das recht schnell und die Bücher duften wie frisch gewaschen.
     
  5. brennbaer
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    brennbaer

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    ne, ich will ja den Muff raus haben, nicht übertünchen.
    Bringt mir ja nix, wenn hinterher die Bude nach parfümiertem Muff "duftet"
    Wie gesagt, mich würden reale Erfahrungen mit der Katzenstreu-Methode interessieren.
     
  6. agraffentoni
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    agraffentoni

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    getrockneter Kaffesatz soll auch helfen.
     
  7. samea
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    samea

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    Welches Katzenstreu soll denn verwendet werden? Es gibt Klunpstreu; Pellets (z.B. aus Holz) oder nichtklumpendes Katzenstreu (Sand) usw. Auch bei dieser Technik wird der Duft nur überdeckt.
     
  8. Nihil Baxter
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    Nihil Baxter

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    Aktivkohle ist ebenfalls einen Versuch wert.
     
  9. hasenbein
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    hasenbein

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    "Was ist da für ein Gewusel und Krach in deinem Keller?"

    "Ach so, das ist die Aktivkohle."
     
  10. brennbaer
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    brennbaer

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    also wenn, dann würde wg der geruchsbindenden Eigenschaften wohl am ehesten
    in Frage kommen.
    Dass es so viele unterschiedliche Streus gibt, war mir bis dato nicht bewusst..
     
  11. brennbaer
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    brennbaer

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    schon probiert, der Knackpunkt hier liegt im Wörtchen "soll", denn tun tut es nicht...
     
  12. klaros
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    klaros

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    Kaffee neutralisiert Gerüche, das ist bekannt und unbestritten. Wenn der Geruch aber von dem Zersetzungsprozess herrührt, dem viele Papierarten ausgesetzt sind, dann dürfte die Methode wenig sinnvoll sein.
    Bei Papieren, bei deren Herstellung neben Zellulose auch Alaun verarbeitet wurde, kommt es wegen falschem PH-Wert zum sogenannten Säurefraß.
    Bibliotheken schlagen sich mit diesem Problem herum und versuchen der Misere mit chemischer Gegensteuerung beizukommen. Das scheint auch zu funktionieren, kostet aber und geht nicht ohne Fachleute.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Feb. 2020
  13. BWV999
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    BWV999

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    All die Hausmittelchen helfen nicht wenn es wirklich um diesen Kellergeruch geht, der durch Schimmelpilzbefall verursacht wird. Katzenstreu zieht ja auch nur die Feuchtikeit raus.

    Ozonisierung/Ionisierung soll aber helfen:

    https://klabauterkiste.de/ozongenerator/

    Habe ich aber noch nicht ausprobiert.
     
  14. brennbaer
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    Du wirst lachen, aber eine Ozonkammer aus einem Umzugskarton, PC-Gehäuselüfter ind Ozongenerator hatte ich schon mal gebastelt.
    Der Effekt war zu meiner Überraschung leider nicht sehr befriedigend, deshalb suche ich nach einer anderen Lösung.
    Das Problem ist, dass das Ozon nicht tief genug zwischen die Seiten dringt.
    Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie man Bücher aufgefächert deponieren kann, damit alle Seiten vom Ozon umweht werden.

    Vielleicht, wenn man sie am Rücken, mit dem Vorderschnitt nach unten zeigend, aufhängt?
    Aber dann klappen die Seiten ja trotzdem durch das Eigengewicht zusammen...
     
  15. Kalivoda
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    Kalivoda

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    Da bekommt "im Kaffeesatz lesen" gleich eine neue Bedeutung...
     
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  16. altermann
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    altermann

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    In der katholischen Kirch zwischenlagern.
    Dann duften die Bücher nach Weihrauch.
    @Henry kann das übernehmen. Der qualmt auch noch Hunderte Zigaretten zwischen die Seiten. [​IMG]

    Gauf! :017:
     
  17. Barratt
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    ... ist das Ergebnis von chemischen Zersetzungsprozessen und/oder Schimmel – typisch für die Bücher, die man bei "Bouquinisten" kauft, oder alle anderen Bücher, die jemals Feuchtigkeit ausgesetzt waren (Keller).
    Die (ungebrauchte) Katzenstreu zieht die Feuchtigkeit raus. :022: Ohne Feuchtigkeit hören die Schimmelpilze auf sich zu vermehren, geben also keine Sporen und damit auch keine wahrnehmbaren Gerüche mehr ab.

    Den gleichen Effekt bekommt man, wenn die Bücher einige Monate in molliger, trockener Wärme gelagert werden. Die rLf, die ein Instrument braucht, entspricht nicht dem Ambiente, das ein Buch braucht, falls es je Schimmel abbekommen hat.

    Bücher aus dem 19. Jh. sollte man keinesfalls zum Austrocknen in die Sonne legen. :018: Das Papier löst sich buchstäblich auf. Den Restaurator freuen solche Behandlungsfehler. Bücher aus dem 18. Jh. werden manchmal von der Druckerschwärze angegriffen.
     
  18. brennbaer
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    brennbaer

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    Was in den Büchern passiert, ist mir schon klar. Zusätzlich zum von Dir Beschriebenen kommen ja auch noch "wohnungsspezifische" Gerüche wie z.B. der "Duft, der großen weiten Welt" oder Essensgerüche dazu.
    Es muss nicht immer Schimmel sein, der die Bücher "aromatisiert".

    Die Bücher stehen ja schon sehr trocken und warm im Arbeitszimmer (wg. "nur" DigiPiano muss ich keine Rücksicht auf ein Holz-Piano kompatibles Raumklima nehmen), der Muff geht so ganz von alleine nicht weg. Da kannste die Schinken noch so lange im Regal stehen haben.
    Hatte auch schon mal Bücher und Akten, die ich dummerweise im Keller eingelagert hatte, im trockenen Rekord-Sommer monatelang auf dem Balkon (lichtgeschützt) stehen.
    Manche, die mir nicht so wichtig waren, zum Vergleich auch in die pralle Sonne.
    Der Anti-Muff-Effekt war bei beidem marginal.

    Den Tipp mit dem Katzenstreu schreibt ja ein Buchhändler, ich hatte halt gehofft, dass zufällig jemand hier im Forum Erfahrung damit gemacht hat.
     
  19. mick
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    mick

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    Digitalisieren und den Stinkkram entsorgen. Peng, aus. :-)
     
  20. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Stromausfall
    :teufel::bomb: