E-Piano - Kawai, Yamaha oder ?

T

Thomas.B

Dabei seit
17. Aug. 2006
Beiträge
4
Reaktionen
0
Hallo,
ich bräuchte Ratschläge zum Kauf eines E-Pianos. Es ist für meine 14-jähige Tochter, die bisher Keyboard (Yamaha PSR-320, ca. 8 Jahre alt) gespielt hat und jetzt Klavierunterricht nimmt. Ich selbst habe leider von musikalischen Dingen keine Ahnung.
Das Töchterlein hat in einem Musikgeschäft ein Kawai CA-7 probegespielt und war hin und weg. Nun ist das ein Riesenteil und auch sehr teuer. Inzwischen haben wir uns auf ein Stagepiano geeinigt, das auch gern gebraucht sein darf. Die Edeltastatur von Kawai hat es ihr wohl besonders angetan. Die wäre auch in den Stagepianos MP9000, MP9500 und MP8 eingebaut. Ich frage mich allerdings, ob sie als Anfänger so eine "Profiwaffe" der Referenzklasse braucht. Das MP4 scheint im wesentlichen nur eine preisgünstigere Tastatur zu haben, die aber auch sehr gut sein soll.
Yamaha kommt genauso in Frage oder eben auch etwas anderes. Der grobe Preisrahmen liegt so um die 1000 Euro. Etwas mehr - etwa für ein neues MP4 - hält die Haushaltskasse zur Not auch aus. Ein MP8 ist mir aber eigentlich zu teuer und was die Vorläufer MP9000 und MP9500 gebraucht kosten, weiß ich noch nicht. Mich würden da auch die Unterschiede interessieren. Die Datenblätter habe ich natürlich gelesen, aber als Nichtmusiker fällt es mir schwer, wesentliche Eigenschaften und Funktionen von Schnickschnack zu trennen.

Das PSR-320 soll bleiben, meint zumindest das Fräulein. Da weiß ich auch noch nicht so richtig, was ich davon halten soll. Ein Wertgegenstand ist es zwar nicht mehr, aber es nimmt ja auch einigen Platz weg - aber wenn sie meint - ist ja ihr Zimmer... Ich hatte eigentlich an ein Stagepiano gedacht, welches die Keyboardfunktionalität mit an Board hat. Das würde dann aber wohl Yamaha bedeuten bzw. zumindest nicht Kawai.
Meine Tochter übt in einer Yamaha-Musikschule an einem Einsteiger-Yamaha-E-Piano. Das wäre wohl nicht so besonders - besonders im Vergleich zum Kawai.
Ein vergleichsweise sehr teures E-Piano von Roland hat sie wohl auch schon ausprobiert und war enttäuscht.

Zu meinem Leidwesen ist meine Tochter nicht so der Computerfan. Ein reines Midi-Masterkeyboard, wie ich anfangs meinte, scheidet wohl aus - so etwas will sie nicht. Natürlich sollte das E-Piano nebenher als Masterkeyboard taugen, aber das versteht sich wohl heute von selbst. Damit müßte es eigentlich das Keyboard in jedem Fall ersetzen können.

Schon einmal vielen Dank für Eure Meinungen und Ratschläge.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

gerade für Anfänger und Kinder ist ein Klavier mit solider Gewichtung (Tasten) und guter Standfestigkeit essentiell.
Ich rate von einem Stagepiano ab und würde dir ein Kawaii (wie von dir vorgeschlagen CA7 bspw) mit Holztasten empfehlen, sofern genug Geld vorhanden ist. Die Yamaha clavinova Reihe gehört auch zu den Topprodukten der digitalen Instrumente. Hier hat man auch die Auswahl zwischen Holz und Kunststofftasten.
Alle anderen Marken sind in meinen Augen nicht zu gebrauchen da sie einfach durch Ungenauigkeit und Mangel an Präzision kaum sinnvoll nutzbar sind.
Das Holzrack und die nicht modifzierbare Höhe geben der Sitzposition Sicherheit und sind für Neulinge sehr wichtig.
Sollte deine Tochter rasch Fortschritte machen wäre in ein Paar Jahren ein richtiges Klavier notwendig, deswegen würde ich mich für ein Instrument mit Holztasten entscheiden. Die Gewichtung der Tasten ist deutlich schwerer als bei äquivalenten Kunststofftasten-epianos und ist leichter zu "erspüren".

Anm:
Meiner Meinung nach sollten Anfänger Unterricht an einem Klavier und keinem Epiano bekommen...
Gruß
 
Wie sieht es denn eigentlich mit der Nutzungsdauer der digitalen aus? Wenn man sich überlegt, dass heutzutage noch fast 100 Jahre alte Pianos in guter Verfassung sind. (Natürlich kann es mit den neuen noch keine derart langen Erfahrungen geben.)
 
Hallo Karl,
vielen Dank für Deine Ratschläge. Das CA-7 ist eben ein ziemliches Möbelstück und praktisch nicht transportabel. Meine Tochter war deshalb so begeistert von diesem Gerät, weil es mit den eingebauten Lautsprechern bereits einen guten Klang produziert. Keyboards und Stagepianos haben ja (wenn überhaupt) nur kleine Monitorlautsprecher, die naturgemäß nicht vernünftig klingen können. Sie sind eben nur als Notbehelf zu sehen. Für eine vernünftige PA-Anlage würde ich schon sorgen.

Die neuentwickelte Tastatur des MP4 soll der Holztastentastatur von MP8, MP9000, MP9500 und eben CA-7 sehr, sehr nahe kommen. Die Gewichtung der Tasten ist natürlich gleich, aber eben auch sonst das ganze Spielgefühl soll hervorragend und von den Holztasten kaum zu unterscheiden sein. Das behauptet jedenfalls Kawai und wird von einigen Usern im Web so bestätigt. Meine Tochter hatte noch keine Gelegenheit zum Vergleich und ich werde das wohl schwerlich beurteilen können.

Der Unterschied zwischen CA-7 und MP8/MP9000/MP9500 ist m.E. jenseits vielleicht nicht so wichtiger technischer Spielereien vor allem das "Möbelstück". Die Tastatur ist jedenfalls die gleiche. Meinst Du, daß das für das Spielgefühl so wichtig ist - also relativ zu einem hochwertigen Ständer? Kannst Du mir erklären, warum das so ist? So etwas wie das CA-7 kann ich mir ja notfalls noch vorstellen, aber ein richtiges Klavier...
Meine Tochter spielt seit ca. 7...8 Jahren Keyboard und ist m.E. inzwischen schon recht gut. Sie hat aber keine "ernsthaften" Ambitionen - etwa in Richtung Profimusiker oder so. Es geht ihr auch nicht darum, für Auftritte an einem Klavier bzw. Flügel zu üben. In der Schulaula gibt es zwar einen Flügel, aber an dem durfte sie bislang noch nicht spielen...

> Meiner Meinung nach sollten Anfänger Unterricht an einem Klavier und keinem Epiano bekommen...

Nun ja, sie hat mit Keybordunterricht begonnen und entwickelt sich jetzt in Richtung Piano weiter - will aber bei der bisherigen Yamaha-Musikschule bleiben. Das sind einerseits nette Leute und andererseits sind die Kosten erträglich - m.W. von Yamaha etwas subventioniert. Dennoch ist man nicht gezwungen Yamaha-Instrumente zu kaufen. Das ist alles schon ganz in Ordnung. Professioneller Klavierunterricht spielt da einerseits in einer anderen Liga und erfordert auch mehr Ernsthaftigkeit. Es kommt immer darauf an, was man will - z.B. Berufsmusiker werden oder eben nur just for fun...

> Die Yamaha clavinova Reihe gehört auch zu den Topprodukten der digitalen Instrumente. Hier hat man auch die Auswahl zwischen Holz und Kunststofftasten.

Das mit den Holztasten wußte ich nicht. Interessant. Zumindest erweitert es den Kreis der "möglichen Verdächtigen".
Als Techniker würde ich eigentlich Kunststoff bevorzogen. Robuster, präziser und zudem auch noch günstiger herstellbar. Aber diesbezüglich fehlt mir die Kompetenz, das letztendlich von Spielgefühl her zu unterscheiden. Ich frage mich aber was z.B. passiert, wenn eine Holztastatur mal auch nur etwas naß wird...

Hallo Wu Wie,
wenn Du die Lebensdauer der elektronischen Baugruppen meinst, bist Du bei mir an der richtigen Adresse. Dazu kann ich vieles sagen; auch technisch sehr detailliert. Ich fürchte aber, daß das hier nicht wirklich hergehört. Auf jeden Fall kann man es nicht pauschal sagen. Vielleicht soviel: Bei richtiger Dimensionierung und einigermaßen hochwertigem Aufbau gibt es nur wenige elektronische Bauteile, die einem signifikantem Verschleiß unterliegen. Theoretisch könnte der elektronische Teil mit einer kleinen Wartung (Austausch von gealterten bzw. verschlissenen Teilen) alle 10...20 Jahre "ewig" leben. Das würde bei einem mechanischen Instrument ja normalerweise öfter anstehen. Das Problem ist aber die schnelle technische Entwicklung in diesem Bereich, welche nach einer gewissen Zeit die Beschaffung inzwischen "antiker" Bauteile schwierig macht. Außerdem tun die Hersteller alles, um Fremdreparaturen oder gar Nachbauten ihrer Geräte zu unterbinden. Das beginnt bei kaum beschaffbaren Serviceunterlagen und endet bei Spezialbauteilen, die auf dem freien Markt nicht beschaffbar sind, obwohl es sehr wohl mit Standardteilen gegangen wäre - sogar billiger.
Eine weitaus größere Rolle dürfte der mechanische und letztendlich auch der moralische Verschleiß spielen.
Also gern mehr dazu, aber dann ggf. besser in einem gesonderten Tread. Das wird dann ziemlich OT und als Triangelspieler darf man das noch nicht...

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

vielleicht kann dieser Link Dir weiter helfen, hinsichtlich der Tastatur des Kawai MP4.

Ich selber spiele den MP8 und bin bestens damit zufrieden. Als zweites Gerät habe ich ein Yamaha DGX 505, das ich sekundär betreibe, wegen den vielen Schnickschnack den ich nicht besonders schätze.

Wie gesagt, versuch es hier mal, eine befriegende Antwort zu bekommen. :?:

http://www.razyboard.com/system/thread-mp4tastatur-kawai-122542-3297949.html

gruss Ulli
 
@ Thomas,

ich bin auch davon ausgegangen, dass der Verschleiß bei der Mechanik beginnt. Hätte ja sein können, dass es da bei den einzelnen Marken schon bestimmte Auffälligkeiten gibt. Beginne erst seit kurzem, mich für die Dinger zu interessieren.
 
@ Ulli:
Prima - vielen Dank für den Link. Da kommt das MP4 ja wirklich gut weg.
Das oder ggf. ein gebrauchtes MP9000 oder MP9500 wird es wohl werden. Allerdings soll meine Tochter auch die besseren E-Pianos von Yamaha probespielen. Wenn Sie schon eine Yamaha-Musikschule besucht...

@ Wu Wie:
Richtig, der mechanische Verschleiß spielt bei vernünftiger Konstruktion die weitaus größere Rolle. Wobei man das sicher auch richtig gut auslegen könnte oder eben auch Murks machen kann. Von einigen Casiomodellen habe ich gelesen, daß die Tastaturen nach kurzer Zeit erheblich klappern. Im Gegenzug kann man eine so gering belastete Mechanik wie die eines E-Pianos auch so auslegen, daß sie quasi unkaputtbar ist, auch wenn sich 10 wildgewordene Jazzpianisten in Wechselschicht 10 Jahre lang darauf austoben. Die nutzen allenfalls die Tastenoberfläche ab und selbst dagegen könnte man nachhaltig etwas tun, wenn man es darauf anlegt. Nur läßt sich damit dann wohl kein Geld verdienen. Es ist eben wie überall...
Andererseits, wenn so ein Gerät bei intensiven, aber doch normalem Gebrauch 10...20 Jahre durchhält - ggf. mit 1...2 einigermaßen preisgünstigen Reparaturen, dann ist die Welt ja auch in Ordnung. Wenn man bei einem mechanischen Klavier das Stimmen wegläßt und nicht von Zeit zu Zeit das eine oder andere Kleinteil (Filze etc.) austauscht, wird es bald auch keine Freude mehr bereiten. Von daher gesehen ist das E-Piano sicher weit im Vorteil, wenn man die Folgekosten betrachtet. Es kommt eben auch immer darauf an, ob man manches alleine kann oder auf den Service angewiesen ist.

@ all:
Kann jemand etwas über die "alten" MP9000 und MP9500 sagen? Kann man so etwas risikoarm gebraucht kaufen und was würden solche Geräte in gutem Zustand etwa kosten?

Gruß
Thomas
 
Die begrenzte Haltbarkeit insbesondere von Siliziumchips ist ein aktuelles Thema im Automobilbereich, viele der heutigen Autos, würden mit der heutigen Elektronik in 20 Jahren nicht mehr fahren bzw. Ausfälle in der Elektronik aufweisen, was oft dasselbe ist. Und wenn man dann nicht mehr austauschen kann wie es die heutigen Werkstätten machen (komplette elektronische Blackbox neu einbauen, Deckel wieder zu statt zu reparieren), dann wars das :)
 
Hallo Thomas,

hier ein kurzer Vergleich zwischen MP8 und MP9500:

Feature = (MP8 / MP9500)

Tastatur = AWA Grand PRO / AWA Grand PRO
Polyphonie = 192 / 64
Sounds = 256 + drums / 64 - drums
Setups/Multi = 256 / 64
Tongenerator = neu / alt
Pianosounds = alle neu / alt
Andere Sounds = fast alle neu / alt
Damper Effect = ja / nein
Saitenresonanz = ja / nein
Stretched Tuning = ja / nein
Stimmungen = historische+User / nein
Bedienung = noch einfacher / einfach
Piano Only Funktion = ja / nein
SW Taste = ja / nein
EFX = individuell pro zone / global
Pedaleinheit = F20 mit stufenlosem Sustain / F2r nur Taster
Sustain Pedal = norm,hold / norm
Velocity Compression = ja / nein
Velocity Offset = ja / nein
XLR Ground Lift = ja / nein
Out Mode = ja / nein
VolAction = ja / nein
Metronom = ja / nein
Farbe = schwarz alu / silber alu
Seitenbacken = Echtholz / MDF
Kopfhöreranschluss = front / hinten

Es gibt noch mehr Details, aber ich glaube das reicht erst einmal.

Die gebrauchten Pianos liegen bei ca. 750€.

Ich hoffe, dass es Dir damit helfen konnte.

Gruss Ulli
 
@ Elio:
Die "Siliziumchips" haben keine begrenzte Lebensdauer - bei ordentlicher Qualität und Dimensionierung jedenfalls nicht in dem Bereich, die relativ zu einem Menschenleben eine Rolle spielen würde. Da sind andere Bauteile viel problematischer. Worauf Du anspielst, ist vermutlich die Verwendung preisgünstiger Speichertechnologien, bei denen noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Das könnte man einerseits problemlos und kaum teurer besser machen und andererseits wäre eine Reprogrammierung der Steuergeräte mit geringem Aufwand machbar.

@ Ulli:
Vielen Dank für den Vergleich. Die reinen technischen Daten habe ich auch schon so gut ich konnte verglichen. Mein Problem ist, daß ich bei vielen Angaben die Relevanz für den Musiker nicht einschätzen kann. Was braucht man wirklich - was ist Spielerei bzw. nur noch für die wirklichen Cracks von Bedeutung. Muß ich mir um den Verschleiß Gedanken, wenn ich mich für ein gebrauchtes MP9000/9500 entscheide? Ca. 750 Euro klingt natürlich sehr interessant.
Die Frage steht zwischen MP4 und MP9000/9500 - das MP8 halte ich für den vorgesehenen Zweck für zu teuer und auch übertrieben.
Die Tastatur des MP4 ist etwas leichter gewichtet, was manche gut finden und andere wieder nicht. Das wird wohl meine Tochter entscheiden müssen.

Gruß
Thomas
 

Zurück
Top Bottom