Sch... zu Gold? Projekt C.Bechstein - Klavier

Die diagonalen Streben geben aber offensichtlich die Lage der Baßsaiten wieder und sollen wohl deren Kräfte abfangen.

Ok - und Mittellage und Diskant machen keine so starke Neigung der Streben erforderlich, verstehe. Was ich immer noch nicht verstehe ist die Diagonale links am äußeren Rahmen. Welche Funktion könnte denn die haben? Interessante Geschichte!
 
Die diagonalen Streben der Raste liegen etwa parallel zu den Streben des vorderen Gußrahmens, die das Baßfeld bilden.

dsc_0013cisuz.jpg


Die Stützschrauben die du an den Streben des Baßfeldesdes siehst, gehen auf der Rückseite durch die Kreuzungen der Rastenstreben.

dsc_0042jvsip.jpg


Daß diese Diagonale an der Seite endet, ergibt sich aus der Geometrie des Baßfeldes.
 
Danke @joeach. Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich klar genug ausgedrückt habe: wenn ich es recht sehe, hat diese Gußraste doch einen äußeren Doppel-T-Rahmen. Und der beschreibt links statt einer Vertikalen eine leichte Diagonale nach rechts unten. Welcher Zusammenhang besteht da mit dem Baßfeld? Dank Dir schön.
 
Ach so, da habe ich dich falsch verstanden.

Die Eisenraste bildet ja auch den Rahmen für den mit Schrauben von unten und der schrägen Seite eingespannten Resonanzboden. Ich schätze, das hängt damit zusammen. Ich meine auch bei Holzrasten solche Schrägen an der Diskantseite , die der Ausrichtung der Diskant/Tenorfelder folgen, schon gesehen zu haben.

Vielleicht können die Profis was dazu sagen, bevor ich hier länger im Trüben fische.
 
Hallo Peter,

ist doch wunderbar, wenn Du passende Profile gefunden hast, die Du dann noch etwas nacharbeitest. Besser als Palisanderleisten quer durch die Republik zu schicken. Und dann passt evtl. auch nicht.

Scheint ja ein tolles Teil zu sein, wenn das Rastensystem aus Metall besteht und nicht wie üblich bei einem Klavier aus Holz. Oder hat das andere Gründe?

Ich habe leider ein Problem mit dem Hochladen von dem bearbeiteten Bild. Größer als 1MB geht nicht. In der Verkleinerung sind meine Einzeichnungen nicht gut zu erkennen, da verschwommen. Kann ich Dir das Foto per mail anhang schicken?
 
Hallo Peter,
hab hier ein bischen rumgelesen.

Für den Fall, dass du Furmier brauchst, könnte ich dir vielleicht helfen. Ich habe hier bestimmt 2qm Furnier aller art rumliegen.
 
Hallo Peter,

Ich habe leider ein Problem mit dem Hochladen von dem bearbeiteten Bild. Größer als 1MB geht nicht. In der Verkleinerung sind meine Einzeichnungen nicht gut zu erkennen, da verschwommen. Kann ich Dir das Foto per mail anhang schicken?
Ja klar. Ich schicke die die Adresse per PN.

@Roodol Foa Npadre , danke für das Angebot!! Komme ich gerne darauf zurück.
 
Wie gehts nun weiter mit der Arbeit, oder stehst Du hauptsächlich am Dach?
Wenn Du Rat brauchst - ich kann momentan nicht erkennen wo...

LG
Michael
 
Im Moment stehe ich mehr auf dem Dach und denke erst mal viel nach. :denken::blöd: :-D
Für die Reinigung habe ich mir diese Woche Terpentinseife kommen lassen. Ich musste die tatsächlich in Österreich bestellen, da hierzulande kein Händler zu finden war.
Und den "Leimkocher" habe ich ja schon woanders gepostet. :-D

Wenn Du Rat brauchst - ich kann momentan nicht erkennen wo...
Hier wäre eine Frage, die mir durch den Kopf geht:
Wirbel: Ich habe alle Wirbel mal gedreht. Sie sind unterschiedlich fest, aber so richtig lose ist kein einziger.
Es ist auch keine einzige Saite auffallend abgehauen. Die "Stimmung" selbst liegt bei 415 Hertz oder ca. einem Ganzton tiefer.
Frage: Ich tendiere dazu, generell alle Wirbel durch eine Nummer größer zu ersetzen, um hier Unsicherheiten auszuschließen (neu besaiten werde ich eh). Spricht da etwas dagegen?
 
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Achso, ok!
Es kommt darauf an, was man machen will. Wenn man historisch restauriert, belässt man die Stimmnägel, und reinigt sie nur mit Drahtbürste.. Beim heraus drehen prüft man, wie tief das Loch überhaupt ist. Dazu eignet sich ein Hammerstiel oder ähnlich dickes Stäbchen, dass man markiert. Wenn der Stimmstock zuwenig tief gebohrt ist, müsste man etwas tiefer bohren, ansonsten klopft man solange, bis sich der hintere Gussrahmen löst, und bei herkömmlicher Bauweise die Holzraste vom Stimmstock trennt und macht es zu Schrott..

Es ist bestimmt ein historisches Klavier, (also eines, von welchen nicht mehr allzuviel existieren) ABER man kann es herkömmlich reparieren. Das heißt, man nimmt dann gebläute Stimmnägel, vermutlich 6,90 x Länge (z.b. 52mm) , wenn der alte Nagel 6,65 oder 6,70 x 52 ist. Die Löcher muss man dann auch vorbohren, aber ganz vorsichtig, damit kein Loch zu groß wird. (Das Problem besteht darin, dass man nicht ermüdet den Bohrer raus zieht, denn dann werden die Löcher Oval. Im vorliegendem Beispiel nehme ich einen 6,70er Bohrer, also das Maß, welches der alte Nagel hat bzw. höchstens 0,05mm größer. Muss man tiefer bohren, weil die Löcher zu wenig tief sind, und die Wirbel jetzt schon am Anschlag sind, bohrt man mit einem 6mm Bohrer vor.
Wenn man es historisch richtet, kommt es nicht so sehr auf die lange Haltbarkeit an, und daher würde ich wahrscheinlich auch gleich neue Wirbel verwenden. Wertvoller ist es in ferner Zukunft, wenn man die Wirbel original belässt, und eventuell mit Holzbeilagen das ein oder andere zu große Loch flickt.

LG
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Peter,
hast Du Dir schon einen Leimkocher besorgt? Ein Babyflaschenwärmer tuts auch. Temperatur ist einstellbar Du kannst Glutinleim in passenden Gläsern mit Schraubverschluss auf Vorrat ansetzen und verwenden. Ansetzen, damit meine ich das Vorquellen des roh angesetzten Leims zb. in Perlenform in kaltem Wasser. Den angesetzten Leim im Kühlschrank aufbewahren, ansonsten setzt er Schimnmel an. Erwärmten Leim abkühlen lassen und ebenfalls im Kühlsschrank aufbewahren.
Bewährt hat sich ein Ansatz aus 30% Hautleim- und 70% Knochenleim. Knochenleim alleine ist spröde, deshalb die Beimischung.
Gutes Gelingen
Ivory
 
@Ivory ,danke für die Tipps.
Dass ich Haut- und Knochenleim besser mische, habe ich mir schon gedacht. Der "Youtube-Tischler" mischt ja auch 50 zu 50.
hast Du Dir schon einen Leimkocher besorgt? Ein Babyflaschenwärmer tuts auch.
Guck, da isser. :-D
Die richtigen sind ja völlig überteuert. Suche noch geeignete Behälter, die da gut rein passen. Babyflasche müsste doch eigentlich gehen?
Heißluftgerät zum Anwärmen des Holzes kommt auch nächste Woche.
Zum Furnier: Ich hatte jetzt den Einfall, dass ich das Furnier der Rückwand nehmen könnte. Das würde perfekt passen. Für die Rückwand nehme ich dann etwas Ähnliches.
Aber noch spielt sich alles im Kopf ab. Es wird wohl Frühjahr werden, bis ich loslege. Ich habe versucht, die Werkstatt etwas warm zu bekommen. Ab 5k fliegen die Sicherungen raus :-D und offenes Feuer ist nicht machbar.
Aber das ist ganz gut so. So bleibt viel Zeit zum Planen und Vorbereiten. Einiges kann ich auch mit nach Hause nehmen und da basteln (Tasten, Mechanik...).
 
Prima, der Kocher tuts auch. Wenn die Babyflasche oben nicht zu eng und lang ist gehts, ansonsten ist das Handling umständlich. Deshalb lieber Kleine Gläser mit Drehverschluss, Babygläser sind nicht so geeignet, da kein Drehverschluss,
Dann ist bei Deinem Bechstein sogar die Rückwand mit Palisander furniert? Das ist ja Luxus pur.....
Selbst bei einer Verleimung mit Warmleim verwende ich zusätzliche Wärme für das Holz nur bei größeren Flächen. Bei normalen Temperaturen reichen ansonsten erwärmte Zulagen und/oder anfönen, selbst das muss bei kleinen Stücken nicht zwingend sein, wenn man zügig verleimt. Klar ist Übungssache, aber da hast Du bei Deinem Projekt ja genügend Spielraum, bei der Menge an Ergänzungen............
 
...ja wie dick isse denn nu?

Es geht wieder ein wenig voran. Es sind nun endlich alle Tasten sauber (was eine bescheuerte Arbeit).
Ich habe heute den Saitenbezug entspannt und angefangen, die Basssaiten raus zu nehmen und zu vermessen. Das Rausnehmen war gar nicht so einfach. Die unteren Aufhängezapfen (?) sind bei den ersten 5 Saiten "im" Gehäuseboden (an der Stelle ausgefräst) und stoßen fast an. Ich musste den Boden mit einem Montiereisen wegdrücken, um die Saitenöse daran vorbei zu bekommen.

Das Vermessen bereitet mir arge Probleme: Jede Stelle ein anderes Maß. Im Kern schwanken die Maße um 0,05 mm, bei der Umwicklung sogar um 0,10 mm. Und wie dick isse nun? Ich habe mir immer grob das mittlere Maß notiert. Kann es sein, dass früher, technisch bedingt, das Drahtziehen noch nicht so genau war wie heute? Oder entstehen durch den Zug über Jahrzehnte unterschiedliche Querschnitte?
 
...ja wie dick isse denn nu?

Es geht wieder ein wenig voran. Es sind nun endlich alle Tasten sauber (was eine bescheuerte Arbeit).
Ich habe heute den Saitenbezug entspannt und angefangen, die Basssaiten raus zu nehmen und zu vermessen. Das Rausnehmen war gar nicht so einfach. Die unteren Aufhängezapfen (?) sind bei den ersten 5 Saiten "im" Gehäuseboden (an der Stelle ausgefräst) und stoßen fast an. Ich musste den Boden mit einem Montiereisen wegdrücken, um die Saitenöse daran vorbei zu bekommen.

Das Vermessen bereitet mir arge Probleme: Jede Stelle ein anderes Maß. Im Kern schwanken die Maße um 0,05 mm, bei der Umwicklung sogar um 0,10 mm. Und wie dick isse nun? Ich habe mir immer grob das mittlere Maß notiert. Kann es sein, dass früher, technisch bedingt, das Drahtziehen noch nicht so genau war wie heute? Oder entstehen durch den Zug über Jahrzehnte unterschiedliche Querschnitte?

Da wäre ein Umlegebock sehr hilfreich gewesen. Leider hat man diesen als Bastler nicht einfach so zur Hand.

Die Dicken-Varianz ist bei alten Saiten oft hoch. Dazu kommt, dass eine Schieblehre nicht besonders wiederholgenau ist. Oder hast Du einen Mikrometer benutzt?

Gut ist, dass Du ja gar nicht jede Saite messen musst. Für einen kompletten Bezug reicht es, wenn du die Längen jeder Saite misst und für die wichtigsten Saiten die Gesamtdurchmesser. Den Rest rechnet Heller selbst.

Viele Grüße
Martin
 
Die Baßsaiten werden nach unten hin dicker, es kann je nach Kupferdicke vorkommen daß sich dann der Kern verdünnisiert.
Nun ist die Dicke der Saiten nicht so ausschlaggebend, des berechnet Heller schon selbst, so die anfangs und Enddicke gemessen wurde. Wichtig ist zu messen das untere Ende bis Stegende wo die Wicklung anfängt, und bis oben wo die Wicklung aufhört.

LG
Henry

Edit: sinnvoll ist es, die Saiten noch im gespannten Zustand zu vermessen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich dachte gerade im gespannten Zustand wird es ungenau, weil sie ja "gezogen" sind. Hmm.
Die Längen habe ich alle so wie Du es beschreibst gemessen (Zapfen bis Steg, Steg bis oberer Zapfen).

Da wäre ein Umlegebock sehr hilfreich gewesen. Leider hat man diesen als Bastler nicht einfach so zur Hand.
Was ist ein Umlenkbock und was macht man damit?
Dazu kommt, dass eine Schieblehre nicht besonders wiederholgenau ist. Oder hast Du einen Mikrometer benutzt?
So ne Schiebelehre von Futec mit Digitalanzeige und angeblich einer Toleranz von 0,01 mm.
 
Nee, wennst die Baßsaiten im abgenommenen Zustand mißt, kann es Dir passieren daß die neuen ihr Gespinst noch auf dem Steg haben - des zieht sich doch alles nach oben.

Mit einem Umlegebock kann man das Klavier umlegen.....ich hab es bei Heimarbeiten auf 4 Stühle gelegt (ist aber ned ganz ungefährlich)

LG
Henry
 
Ach sooo meinst du das. Ich dachte, Du redest vom Querschnitt.
Ich habe die Längen direkt am Klavier gemessen.

Ach so ein Umlenkbock, verstehe. Der hätte mir bei dem Problem aber auch nicht viel genutzt. Die 5 Saiten verschwinden halt in einem unzugänglichen engen Spalt. Auch von unten kommt man nicht gut ran; die Zapfen sind genau mittig vom Boden.
 

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