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Steingräber Klavier richten - Werstattdoku

Zitat: Zitat von Tastenscherge Michael, kennst du dieses Werkzeug hier? http://www.meyne-klaviertechnik.de/s...stand=7&site=9 Eignet sich sowohl für die Tastenhöhe als auch für die Spieltiefe bei den Halbtönen. Wirklich ein sinnvolles Werkzeug. Hallo Tastenscherge, Ich habe das Werkzeug schon ...

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  #181  
Alt 05.02.2010, 12:27
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Zitat:
Zitat von Tastenscherge Beitrag anzeigen
Michael, kennst du dieses Werkzeug hier?

http://www.meyne-klaviertechnik.de/s...stand=7&site=9

Eignet sich sowohl für die Tastenhöhe als auch für die Spieltiefe bei den Halbtönen. Wirklich ein sinnvolles Werkzeug.
Hallo Tastenscherge,

Ich habe das Werkzeug schon gesehen.
Eigentlich brauche ich weder für den Tastentiefgang, noch für die Halbtonhöhe ein Messwerkzeug außer dieses und jenes .
Alle weiteren Messwerkzeuge behindern das Vertrauen und die Präzision dieser beiden.
Daher gehe ich sehr sparsam um mit all den zusätzlichen Helferlein...

LG
Michael
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Geändert von klaviermacher (05.02.2010 um 12:30 Uhr).
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  #182  
Alt 05.02.2010, 19:29
 
Klavierbaumeister Klavierbaumeister ist offline
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Zitat:
Zitat von klaviermacher Beitrag anzeigen
Eigentlich brauche ich weder für den Tastentiefgang, noch für die Halbtonhöhe ein Messwerkzeug außer dieses und jenes .
Das habe ich auch immer behauptet, bis ich den Tastentiefgangklotz von Jahn ausprobiert habe:
http://www.jahn-pianoteile.de/katalo...kzeuge_E2b.pdf
(ziemlich weit unten).

Wirklich genial, da die Taste immer mit 235g belastet und der Vorderdruckfilz nicht unterschiedlich stark komprimiert wird.
Man kann sowohl zu viel als auch zu wenig Tiefgang extrem schnell und genau feststellen:
Auf die Taste legen und das Hebeglied von Hand anheben, um evtl. unterschiedliche Mechanikreibungen zu kompensieren.
Wenn man den Klotz wofür er eigentlich nicht gedacht ist auf die schwarzen Tasten legt, kann man auch überprüfen, ob diese in gedrückter Position genau 2,5mm über den weißen Tasten liegt.

Voraussetzung ist natürlich ein vorangegangenes akribisches Geradelegen der Klaviatur.

Probiert das Ding mal aus:
Ich finde es eine der besten Werkzeuginvestitionen, die ich in den letzten 15 Jahren getätigt habe.

Beim Spieltiefe regulieren nach Gefühl orientiert man sich immer an den Nachbartasten und Fehler summieren sich ggfl. auch.
Auch bei ungleich abgespielten Elfenbeinbelägen erleichtert dieser Klotz die Arbeit ungemein.

Die Meyne-Halbtonbrücke habe ich auch seit langem im Einsatz, allerdings ist die meist fest auf 12,5 oder 12,7mm eingestellt, um eine erste Referenz für das Geradelegen zu haben.
Wie man damit vernünftig die Spieltiefe einstellen soll, erschließt sich mir nicht, zumal das Ding ab Werk gar nicht so tief gestellt werden kann und man erst den "hohlen" Messingring umdrehen muss.
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  #183  
Alt 05.02.2010, 19:44
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Zitat:
Zitat von Klavierbaumeister Beitrag anzeigen
Probiert das Ding mal aus:
Ich finde es eine der besten Werkzeuginvestitionen, die ich in den letzten 15 Jahren getätigt habe.
Hallo Klavierbaumeister,

Das ist eine Empfehlung, die ich mir wirklich überlege. Ich hab ja genug schon in Schrott investiert, der es nie und nimmer Wert war.
Allerdings wäre mir das Ding für den Aussendienst im Werkzeugkoffer zu schwer.

LG
Michael
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  #184  
Alt 06.02.2010, 10:29
 
Tastenscherge Tastenscherge ist offline
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Zitat:
Zitat von Klavierbaumeister Beitrag anzeigen
Die Meyne-Halbtonbrücke habe ich auch seit langem im Einsatz, allerdings ist die meist fest auf 12,5 oder 12,7mm eingestellt, um eine erste Referenz für das Geradelegen zu haben.
Wie man damit vernünftig die Spieltiefe einstellen soll, erschließt sich mir nicht, zumal das Ding ab Werk gar nicht so tief gestellt werden kann und man erst den "hohlen" Messingring umdrehen muss.
Ganz einfach, allerdings kann es sein, dass ich das Teil nicht von Meyne habe, sondern woanders her. Hier mal ein paar Fotos, wo man gut sehen kann, dass der bewegliche Mittelstift oben eine Art Kopf hat. Entweder man nimmt den Beginn oder das Ende des Kopfes als Maß, sodass dieser bündig mit der Oberkante des Werkzeuges ist.

Diesen Tiefgangklotz hab ich übrigens auch und kann ihn nur wärmstens empfehlen. Es ist tatsächlich so, dass sich ohne festgelegtes Gewicht Fehler einschleichen können, die sich dann fortsetzen. Das ist so ähnlich wie bei Fang regulieren
Angehängte Grafiken
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  #185  
Alt 06.02.2010, 11:01
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klaviermacher klaviermacher ist offline
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Hallo Tastenscherge,

Danke für die Bilder!
Ich habe auf meinem Tastentiefgang- Messklotz sogar weiches Leder an der Unterseite, weil das Holz in Verbindung mit Staubkörnchen kleine Kratzer verursachen könnte am polierten Belag.
Ich gehe ganz sicher nicht mit Metallwerkzeugen an die Tasten.

LG
Michael
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  #186  
Alt 06.02.2010, 15:39
 
Klimperer Klimperer ist offline
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Hallo Michael,

Ich bin gerade dabei, mir einen Messklotz nachzubauen, wie er in deinem letzten Video zu sehen ist. Ich habe ein Stück weißen Kunststoff aus einem alten Lineal gesägt und mit zunehmend feinem Schmirgel (bis 2000 nass) geschliffen und am Ende poliert. (Sieht verblüffend ähnlich aus wie ein Tastenbelag... ) Diesen Belag will ich nun auf einen Holzblock kleben und den Block dann auf das richtige Maß abschleifen. Dass das nicht so genau ist wie eine Messlehre mit Gewinde oder einen Block mit 235 g Gewicht, ist klar, aber für meine Zwecke wird es reichen.

Dazu habe ich noch folgende Fragen:
1) Wo wird die Spieltiefe (der Tastentiefgang) genau gemessen? Ganz am Ende der Taste, oder dort wo man typisch spielt (über dem Vorderdruckstift)? Ganz am Ende der Taste habe ich momentan 10 bis 10,5 mm. Dort wo die schwarzen Tasten aufhören, sind es wegen der Hebelwirkung bzw. Drehung um den Waagebalken natürlich nur 8 bis 8,5 mm. Daher die Frage, wo man genau misst.
2) Um genau in die Vertiefung einer gedrückten weißen Taste zu passen, müsste ich also den Holzblock keilförmig schleifen. Ist das bei deinem Werkzeug auch so? Oder ist er parallel – du fährst mit der Fingerspitze nur über das Ende der weißen Taste, und bei den schwarzen Tasten steht das Messwerkzeug über? Ich würde vorziehen, den Holzblock als Keil zu gestalten, dann kann man mit dem Finger über den gesamten Messblock streichen.

Ach so, eins noch: kannst du mir ein typisches Maß geben, wie weit die schwarzen Tasten über den weißen stehen sollten, und wie tief ihr Spiel sein sollte? Danke! Die meisten meiner schwarzen Tasten sind momentan so gestellt, dass die vordere Schrägung genau an der weißen Taste aufhört.

Ciao,
Mark

Geändert von Klimperer (06.02.2010 um 15:42 Uhr).
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  #187  
Alt 06.02.2010, 16:22
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Sag ma, Mark; gibts in Pretoria demnächst einen neuen Klaviertechniker?

„This German Guy is absolutely phantastic!!!!!!!!!" - die Desperate Housewives warten auf Dich ....
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  #188  
Alt 06.02.2010, 22:19
 
Klimperer Klimperer ist offline
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Ay Fliegenfischer,

Der Messklotz wurde soeben fertiggestellt und mit meinem alten (zölligen) Mikrometer vermessen. LEIDER ist er nur 0.392 Zoll anstatt 0,393 Zoll dick - das sind 9,96 anstatt 9,98 mm. Die Verklebung ist dünner als erwartet ausgefallen, der Schmirgel war ein wenig zu aggressiv.

MIST, da muss man ja fast von vorn anfangen.

(Klebt man halt ein dünnes Papier darunter, das sind ca. 0,002 Zoll bzw. 0,05 mm.)

Davon mal abgesehen, habe ich im eigenen Haushalt schon ein desperate housewife. Who needs more than one? Junior, 13 Monate alt, zahnt mal wieder...

Scherz beiseite, ich will aus meinem Klavier gerne das Beste herausholen, und einige Vorraussetzungen (Geduld, handwerkliches Geschick) sind vorhanden.

Den Verkäufer will ich möglichst links liegenlassen. Aber das ist eine andere Geschichte, und soll diesen fabelhaften Steingräberfaden nicht belasten.

In diesem Sinne, Gruß in den Norden,
Mark
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  #189  
Alt 09.02.2010, 19:59
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Zitat:
Zitat von Klimperer Beitrag anzeigen
1) Wo wird die Spieltiefe (der Tastentiefgang) genau gemessen? Ganz am Ende der Taste, oder dort wo man typisch spielt (über dem Vorderdruckstift)? Ganz am Ende der Taste habe ich momentan 10 bis 10,5 mm. Dort wo die schwarzen Tasten aufhören, sind es wegen der Hebelwirkung bzw. Drehung um den Waagebalken natürlich nur 8 bis 8,5 mm. Daher die Frage, wo man genau misst.
2) Um genau in die Vertiefung einer gedrückten weißen Taste zu passen, müsste ich also den Holzblock keilförmig schleifen. Ist das bei deinem Werkzeug auch so? Oder ist er parallel – du fährst mit der Fingerspitze nur über das Ende der weißen Taste, und bei den schwarzen Tasten steht das Messwerkzeug über? Ich würde vorziehen, den Holzblock als Keil zu gestalten, dann kann man mit dem Finger über den gesamten Messblock streichen.

Ach so, eins noch: kannst du mir ein typisches Maß geben, wie weit die schwarzen Tasten über den weißen stehen sollten, und wie tief ihr Spiel sein sollte? Danke! Die meisten meiner schwarzen Tasten sind momentan so gestellt, dass die vordere Schrägung genau an der weißen Taste aufhört.

Ciao,
Mark
Hallo Mark,

Die Spieltiefe messe ich entweder vorne, hinten, oder in der Mitte. Ich habe nicht für jede Konstruktion ein anderes Werkzeug. Kurze Tasten haben andere Winkel als längere Tasten. Gefühl ist das Entscheidende! Meine Messkrücke hat vorne 9,6 und hinten 8,3 mm (war extra nachmessen), und so sieht es aus...



Unten ist Leder dran geklebt, damit keine Kratzer an den Tastenbelägen entstehen.

Das Halbtonpackerl ohne Abbildung, aber im Film gut zu sehen, ist 12mm - soweit steht jeder Halbton über. Wenn gedrückt, muss der Halbton noch etwa 2,5mm über den weißen Tasten stehen. Die vordere Abschrägung der Halbtöne ist sehr verschieden und kann nicht zum messen verwendet werden.

LG
Michael
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  #190  
Alt 10.02.2010, 09:30
 
Klimperer Klimperer ist offline
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Vielen Dank für's Nachmessen und die Bilder, Michael, sowie die Angaben zu den Halbtönen.

Ciao,
Mark
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