Eure schönste Kadenz

Stimmt! Rachmaninov ist der Meister der Schlusskadenz! :D
 
Viele Akkorde in dem Goethe-Lied "Meeresstille" von Nikolai Medtner rauben mir den Atem, aber besonders die letzten drei. Hier kann man das ganze Lied ab Minute 12:22 hören. Die Schlussakkorde, die ich meine, beginnen bei 15:42.
(Ich empfehle aber, das ganze Lied zu hören - am besten ohne zuvor zu den drei Schlussakkorden "vorzuspulen".)




Das Lied gibts auch mit Medtner höchstpersönlich am Klavier, gesungen von Elisabeth Schwarzkopf:



Grüße von
Fips
 
Kadenzen...weiß nicht genau...also diese End-Dinger ?

Also die hier find ich toll!!

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:005:

LG, Olli
 

Als was denn sonst? Es ist sogar eine Kadenz mit rhythmischer Engführung:
t--D|t--D|tDtD|t

Nett, aber nicht zutreffend.

Eine Harmoniefolge, die eingestreut lediglich Fragmente der Dominante enthält, ohne jemals die Subdominante anzutasten, ist dann doch keine Kadenz.

Pluspunkte allerdings für das Wort 'Engführung', das mir bisher nur bei Fugen untergekommen ist.

Solltest Du aber recht haben (Quellennachweis gerne inklusive), werde ich in zweierlei Hinsicht dazugelernt haben.
 
Eine Harmoniefolge, die eingestreut lediglich Fragmente der Dominante enthält, ohne jemals die Subdominante anzutasten, ist dann doch keine Kadenz.

Die Dominante erklingt hier keineswegs fragmentarisch, sondern mit alle ihren Tönen - nämlich C-e'''-g'''. Eindeutiger geht es kaum.

Und selbstverständlich ist auch die einfache Folge (t-)D-t eine Kadenz *), sogar die Folge (t-)s-t ist eine Kadenz **).

Solltest Du aber recht haben (Quellennachweis gerne inklusive), werde ich in zweierlei Hinsicht dazugelernt haben.

Du kannst die in den Fußnote erwähnten Begriffe in jeder x-beliebigen klassischen Harmonielehre nachschlagen, dann hast du auch deinen Quellennachweis.

*) auch "authentische Kadenz" genannt
**) auch "plagale Kadenz" genannt
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Dominante erklingt hier keineswegs fragmentarisch, sondern mit alle ihren Tönen - nämlich C-e'''-g'''. Eindeutiger geht es kaum.

Und selbstverständlich ist auch die einfache Folge t-D-t eine Kadenz *), sogar die Folge t-s-t ist eine Kadenz **).



Du kannst die in den Fußnote erwähnten Begriffe in jeder x-beliebigen klassischen Harmonielehre nachschlagen, dann hast du auch deinen Quellennachweis.

*) auch "authentische Kadenz" genannt
**) auch "plagale Kadenz" genannt
 
Du hast recht.

Mea culpa.

Mir war bis dato nicht wirklich einsichtig, dass I - V - I als Kadenz gesehen wird; bisher gehörte für mich die Subdominante dazu, um eine Kadenz als solche zu qualifizieren.

Wieder was dazugelernt.
 
bisher gehörte für mich die Subdominante dazu, um eine Kadenz als solche zu qualifizieren

Zu deiner Ehrenrettung sei gesagt, dass dieser starre Kadenzbegriff auf Moritz Hauptmann (und in der Folge auf Hugo Riemann) zurückgeht, aber eigentlich auf einem Missverständnis der Kadenztheorie Hauptmanns beruht. In der Folge etablierte Riemann die sogenannte "große Kadenz T-S-T-D-T" als "Typus aller musikalischen Form" - was insofern an der Sache vorbei geht, als diese 5-akkordige Kadenz in echten Kompositionen kaum vorkommt. Er hat das zwar später revidiert, aber da stand das schon so in allen Lehrbüchern. Gut möglich, dass du (beispielsweise in Herrmann Grabners "Handbuch der funktionellen Harmonielehre") damit in Berührung gekommen bist. Inzwischen sollte das aber auch in deutschen Hochschulen nicht mehr gelehrt werden. Hoffe ich zumindest...
 
Gut möglich, dass du (beispielsweise in Herrmann Grabners "Handbuch der funktionellen Harmonielehre") damit in Berührung gekommen bist.

Yup. Virtuelles Händeschütteln mit Mundschutz. Spot on.

Nichtsdestotrotz bin ich durchaus wohlfühlend in diesem Fahrwasser, speziell in diesem Faden. Mein Rachmaninoff-Beispiel ist da einfach eher beiträglich für dessen eigentliche Intention als die von Dir verteidigte Dipilotmie.
 
In der Folge etablierte Riemann die sogenannte "große Kadenz T-S-T-D-T" als "Typus aller musikalischen Form" - was insofern an der Sache vorbei geht, als diese 5-akkordige Kadenz in echten Kompositionen kaum vorkommt.
kaum ist nicht gar nicht :-)
Das Model T-S-(T)-D-T kommt gelegentlich in Dur und Moll vor, malmehr mal weniger abgewandelt:
Chopin Prelude c-Moll t-s7-D7-t und dann in As T-S-D7-T
Nocturne g-Moll (Choral) T-S-S-T-S-T-D-T
Beethoven op.57 T-S-T-S6-D4-3-T
Schumann Frauenliebe-Zyklus "seit ich ihn gesehen"
usw
Das besagt nüscht, denn T-S-D-T ist ein gängiges Modell
 
T-S-D-T kommt ziemlich oft vor, aber T-S-T-D-T muss man wirklich suchen. Als "Typus aller musikalischen Form" taugt das jedenfalls nicht. Und so war es von Moritz Hauptmann auch nicht gemeint.
 
...ist auch egal, Hauptsache es endet D-T oder S-T. Oder anders: meine Lieblings "Schlussformel" (Kadenz) ist d-Moll=》E-Dur, verwendet hat sie ein 48er-Revoluzzer-Nazi :-D:-D
 

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