allgemeine übetechnik

  • Ersteller des Themas aquarius
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Zitat von Hartmut:
meine eigene Erfahrung:

"das Auswändiglernen eines Notentextes in Form seiner gemalten Noten als Bild sozusagen geht bei mir gegen Null. Natürlich ist das eine mögliche Form des Erinnerns, aber ich glaube da ist schon eine außergewöhnliche Begabung in Sachen fotografisches Gedächtnis nötig um damit wirklich arbeiten zu können... etc."
:(

Es kommt bei mir oft vor, dass beim Spielen bestimmter Passagen ein Gesamtbild der Passage, quasi das Aussehen/Muster der Passage vor meinem inneren Auge auftaucht. Trotzdem könnte ich dabei nicht jeden einzelnen Ton erkennen. Aber als Anhaltspunkt gut zu gebrauchen ...
 
Wie gerne würde ich etwas auswändig spielen können!! :roll:

Ich kann leider nur vom Blatt abspielen. Dabei tritt auch manchmal die Schwierigkeit auf, dass ich vom Blatt zu den Tasten wechseln muß, um bestimmte Tasten zu finden.
Als Kind fiel es mir leicht, auswändig zu spielen (hm, wirklich mit "ä"? Ist das die neue Rechtschreibung? *g*). Ich konnte z.B. das "Albumblatt" problemlos ohne Noten spielen. Heutzutage bekomme ich noch die erste Seite des Stückes hin, danach muß ich mit Notentext weiterspielen!

Ich versuche dann und wann, etwas ohne Notentext einzuüben, was mir furchtbar schwer fällt und meinen Enthusiasmus dann auch frühzeitig beendet... Hat das "Auswändig-spielen-können" auch was mit Talent zu tun? Mir scheint es so... oder übe ich zu wenig? (meine Übungszeiten sind, bedingt durch meine Familie, auf wenige Tage in der Woche und dann nur ca. 20 min, beschränkt).

Grübelnde Grüsse,
Mia
 
Hallo Mia und alle "Ä"-Freunde,

um bloß nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, ich würde die "Oberlehrerin" raushängen lassen wollen - was a) bei manchen KollegInnen tatsächlich mit den Jahren 'ne Berufskrankheit wird und b) uns Lehrkörpern eh vorsichtshalber immer unterstellt wird - habe ich bis jetzt nur still vor mich hin gelitten... :cry: Deshalb bin ich Dir richtig dankbar, dass Du die Entscheidungsfrage "ä" oder "e" gestellt hast!

Also für alle: Es gibt nur "auswendig" und nix und gar nix überhaupt nix Anneres!

Erklärung: Die hochbezahlten (oder hoch bezahlten? :roll:) Experten der kreuzbescheuerten Schlechtschreibreform, die m. E. so notwendig war wie ein Sandkasten in der Sahara, haben sich gedacht, dass sich die Schreibweise von Ableitungen nach dem ursprünglichen Wortstamm richten soll. Deshalb heißt es jetzt "Stängel", weil das von "Stange" kommt, und man schreibt jetzt "aufwändig", weil das von "Aufwand" kommt. Das "ä" wird also vom "a" im Wortstamm abgeleitet.
Ein Wort "Auswand" gibt es jedoch nicht und logischerweise also auch keine Ableitung von einem nicht existierenden Wort; wir schreiben - und spielen - demnach weiter "auswendig".

Die Sommerferien sind rum, Kinder! Nächste Woche schreiben wir'n Test dadrüber, und wehe ich sehe noch einen Fehler! Ist das klar? Ham wir uns verstanden?!?

Mit rechthabschreiberischen Grüßen

:twisted: Tosca :twisted:


PS: Nein, es heißt jetzt auch nicht "Bängel", sondern nach wie vor "Bengel", denn das kommt nicht von "bang". :-D
 
<ot> danke tosca, ich wollte gerade loswettern :)
das tut weh, wenn man's sieht. ich finde selbst aufwändig stark gewöhnungsbedürftig - iegentlich fast gar nicht!
</ot>
 
Vielen Dank, Ihr beiden, für die Schelte, so eine habe ich zum letzten mal in der 8. Klasse bekommen :wink:

Ich schreibe also auswendig zukünftig mit wieder mit e und benutze dafür mein fotografisches Gedächtnis...

Der Hartmut
 
Aber nein, Hartmut, das war keine "Schelte" für Dich und die anderen "Ä"-Schreiber, sondern Ihr seid die beklagenswerten Opfer der Schlechtschreibreform bzw. ihr "Kollateralschaden". VOR dieser geistigen Missgeburt der Experten, für die man anderweitig scheinbar keine Verwendung mehr hatte, ist nämlich kein Mensch je auf den Gedanken gekommen, das so zu schreiben. Diese Verwirrung ist ja erst durch den Quatsch mit "aufwändig" usw. entstanden. Du armes Hascherl hast ja bloß alles richtig machen wollen... :wink:

Tröstende Grüße
Tosca
 
Auswendig? Lieber nicht forcieren...

Hallo alle,

es mag beeindruckend sein, wenn man an jedem Ort ohne Noten etwas vortragen kann, aber: lieber Noten rumschleppen als keine lesen können. Will sagen:

Mir fiel es von Beginn an leicht, Stücke auswendig zu lernen. Paarmal geübt, schon waren sie drin. Meistens schon, bevor ich sie auch wirklich spielen konnte. Dann übt es sich auch viel leichter - man kann ja auf die Tasten schauen...

Ende vom Lied: bis heute kann ich selbst einfachste Stücke (zB Mikrokosmos, Band I (!)) nicht vom Blatt spielen. Ich habe keine Ahnung, auf welchen Tönen meine Finger gerade liegen. Das schränkt das Repertoire natürlich unheimlich ein - ich kann nur spielen, was ich auswendig kann. Und wenn ich länger nicht spiele (kommt leider vor), dann vergesse ich schon mal was. Das schränkt das Repertoire noch weiter ein. Was gäbe ich dafür, einfach die Noten aufschlagen und spielen zu können :(

Also, meiner Erfahrung nach: das Auswendiglernen lieber nicht forcieren, besser an der Blatt-Spiel-Fähigkeit arbeiten. Es gibt doch so schicke (Noten-)Taschen...

Henning
 
Etwas ohne Noten vorzutragen ist sicher besser. Bei den Vorspielstunden in der Musikschule meines Sohnes muss auch immer ohne Noten vorgetragen werden.

Ich tu mir halt prinzipiell mit meiner Jazz Vergangenheit etwas leichter weil ich aus dem Stand ca. 20-30 Jazz Standards zu Gehör bringen kann mit diversen Improvisationen dazwischen -- aber wenn ich klassische Stücke vorspielen soll brauch ich meistens Noten -- ich habe aber auch 1-2 klassische Demo Stücke welche ich ohne Noten spiele. Für ein Recital müsste ich mich halt vorbereiten um längere Stücke auswendig spielen zu können -- den Stress muss ich mir aber nicht mehr antun :-)

Mit meinem Sohn haben wir auch 1-2 Demo Stücke die wir 4-händig spielen und die immer abrufbereit sind wenn die Verwandschaft zu besuch kommt ....

Schönen Tag + Ciao // Tom
 
Was mich interessieren würde, brandtaktuell, ist:

wenn du beim Spielen Noten benutzt, kannst du dich dann wirklich auf das Interpretieren konzentrieren?
Was sind bei dir die Abläufe im Kopf beim Spielen?
Bist du damit beschäftigt, Kreise und Striche in Fingerbewegungen umzusetzen oder empfindest du eine bestimmte Stimmung und versuchst diese möglichst gut akustisch rüberzubringen?
Wenn du das Stück aufnehmen würdest, würde ich dann die Stelle heraushören, an der du umblättern musst?
Was sagt Elio dazu, der ja offensichtlich auch ein hervorragender Vom- Blatt- Spieler ist?

Die Geschichte mit dem eingeschränkten Repertoire muss ich allerdings eingestehen - ist bei mir auch so. Verlernte Stücke lassen sich aber relativ schnell wieder auffrischen...

Der Hartmut
 
Zitat von Hartmut:
Was sagt Elio dazu, der ja offensichtlich auch ein hervorragender Vom- Blatt- Spieler ist?
Naja, hervorragend ist übertrieben, auch aufgrund meiner Beschränkung in der Technik :) Ich beziehe die Fragen jetzt mal auf mich und versuche mal deutlich zu machen, wie es bei mir ist.
Ich kann jede Tonart (bis 7 Vorzeichen) gleich gut vom Blatt spielen, natürlich mag ich manche Tonarten weniger (z.B. ohne Vorzeichen, weil sie technisch schwieriger zu spielen sind) aber das Notenlesen läuft automatisch. Ich hab am meisten Probleme damit richtig gut vorausschauend zu spielen, damit man sich an keiner Stelle die Finger verknotet, auch wenn das in gewissen Tonarten und einfacheren Stücken sehr gut funktioniert, weil bestimmte Standardfingersätze funktionieren. Aber eine Bachfuge ordentlich vom Blatt zu spielen ist für mich eigentlich unvorstellbar :)
Zitat von Hartmut:
wenn du beim Spielen Noten benutzt, kannst du dich dann wirklich auf das Interpretieren konzentrieren?
Ohne Noten ist bei mir das Interpretieren einfacher, das hängt aber auch mit der Komplexität des Stückes zusammen. Bei komplexen Stücken ist das mit der Interpretation schwieriger. Unbekannte Stücke muss ich schon 2-3x "vom Blatt" spielen um Besonderheiten zu erkennen etc. Für eine ordentliche Interpretation ist schon ein richtiges Üben erforderlich, Arbeit an Fingersätzen etc..
Zitat von Hartmut:
Was sind bei dir die Abläufe im Kopf beim Spielen?
Eigentlich sind mir da keine bewusst :) Jedoch denke ich manchmal im Kopf voraus und sehe den Noten an, wie das Stück jetzt melodisch weiterläuft, jedoch nicht immer gleich gut.

Viele Stücke die ich schon öfter gespielt habe, kann ich vom Blatt spielen, vielleicht nicht mehr ganz so gut wie ich sie mal konnte, das würde wieder ein regelmäßiges Üben verlangen.

Auswendig kann ich eigentlich relativ wenig und manches nur passagenweise. Mein Repertoire ohne Noten, was mit jetzt so aus dem Kopf einfällt:

Schumann - Von fremden Ländern und Menschen,
Schumann - Carnaval "ValseNoble"
Schumann - Carnaval "Chopin"
Satie - Gnossienne nr.1
Poulenc - Perpetuum Mobile Nr1
Chopin- Walzer h-moll, a-moll op posth.
Schubert - Moment musicaux f-Moll
Joplin - Magnetic Rag

Naja, und das wars dann leider auch schon ):

Darüberhinaus kann ich von vielen Stücke nur die ersten 10-15 Takte.
Eigentlich schade.
Der Vorteil ist, dass ich viele Stücke gemäßigten Schwierigkeitsgrades, welche ich schon gespielt habe mit Noten direkt nachspielen kann ohne sie zu üben. Der Nachteil ist, dass ich relativ wenig auswendig kann und immer stapelweise Noten mir mir rumschleppen müsste :)

Viele Grüße,
Elio
 
Zitat von Hartmut:
Was mich interessieren würde, brandtaktuell, ist:

wenn du beim Spielen Noten benutzt, kannst du dich dann wirklich auf das Interpretieren konzentrieren?
Was sind bei dir die Abläufe im Kopf beim Spielen?
Bist du damit beschäftigt, Kreise und Striche in Fingerbewegungen umzusetzen oder empfindest du eine bestimmte Stimmung und versuchst diese möglichst gut akustisch rüberzubringen?
Wenn du das Stück aufnehmen würdest, würde ich dann die Stelle heraushören, an der du umblättern musst?
Was sagt Elio dazu, der ja offensichtlich auch ein hervorragender Vom- Blatt- Spieler ist?

Äh, da hast Du mich vermutlich missverstanden, Hartmut: über das Vom-Blatt-Spielen kann ich Dir gar nix sagen, weil ich es überhaupt nicht kann.
- Ich kann mich auf das Interpretieren konzentrieren, weil ich keine Noten vor mir habe
- Ich konzentriere mich darauf, die Fingerbewegungen zu koordinieren ;)
- Meine Empfindung ist vor allem Stress, dass ich treffe
- Umblättern entfällt, der Kopf ist endlos :)

Viele Grüße
Henning
 

Also, ich kann Dich gut verstehen. Ich würde auch lieber alles auswendig spielen. Ein Klavier-Professor hat mir mal gesagt, jeder Profi lernst die Noten auswendig, kann ich aber auch nicht. Es hilft aber, wenn man jeden einzelnen Takt oder auch zwei hintereinander ca. 20mal spielt, außerdem kann man sich viele Stücke auf CD anhören und dabei die Noten mitlesen, das hilft auch.
 
hallo forum

seid neustem lerne ich auch meine noten auswendig (nachdem ich die lektüre gelesen habe, die hier 'online-chang' genannt wird :wink:)
und zwar spiele ich 2 takte oder so von noten (mit getrennten händen), und probiere dann die takte nicht auf die noten, sondern auf die tasten schauend zu spielen. dann probiert man das mehrere male, aber es ist ja eh kein großer extra aufwand, wenn man die einzelnen stellen auf geschwindigkeit bringen will.
ohne auswendig lernen hatte ich oft das problem bei langen stücken, dass ich zuerst immer besser wurde, was halt normal ist, aber dann, wenn ich weiter täglich das stück übte, kamen irgendwelche fehler, die ich vorher noch nie gemacht hatte. ich hoffe mal, dass das mit dem auswendiglernen besser wird

Pearly
 
Hallo!

Der beste Weg ein Stück auswendig zu lernen ist es von hinten nach vorne durchzuarbeiten. Das Stück in mehrere Teile, Passagen aufteilen und die einzelnen Abschnitte auch ruhig kreuz und quer spielen/üben.
Zuerst übe ich immer alle Abschnitte von vorne nach hinten. Sobald sie gut unter der Hand liegen fange ich am Schlussabschnitt an und arbeite mich von hinten nach vorne vor. Durch diese Umkehrungen bzw. kreuz und quer üben werden die einzelnen Passagen verstärkt gespeichert.
So kann mann irgendwann an jeder Beliebigen Stelle des Stückes beginnen zu spielen.

Gruß
Siska
 
Aber du spielst nicht die Noten rückwärts, oder? :wink:
 
Ne!

Aber manchmal aus Spaß auf dem Kopf 8)

(gab oder gibt wirklich solch einen Pianisten der daß bei seinen Auftritten zur Belustigung getan hat/tut; vielleicht kenn ja jemand seinen Namen)

Siska
 
Moin, moin,

da ich nicht vom Blatt spielen kann, lerne ich jedes Stück beim Üben auswendig. Oder besser gesagt: Meine Finger lernen die Fingerabläufe auswendig. Das kann aber beim Vorspielen zum Problem werden, da ich mich nicht an den Noten orientieren kann. Denn wenn ich stocke, finde ich nicht so schnell die entsprechende Stelle in den Noten. Wenn ich das Stück nicht nur "in den Fingern" hätte sondern das ganze auch von den Noten her im Kopf hätte, wäre dieses Problem vielleicht nicht so groß.

@Siska: Dein Tipp, ein Klavierstück von hinten nach vorne durchzuarbeiten und auch mal „quer“ in ein Stück einzusteigen finde ich sehr gut. Mein Klavierlehrer gab mir genau diesen Rat, weil ich mich in den Noten nicht sofort zurechtfinde. Auf diese Art und Weise entwickelt man so eine Art Bild zu den einzelnen Sequenzen und diese sind dann beim Spielen sofort abrufbar.

Ich habe im Urlaub an einem Klavierkurs teilgenommen, in dem wir an einem leichten Beispiel das Auswendiglernen von Klavierstücken geübt haben. Es erfordert eine eingehende Analyse der Struktur des Stückes. Wenig Sinn macht es, die einzelnen Noten zu lernen. Wie viele Noten kann eine Sonatine wohl so insgesamt haben? Besser ist es, sich wiederholende Strukturen zu erkennen und sich diese zu merken. Bei einem kleinen Stück ist das sicherlich kein Problem, aber bei komplexeren Stücken wird es schon viel schwieriger und erfordert doch so einige Erfahrung. Ich muss gestehen, dazu fehlt mir die Geduld.

Grüße
Kerstin
 

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