Beethoven, OP27-2, 1 (Mondschein-Sonate)

  • Ersteller des Themas Viva La Vida
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Mit Dynamikumfang meine ich den Laustärkenunterschied zwischen leisestem gespielten Ton und lautestem Ton.
Dies kann jeder man mit der kostenlosen App "Schallmessung " selbst an seinem Instrument messen. Die App müßte kalibriert werden, aber es genügt ein relativer Wert.
Dynamik [dB] = Lautester Ton [dB] - leisestem Ton [dB]. Am akustischen habe ich 45 dB gemessen, beim digitalen 25 dB.
Daher hat das akustische Klavier einen höheren Dynamikumfang.
 
Naja, er sagt er hat ein Stage Piano. Das macht selbst überhaupt keine Geräusche. Die Dynamik bestimmt allein die angeschlossene Verstärkung.

Und eine App als "Meßgerät" kommentiere ich jetzt mal nicht. Da ist ja das menschliche Gehör genauer. Mein Sauter SU 130 vergleicht gegen einen 94dB-Referenzton, der intern erzeugt wird, alles andere ist Kasperkram.
 
Nebenbei:
Leider geht einiges an Dynmaik durch das MP3 Format verloren.
MP3 Format betreibt KEINE Dynamikkompression... im Gegenteil, Ziel ist eine möglichst exakte Wiedergabe des Eingangssignals. HiFi-Qualität, CD-Qualität usw.

Dynamik verlorengehen kann nur durch explizite Dynamikkompressoren (mag sein, dass im Smartphone da welche mitlaufen, wenn man dessen Aufnahmefunktion nutzt) oder durch hohe Übersteuerung bei der Aufnahme (was sich in einem stark verzerrten Klang äußern würde).

Die Frage wäre, wie Du aufnimmst... wenn direkt am Stage-Piano über USB, dann dürfte da keine Dynamikkompression mit im Spiel sein (das wäre aufnahmetechnisch höchst kontraproduktiv vom Hersteller)
 
Die Dynamik ist unterschiedlich genau vorgegeben, hier in der Mondscheinsonate meiner Meinung nach aber sehr genau: das Stück startet im pp es ist kein mf, f, ff notiert nur einmal ein p! sodass für mich eine werkgetreue Widergabe nur einen geringen Dynamikumfang hat. Im mezzo-forte oder lauter zu landen steht nicht da, erscheint mir nicht richtig und entspricht nicht der Vorgabe Beethovens!
Das Stück hat also nur wenige „Lautstärkeschichten“, von pp zu p !
@Viva La Vida das sind interessante Überlegungen zur Dynamik im 1.Satz der Mondscheinsonate! Welche Notenausgabe/n verwendest du?
 
Normal aufgedreht so wie wenn man spielt.

Obwohl ich finde, dass auch diese Aufnahme nicht wirklich den Vogel abschießt... so ist es mir doch die liebste von allen...
Freut mich für dich. Werktreue liegt hier nicht vor.

Same as @Demian. USB Stick in den USB slot und auf mp3 stellen.

das sind interessante Überlegungen zur Dynamik im 1.Satz der Mondscheinsonate! Welche Notenausgabe/n verwendest du?
Das riecht nach einer Falle ;-)
Edition Peters. Das File kommt von IMSLP, siehe Anhang.

VLV
 

Anhänge

  • IMSLP32718-PMLP01458-Beethoven_Sonaten_Piano_Band1_Peters_9452_14_Op27_No2.pdf
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Nein! Ganz und gar nicht!

Aber man könnte - Interesse vorausgesetzt - überlegen, ob sich wirklich alles zwischen pp und p abspielt, oder ob da mehr erforderlich ist (ich neige letzterem zu)

Nach deinen Noten habe ich gefragt, weil viele Ausgaben da auffällige Differenzen aufweisen - du hast ja geschrieben, dass es dir um "Werktreue" (bzw. Texttreue) geht.
Wenn du ganz genau in deine Noten schaust:
Mondschein decrescendo.png
(das ist aus deinen Noten) hoppla: ein decrescendo, welches zu piano führt - - - offenbar ist laut diesem Notentext der dynamische Rahmen etwas größer als nur von pp zu p - jedenfalls mit normaler Lesart müsste ein decrescendo, dass zum piano führt lauter als piano beginnen.

Interesse, andere Ausgaben und Lesarten (Manuskript, Erstausgabe, kritische Ausgaben etc) zu filzen und zu schauen, was da so alles zusammenkommt? (es wird viel, und es wird auch um Notationsweisen gehen)
 
OK danke, dann mp, dein Argument ist schlüssig.
...nicht so schnell: zu überlegen ist, ob das (cecresc. ---> piano) auf Beethoven zurück geht - wenn ja, wäre ein dynam. Rahmen von (ppp) - p - mf texttreu; wenn nein, müsste man nachschauen, wie werktreu die Notenausgabe ist.
Pardon, ich habe sie (noch) nicht angehört.
 

@Viva La Vida , schau dir mal die Urtext-Ausgabe von Henle an.
Herausgeber: Gertsch/Perahia
Fingersätze: Murray Perahia

Da gibt es in der Phrasierung (nach dem Autograph und dem Erstdruck) doch einige Unterschiede zu Peters. Lies bitte auch das Vorwort und die Bemerkungen am Schluss!

https://www.henle.de/de/detail/?Titel=Klaviersonate+Nr.+14+cis-moll+op.+27+Nr.+2+(Mondscheinsonate)_1062

Murray Perahia soll selber auch recht gut Klavier Spielen.;-)


View: https://www.youtube.com/watch?v=EUn3oo47Z1A


Auch Igor Levit fühlt und spielt in seiner Aufnahme in Halben, nicht in Vierteln!
 
... ein decrescendo, welches zu piano führt - - - offenbar ist laut diesem Notentext der dynamische Rahmen etwas größer als nur von pp zu p - jedenfalls mit normaler Lesart müsste ein decrescendo, dass zum piano führt lauter als piano beginnen.

Interesse, andere Ausgaben und Lesarten (Manuskript, Erstausgabe, kritische Ausgaben etc) zu filzen und zu schauen, was da so alles zusammenkommt? (es wird viel, und es wird auch um Notationsweisen gehen)

Wenn ich es richtig gesehen habe, steht im Autograph „p:“ . (Ich hoffe ich bin im richtigen Takt gelandet.) Jetzt müsste man wissen, was das bedeutet.

https://www.beethoven.de/de/media/v...00032&fromWork=6341812939653120#media-slide-1
 
@Zephyria in der Tat: es bestehen Diskrepanzen zwischen dem (unvollständigen) Manuskript (1. und letzte Seite der Sonate fehlen) und einigen heutigen Urtextausgaben hinsichtlich der dynamischen Zeichen (auch hinsichtlich der Pedalzeichen im 3.Satz)
Jetzt erst wird es wirklich interessant!...
 
Jetzt wäre es interessant zu erfahren, warum sich die Herausgeber jeweils für ihre Version entschieden haben.
Ist das etwas, was z.B. in der „wissenschaftlichen Ausgabe“ von Henle drinsteht? Ich habe so eine wissenschaftliche Ausgabe noch nie gesehen.
Ich meine zum Beispiel die hier:
https://www.henle.de/de/detail/?Titel=Klaviersonaten,+Band+II_4252
 
Faszinierend am Beethoven ist, man übt es 8 Wochen und plötzlich entdeckt man wieder etwas in den Noten. Und dann entdeckt man plötzlich da und dort eine Melodie ... immer wieder entdeckt man was Neues ....

Schon unglaublich wie man mit diesen recht einfachen Noten eine derartige Wirkung erzielen kann!

VLV
 
Freut mich für dich. Werktreue liegt hier nicht vor.
Es gibt natürlich tausend verschiedene Motivationen und Zielsetzungen für's Musizieren... meine war und ist immer die folgende*:

"Versuchen, die Welt um noch nicht Dagewesenes zu bereichern"

Natürlich ist das wohl nicht jedem Musizierenden gegeben (?)

Aber z.B. die tausendste, allem Anschein nach verzicht- und austauschbare Interpretation der Mondschein in die Welt zu setzen? Das wäre jetzt nichts für mich...

_________
(*auch wenn ich bislang nur dürftig wenig dahingehend getan habe)
 
Es gibt natürlich tausend verschiedene Motivationen und Zielsetzungen für's Musizieren... meine war und ist immer die folgende*:

"Versuchen, die Welt um noch nicht Dagewesenes zu bereichern"
Komm mal runter von deinem prätentiösen Geschwurbel. Dein E-Piano-Geklimper bereichert die Welt um genau gar nichts, sondern hat den gegenteiligen Effekt: Jede weitere Schrottaufnahme macht die guten solchen schwerer zu finden.
 

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