Stücke, die wir nicht spielen können

  • Ersteller des Themas Tastimo
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Hm, "Stücke, die wir nicht spielen können", "Leichen im Keller"...

Eigentlich ist an dieser Front so ziemlich Ruhe bei mir. Sicher gibt es Stücke, die ich geübt habe, bis die wesentlichen Schwierigkeiten überwunden waren, und es dann mehr oder weniger langweilig wurde, und nur noch eine Frage der Zeit (oder des Fleisses) gewesen wäre.

Alles, was ich wirklich gern habe spielen wollen, habe ich irgendwann auch entsprechend gestemmt, oder wäre zu stemmen gewesen. Da sind auch ein paar schwere Sachen darunter (wie deftige Beethoven-Sonaten).

Die ganze Situation ist eigentlich wirklich blöd. Denn ich habe keine Motivation und keinen echten Antrieb mehr, an irgendwas zu arbeiten, weil ich für nichts (mehr) wirklich brenne, und nichts mehr wirklich erreichen will.

Hat sich "Klavierspiel" für mich jetzt mehr oder weniger "erledigt"? Diese Frage stelle ich mir schon manchmal.

Nicht einmal technisch knifflige Stellen oder Passagen von Stücken herauspicken, und sich draufschaffen, reizt mich mehr. Habe ich eine zeitlang ganz gern gemacht.

Schon vertrackt, das Ganze...

Aber zurück zum eigentlichen Fadenthema...
 
Hm, "Stücke, die wir nicht spielen können", "Leichen im Keller"...

Eigentlich ist an dieser Front so ziemlich Ruhe bei mir. Sicher gibt es Stücke, die ich geübt habe, bis die wesentlichen Schwierigkeiten überwunden waren, und es dann mehr oder weniger langweilig wurde, und nur noch eine Frage der Zeit (oder des Fleisses) gewesen wäre.

Alles, was ich wirklich gern habe spielen wollen, habe ich irgendwann auch entsprechend gestemmt, oder wäre zu stemmen gewesen. Da sind auch ein paar schwere Sachen darunter (wie deftige Beethoven-Sonaten).

Die ganze Situation ist eigentlich wirklich blöd. Denn ich habe keine Motivation und keinen echten Antrieb mehr, an irgendwas zu arbeiten, weil ich für nichts (mehr) wirklich brenne, und nichts mehr wirklich erreichen will.

Hat sich "Klavierspiel" für mich jetzt mehr oder weniger "erledigt"? Diese Frage stelle ich mir schon manchmal.

Nicht einmal technisch knifflige Stellen oder Passagen von Stücken herauspicken, und sich draufschaffen, reizt mich mehr. Habe ich eine zeitlang ganz gern gemacht.

Schon vertrackt, das Ganze...

Aber zurück zum eigentlichen Fadenthema...
Wie wär‘s mit einem anderen Blickwinkel auf die Musik?
Ich kann mir gut vorstellen, wie du das empfindest. Ich hatte keine Lust, nur klassische Werke zu spielen, und habe deshalb irgendwann begonnen, zu improvisieren, manchmal auch zu komponieren. Und für mich sehr wichtig ist auch das Zusammenspiel mit anderen Musikern.
 
Wie wär‘s mit einem anderen Blickwinkel auf die Musik?
(...)
'ne gute Idee. Ich mag zwar keinen Jazz oder sowas wirklich spielen, improvisieren oder zusammen musizieren reizt mich auch nicht so sehr - aber mir wird durch Deinen Beitrag schlagartig bewußt, dass ich tatsächlich Leichen im musikalischen Klavierspiel-Keller habe.

Ich wollte nämlich gern mal ein paar Aufnahmen machen von Stücken, und öffentlich stellen (Youtube und so). Sehen, wie die Aufnahmen so ankommen, meine Sicht und Interpretation von Stücken öffentlich teilen.

Tja, und eigentlich auch mal vorzeigbare (bzw. anhörbare) Aufnahmen eigener Kompositionen anfertigen, und auch öffentlich stellen.

Das sind meine Leichen im Keller. Keine konkreten Stücke - sondern gewisse früher einmal gefaßte klavierspielerische Pläne, Projekte und Vorhaben.
 
@Dreiklang
Improvisation ist ja bei weitem nicht auf Jazz beschränkt.
Z.B. Gabriela Montero improvisiert in verschiedenen klassischen Stilrichtungen.

Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, atonal zu Improvisieren (Anton Webern nannte das „Klanggesten“).
 
Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, atonal zu Improvisieren (Anton Webern nannte das „Klanggesten“).
Richtig...! Ist notiert. Könnte ich durchaus mal versuchen, und aufnehmen... und wenn dabei mal eine schöne Aufnahme 'bei rauskommt, die auch gleich öffentlich machen.

Ich hoffe ja selbst, dass ich irgendwann mal den Keller entrümpele, und irgendwann mal diese Veröffentlichungen auch wirklich mache.

Und nochmal sorry für's offtopic in diesem Faden :030:
 
Am weitesten weg von Aufführungsreife war ich im Studium bei Brahms Paganini Variationen Heft 1. Nachdem ich sie gerade nochmal durchgehört habe, stellt sich mir die Frage, warum ich die Variationen überhaupt mal geübt habe...
 
Die ganze Situation ist eigentlich wirklich blöd. Denn ich habe keine Motivation und keinen echten Antrieb mehr, an irgendwas zu arbeiten, weil ich für nichts (mehr) wirklich brenne, und nichts mehr wirklich erreichen will.

Hat sich "Klavierspiel" für mich jetzt mehr oder weniger "erledigt"? Diese Frage stelle ich mir schon manchmal

Der nächste Schritt: Dirigent!!
 
Die ganze Situation ist eigentlich wirklich blöd. Denn ich habe keine Motivation und keinen echten Antrieb mehr, an irgendwas zu arbeiten, weil ich für nichts (mehr) wirklich brenne, und nichts mehr wirklich erreichen will.

Hat sich "Klavierspiel" für mich jetzt mehr oder weniger "erledigt"? Diese Frage stelle ich mir schon manchmal.
Du hast auf jeden Fall mehr Forenbeträge als Klaviervorträge. :lol:

Ich habe mein Klavier-Plateau ein wenig mit einem neuen Nicht-Tasten-Instrument aufgelockert. Da geht mal wieder sehr viel vorwärts, auch wenn die Fingernägel der rechten Hand jetzt schon etwas zu lang fürs Klavier sind. :-D
 
- Scarlatti Sonsta a-moll (L 134):

Diese Trillerparallelen... nie synchron, immer undauber, immer holprig, oft lasse ich einzelne Töne unwillkürlich weg. Hinzu kommt der Stil von Scarlatti, der gleichzeitig Lebendigkeit, Nervosität, aber auch Stabilität erfordert - in diesem Stück schwerer als Mozart, finde ich.
Gelingt auf einem Cembalo sicherlich leichter.
 

Gelingt auf einem Cembalo sicherlich leichter.
Ok, danke für den Tipp.

Ich habe von der Scarlatti-Sonate eine Klavieraufnahme gehört, die sehr brillant und „stylish“ klingt. Das war dann meine Referenzaufnahme, konnte mir aber auch nie richtig vorstellen, dass genau dieser Sound zu Scarlattis Klangvorstellung passt.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr tendiere ich zu der Meinung, dass Scarlatti (im Gegensatz zu Bach!), so gut er auch auf dem Klavier klingt, keine Musik ist, deren Charakter auf dem Klavier wirklich stimmig wiedergeben werden kann. Das sind eigentlich keine Originalstücke auf dem Klavier gespielt, sondern bereits Bearbeitungen - mit ähnlichen Effekten, als würde man in den Notentext eingreifen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die ganze Situation ist eigentlich wirklich blöd. Denn ich habe keine Motivation und keinen echten Antrieb mehr, an irgendwas zu arbeiten, weil ich für nichts (mehr) wirklich brenne, und nichts mehr wirklich erreichen will.

Das ist der "Fluch der Campanella", wenn man die einmal beherrscht wie du, dann bleibt einfach nichts mehr übrig, was eine echte herausforderung wäre.
Deshalb lasse ich von der die Finger. ;-)
 
... Stücke für Klavier...
 
Ich finde, nicht können, ist sehr relativ, genauso relativ wie können.
Auch bei irgendeinem Zeugs aus dem Jugendalbum von Schumann kann ein Profi noch zeigen, dass er es besser drauf hat als ich.
Und vermutlich würde ich die Sonate in h-Moll noch besser hinbekommen als einige von diesen "River flows in you" oder "Amelie"-Spielern, die gerne öffentliche Klaviere maltretieren, die genannten Stücke spielen (und denken sie können es).

Richtig übel gespielt habe ich aber die 32 Variationen in c-Moll von Beethoven. Das war unter aller Sau. Da gab es weit schlimmere Dinge, als dass irgendein Triller nicht synchron war.
Das habe ich mir gerade nochmal angehört. Manchmal kommt es vor, dass man Stücke, die man gespielt hat, total schrecklich in Erinnerung hat und wenn man dann eine Aufnahme, die man mal gemacht hat, dann hört, denkt man, OK, es ist nicht gut, aber auch nicht schlecht.

Jetzt habe ich die 32 Variationen nochmal gehört und das war wirklich grauenvoll.
 
Auch bei irgendeinem Zeugs aus dem Jugendalbum von Schumann kann ein Profi noch zeigen, dass er es besser drauf hat als ich.
Der "wilde Reiter" aus Schumanns Album für die Jugend ist ein Stück, zu dem ich jahrelang ein gespanntes Verhältnis hatte. Im Klavierunterricht als Kind nie richtig abgeschlossen, weil mir das durchgängige Staccato der rechten Hand (und später der linken) nicht lag, war das Stück eine sehr lange Zeit lang nicht nur eine Leiche im Keller, sondern ein Zombie, der mein musikalisches Selbstwertgefühl angefressen hatte.

Ich hab mich seitdem auch nicht wieder daran getraut...
Vielleicht sollte ich das jetzt mal machen, da ich ja mittlerweile viele sehr viel schwerere Stücke gespielt habe. Aber was ist, wenn ich wieder scheitere?
An diesem Pups-Stück...??? :020:
 
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