Blickkontakt: Auf die Noten statt auf die Klaviatur schauen

@pianochris66 Ich denk das ist die falsche Einstellung - bewundere die beiden lieber für ihre lange Zeit die sie intensiv üben konnten/können und freue dich dass selbst Leute wie Rolf noch an Stücken üben müssen
:-D

P.S.: 100. Post :bye:
 
Ludwig, genau meine Gedanken!
Es ist immer so eine Sache mit dem Neid. Hinter jedem Können steckt viel Arbeit und um die beneidet man für gewöhnlich niemanden.
 
@Peter Richtig - das kann man nicht nur auf Pianisten beziehen sondern auf alles in dem man Meisterschaft erringen kann.
Das besondere ist nicht das Ergebnis - sondern wie man dahingekommen ist
 
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Neid im negativen Sinne ist mir fremd. Ich schrieb ja auch von meiner Bewunderung für Pianisten, die die genannten Fähigkeiten haben. Dass da sehr viel Arbeit, gute Lehrer und großes Talent zu gehören ist mir bewusst. Und da ich diese 3 Aspekte nicht hatte und auch nicht mehr haben werde bitte ich jetzt um eine Runde Mitleid:cry:;-).
 
Neid ist eine wahrlich destruktive und sinnlose Charaktereigenschaft. Aber "beneidenswert", der Ausdruck ist für mich eher positiv behaftet. Wenn man etwas beneidenswert findet, erweckt das in einem den Ehrgeiz, das auch zu erlernen. Oder man erkennt mit dieser Aussage positiv an, dass man das nie selber erreichen/können wird.
 
Jetzt ist mir aber bewusst geworden, dass ich das Stück zwar spielen kann, aber eigentlich gar nicht weiß, wann ich welche Note spiele, bzw. wie das Notenbild, der Takt, das Motiv welches ich gerade spiele aussieht.

Dann kannst Du es nicht auswendig sondern spielst nach Fingergedächtnis. Das ist ein Pseudo-Auswendigspiel, mit dem Du so richtig schön Schiffbruch erleidest, wenn Du mal rausfällst. Das Fingergedächtnis arbeitet seriell und baut auf der zuvor gespielten Note auf. Das heißt, es darf kein Fehler passieren, sonst bist Du raus. Und spontan irgendwo einsteigen geht gar nicht. Hilfreich ist es trotzdem z.B. bei kurzen Sequenzen oder Motiven.

Du kannst ein Stück erst auswendig, wenn Du es auch ohne Klavier im Gedächtnis spielen kannst und an jeder beliebigen Stelle einsteigen kannst. Letztlich ist das ne Lerntechnik und hat erstmal gar nichts mit dem eigentlichen Spielen zu tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

dachte ich mir, dass ich da was falsch gemacht habe.
Ich bin euch echt sehr Dankbar, dass ihr mich an euern Erfahrungen/Wissen teilhaben lässt.
Ich komme leider aus einer sehr sportlichen Familie (wo nur der Sport zählte) und wo keiner irgend ein Instrument spielt. Somit fehlt mir der Austausch, was zum Glück über dieses Forum immer wieder dennoch stattfinden kann. Und das mit so qualifizierten hilfsbereiten Menschen. DANKE!!!

@rolf
Du übst wirklich sehr lange. Bist du Hauptberuflich Pianist?
Was mich aber mehr interessieren würde, ist wie du übst.
Die theoretische Komponente habe ich verstanden. Das muss sein.
Wobei mein Stücke nicht so schwer sind.

Aber wenn du als Profi so lange an einem speziellen Stück arbeitest, wie gehst du das an?
Spielst du/ihr dann eine Phrase immer und immer wieder? Wobei ich auf der Seite davor gelesen habe, dass sollte man auch nicht tun, da es sonst nicht ins Langzeitgedächtnis geht.

Oder (einfach ausgedrückt)
Ihr habt das Stück analysiert. Seht wie im Beispiel auf der 1 Seite, da sind Sprünge enthalten, die nicht blind klappen, aber klappen sollten, da man sich vielleicht auf die linke Hand schauen /konzentrieren muss,

Schaltet ihr dann irgend welche Übungen dazwischen, In meinen Beispiel z.B. von verschiedenen Tönen aus diese Sprünge üben. So zusagen als Training für das eigentliche Stück.

Aber was übt man da sinnvolles?

Was macht man, zum Einspielen bzw. Warmwerden?

Wäre echt spannend zu wissen, wie Euer tägliches Programm so aussieht.
vielleicht kann ich da was abgucken und für mich zurecht schneidern.

Vielen Lieben Dank
 
aber nicht dauernd, sondern nur, wenn es sich nicht umgehen lässt.
Was mich aber mehr interessieren würde, ist wie du übst.
das hab ich doch schon beschrieben: lesen/hören (Klang-, Bewegunsvorstellung, Harmonik usw.), begreifen, schwierige Stellen trainieren.
Spielst du/ihr dann eine Phrase immer und immer wieder? Wobei ich auf der Seite davor gelesen habe, dass sollte man auch nicht tun, da es sonst nicht ins Langzeitgedächtnis geht.
(wenn nötig, wird eine Passage tagelang zig hundertmal gespielt, geprobt - so lange, bis sie schnell ist, gut klingt und sich mühelos anfühlt)
Als du deinen Führerschein gemacht hattest, also Fahrstunden nahmst und Theorieprüfung machen musstest - hast du dir da den Kopf über Kurzzeit-, Langzeitgedächtnis, Lernmethoden-blabla usw. zerbrochen? Brauchst du Kenntnisse über irgendwelche Gedächtnisarten, um ein Stopschild zu begreifen oder um nicht zu schnell in eine Steilkurve reinzufahren?
Na also! Diesen ganzen Krempel, der nur ablenkt, braucht man nicht. Oder anders gesagt: statt über unwesentliche Angelegenheiten räsonierend Zeit zu vergeuden, ist es besser, einfach was zu tun.
Schaltet ihr dann irgend welche Übungen dazwischen, In meinen Beispiel z.B. von verschiedenen Tönen aus diese Sprünge üben. So zusagen als Training für das eigentliche Stück.
Aber was übt man da sinnvolles?
Du hast doch schon eine gute Möglichkeit beschrieben - mach das! Und mach das ruhig mit allerlei verschiedenen Fingerkombinationen, z.B. die Quinte c-g mit:
1--5
1--4
1--3 usw.
2-5
3-5
usw.
1-1
2-2usw.
und dann andere Quinten und andere Intervalle
Was macht man, zum Einspielen bzw. Warmwerden?
gar nichts
(wenn ich anfange, dann erstmal paar Minuten leise und langsamer)
Wäre echt spannend zu wissen, wie Euer tägliches Programm so aussieht.
ich habe keins!
was und wie ich übe, hängt vom jeweiligen Stück ab bzw. davon, was da gefordert wird.
 
@Frank - Es ging mir nur um die Länge des zu lernenden Abschnitts. Du musst selber herausfinden, wieviel Du täglich an Stoff zum Auswendiglernen schaffst! Denk nicht darüber nach, was jetzt zuviel sein KÖNNTE, sondern probiere es aus! Es war nicht mein Ziel, Dich zu verunsichern!
:-)
 
@Frank - Es ging mir nur um die Länge des zu lernenden Abschnitts.
da sitzt der Hase im Pfeffer!
lieber wenig, aber dafür sicher, als viel und dabei wackelig!!!

...war zuvor schon mal empfohlen worden:
[B]Und genau hier[/B] kann ich [USER=2383]@Frank einen relevanten Tipp geben: analysiere/begreife einen kleinen/kurzen Abschnitt und spiele ihn so oft, bis er sich unvergeßlich eingebrannt hat. Ohne verstehen und begreifen mindestens eines kleinen Abschnitts geht gar nichts.[/USER]
 

Ja, ihr habt recht. Besten Dank.
 
Danke @rolf für die interessanten Einblicke eines "eher fortgeschrittenen Tastendrückers" :super: :blume:

Sie zeigen wie wichtig es einfach ist auch theoretisch diese Materie zu durchdringen... obwohl es nicht unbedingt Spaß macht.

Lg lustknabe
 
Ich finde das eher manchmal weniger spaßig:
[...]wenn nötig, wird eine Passage tagelang zig hundertmal gespielt, geprobt - so lange, bis sie schnell ist, gut klingt und sich mühelos anfühlt[...]

Aber jammern hilft nix, wenn man besser werden will. Also ran ans üben würde ich sagen (Falls Klavier gerade vorhanden)
 
ja das macht Sinn, sofern du dir das danebenhacken angewöhnen willst.
Wie überhaupt jegliches schlampige Üben einfach reine Zeitverschwendung ist... :bomb:

Vielleicht sollte man sich angewöhnen: systematisch und sauber und ausreichend üben - und die Früchte der Arbeit (das dann gut beherrschte Stück) eben dann genießen, wenn man mit der Überei wirklich fertig ist.
 
Ach nö, das gibt's schon... zum Beispiel, wenn man sich einfache Stücke vornimmt, dann kann man schon mal nahe an die 100 Prozent Beherrschung herankommen...

Und dann gibt's noch die Weltklasse-Pianisten, die das mitunter auch bei schweren Stücken schaffen.

Was ich in der Hauptsache meinte, war: als Amateur ein Stück in Endgeschwindigkeit üben (spielen), das man noch nicht richtig beherrscht. Anstatt es in dieser Zeit systematisch zu üben (Geschwindigkeit runter, und was mich angeht: Metronom an, hakelige Stellen vernünftig einlernen, usw.).

Wenn man das macht, kann man sich irgendwann über ein gut beherrschtes Stück freuen. Aber wenn man immer nur schlampig durchspielt, kann man allenfalls das Auswendig-Spielen des Stückes frisch halten...
 
Hihi, und dann kommt Mephistopheles und präsentiert die Rechnung. :lol:
Naja ;-)dieses "systematische Arbeiten an einem Stück und den hakeligen Stellen" ist ja kein Teufels- oder Hexenwerk... ein paar Dinge gibts dabei zu beachten, die wichtigsten vielleicht: nicht zu schnell und nicht zu langsam üben, und immer möglichst sauber üben.
 

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