Will als Erwachsener Klavier lernen, klappt aber nicht

Moin!

Wenn man sich aufnimmt, ist man halt vorbereitet und weniger geschockt, wenn man später mal einen Mitschnitt von seinem Auftritt hört. Da kamen so manche Aha-Erlebnisse, Aufnahmen sind halt gnadenfrei.

Grüße
Häretiker
 
Was genau meinst du mit "Pedal aufzeichnen"? Kann es sein, dass du eine MIDI-Aufzeichnung meinst? Die ist tatsächlich nicht geeignet, das eigene Spiel zu überprüfen, dafür ist sie aber auch nicht da.
Quatsch, was anderes als MIDI wird auch dem Tongenerator von der Tastatur nicht zur Verfügung gestellt. Oder dem virtuellen Instrument im PC. Alles, was in einem Digitalpiano passiert, ist am Anfang erstmal MIDI.

Die meisten Diggis können auch Wave- oder MP3-Files aufzeichnen (oder man greift das Signal am Line-Out- oder Kopfhörerausgang ab). Da wird dann genau das abgegriffen, was man über die Speaker oder den Kopfhörer hört.
Mein Digi hat weder USB, Line-Out noch MP3.
 
Man kann sich da übrigens auch selbst reinlegen. Mein Digi zeichnet bspw. das Pedal nicht hochauflösend mit 4 Bit, sondern mit nur einem Bit Auflösung auf. Die Wiedergabe klingt also anschließend zwangsläufig anders und unsauberes Pedal wird "geglättet". Sprich für alles, was Pedalfragen angeht, ist die Aufnahmefunktion unbrauchbar.

Mit "Aufnehmen" meinte ich natürlich mit Mikro, nicht mit MIDI. Es gilt, was der Zuhörer hört. Natürlich hört man da nicht, wenn man mit den Fingern kollidiert oder die Schulter verspannt ist. Da geht es wirklich nur um das Ergebnis des Vortrags.

Vielleicht hörst du dir beim Aufnehmen einfach besser zu und deshalb kommt es dir unrunder vor, was dich unter Streß setzt.

Nein, es stresst mich, weil da ein Zuhörer sitzt, auch wenn er einen Mikrofon Kopf hat.

Aber wie schon gesagt, die einen mögen einen Vorteil von der Aufnahme haben, die anderen eben nicht. Am Saxophon ist mir das noch wichtiger als am Klavier, weil da die Eigenwahrnehmung doch deutlich anders ist als die am anderen Ende des Instruments.
 
Nein, es stresst mich, weil da ein Zuhörer sitzt, auch wenn er einen Mikrofon Kopf hat.
Dass man unbeschwerter spielt, wenn man ganz für sich spielt, ist klar. Ansonsten kann man das vorführen auch üben, mit der Zeit wird das zur Routine. Es ist im Wesentlichen eine Konzentrationsübung, sich auf das Spiel zu fokussieren und nicht auf den Gedanken, beobachtet zu werden. Je weniger die Konzentration gefordert ist, desto mehr kann man dann noch mit dem Publikum interagieren.

Dass es einen nervös macht, wenn man Zuschauer hat, ist normal, aber wenn man dann deutlich schlechter spielt, ist das ein deutliches Zeichen, dass das Stück noch lange nicht so sicher beherrscht wird, wie es sein müsste.
 
Zum Einen hört man sich aus der Perspektive einfach besser zu und bekommt wieder Bodenhaftung, falls man meint, der letzte Durchgang wäre doch schon "ganz ordentlich gewesen".
Wenn ich das nach mehrfachem Durchgang denke (was selten vorkommt), dann - und nur dann - nehme ich mich auch gelegentlich auf. Davor empfinde ich das Aufnehmen und Anhören meines Klavierspiels als Zeitverschwendung.

Wenn Singen und Spielen zusammen kommt, ist alles gut.
Das wird bei erwachsenen Anfängern oft getrennt.
Mein Lehrer wollte gestern sogar, dass ich ein Menuett tanze. Da habe allerdings verweigert. So weit bin ich noch nicht. Klatschen, klopfen, singen, solimisieren. Zusammen, alleine, zu meinem eigenen Spiel, zu seinem Spiel. Ich lasse mich mittlerweile auf viele Dinge ein, von denen ich das selbst nie gedacht hätte. Aber bei Barocktanz hört es dann doch erst mal auf.

Wurde schon erwähnt, dass niemand gezwungen wird – weder sich aufzunehmen noch sich nicht aufzunehmen? ;-)
Hallo? Geht's noch? Wir haben hier eine zünftige Meinungsverschiedenheit und Du kommst mit moderierenden, sachlichen Einwänden? Schäm Dich! ;-)
 
Mit "Aufnehmen" meinte ich natürlich mit Mikro, nicht mit MIDI.
Hätte den Vorteil, dass dabei auch Anschlaggeräusche mit aufgezeichnet werden. Da unterscheiden sich die Voices von E-Pianos und von VST-Pianos, obwohl beide mit Midi. Für VST-Pianos werden die Anschlaggeräusche mit für die Stimmen aufgenommen, weil in einer DAW letztendlich keiner Tasten anschlägt. Bei E-Piano sind die Anschlaggeräusche nicht in den Voices enthalten, weil die erst durch den Spieler erzeugt werden.
Zumindest verhält es sich so, bei dem was ich kenne und eine Midi-Überspielung zum PC, um die Midi auf dem Rechner mit VST-Instrumenten zu vertonen, kann nicht dem entsprechen, was ein Spiel auf einem E-Piano einem Hörer liefert. Bei einem VST-Piano hörte ich einmal ein nervendes hölzernes Klacken bei einer Achtel so deutlich, dass ich immer und immer wieder diese Stelle abspulte, um die wegzufiltern. Nach geschätzten 100 Schleifen, hörte ich nur noch das Klacken, nur den eigentlichen Ton nicht mehr.

Am Kopfhörerausgang, falls bei einem E-Piano nichts anderes vorhanden, sollte es sich aber abgreifen lassen, halt ohne durch Tastenanschläge verursachte Geräusche.
 
Mein Lehrer wollte gestern sogar, dass ich ein Menuett tanze. Da habe allerdings verweigert. So weit bin ich noch nicht. Klatschen, klopfen, singen, solimisieren. Zusammen, alleine, zu meinem eigenen Spiel, zu seinem Spiel. Ich lasse mich mittlerweile auf viele Dinge ein, von denen ich das selbst nie gedacht hätte. Aber bei Barocktanz hört es dann doch erst mal auf.

Wenn Du demnächst mit weiß gepuderter Perücke Deinen Namen tanzen sollst, dann würde ich über einen Lehrerwechsel nachdenken:-D.
 
Am Saxophon ist mir das noch wichtiger als am Klavier, weil da die Eigenwahrnehmung doch deutlich anders ist als die am anderen Ende des Instruments.

Aus meiner Studienzeit eine Anekdote aus dem Tonstudio:

Aufgabe: Eine Band aufnehmen. Wir nehmen etwas auf und der Ton-Ingenieur fragt mich, was ich besser machen würde. Ich: "Die Gitarre ist zu laut, es klingt unausgewogen und verdrängt den Gesang." Er: "Gut, ich mache sie leiser" und zieht den Regler 'runter. Ich blicke ihn zufrieden an: "Viel besser." Daraufhin er: "Das war der Regler vom gemuteten Kanal."

Das Phänomen ist bekannt und der Großteil der Leute fällt darauf herein. Die Wahrnehmung wird von unserer Erwartungshaltung beeinflusst. Das ist beim Klavierspielen auch häufig so. Man hat das Stück im Kopf, glaubt, man macht ein wahnsinniges Crescendo, aber der Zuhörer hört davon wenig.
 
Beim Sax ist natürlich die Eigenwahrnehmung ganz anders wegen der Knochenleitung. Die hat man Klavier nicht, wenn man nicht gerade Beethoven heisst. :-)

Deswegen checke ich zwischendurch, in dem ich vor eine schallharte Oberfläche spiele. Ein großer Spiegel eignet sich bestens. Nachteil: Ich sehe dann immer so einen komischen alten Mann im Spiegel ...

Grüße
Häretiker
 

Mit "Aufnehmen" meinte ich natürlich mit Mikro, nicht mit MIDI. Es gilt, was der Zuhörer hört. Natürlich hört man da nicht, wenn man mit den Fingern kollidiert oder die Schulter verspannt ist. Da geht es wirklich nur um das Ergebnis des Vortrags.
Gut, ich besitze kein Mikrofon. Der hörbare Klang wird entweder vom Digitalpiano oder vom PC erzeugt, als Reaktion darauf, was man mit der Tastatur (und den Pedalen) macht. Die Kette kann man entweder in Echtzeit laufen lassen oder an einer oder mehreren Stellen digital aufzeichnen und wiedergeben. Ob man dabei nun Tastaturdaten oder Samples aufnimmt oder, ändert am Endergebnis nichts. Da letztlich alles digital ist, wird es immer exakt und eindeutig reproduziert. Mit Ausnahme des internen Speichers des Digis, in dem aus Kapazitätsgründen (nur wenige Kilobit Speicherplatz) Pedalbewegungen reduzierter Auflösung abgelegt werden. Den Unterschied muß man aber auch erstmal überhaupt hören können.

Nein, es stresst mich, weil da ein Zuhörer sitzt, auch wenn er einen Mikrofon Kopf hat.
Ich brauche nur die Lautsprecher einschalten, dann habe ich Zuhörer (denn die Wände haben Ohren). Da brauche ich kein Mikrofon dazu zu stellen, schon gar nicht beim Sax. :lol:
 
Das war nur ein Vorschlag. Wem es nutzt, soll es anwenden. Wer es nicht braucht, weil er schon weiter ist und sich simultan steuern/checken kann, der lässt es eben und freut sich, dass er bereits so weit ist. :-)

Ich brauche diese Ueberprüfung über Aufnahmen, insbesondere da ich derzeit zu 99% mit Notenblatt spiele, damit ich (halb)Blindspiel und Notenumsetzung verbessere das lenkt manchmal schon etwas ab vom Zuhören. Ich gehe auch ganz gern (ab und zu) mal in meinen SC-Account, um zu hören, was ich da zuletzt fabriziert habe. Vielleicht verderbe ich mir aber dabei mein (nichtvorhandene) Musikalität (durch häufiges Hören von schlechter Klaviermusik).
 
Ob man dabei nun Tastaturdaten oder Samples aufnimmt oder, ändert am Endergebnis nichts.
Das stimmt so leider nicht so ganz. Die Tastaturdate sind im MIDI-Standard nur Steuerbefehle mit Informationen über Tonhöhe und Lautstärke. Was nachher herauskommt, hängt vom Tongenerator ab, weil MIDI nichts darüber sagt, welche Samples verwendet werden, welche Anschlageffekte verwendet werden, welche Resonanzfrequenzen mitschwingen usw. Deshalb klingt es natürlich anders, ob du dein Spiel direkt am Diggi abhörst oder ob du MIDI-Dateien aufzeichnest und nachher den PC die Töne erzeugen lässt.
Mit Ausnahme des internen Speichers des Digis, in dem aus Kapazitätsgründen (nur wenige Kilobit Speicherplatz) Pedalbewegungen reduzierter Auflösung abgelegt werden.
Warum du dich an dem Pedal so festbeißt, verstehe ich nicht. Viele Diggis haben nur Pedale mit zwei Zuständen. Und selbst nach 10 Jahren Klavier habe ich nur ganz wenige Stellen, wo ich ein halbes Pedal gebe. Das ist aber auch gar nicht der wesentliche Punkt bei einem guten Pedaleinsatz.
 
Von den aktuellen ab untere Mittelklasse würde ich erwarten, dass die alle Halbpedal können oder (vermittels optionalem Pedalboard) anbieten. Das konte schon mein Realpiano-Expander vor 20 Jahren.
Stimmt, ich ersetze "Viele Diggis" in meinem Beitrag durch "Günstige Diggis". :-D Bei Mittelklassegeräten ist allerdings auch die Aufnahmefunktion inzwischen Standard.
 
Das stimmt so leider nicht so ganz. Die Tastaturdate sind im MIDI-Standard nur Steuerbefehle mit Informationen über Tonhöhe und Lautstärke.
Du brauchst mir jetzt nicht MIDI zu erklären, ich arbeite seit 25 Jahren damit. :lol:

Warum du dich an dem Pedal so festbeißt, verstehe ich nicht.
Weil in diesem speziellen Fall die Aufnahme im Piano vom Live-Spiel abweicht. Ansonsten entspricht das, was im internem Speicher landet, exakt dem, was ich zuvor gespielt habe und wird vom Tongenerator genauso exakt reproduziert.

Von den aktuellen ab untere Mittelklasse würde ich erwarten, dass die alle Halbpedal können oder (vermittels optionalem Pedalboard) anbieten. Das konte schon mein Realpiano-Expander vor 20 Jahren.
Sie können es alle, auch die Low-Budget-Kisten, ggf muß man nur das richtige Pedal nachkaufen dranhängen (die optische Sensoren sind nicht ganz billig). Ein Roland FP-30 liefert schon Pedalinformationen mit 7 Bit, was das Maximum bei MIDI ist. 3 oder 4 Bit wie bei Yamaha und Kawai reichen aber auch völlig aus, dort deckt der Bereich dann nicht gesamten Pedalweg ab.
 

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