Womit anfangen nach 46 Jahren...

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@Viva La Vida :
@Marlene hat ja nicht gesagt, dass es besser klingt, als auf dem DP gut gespielte Kinderlieder.

aber natürlich hast du mit deiner Aussage recht.
 
@brennbaer
Das Lustige ist, dass sie beide Recht haben....
 
Sicher nicht.
Ich finde es umgekehrt, ein sehr guter Spieler kann auf einer gestimmten Gurke mehr herausholen als jemand der nicht spielen kann am 2,9m langen Bösendorfer.

VLV
So ist es. Ein Anfänger, der noch keinerlei Gespür für Anschlagsdifferenzen hat, kann auf dem Flügel nicht besser spielen als auf einem guten Digi (im Gegenteil, dass Digi kann leise gestellt werden und ist immer gestimmt....:007:). Es ist eine (Verkaufs-) Mär, ein Anfänger würde am Flügel oder sauteuren Klavier sich besser stellen. Man verfolge mal, auf welchen grottigen Instrumenten z.B.russische Spitzenmusiker ihre Anfangsschritte taten. (Das gilt auch für Geige und co.) Es ist lediglich wichtig, dass das Instrument gut eingestellt und gestimmt ist. Und ein Instrument gut klingen lassen, will gekonnt sein, immer noch bringt der Spieler das Instrument zum Klingen, und nicht das Instrument den Spieler zu Weihen.
 
Ah, jetzt verstehe ich, warum Du der Meinung bist, ein Anfänger bräuchte keinen Flügel: Du hast noch nie einen gespielt.
[…]
Hast Du Unterricht an einem Pianino? Das müsste doch auch schon ganz anders klingen als Dein Digi, oder?
Ja, ich hab Unterricht an einem akustischen Klavier. Klingt toll. Auf einem Flügel hab ich noch nie gespielt, aber auf einigen Klavieren. Geht leider budgettechnisch nicht. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen brennenden Wunsch nach einem Flügel unbedingt triggern möchte.
 
So ist es. Ein Anfänger, der noch keinerlei Gespür für Anschlagsdifferenzen hat, kann auf dem Flügel nicht besser spielen als auf einem guten Digi (im Gegenteil, dass Digi kann leise gestellt werden und ist immer gestimmt....:007:). Es ist eine (Verkaufs-) Mär, ein Anfänger würde am Flügel oder sauteuren Klavier sich besser stellen. Man verfolge mal, auf welchen grottigen Instrumenten z.B.russische Spitzenmusiker ihre Anfangsschritte taten. (Das gilt auch für Geige und co.) Es ist lediglich wichtig, dass das Instrument gut eingestellt und gestimmt ist. Und ein Instrument gut klingen lassen, will gekonnt sein, immer noch bringt der Spieler das Instrument zum Klingen, und nicht das Instrument den Spieler zu Weihen.

Kann ich als Anfänger nach 4 Monaten e-Piano nicht, bzw. nur teilweise bestätigen.
Beim Spielen von akustischen Instrumenten habe ich viel mehr Rückmeldung von meinem Anschlag erhalten, als beim e- Piano. Das e-Piano klingt minimal anders (für mich kaum Hörbar). Beim Flügel waren es Welten, die sich aufgetan haben. Ich glaub, ich habe das selbe Kinderlied 10 Mal mit verschiedenem Anschlag gespielt und danach bestimmt 5 Minuten die selbe Taste unterschiedlich gedrückt und mir das Ergebnis angehört. Auf die Idee wäre ich bei meinem Digi erst gar nicht gekommen. (Laut/leise - was gibt's da schon zu hören)
Davon abgesehen, ist mir aufgefallen, dass ich mich bei schnelleren Stücken häufig durchmogel und die Tasten nicht vollständig entlaste. Das ist beim Digi egal (der nächste Ton kommt trotzdem), beim akustischen Instrument gibt's dann halt keinen Ton.
Dass die Stimmung nicht verloren geht, spricht wiederum eindeutig fürs Digi (und der Preis ebenfalls)
LG, Hekse
Und nein, mit meinem Geklimper werde ich niemals das Potential dieses Instruments ausnutzen können. Aber es gibt viel Motivation (auch für Anfänger) auf die Qualität des erzeugten Tons zu achten.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Hekse
Da kann ich dir zustimmen. Ich habe ein altes Digitalpiano und bin auf der Suche nach meinem nächsten Instrument. Zur Zeit weiß ich nicht was ich möchte, da leider auch der Preis mit hineinspielt. Ich vermute, dass es am Ende auf zwei Instrumente hinausläuft. Ein digitales z.B. das Cassio GP 510 (es hat mir auf der Musikmesse gut gefallen) und ein akustisches Instrument (älterer Stutzflügel bevorzugt).

Im Augenblick kann ich mich einfach nicht entscheiden. Instrumente auszuschließen ist nicht mein Problem. Aber zu sagen, das ist es, da habe ich Probleme. Ich hätte im letzten Herbst fast ein Klavier gekauft. Es wurde als Anfängerklavier beschrieben. Doch was sagt diese Bezeichnung aus? Was unterscheidet ein solches Klavier von Klavieren für ambitionierte Laien und Profis? Hier komme ich bei der Prüfung einer Klaviatur an meine Grenzen. Triller und andere schnell repetierende Noten kann ich noch nicht spielen. Die Bezeichnungen verunsichern mich und ich traue mich nicht wirklich zuzugreifen. Denn ist das Geld weg....
 

@samea
Mein Klavier wird heute trotz Sturm geliefert. Bin bei der Auswahl auch fast verzweifelt, aber ich hab jetzt bei einem Klavierbauer eins gefunden, dass sich für mich schön anhört, gut spielt und ins Budget gepasst hat. Einfach weiter suchen, irgendwo steht auch deins und wartet auf dich..
Ich bin dem Rat von @Demian gefolgt und hab mich für ein deutsches, gebrauchtes entschieden. Was genau ein Klavier zu einem "Anfängerklavier" macht, weiß ich nicht.
LG, Hekse
 
Da bin ich mir auch sicher, das irgendwo mein Klavier auf mich wartet! :chr03::026::chr03:

Melde dich, wenn dein Klavier angekommen ist.
 
Ein Anfänger, der noch keinerlei Gespür für Anschlagsdifferenzen hat, kann auf dem Flügel nicht besser spielen als auf einem guten Digi

Klar kann ein Anfänger auf einem Flügel nicht besser spielen als auf einem Digitalklavier, denn es fehlen noch die grundlegenden Fähigkeiten. Aber er lernt die Anschlagsdifferenzen am Flügel schneller und ein Pianino oder Flügel hilft dem Schüler besser und schneller zur richtigen Klangerzeugung.

Es ist eine (Verkaufs-) Mär, ein Anfänger würde am Flügel oder sauteuren Klavier sich besser stellen.

Das halte ich für eine Mär.
:-D

Ein kompetenter KL, der seit fast 50 Jahren unterrichtet - und keinerlei finanzielle Interessen am Verkauf eines Flügels oder Pianinos hat - vertritt diese Ansicht:

"Ein genialer Pianist kann auch auf einem schlechten Instrument noch eine halbwegs respektable Interpretation zuwege bringen (obwohl die meisten Pianisten sich zu Recht weigern, auf einem solchen Instrument zu spielen). Um wieviel mehr ist der Laie und Liebhaber auf ein gutes Instrument angewiesen, um erfolgreich zu sein!

Auf einem hochwertigen Instrument erlernt man das Klavierspielen leichter als auf einer verstimmten, klapprigen Drahtkommode. Das Klangempfinden wird feiner ausgebildet, weil der Spieler deutlicher die Wechselwirkung zwischen Armgewicht, Fingerarbeit und Klangbalance erfährt".
 
"Ein genialer Pianist kann auch auf einem schlechten Instrument noch eine halbwegs respektable Interpretation zuwege bringen (obwohl die meisten Pianisten sich zu Recht weigern, auf einem solchen Instrument zu spielen). Um wieviel mehr ist der Laie und Liebhaber auf ein gutes Instrument angewiesen, um erfolgreich zu sein!
Ja! Ja! und Ja!
Das gilt für alle Instrumente. Ich hatte das Glück vor Kurzem ein wirklich gutes Cello zu bekommen, nachdem ich jahrelang auf einem Schülerholzstück vor mich hin gestümpert habe. Seitdem ich dieses Instrument habe, sagt es mir immer direkt, wenn ich etwas richtig mache! Das ist das Geheimnis der guten Instrumente. Du merkst: Hui, das klang aber toll! und schon freut sich Dein Gehirn, speichert es ab und dann weißt Du vielleicht beim nächsten Mal, wie du es wieder bekommst.
Ein tumbes Schülerinstrument klingt bei einem Anfänger immer nur schlecht...und du hast kein Korrektiv, außer deinem Lehrer, den du einmal in der Woche siehst, wenn´s hoch kommt. Üben ist immer, jeden Tag...
 
Es ist eine (Verkaufs-) Mär, ein Anfänger würde am Flügel oder sauteuren Klavier sich besser stellen. Man verfolge mal, auf welchen grottigen Instrumenten z.B.russische Spitzenmusiker ihre Anfangsschritte taten. (Das gilt auch für Geige und co.) Es ist lediglich wichtig, dass das Instrument gut eingestellt und gestimmt ist. Und ein Instrument gut klingen lassen, will gekonnt sein, immer noch bringt der Spieler das Instrument zum Klingen, und nicht das Instrument den Spieler zu Weihen.
Exakt so ist es. Meine Klavierlehrerin spielt auch am Diggi Chopin so, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Sie hat eine klare Klangvorstellung und adaptiert sich dann schnell an das Instrument. Das muss ein guter Pianist auch immer können, denn er kann sein Instrument nicht mitnehmen.

Speziell im Anfänger- und Hobbybereich, über den wir hier reden, hat man sehr lange andere Probleme, als die letzten Klang- und Dynamiknuancen im Instrument auszureizen. Verstimmt und klapprig sollte es natürlich nicht sein, aber definitiv braucht es kein Steinberg oder Bösendorfer.

Ich lese gern mal Musikerbiographien und in der Tat liest man häufig die Geschichten von klapperigen Anfängerinstrumenten. Der Punkt ist aber, dass die Leute trotzdem dran geblieben sind, einfach weil sie Spaß an der Musik hatten. Wer nur mit einem Bösendorfer lernen kann, sucht ein Statussymbol, aber braucht keinen Klavierunterricht.
 
Meine Klavierlehrerin spielt auch am Diggi Chopin so, dass ich eine Gänsehaut bekomme. Sie hat eine klare Klangvorstellung und adaptiert sich dann schnell an das Instrument.

Das ist ja sehr schön, aber das zeigt schon, wie das Hören verdorben ist. Ein Chopin Nocturne (und viele andere Werke dieses und anderer romantischer Komponistem) hat üblicherweise irgendwann und irgendwo typisch chopineske Akkordbrechungen der linken Hand, wobei sich mit Pedal die Töne und ihre Obertöne in vielfältigsten Weise mischen und interagieren. Das Diggi produziert (auch mit Pedal!) nur Einzelereignisse, die Töne interagieren nicht, alles bleibt getrennt in Isolationshaft.
Ich bin altmodisch genug, dies unerträglich zu finden.
Wobei, manche Klavierbauer streben inzwischen offenbar danach den unnatürlichen Klang der digitalen Tonerzeuger zu imitieren.
 
Wer nur mit einem Bösendorfer lernen kann, sucht ein Statussymbol, aber braucht keinen Klavierunterricht.

Ich habe im Studium immer diejenigen beneidet, die von Anfang an gute Instrumente zum Üben hatten. Da war oft bereits eine ganz andere Klangvorstellung vorhanden. Wir, die wir auf eher mäßigen Instrumenten begonnen hatten mussten uns das mühselig (teilweise in der Hochschule auf elenden Gurken) später erarbeiten.
 
Ich habe im Studium immer diejenigen beneidet, die von Anfang an gute Instrumente zum Üben hatten. Da war oft bereits eine ganz andere Klangvorstellung vorhanden. Wir, die wir auf eher mäßigen Instrumenten begonnen hatten mussten uns das mühselig (teilweise in der Hochschule auf elenden Gurken) später erarbeiten.
Ich glaube nicht, dass das an den Instrumenten lag. Daneben reden wir aber hier vom erwachsenen Einsteigerbereich, das Niveau eines Studiums wird nicht erreicht werden.
 
Auf einem Digi oder schlechten Klavier lernt man nicht die Feinheiten des Hörens, die für gutes Klavierspiel essenziell sind.

Und da schließt sich der Kreis: Was man nicht gelernt hat, zu hören, wird man kaum vermissen.

Das hier
Meine Klavierlehrerin spielt auch am Diggi Chopin so, dass ich eine Gänsehaut bekomme.
ist der beste Beweis dafür.
 

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