Erfahrungsaustausch Spätberufene

Revolutionär!!! :super: ;-)

Mach es so.

Offenbar löst allein das Wort "üben" mitunter Missbehagen aus.

Da sagte vor einiger Zeit eine ansonsten eigentlich durchaus ernstzunehmende Person zu mir: "Klavierspielen ist sooooo toll ... aber das Üben - furchtbar, ich hasse es, bäh!"

:denken:

Vielleicht hilft eine kopernikanische Wende? Klavierspielen und Klavierüben sind keine distinkten Aktionen, sondern letztlich exakt dasselbe: Üben = spielen. Spielen = üben. Der Unterschied liegt nur im Grad der, cum grano salis, "Vollkommenheit".


Ich hatte bisher noch nie die Möglichkeit wirklich Vorzuspielen, aber ich mag den Prozess des Übens sehr!
Am Klavier erziele ich (noch) recht schnell hörbare Verbesserungen mit relativ wenig Anstrengung.
Beim Tanzen muss ich für diesen Effekt viel länger trainieren, habe danach blutende Zehen und Schmerzen im ganzen Körper.
 
Ich find den Satz irgendwie lustig. Dieses "Balkendingsda" ist ja eigentlich auch ein Notensystem. Wenn die Balken statt von oben nach unten von unten nach oben laufen würden, bräuchtest du nur noch den Kopf beim Lesen um 90 Grad nach rechts zu kippen, und dann wärst du vom klassischen System garnicht mehr weit weg. (Also so prinzipiell.)

Richtig.
Man könnte auch durchaus Balkendingsda live spielen erlernen. Vorteil ist sicherlich das nicht mehr notwendige 90° Umdenken und die schnellere Tastenfindung.
Nachteil: Man ist technikabhängig und kann nur Midi-Einspielungen erlernen. Ich glaube aber auch das mir schwindelig wird wenn ich live Scroll-Balkendingsda auf Dauer spiele.

Ich nutze es nur als Mittel zum Zweck. Wenn das Stück in den Fingern ist wird Balkendingsda ausgeschalten.

Zum blind Notenumsetzen üben ist es aber auch nicht schlecht. Ich spiele dann nach den eingeblendeten Noten und Balkendingsda überwacht per Midi-Verbindung ob ich richtig spiele.

Also wenn ich das tiefe C blind treffen möchte:

Ist es vielleicht "diese Taste"? Nö? Dann aber "diese"?! Grr, auch nicht - dann aber "diese hier"?! Richtig! :-D
Aber besser geworden bin ich dadurch auch noch nicht...:-((
 
Vielleicht ist auch das "Problem" mit dem Üben, dass man dazu neigt es als Durchgangsstadium zu sehen a la "wenn es dann fertig geübt ist, ist es schön". Das ist, als ob es nicht zähle, bis es fertig ist. "Fertig" wird aber immer durch die eigenen Ansprüche definiert, die meist mit dem Wissensstand steigen. Das heisst im schlimmsten Fall würde man nie fertig und nie was Schönes produzieren... Dann hat man immer nur geübt.

Als Alternative kann man das Üben vielleicht als Selbstzweck sehen, als eine Beschäftigung mit einer Technik oder einem Stück bei der man seinen Horizont erweitert und seine Wahrnehmung vertieft. Bei de man lernt.
Dann ist auch die ständige Repetition nicht langweilig, weil mit jeder Wiederholung das Thema tiefer durchdrungen wird...

(Aber das ist Theorie, in Wirklichkeit hat man manchmal keine Lust und muss trotzdem durch:) )
 
Keine Lust.... gibt's das auch?
Das, was Du als Alternative beschreibst, ist in Wirklichkeit die Hauptsache bei der Beschäftigung, ansonsten wirst du am Klavier nicht alt. Soll heißen, wer übt, um etwas Anderes als besser zu werden in seinen Fähigkeiten (im umfassenden Sinne), z.B. um jemand anderen als sich selbst :blöd: zu beeindrucken, der wird das Üben auch immer als Last empfinden. Ganz schlechte Voraussetzung. :-((
Also gelegentlich mal sich selbst dazu befragen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht ist auch das "Problem" mit dem Üben, dass man dazu neigt es als Durchgangsstadium zu sehen a la "wenn es dann fertig geübt ist, ist es schön". Das ist, als ob es nicht zähle, bis es fertig ist. "Fertig" wird aber immer durch die eigenen Ansprüche definiert, die meist mit dem Wissensstand steigen. Das heisst im schlimmsten Fall würde man nie fertig und nie was Schönes produzieren... Dann hat man immer nur geübt.

Als Alternative kann man das Üben vielleicht als Selbstzweck sehen, als eine Beschäftigung mit einer Technik oder einem Stück bei der man seinen Horizont erweitert und seine Wahrnehmung vertieft. Bei de man lernt.
Dann ist auch die ständige Repetition nicht langweilig, weil mit jeder Wiederholung das Thema tiefer durchdrungen wird...

(Aber das ist Theorie, in Wirklichkeit hat man manchmal keine Lust und muss trotzdem durch:) )
Kreativ üben, mein persönlicher Schlüssel zum Glück:-)Unlust verspüre ich im Grunde fast nie und wenn, dann übe ich nicht, ohne innere Bereitschaft und Herzenswille macht Üben für mich keinen Sinn, dann mache ich was anderes oder ruhe mich aus.
 
Zum blind Notenumsetzen üben ist es aber auch nicht schlecht. Ich spiele dann nach den eingeblendeten Noten und Balkendingsda überwacht per Midi-Verbindung ob ich richtig spiele.
Zur Kontrolle, ob man die richtigen Tasten trifft, hat die Natur uns eigentlich die Ohren gegeben. ;-)

Ich bleibe dabei: Balkendingsda hat keinen (in Worten keinen) wirklichen Vorteil gegenüber dem klassischen Notensystem, der über den Placebo-Effekt hinaus geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich find den Satz irgendwie lustig. Dieses "Balkendingsda" ist ja eigentlich auch ein Notensystem. Wenn die Balken statt von oben nach unten von unten nach oben laufen würden, bräuchtest du nur noch den Kopf beim Lesen um 90 Grad nach rechts zu kippen, und dann wärst du vom klassischen System garnicht mehr weit weg. (Also so prinzipiell.)
Nicht ganz. Die Noten sind der Urtext, die Balken sind eine aufgezeichnete Interpretation, die von einem Sequencer (Computer) ausgeführt werden kann. Derjenige, der auf die Balken schaut, versucht sich dann mehr schlecht als recht als humanoider Sequencer.
 
Nicht ganz. Die Noten sind der Urtext, die Balken sind eine aufgezeichnete Interpretation, die von einem Sequencer (Computer) ausgeführt werden kann. Derjenige, der auf die Balken schaut, versucht sich dann mehr schlecht als recht als humanoider Sequencer.

Das ist noch viel zu nett ausgedrückt.
Das hat ja mit Musik machen nix zu tun, das ist wie das Jahrmarktsspiel "Hau den Hamster".


View: https://www.youtube.com/watch?v=-sch7xzadwQ
 
Das ist noch viel zu nett ausgedrückt.
Das hat ja mit Musik machen nix zu tun, das ist wie das Jahrmarktsspiel "Hau den Hamster".


View: https://www.youtube.com/watch?v=-sch7xzadwQ


:-D:-D
So würde ich auch irre werden. :blöd::lol:
Erst mal ist das Stück zu schwer für ihn und 2. sollte man erst mal jede Hand getrennt einüben.

Mit Notenblatt fange ich ja auch mit leichten Stücken an.


View: https://www.youtube.com/watch?v=yEKDTqDM8v8
 
Zuletzt bearbeitet:

Ich mache das auch anders:

Erst mal linke Hand einüben bis ich es blind auswendig spielen kann. Wiederholt sich hier das ganze Stück durch.
Nebenbei extra rechte Hand abschnittsweise einüben bis ich es wieder blind auswendig spielen kann. Wenn ich bis 0:24 mit der re Hand komme führe ich beide Hände zusammen.

Da sich das Thema wiederholt komme ich dann schon bis 0:33. Dann nächsten Abschnitt mit der re Hand usw.

Von der kompletten Übungszeit her gesehen benutze ich Balkendingsda nur ca. 5-10%. Sobald ich die Fingerfolge kenne gehe ich offline.


View: https://www.youtube.com/watch?v=Ptzs6w7g-Jk
 
ach das bleibt stehen bis die nächste taste gedrückt wird? :angst::dizzy:
so ein schwachsinn :lol: da ist man sicher doppelt so schnell wenn man es direkt mit noten lernt, zumindest wenns fortgeschritten wird ;-)

Nein im Gegenteil. Das macht sich erstaunlicherweise recht gut.
Ich habe z.B. beim oben genannten Stück erst etwas falsch eingeübt. Sobald ich es flüssig spielen kann lasse ich es mit Balkendingsda "prüfen" - genau da flog mein Fehler auf.
 
Jedenfalls bin ich momentan in der Lage mit Balkendingsda als "Einübehilfe" das oben genannte Stück einigermaßen auswendig zu spielen.
Nach Notenblatt würde ich das innerhalb der nächsten 2 Jahre nicht schaffen.:geheim:

Ist für mich aber nur eine Übergangslösung bis ich endlich auch nach Noten spielen kann. :musik:

Die Auswahl der geeigneten Balkendingsda-Stücke beschränkt sich leider natürlich sehr stark.

Auswahlkriterien sind:

  • es muss mir gefallen
  • die Melodie der linken Hand muss sich "wiederholen"
  • die Melodie der rechten Hand muss sich auch öfters wiederfinden
  • nicht zu schnell
  • im "Bindingbereich" der Hände - Sprünge vermeiden (treffe ich eh nicht :-D)
  • Midi Datei muss verfügbar sein
Da wird die Suche schon mal zur Folter...:cry::dizzy:
 
Ich übe nur die komplette Rechte oder linke Hand allein ein.
Immer so 3-4 Takte einzel und dann direkt zusammen.
Warum erst links- rechts wie Wahnsinn üben, nur um mich dann nochmal zum synchronisieren quälen?

Mal ne Frage, wenn du mit deinen Balken Dings da übst, wie genau achtest du eigentlich auf den Takt?
 
Die Zeit allein bringt es leider nicht immer. Wenn man "falsch" oder "unpassend" übt oder sich etwas angewöhnt, was nicht sinnvoll ist, nützt es fürs Weiterkommen wenig, wenn man genau so weiterübt und halt mehr davon macht.

Genau das finde ich entscheidend!
Die Qualität des Übens ist entscheidend. Wenn ich nicht mehr willens oder fähig bin, darüber zu reflektieren, wie ich gerade spiele, nimmt die Übequalität drastisch ab. Dann zementieren nicht bewußte, nur einfach abgespulte Wiederholungen eines gerade geübten unbefriedigenden Abschnittes den Status Quo.
Wichtig ist, dass ich erkenne, wenn die Luft bei einer Stelle, einem Stück gerade raus ist und ich dann für den Moment auch aufhöre (schwer). Da kann mehr dann zu weniger werden.
 
Nach Notenblatt würde ich das innerhalb der nächsten 2 Jahre nicht schaffen.
Doch. Würdest Du. Da bin ich ziemlich sicher. Denn Notenlesen ist gar nicht so schwer.

Ich muss mich übrigens ein klein wenig korrigieren: Wahrscheinlich ist es am Anfang mit Balkendingsda tatsächlich leichter, die anzuschlagenden Tasten zu finden. Dieser Vorteil wird aber mit viel zu vielen Nachteilen erkauft.

Außerdem sehen Notenblätter doch auch viel schöner aus als Screenshots von Balkendingsdas. ;-)
 
...wenn du mit deinen Balken Dings da übst, wie genau achtest du eigentlich auf den Takt?

Überhaupt nicht.
Ich spiele immer neben dem Takt. :teufel::-D

Ich weiß nicht so recht wie du das meinst.:denken:

Aber eigentlich übe ich nicht mit Balkendingsda.
Ich schaue nur nach welche Noten ich spielen muss und übe dann offline. Maximal zur "Kontrolle" noch mal per MIDI einspielen. Ständig auf den Bildschirm schauen würde mich irre machen.

Ja, Notenblätter sind schöner!
 

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