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Aufnahmeprüfung "Kleiner Orgelschein"

Mich würde mal interessieren, ob jemand Anforderungen für einen Kurs zum "kleinen Orgelschein" (in der katholischen Kirche ist das glaube ich D-Schein) außerhalb Hamburgs kennt. Hier wurde es gerade drastisch verschärft, Vorspiel von "3-stimmige Invention oder eine Fuge aus den kleinen ...

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Alt 29.11.2007, 00:23
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Guendola Guendola ist offline
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Standard Aufnahmeprüfung "Kleiner Orgelschein"

Mich würde mal interessieren, ob jemand Anforderungen für einen Kurs zum "kleinen Orgelschein" (in der katholischen Kirche ist das glaube ich D-Schein) außerhalb Hamburgs kennt. Hier wurde es gerade drastisch verschärft, Vorspiel von "3-stimmige Invention oder eine Fuge aus den kleinen Präludien und Fughetten". Die Erfahrung hat wohl gezeigt, daß das regelmäßige dreistimmige Spielen plus Pedal viele Aspiranten überfordert hat.

Nebenfrage (habe ich separat auch schon gefragt aber vielleicht sind die Organisten da besser informiert): Ist "8 kleine Präludien und Fugen" das gleiche wie die "kleinen Präludien und Fughetten"? Wenn ja, wie spielt man das ohne (Orgel-)Pedal? Bei der ersten und achten Fuge läßt sich das Pedal bis auf ein zwei Töne in der linken Hand integrieren, die anderen Fugen sind da etwas problematischer.

hier wäre der andere Beitrag, mit Link zu den Noten, falls jemand daran interessiert ist. Es sind sehr schöne Stücke.

Geändert von Guendola (29.11.2007 um 00:27 Uhr).
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  #2  
Alt 29.11.2007, 08:08
 
Stephan Stephan ist offline
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Hallo, Guendola, hier einige Antworten in Kürze:
1.) Die Aufnahmebedingeungen in den einzelnen Diözesen lasssen sich i.A. leicht durch "google" ermitteln. Nicht alle Institute erwarten Orgelspiel zur Aufnahmeprüfung, vielen reicht solides Klavierspiel.
2.) "Solides Klavierspiel": kann nie gut genug sein. Die Praxis zeigt nachher, dass es einer Kirchengemeinde sehr egal ist, was für ein Examen du hast. Viele Anforderungen sind völlig identisch zwischen A,B und C-Examen. Wer kein schneller "Literaturverwerter" ist, sollte gut improvisieren können, und umgekehrt. bedenke, dass Du andauernd "vorsielen" mußt, bei Vorspielen, Zwischenspielen, Nachspielen.
3.) Das D-Examen ist meines Wissens nur ein kleiner Chorleiterschein.
4.) In der E
rzdiözese Köln kannst du den C-Studiengang abspecken, und nur Teilbereichsprüfungen
absolvieren, z.B. nur Organist(in).
5.) Der C-Studiengang wird weithin unterschätzt: im Examen hört man in der Regel Werke wie das Präludium in D von Buxtehude, größere und große Bäche, sogar Widor.
Was vor 20 Jahren im B-Examen gespielt wurde, machen heute viele C-Leute (ich sprech aus eigener Erfahrung). Die Inflation an den Musikhochschulen ist drastisch, aber auch gut.
6.) Die 8 kleinen Präludien und Fugen gehören meines Erachtens gar nicht in C-Examina hinein, sie sind zu schlicht (und übrigens Bach nur zugeschrieben). ferner müssen sie mit Pedal gespielt werden, und haben nichts mit den 8 kleinen Präludien und Fugen für Klavier zu tun.
7.) Wenn man in Hamburg die 3st. "Sinfonien" von Bach zum Parameter macht, halte ich das für eine kluge Basisentscheidung.
8.) Achtung vor den "Nebenfächern", die geprüft werden, wie Gehörbildung und Theorie: eine gründliche Vorbereitung ist ebenfalls unerlässlich!
Ich spreche aus reichlicher Erfahrung, hoffe Dich nicht abgeschreckt zu haben, und wünsch Dir Erfolg!! Gruß! Stephan
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  #3  
Alt 29.11.2007, 09:43
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Guendola Guendola ist offline
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Keine Sorge, es ist nicht so einfach, mich abzuschrecken. Es ist nur nicht allzulange hin bis zur Aufnahmeprüfung und bis dahin eine Sinfonia gut einzustudieren ist eine Herausforderung. Nebenfächer werden nicht geprüft, es geht hier um einen Kurs zur Vorbereitung auf den Kurs zum C-Schein. Mit "kleiner Orgelschein" ist mir wohl ein Irrtum unterlaufen, das ist wohl C-Schein - mein langfristiges Ziel.

Daß von einem Organisten erwartet wird, daß er sein Instrument beherrscht und sich neues schnell aneignen kann ist natürlich logisch.

Mir ging es nicht darum, Alternativen zu finden, ich wollte einfach mal wissen, wie es andernorts aussieht.
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  #4  
Alt 29.11.2007, 17:47
 
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bei uns ist es üblich, dass man beim D-Orgelschein ein freies Stück spielt, dieses kann auch eins der 8 Präludien von Bach sein und man muss eine Liste mit 20 Chörälen anfertigen, die man schon gespielt hat. Naja und dann kommt der Prüfer zu dir in die Kirche und du musst ihm zum einen dein freies Stück vorspielen und zum anderen sucht er sich einige Lieder aus deiner Liste aus die du im zusätzlich vorspielen musst. Anschließend stellt er die noch eine Fragen zum Orgelaufbau...
naja und beim C- Kurs ist das dann nochmal anders
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  #5  
Alt 29.11.2007, 18:03
 
Christoph Christoph ist offline
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Welchen Orgelschein kann man eig. mit Stücken wie der dorischen Toccata oder Präludium&Fuge a-moll schaffen?
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  #6  
Alt 30.11.2007, 14:46
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Ich habe mich übrigens für die 11. Sinfonia in G-Moll entschieden. Sie ist schön und für mich machbar. Ich werde die vermutlich auch auf der Orgel einstudieren (aber erst nach der Prüfung, sonst komme ich durcheinander!).
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  #7  
Alt 01.12.2007, 17:21
 
Mindenblues Mindenblues ist offline
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Guendola, warum nimmst du nicht ein einfaches Stück, was für Orgel ist? Z.B. eines von den 8 kleinen Präludien und Fugen, die Bach zugeschrieben wurden. Das Präludium daraus reicht locker aus für eine Aufnahmeprüfung, die Fuge muss nicht sein. Das C-Dur Präludium ist für Pedal nicht sehr schwer, bis auf die Wendestelle bei den beiden Wiederholungen. Wenn du die Wendestelle im Pedal ein paar 100 mal wiederholt has (das ist in einer Stunde locker zu schaffen, einfach 2 Takte in Endlosschleife spielen, bis es rund läuft), sollte das doch machbar sein. Ich selber bin jedenfalls so vorgegangen, hat funktioniert.

Ich persönlich bekomme Probleme, wenn ich ein Stück sowohl auf Orgel als auch Klavier spielen will. Man spielt auf der Orgel ganz anders als auf dem Klavier, und zum Schluss klingt es mglw. weder auf Orgel noch auf Klavier gut. Die Idee, ein Klavierstück als Orgelstück zu nehmen, womöglich noch manualiter - weiss nicht, ob das die richtige Entscheidung ist.

Im C-Kurs ist es völlig normal, dass die Leute (meist Jugendliche), gerade erst mit Orgelspielen anfangen. Dementsprechend wird nicht sehr viel erwartet an der Orgel. Allerdings gewisse Klaviervorkenntnisse schon. Da es aber aufs Orgelspielen ankommt, würde ich lieber ein einfaches schlichtes Orgelstückchen nehmen, als ein Klavierstück - da würde man wohl etwas mehr erwarten. Aber eine 3-stimmige Invention vielleicht auch ok.

So wie du ans Spielen herangehst, sehe ich im übrigen überhaupt keine Probleme. Weil du ein Perfektionist bist, dass zeigen z.B. deine schönen Rocksongs, die für meine Begriffe richtig professionell klingen.

Geändert von Mindenblues (01.12.2007 um 17:41 Uhr).
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  #8  
Alt 01.12.2007, 19:12
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Oha, ich hatte natürlich vergessen zu sagen, daß ich auf dem Klavier vorspielen muß. Orgelkenntnisse werden überhaupt nicht erwartet.

Ich übe jetzt an der 11. Sinfonia aka dreistimmige Invention und mache es tasächlich mal stur von hinten nach vorne, eine Stelle nach der anderen. Siehe auch mein Blog hier, da führe ich zur Selbstmotivation Tagebuch.

Die kleinen Präludien und Fugen (die vielleicht von Bach stammen oder auch nicht - mir ist es egal), werde ich früher oder später auf der Orgel spielen. Ich habe alle durchgespielt um zu sehen, was geeignet wäre um es auf dem Klavier zu spielen und sie gefallen mir alle!

PS: Danke für das Lob Vielleicht kommen demnächst ein paar Orgelstücke oder Stücke mit Orgel dazu, ich habe mir heute zwei Kleinmembrankondensatormikrophone gekauft und brenne darauf, die einzusetzen.
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  #9  
Alt 02.12.2007, 10:43
 
Mindenblues Mindenblues ist offline
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In unserem Fall wurde auch nicht vorgeschrieben, Orgel bei der Aufnahmeprüfung zu spielen, es wurde eben nur sehr gerne gesehen. Die meisten des C-Kurses haben mit dem C-Kurs erst das Orgelspielen angefangen. Trotzdem wählten fast alle ein kleines Orgelstück zur Aufnahmeprüfung, statt Klavier zu spielen.

Erfahrung ist ja bekanntlich nicht vermittelbar, ich kann lediglich für mich feststellen, dass es bei mir ein "Kuddelmuddel" gibt, Orgelstücke auf dem Klavier zu üben oder zu spielen und umgekehrt. Auf dem Klavier leidet bei mir die Dynamik, und auf der Orgel die Artikulation bei dieser Vorgehensweise. Daher trenne ich strikt, mir hilft das sehr, um das jeweilige "Produkt" besser zu machen. Dies nur zu deiner Anmerkung bzgl. der "8 kleinen Präludien" und deiner Absicht, sie sowohl auf Klavier als auch auf Orgel spielen zu wollen.

Geändert von Mindenblues (02.12.2007 um 10:45 Uhr).
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  #10  
Alt 02.12.2007, 16:23
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Ich werde mich noch mal erkundigen, ob es ausreicht, einen vierstimmigen Choral kompletto mit Intonation und Nachspiel vorzutragen. Den sollte ich bis dahin auch fertig haben - auf der Orgel, inklusive Pedal. Die Sinfonia ist natürlich um einiges anspruchsvoller (aber deswegen werde ich ja fragen).

Es handelt sich übrigens um die Aufnahmeprüfung für einen Vorbereitungskurs zur Aufnahmeprüfung zur Ausbildung für den C-Schein. Andernfalls hätte mich die Anforderung überhaupt nicht gewundert.
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