Insoweit ich das richtig einschätze..., würde sich Steinway vorbehalten, das, was sie wollen, also die neue Ware, zu liefern - unbeträchtlich der Frage, ob diese Hämmer den fraglichen Flügel in den damaligen (!) werksneuen Zustand versetzen würden.
Deren Approach war vergangenheitlich wohl immer so, dass sie das aktuelle Material liefern, und da sie selber einst der Hersteller waren, das alles als "100% original" zu apostrophieren - da es ja schließlich von Steinway ausgewählt und geliefert sei ...
Ich habe übrigens die einst in Hannover bei der Sanierung installierten Abelhämmer dann rausgeworfen, einen noch ziemlich nagelneuen, wenig gespielten Satz, weil klar wurde, dass das Abel-Hämmer nach NEUEN Spiezifikationen D - und mir damit zu schwer - seien.
Womit ich nicht !! behaupte, die Abels taugten nichts, sondern nur ansage, dass sie mir für einen Flügel von 1877 nicht so wirklich konform waren.
Jetzt sind Hämmerchen aus den USA drin, deren Filz mir aus ca. den 1920er Jahren zu stammen scheint. "Unoriginal" sind sicherlich die Edelstahl-Achsen, weil damals schlauerweise Stahldrähtchen drinne waren, die man gegen Korrosion mit einer galvanischen Kupferauflage wappnen wollte - woraufhin im Laufe der Jahrzehnte das Kupfer dann grünspanig rostete, Vertigris. Und Edelstahl nun eine funktional einwandfreie Lösung darstellt.
Aber wer mir ans Leder wollte, der könnte auch anhand dieses Umstandes behaupten, das sei nun ja unoriginal ... , weil unauthentischer Edelstahl, so, wie in einen Schmuck-Centennial auch innen kein Vogelaugen-Ahorn a la Hamburger Schmuckflügel rein gehört ... wie es Obidiah Manteuffel aus Seattle an einem 1876er Fancy Centennial hinein "restaurierte", oder an einen Flügel vor ca. 1960 auch kein Polyester aufs Gehäuse gebracht gehöre.
Wer also will, der kann z.B. gerne mit mir in Verhandlungen einsteigen, einen "gehängten" Satz Abel-Hämmer für Steinway-D mit Steinway-Gestell-kompatiblen Nüssen zu beziehen - Provisio, für einen aktuellen D wird er drei derer einstig hiesigen Tenorhämmer anders auswinkeln, um sie für den 20er Bass rechtssaitig einsetzen zu können. Also 3x herausnehmen, ausdübeln, anderswinklig neu bohren, wieder verleimen.
Da sich das Layout des Centennials mit 17 Basstönen unterscheidet vom aktuellen D, dessen Bass 20 Töne hat - und die kleinen Marken divergenter Zahlen Saiten pro Ton mal beiseite. Wer das hundertpro machen will, schleift sich auch noch winzige Mengen leicht gerillten Filzes beiseite. Der Hammersatz eines Centennial hat 247 Rillchen - der heutige D macht 243 Rillchen. Der Satz passt auch in den C-Flügel, da er sich die Aufteilung auf fünf Saitenfelder mit dem D teilt und ihre Klaviaturen im Neuzustand austauschbar waren, bevor sie am Klaviaturrahmen die Anpassung an das Gefach bekamen.
Ich kann versprechen, dass der Satz auch keine 5.000 EUR kosten werde. In der Gegend der guten Hälfte könnte man Einigung finden.
Nicht, dass man mich misst verstünde. Ich "muss" hier garnichts verkaufen.
Außer auf Abel oder Renner schwören manche jenseits des Teiches auch auf Ronsen. Eine Marke, die mir in Europa gar nicht vertreten scheint.
Also, kurzum, WAS im Detail an einem alten Flügel orginalgetreu, authentisch restauriert werde, was an Materialien herein gehöre, darüber lässt sich in einer geradezu extremen Bandbreite trefflich disputieren. Und wer da hörig sein wolle auf das Hersteller-Votum, der beziehe bitte mit ein, dass solche Ratschläge allerseltenst frei sein werden von wirtschaftlichem Eigeninteresse.
Nebenbei, ich bin und bleibe ein Freund der Marke, nicht nur weil ich ein hoch zu friedener Eigner bin.
Sollte aber es hier brennen, wird der Ersatz ggfs. vermutlich aus einem Bösen Dorfe kommen ..., weil auch bei neueren Produkten eher und näher am "Guten Alten" Klange (TM).