Notenlesen sinnvoll?

Mick, Rolf und die anderen Profis können und sollen doch auch richtungsweisende Tipps geben auf die Frage dieses Fadens.

Sinnvoll Notenlesen zu können und Stücke auswendig spielen zu können setzt eine profunde Kenntnis der Musiklehre voraus, daran gibt es doch nix zu rütteln.

Für mich, deren Ziel kurze und leichte Stücke schön spielen zu können ist, reicht das effiziente Üben ( allerdings kein stupides 100 malignes Wiederholen) und eine begrenzte musiktheoretische Kenntnis, sowie das Hören, um relativ schnell auswendig spielen zu können.

Hätte ich neben Job und Familie genügend Zeit würde ich es genauso machen, wie von unseren Profis beschrieben und würde wesentlich weiterkommen.

Ich habe den Eindruck, dass einige Abkürzungen suchen, das kann ja jeder machen, wie er möchte. Aber sinnvolles Lernen um gutes Klavierspiel zu erlernen ist es nicht.

Und genau das ist die Frage des Threadstarters.
 
Ich sehe schon, rolf und mick können dem gemeinen Fußvolk nicht wirklich praxisnahe Tipps geben bzgl. Auswendiglernen.

Ich finde doch. Die Tipps hier und in anderen Fäden haben dazu geführt, dass ich jetzt eine Vorstellung davon habe, was ich lernen muss, um dann auswendig spielen zu können. Das wird einige Monate dauern, mir die Grundlagen dafür anzueignen, aber ich hab ja Zeit.

Meine Zeit am Klavier begrenzt sich oft auf weniger als eine Stunde am Tag und ich bin jede Woche tagelang unterwegs und gar nicht am Klavier. Dafür gucke ich viel fern. Und parallel kann ich gut die Aufgaben zur Harmonielehre machen.

Ich würde mich auch als eher unbegabt beschreiben, was Musik angeht. Und gerade deswegen hilft es mir, flüssig Notenlesen und Grundkenntnisse der Harmonielehre zu lernen.
 
Die Tipps hier und in anderen Fäden haben dazu geführt, dass ich jetzt eine Vorstellung davon habe, was ich lernen muss, um dann auswendig spielen zu können
Eine Vorstellung davon, was ich alles lernen und können müsste, um so auswendig zu spielen wie mick, kriege ich auch durch seine "Tipps".

Genau aus diesem Grund habe ich ja für mich entschieden, lieber auf mein motorisches Gedächtnis zu setzen, da ich für das, was ich für micks Methode lernen müsste, Jahre brauchen würde und es vermutlich auch dann nicht könnte.

Um 20 Stücke abrufbereit spielen zu können, reicht meine Methode vollkommen.

Und das wichtigste:
Sie funktioniert jetzt sofort und nicht erst in einigen Jahren.
 
für micks Methode lernen müsste, Jahre brauchen würde und es vermutlich auch dann nicht könnte.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich dachte auch, dass das ewig dauern würde, bis ich was davon habe. Obwohl ich erst ein paar Wochen jedes Mal, wenn ich am Klavier übe, drei Zeilen aus dem Harris vom Blatt spiele, kann ich die Noten in neuen Stücken schon so schnell erfassen, dass ich es einmal einhändig in einem Tempo durchspielen kann, dass ich die Melodie erkenne. Hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Oder Harmonielehre: wenn ich die Tonart weiß, erwarte ich am Anfang des Stückes Noten und Akkorde, die mit der Tonika zu tun haben. Vorher dachte ich, alles wäre möglich. Hat auch nicht lange gedauert. Trotzdem empfinde ich es als Erleichterung beim Spielen.

Vorher waren Stücke wie:

Gfdsthjhdssthhcfss hfsschju hdss die bbutdxb :013:

Jetzt eher:
Das Haus jfdsrhjbcd schnell gdssgjnv... :-D
 
Trotzdem empfinde ich es als Erleichterung beim Spielen.

Vorher waren Stücke wie:

Gfdsthjhdssthhcfss hfsschju hdss die bbutdxb :013:

Jetzt eher:
Das Haus jfdsrhjbcd schnell gdssgjnv... :-D

Immer diese Extremfälle um eine Theorie hochstilisieren. Wenn ich ein Buch lese (und so ist es auch bei Musizieren), dann lese ich z.B. «der Tag» und nicht d e r t a g. So hat man als Kind in der Grundschule das Lesen gelernt oder als Anfänger das Musizieren nach Noten. Ob dann «der» (eine Präposition ist, die u.U. auch deklariert werden kann – der, dem, des, den) und Tag ein Verb ist (soll man gross Schreiben) ist eigentlich beim Lesen pieps egal. Mit etwas Übung merkt man halt, dass man nicht die einzelnen Noten oder Buchstaben behalten muss, sondern Wörter, Sätze usw. und vor allem auch das Fingergedächtnis und die Melodie. Sonst wird es mit dem Auswendigspielen auch nichts.

Ob jemandem eine Stück Analyse hilft, dem möchte ich auch nicht widersprechen. Aber dies als alleinselige Methode hochpreisen, damit wäre ich vorsichtig. Es gibt auch sehr viele Läufe, die man Harmonisch kaum analysieren kann, die muss man durch Erfahrung einfach kennen oder auswendig lernen.

Nochmals ich habe nichts gegen Harmonielehre es gehört einfach dazu. Aber als Anfänger das Krämer Harmonielehre Buch zu nehmen
Immer diese Extremfälle um eine Theorie hochstilisieren. Wenn ich ein Buch lese (und so ist es auch bei Musizieren), dann lese ich z.B. «der Tag» und nicht d e r t a g. So hat man als Kind in der Grundschule das Lesen gelernt oder als Anfänger das Musizieren nach Noten. Ob dann «der» (eine Präposition ist, die u.U. auch deklariert werden kann – der, dem, des, den) und Tag ein Verb ist (soll man gross Schreiben) ist eigentlich beim Lesen pieps egal. Mit etwas Übung merkt man halt, dass man nicht die einzelnen Noten oder Buchstaben behalten muss, sondern Wörter, Sätze usw. und vor allem auch das Fingergedächtnis und die Melodie. Sonst wird es mit dem Auswendigspielen auch nichts

Ob jemandem eine Stück Analyse hilft, dem möchte ich auch nicht widersprechen. Aber dies als alleinselige Methode hochpreisen, damit wäre ich vorsichtig. Es gibt auch sehr viele Läufe, die man Harmonisch kaum analysieren kann, die muss man durch Erfahrung einfach kennen oder auswendig lernen.

Nochmals ich habe nichts gegen Harmonielehre es gehört einfach dazu. Aber als Anfänger das Krämer Harmonielehre Buch zu nehmen …. Tja, da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
…. Tja, da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Abgesehen davon, das Buch ist für ein Selbststudium kaum geeignet (ist eher eine Aufgabensammlung) …. sowie die Russische Klavierschule keine richtige Klavierschule ist, sondern eine Sammlung von Stücken.
 
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dann lese ich z.B. «der Tag» und nicht d e r t a g. So hat man als Kind in der Grundschule das Lesen gelernt

Der Vergleich hinkt insofern, dass es sich in der Grundschule um die Muttersprache handelt. Es ist vielleicht eher vergleichbar mit Russisch lesen lernen, obwohl man die Vokabeln nicht beherrscht. Da kann man natürlich die Aussprache der Buchstaben und wiedererkannter Buchstabenkombinationen lernen (Wörter), aber ohne die Bedeutung des Wortes zu kennen, ist es schwieriger auswendig zu lernen. (Da hilft mir die Harmonielehre.)
 

Was mich etwas wundert, warum auf "Wilder Reiter" oder "Altes französisches Lied" noch keiner einen Text legte. Auch wenn dieser dann nur innerlich mitgesungen wird, es entsteht doch eine doppelte Verknüpfung auf Text und Melodie und beides sollte viel einfacher im Gedächtnis hängen bleiben.
 
Buchstaben und wiedererkannter Buchstabenkombinationen lernen (Wörter), aber ohne die Bedeutung des Wortes zu kennen, ist es schwieriger auswendig zu lernen. (Da hilft mir die Harmonielehre.)

Das ist alles richtig, nur wie lernst du (auswendig) die Vorhalte, Durchganstöne, Scheinakkorde die bekanntlich nicht direkt zu Harmonien gehören?
 
Oder Harmonielehre: wenn ich die Tonart weiß, erwarte ich am Anfang des Stückes Noten und Akkorde, die mit der Tonika zu tun haben.

Wenn ich bevor ich ein Stück in As-Dur spiele genau weiss welche Töne/Tasten vorkommen (wenn keine Vorzeichen stören) können und welche nicht, dann spare ich mir schon eine ganze Menge Lesefehler und Unsicherheiten.
Wenn ich dazu die Grunddreiklängen und deren Umkehrungen im Kopf und in den Händen habe und dazu noch die Formen des Dominantseptakkords, dann kann ich ohne viel Neues zu sehen einen erheblichen Teil des klassischen Repertoires verstehen.
UND: ich kann Ungewöhnliches sofort daran erkennen, dass es nicht abgedeckt ist durch meine Vorkenntnisse! Und das hilft bei der Gestaltung!
 
Einen Weg den ich nicht nachvollziehen kann. Zum Beispiel das hier:
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Wie kann man da ein Stück herauslesen, welche Höhe, welches Tempo etc
Aber das ist doch wohl nicht für Piano. Normal wäre es für Gitarre, weil Du da die Melodie und den Text im Kopf hast, bei so vielen Versionen immer eine richtig singst, dabei dann z.B. einen Lagerfeuerschlag (oder was es noch gibt, für diese Melodie wohl einen 3/4-Schlag) spielst und diese Chords greifst.
 
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Was ist da bei Durchgängen zu gestalten, die Töne müssen gestreut nachgespielt werden, so wie es der Komponist hingeschrieben hat. Es hilft u.U. das Vergessene irgendwie zwischen den Harmonien zu rekonstruieren. Wenn man die Tonarten (Quintenzirkel), Grundlage der Stufentheorie, Akkorde mit allen Umkehrungen und paar Kleinigkeiten dazu gut beherrscht, dann kommt man als Anfänger recht gut durch.

Wenn jemand das ganze Krämer/Schönberger Buch durcharbeiten möchte, warum nicht …. soll es auch machen.
 
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Was ist da bei Durchgängen zu gestalten, die Töne müssen gestreut nachgespielt werden, so wie es der Komponist hingeschrieben hat.
Der Komponist hat aber nicht hingeschrieben, ob ein harmoniefremder Ton eine Durchgangsnote, Wechselnote oder ein Vorhalt ist. Das allerdings hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie man mit der Note umgeht.

Und wenn man sich die Anfänger-Einspielungen hier mal durchhört, merkt man auch, dass es daran oft ganz erheblich hapert. Da werden munter Durchgangsnoten betont, Auflösungen lauter gespielt als deren Vorhalte, Synkopen nicht erkannt, Haupt- und Nebenstimmen verwechselt etc.pp. Im Prinzip ist das vergleichbar mit jemandem, der mit starkem fremdländischen Akzent versucht, deutsch zu sprechen. Aller Ehren wert, aber für den Zuhörer extrem anstrengend und ermüdend, den Sinn aus dem Kauderwelsch zu extrahieren.
 
Richtig @Dorforganistin, da sind zwei Thread durcheinander geraten. Bin schon weg!
 
Oder Harmonielehre: wenn ich die Tonart weiß, erwarte ich am Anfang des Stückes Noten und Akkorde, die mit der Tonika zu tun haben. Vorher dachte ich, alles wäre möglich.
Oh das wird noch ein Schock für dich, wenn du erkennst das alles möglich ist und du nur die Beziehung zueinander verstehen musst :-D
Aber das ist doch wohl nicht für Piano. Normal wäre es für Gitarre
Auch wenn ich sie leider nicht mehr spiele muss ich dich sagen : auch für einen ernsthaften Gitarrist ist das einfach nur Papier Verschwendung.

Noten lesen hat so viele Vorteile, egal an welchem Instrument das es ein Fehler ist diese Art der Kommunikation nicht zu lernen:super:
 

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